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Medizin-Promotionen: Gebt mir den Doktortitel, ich bin Arzt
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Mediziner-Dissertationen haben einen schlechten Ruf, nicht erst seit den Plagiatsvorwürfen gegen Ursula von der Leyen. In keinem anderen Fach kommen Akademiker so leicht an den Doktortitel.

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smersh 10.03.2016, 17:00
110.

Zitat von amidelis
Meine Arbeit wurde dreimal umgeschrieben und ich habe jeden Abschnitt sorgfältig redigiert bekommen.
Hmm, sechs Jahre waren es bei mir auch, aber ich musste meine Arbeit selbst umschreiben und redigieren. ;)

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spezialdm 10.03.2016, 17:01
111.

Interessant finde ich wie einige hier meinen, dass es quasi ein Selbstläufer sein müsste mit dem Dr. med. Da das Studium ja so anstrengend ist, müsste es den Dr. med quasi als "Belohnung" dazu geben und auch weil der Arzt ohne Dr. med. als nicht kompetent angesehen werden könnte "braucht" der Mediziner dieses "Geschenk", bzw. sieht es als gerechtfertigt an für die eigentliche Promotion in der Regel weniger leisten zu müssen als andere. Letztendlich geht es nur um die Polierung des eigenen Egos: Vor einiger Zeit hat der deutsche Wissenschaftsrat den Vorschlag gemacht den Dr. med. nur noch an an Mediziner verleihen zu wollen die in der Forschung arbeiten wollen und eine ein min. dreijährige Vollzeitpromotion absolviert haben. Für den klinisch arbeitenden Arzt sollte es ein Art MD oder ähnliches geben (eine Art Zugständnis damit sich Mediziner titelmäßig nicht so nackt vorkommen müssten). Der Aufschrei der medizinischen Standesvertrter kam prompt und heftig...

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elizar 10.03.2016, 17:02
112.

Zitat von josifi
Dr "Dr." ist KEIN Namensbestandteil.
Ach nicht? Wieso steht er dann in meinem Ausweis beim Namen?
Ich hab nur nie verstanden, ob er jetzt offiziell zum Nachnamen oder zum Vornamen gehört. Ich hab schon beide Varianten in Namenslisten gesehen.

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magic88wand 10.03.2016, 17:03
113. So ein Beispiel kenne ich ...

Zitat von Lapsus
Würde ein Mediziner, der in seiner Dissertation ein biochemisches, molekularbiologisches, mikrobiologisches, immunologisches Thema bearbeitet, auch diesem Urteil entsprechen? Es gibt genug Mediziner, die in naturwissenschaftlichen Labors oder gemischten Arbeitsgruppen ihre Doktorarbeiten machen - genauso, wie es Naturwissenschaftler gibt, die in rein medizinischen Labors promovieren. Und das zu jeweils gleichen Bedingungen.
... eines Biologen, der als Manager in der Industrie während seines Jahresurlaubs in einem medizinischen Labor promoviert hat. Als die Biologie-Profs der Fakultät merkten, dass die Promotion auf Medizinerniveau abgelaufen war, waren sie verärgert und haben sich geschworen, dass so was bei ihnen nie wieder passieren sollte. Der glückliche Manager war wohl der letzte, dem es an dieser Uni gelang auf diese Weise zu promovieren und trägt heute sogar einen Dr. rer. nat.

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skell100 10.03.2016, 17:04
114.

Zitat von dr.schlauberger
... Bei mir sieben Jahre studien- und dann arbeits-begleitend an der Promotionsarbeit geschuftet, in dieser Zeit jede freie Minute, jeden Urlaub geopfert. Dieser Zeitaufwand ist mitnichten mit einer Semester- oder einer Bachelor-Arbeit zu vergleichen. ...
Bei Ihnen hat sich der Aufwand aber wenigstens gelohnt. Neben dem Doktor sind Sie ja noch ein ausgewachsener Schlauberger geworden.

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beija-flor 10.03.2016, 17:05
115.

Zitat von männlich,30,akademiker
wie wenig Ahnung die meisten hier im Forum haben. Das es auch hervorragende medizinische Arbeiten gibt ist natürlich ausgeschlossen. Ein jämmerlicher Zustand, aber was soll's. Noch schnell ein Tisch mit Ausblick im Restaurant bestellen..Beste Grüße, Dr. med.!
Hervorragend, wie es Ihnen in einem Absatz gelingt, für Ihre eigene Promotionsleistung wissenschaftliche Wertschätzung einzufordern und gleichzeitig unter Beweis zu stellen, dass es Ihnen bei Ihrem Doktortitel eigentlich in erster Linie um das gesellschaftliche Prestige geht.
Sie scheinen zu glauben, dass man das Image des Doktortitels am besten mit Arroganz bewahrt.

Abgesehen davon ist es unbestritten, dass es auch hervorragende medizinische Doktorarbeiten gibt. Wenn Sie selbst eine solche geschrieben haben sollten, sollte es in Ihrem eigenen Interesse sein, dass nicht ein Großteil der Medizinstudenten diesen Titel für eine weitaus weniger anspruchsvolle Leistung erhält.

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ptzscheu 10.03.2016, 17:11
116. Dr. med. für den Vergleich von Promotionsordungen?

Habe ich das richtig gelesen?
"Viele medizinische Fakultäten haben ihre Promotionsordnungen in jüngster Zeit deutlich nachgebessert. Zu diesem Schluss kommt die Medizinerin Julia Schaberick, die für ihre Dissertation an der Universität München alte und neue Promotionsordnungen vergleicht."
Qualifiziert der Vergleich von Promotionsordnungen zum Führen des Dr. med.?
Wenn das geht, dann promoviere ich auch in Medizin!!

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johlu 10.03.2016, 17:13
117. Das Problem mit dem Dr.

ist vor allem ein deutsches. Wie man leicht an den vielen bemängelten Promotionsleistungen der Politiker (..komischerweise überwiegend aus dem bürgerlichen Lager) erkennen kann, ist die Tatsache dass es in Deutschland beim Doktortitel überhaupt nicht um eine wissenschaftliche Leistung geht sondern vorwiegend um den Titel an sich. Ein quasi Adelstitel, mit dem man sich vom "gemeinen Volk" abheben möchte. Unvergessen bleibt dabei der Auftritt von Helmut Kohl gegenüber einem ihm nicht genehmen Journalisten, den er mit den Worten "Für Sie immer noch Herr Dr. Kohl!" anherrschte. Dabei ist allgemein bekannt, dass die, nicht mehr auffindbare Dissertationsschrift des Altkanzlers auch nicht unbedingt ein Ruhmesblatt deutscher Wissenschaft war.
Der Dr. med. ist dabei sicherlich der überflüssigste von allen. Ich kann dass so unverfroren behaupten, da ich diesen Titel selbst trage und über meine langjährige Tätigkeit an einer deutschen Universitätsklinik weiß, wie viele Ressourcen die unzähligen Promotionen zum Dr. med. jährlich binden. Mit fragwürdig wissenschaftlichem Inpact. Der Ausweg aus dieser Miesere kann hier nur das Berufsdoktorat für den Arzt bedeuten, wie es im angloamerikanischen Raum (M.D.) aber auch bei unseren österreichischen Nachbarn gilt und das mit erfolgreichem Abschluss des Medizinstudiums verliehen wird. Denn schließlich hat der Begriff "Doktor" in Bezug auf den Arzt eine doppelte Bedeutung: hier ist sie in den meisten Sprachen auch schlicht die Berufsbezeichnung. Die wissenschaftliche Qualifikation der Mediziner sollte dann - wie in den USA - über eine gesondertes, strukturiertes und auf drei Jahre angelegtes Promotionsprogramm zum Ph.D. belegt werden. Dies wäre dann letztlich nur für die, in Forschung und Lehre tätigen wirklich interessant.

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gavram 10.03.2016, 17:22
118. Verwechslung

Zitat von jkleinmann
...Viele, die pauschal und undifferenziert über medizinische Dissertationen meckern lassen sich ganz offensichtlich vom Neid treiben.
Ich glaub Sie verwechseln Neid mit (berechtigter?) Arroganz.

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elizar 10.03.2016, 17:23
119.

Zitat von amidelis
Ich habe Magna Cum laude promoviert. Dafür habe ich 6 Jahre gebraucht. Meine Arbeit wurde dreimal umgeschrieben und ich habe jeden Abschnitt sorgfältig redigiert bekommen. Meine Doktormutter ist eine international anerkannte Koryphäe. Mein Betreuer ist die Sorgfalt in Person. Und wir alle sind Mediziner. Aber Hass und Neid auf Ärzte, Fahrlässigkeit von Kollegen und der Freiherr habe unseren ruf angekratzt. Ich bin sauer und verwahre mich gegen diese dämlcihen Kommentare im Forum !!!
Da ich davon ausgehe, dass Sie eine experimentelle Arbeit verfasst haben, ist Kritik in Ihre Richtung definitiv falsch. Ich habe auch eine promovierte Kollegin (Medizinerin), die ebenfalls über Jahre hinweg ihre Wochenenden geopfert und ebenfalls experimentell gearbeitet hat.
Solche Leute verdienen nicht den Spott, der aus vielen Kommentaren trieft, da haben Sie sicherlich Recht.

Wenn man andererseits von 4 Wochen Arbeit beim statistischen Auswerten hört und dies dann auch noch im Freundeskreis genauso bestätigt wird, dann fragt man sich schon, wieso das nur in Medizin so passieren kann. Und da finde ich den Spott tatsächlich gerechtfertigt. Das Problem ist doch nur, dass man diese Dr. meds nicht so einfach von denen unterscheiden kann, die den Dr. med. tatsächlich verdienen (und da meine ich Leute wie Sie oder eben meine Kollegin).

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