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Medizin-Promotionen: Gebt mir den Doktortitel, ich bin Arzt
DPA

Mediziner-Dissertationen haben einen schlechten Ruf, nicht erst seit den Plagiatsvorwürfen gegen Ursula von der Leyen. In keinem anderen Fach kommen Akademiker so leicht an den Doktortitel.

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japhet 10.03.2016, 17:27
120. Verjährungsfrist?

Zitat von babubbel
Ja bei den Ärzten drücken sie gerne ein Auge zu. Finde ich aber auch ok. In anderen Ländern bekommen Ärzte den Doktortitel zur Zulassung dazu. Ich finde auch es sollte eine zeitliche Begrenzung geben, nach deren Überschreitung der Titel unantastbar wird. Diese Hexenjagd auf Doktortitel ist ja unerträglich geworden.
Unerträglich ist die "Jagd" nach den Betrügern unter den Trägern des Doktor-Grades nur für die Betrüger. Und übrigens: eine echte Strafe im strafrechtlichen Sinne gibt es ja gar nicht. Niemand muss mit Geld- oder Gefängnisstrafe rechnen, wenn er oder sie erwischt wird - nur mit dem Entzug des Titels. Und dafür darf es keine Verjährung geben. So gibt es bei Raub zwar Verjährungsfristen - oder nur bezüglich einer Strafverfolgung. Diebesgut muss auch nach Ende der Verjährungsfrist zurückgegeben werden, wenn ein Dieb oder Räuber überführt wird.

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Berliner42 10.03.2016, 17:28
121.

Zitat von tstar
...kann ich nicht leiden! Ich habe 6 Jahre an meiner Dissertation, berufsbegleitend, gearbeitet. Dieser Neid der Besitzlosen , oder noch schlimmer, der Neid der "brotlosen" Naturwissenschaftler mit Titel ist unerträglich. Wegen mir könnten wir es auch so machen wie die Österreicher, da ist jeder Medizinstudent mit dem Staatsexamen "Dr.".
Hat es 6 Jahre gedauert, weil die Rechtschreibkorrektur so schwierig war? "wegen mir"....ts

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gavram 10.03.2016, 17:30
122. Warum...

Zitat von viwaldi
...Eine Doktorarbeit sollte ja keine Berufsausbildung sein...
nicht??

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kunibertus 10.03.2016, 17:32
123. Für die Reputation

eines Mediziners ist nicht der Doktortitel sondern der Facharzt entscheidend. Diese Prüfung erfordert wirklich Arbeit und Wissen.

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japhet 10.03.2016, 17:34
124. Warum auch Alles selbst machen

Zitat von amidelis
Ich habe Magna Cum laude promoviert. Dafür habe ich 6 Jahre gebraucht. Meine Arbeit wurde dreimal umgeschrieben und ich habe jeden Abschnitt sorgfältig redigiert bekommen. Meine Doktormutter ist eine international anerkannte Koryphäe. Mein Betreuer ist die Sorgfalt in Person. Und wir alle sind Mediziner. Aber Hass und Neid auf Ärzte, Fahrlässigkeit von Kollegen und der Freiherr habe unseren ruf angekratzt. Ich bin sauer und verwahre mich gegen diese dämlcihen Kommentare im Forum !!!
In den meisten oder gar in allen Fächern bzw. an allen Fakultäten ist vorgeschrieben, dass der bzw. die zu promovierende alle Arbeiten selbst erledigt hat. Wenn eine Arbeit mehrfach eine durch dritte durchgeführte Umarbeitung benötigte, dürfte das kaum den Bedingungen einer Promotionsordnung entsprechen. Ansonsten: der Fehler von Guttenbergs war, das er für seine bestellte Doktorarbeit nicht bereit war, einen angemessenen Preis zu zahlen. Hätte er seinen Ghost-Writer besser bezahlt, hätte dieser sich beim Zitieren wohl mehr Mühe geben können und hätte die Arbeit vielleicht noch dreimal umgeschrieben und redigiert ...

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endothelzelle 10.03.2016, 17:38
125. Es geht noch besser:

Es geht noch besser, auch ohne Plagiat:
Dass medizinische Doktorarbeiten so an Qualität respektive Reputation verloren haben, ist dem System zuzuschreiben, das sich selbst belügt. Publish or perish, ohne Rücksicht auf Originalität, Seriosität und wirklichem Wissensgewinn. Wer viel publiziert, bleibt und erhält Forschungsgelder, wobei viel zu wenig auf die Qualität der Arbeit geachtet wird. Die Betreuer, früher „Doktorväter“, sind diesem System ebenso ausgeliefert wie deren Vorgesetzte, die sich um Universitätsrankings Sorgen machen müssen. Der Doktor auf dem Land ist auch kein Doktor, wenn er keinen Doktortitel hat.
Toppen kann man das in bella Austria, “soon well protected by closen borders“, wo ich seit 20 Jahren arbeite: Diss. in Süddeutschland mit 2 Jahren purer Laborarbeit, publiziert im Journal Nr. 1 des Fachgebietes mit ca. Impact Factor 10 damals, nun bald ca. 1000 IF Punkte.
Keiner interessiert sich hier für den deutschen Dr., da sowieso jeder einen hat, der das Examen besteht. Die Nachfahren des Hauses Habsburg haben es auch fertiggebracht, Medizinische Universitäten und Landeskrankenhäuser zusammen in eine physische Hülle zu stecken mit dem Effekt, dass es habilitierte landesangestellte Ärzte gibt, die in CELL publizieren und keinen Professorentitel bekommen dürfen, während nichthabilitierte, aber aufgrund langjähriger mehr oder weniger fleißiger klinischer Dienstverrichtung als Bundesangestellte an der „Universität“ dann „pragmatisiert“ Professor Dr. med. sich nennen dürfen. Wohlgemerkt ohne jemals eine einzige wissenschaftliche Arbeit publiziert zu haben, geschweige denn eine Vorlesung gehalten zu haben. Die Gattin ist dann die „Frau Professor“ und bekommt beim Fleischer immer das beste Stück.
Mundus vult decipi, ergo decipiatur

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analysa 10.03.2016, 17:38
126. Nach dem Abitur einen Doktortitel

war mir das wichtigste! Da man nirgends so leicht einen "Doktor" erwerben kann, wie in der Medizin entschloß ich mich dazu. Nur dumm, dass man dazu 1,0 Abischnitt braucht und ein sehr aufwendiges mindestens 6 Jahre dauerndes Studium mit einer Vielzahl von bestandenen Klausurprüfungen als Zugangsberechtigung zu Physikum, 1., 2. u. 3. Staatsexamen. Außerdem gabs kaum Semesterferien, denn in denen mußten 10 Wochen Pflegepraktika u. 5 Monate Famulaturen überwiegend in Krankenhäusern, die fast immer harte Arbeit bedeuteten, als Zugangsbedingung zu den Examina abgeleistet u. nachgewiesen werden. Während der 12 Pflichtsemester war absolut keine Zeit für eine Doktorarbeit und danach begannen 18 Monate schlecht bezahltes AiP (Arzt im Praktium) als Abschreckung vor einer Ärzteschwemme.
Die darauffolgende Assistenzarztzeit ist mit 24 Stunden-Diensten auch kein Zuckerschlecken.
Also, liebe Titelsüchtige: An den Doktortitel kommt man mit anderen Studiengängen wesentlich bequemer, sogar ohne guten Abi-Schnitt.

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TS_Alien 10.03.2016, 17:46
127.

Zitat von allesamt
Das stimmt nicht. Es gibt zum Einen die einfachen "Doktorarbeiten". Andererseits hat meine Tochter den Doktortitel erworben, indem sie Studien verfasst hat, die alle (für den Erwerb des Titels) in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht werden mussten. Sowohl für die Hausärzte als auch für die Krankenhausärzte sind derlei Untersuchungen auch für die Praxis und Therapie von großer Bedeutung. Im Übrigen kenne ich überdurchschnittlich viele Chemiker und Biologen persönlich, die promoviert haben und deren Doktorarbeiten banale Themen zum Inhalt hatten. (Trotzdem würden diesen Doktoren nie ihre Qualifikation absprechen).
Ich habe vom Schnitt gesprochen. Und dann ist es interessant, wo veröffentlicht wird. Unterhalb einer guten internationalen Konferenz oder einem guten internationalen Journal sollte es nicht sein. Und die Anzahl der Veröffentlichungen darf auch gerne zweistellig sein.

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josifi 10.03.2016, 17:46
128.

Zitat von elizar
Ach nicht? Wieso steht er dann in meinem Ausweis beim Namen? Ich hab nur nie verstanden, ob er jetzt offiziell zum Nachnamen oder zum Vornamen gehört. Ich hab schon beide Varianten in Namenslisten gesehen.
Aus Wikipedia:
Der Doktorgrad kann als einziger akademischer Grad in einen deutschen Pass und Personalausweis eingetragen werden. Das deutsche Personalausweisgesetz und das Passgesetz (§ 1 und § 4) behandeln den Doktorgrad nicht als Namensbestandteil, da hierfür eine spezifische Regelung notwendig wäre.

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gavram 10.03.2016, 17:57
129. Kann schon sein

Zitat von globalundnichtanders
...Ein Bekannter mit Dr. med. vor seinem Namen nennt die medizinischen Doktorarbeiten auch gerne Pixi-Buch.
Ich glaube die meisten Mediziner würden dem nicht widersprechen. Aber wissenschaftlich arbeiten müssen die auch, vielleicht in der Regel nicht so intensiv wie die MINTler (aber bestimmt mehr als die Dr. paed/oec. troph/merc oder wie sie alle heißen mögen), aber das ist ja auch nicht der Kern ihrer Ausbildung. Trotzdem haben die einen der schwersten und längsten Studiengänge überhaupt. Wird ja auch finanziell (einigermaßen) und vom Prestige (sehr) entgolten.

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