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Medizinerausbildung: Nach Ungarn bis der Arzt kommt
DPA

Tim Sternberg, 20, will Arzt werden, doch er scheiterte am deutschen Numerus clausus. Jetzt bezahlen ihm die Krankenkassen ein 80.000-Euro-Studium in Ungarn. Allerdings hat der Deal einen Haken.

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areyoushure? 12.09.2014, 10:57
60. Motivation

Zitat von roentgenray
Ich bin selber Mediziner mit Studium an einer dt. Hochschule und seither als Arzt in den USA tätig. Es wäre sehr gut, wenn die deutschen Unis weniger auf den NC setzen würden als auf andere Kriterien. Die US med schools machen es da besser. Hier wird auf die Kombination aus medizinisch relevantem Vorwissen (Physiologie, Anatomie, Physik, Biochemie) wahrend der Pre-med zeit im College, einem guten Abschneiden im amerikanischen Mediziner Test (MCAT), aber auch auf die "menschlichen" Qualitäten als zukünftiger Arzt gesetzt. Dies kann freiwillige Arbeit in einem Altersheim sein, bei der Feuerwehr, oder dem homeless shelter. Mit diesem System finde ich lassen sich die wirklich motivierten Ärzte besser rausfiltern, als nur nach "Leistung" zu gehen. Im Übrigen sind trotz Laenderquoten die NC ungerecht und sagen wenig über die Intelligenz/Eignung eines Kandidaten aus. Darüber hinaus sollte es staatliche Förderung und eine Vorzugsbehandlung für Studenten geben, die sich verpflichten, als Landarzt tätig zu sein. Das würde der Landflucht Abhilfe tun bei Gewährleistung der fachlichen Qualität.
wird nicht durch die Eignung per NC erreicht, sondern durch verbalen, nonverbale und finanzielle Anerkennung der Leistung.
Verbal wird jeden Tag gebasht - siehe diese Kommentare - , nonverbal sieht man die Reaktionen in den Praxen, finanziell ist der Landarzt bei den finanzierenden Banken ein Auslaufmodell und wird häufig nicht mehr finanziert.
Unter den Bedingungen in Deutschland sich dann auch noch von einer KVS oder eine Kasse örtlich gängeln lassen?
Never.

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areyoushure? 12.09.2014, 10:59
61. Hier basht

Zitat von Susi64
sollte ja nicht krank werden, in deutschen Krankenhäusern arbeiten Ärzte aus aller Herren Länder! Also was soll das bashing gegen Ungarn?
keiner, nur ist der Artikel wie immer sehr unvollständig.
Wie geht es mit dem PJ, der Facharztweiterbildung etc weiter? All das wird in Ungarn nicht gewährleistet, sondern muss dann in Sachsen getätigt werden. Diese Bedingungen werden weder erwähnt, noch die zu investierenden Beträge benannt.
Die Semmelweiß Uni ist sehr, sehr gut!

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areyoushure? 12.09.2014, 11:02
62. Das macht man

Zitat von Oberst von Roehl
Studiengebühren zurückzahlen lassen. Es kann nicht sein,dass das Medizinstudium seit 2009 (als die ersten Berichte über den Mangel auftratten und die eigentlichen Gehaltszahlen rauskamen) zum Auffangbecken für Generation-Y verkommen ist und die ihre Geldgier unter Gemeinwohlorientierung auf Kosten der Allgemeinheit ausleben. Sicherer Arbeitsplatz,keine Haftung ("Anwalt übernimmt das Krankenhaus" ,keine malpractice insurance , extrem viel Geld.), eher leichtes Studium. Und am Ende dann Abflug. Es gibt durchasu politische Mittel diesen Exodus einzudämmen. Eine Berufsgruppe ,die per def. eigentlich heilen will, mal an ihren Dienstherrn, das Volk , zu erinnern, kann nicht so schwer sein.
natürlich auch mit den ganzen BWL'ern VWL'ern und anderen Studis, welche dann in internationalen Konzernen, Kanzleien etc. direkt nach dem Studium im Ausland anfangen, weil dort erheblich besser bezahlt wird??

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areyoushure? 12.09.2014, 11:06
63. Jep!

Zitat von mariowario
deutschen Ärzte nach der Ausbildung zur Pflicht gemacht werden - schließlich ist auch ein Medizinstudium auch von anderen Steuerzahlern bezahlt worden und nicht wie in den USA von den Studierenden selbst… - alternativ könnten sich die Ärzte in Spe auch freikaufen (mit der Hälfte der Kosten - ca. EURO 250.000). Aber im Ernst, es würde nicht schaden sowas einzuführen. Ich denke mittlerweile auch das es besser wäre den AG-Anteil bei der Krankenkasse abzuschaffen, genauso die Privat-Krankenversicherung und eine Deutsche Krankenversicherung einzuführen (würde die Kostentreiberei eindämmen und Verwaltungskosten einsparen).
Gute Idee. Sämtliche Juristen gehen nach dem Studium natürlich in soziale Projekte für 5 Jahre, wie z.B. kostenlose Bürgerberatung, angestellt von einer NGO in Deutschland, die BWL'er nicht auf den Posten in einer Versicherung, sondern in die freiwillige Schuldnerberatung und, und, und...
Machen alle gerne, da alle einen Eigenbeitrag an den Studikosten zurück zahlen möchten. Grins....

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areyoushure? 12.09.2014, 11:10
64. Sagen wir mal so

Zitat von franko_potente
super Mediziner haben wir in unserem Land. Denen gehts wahrlich nur um die Kohle. Man möchte sich erbrechen
ein gewisses Preis-Leistungsverhältnis sollte in der neumodisch genannten "Work-Life" Balance aber schon erlaubt sein?
Suchen Sie sich doch mal einen jungen neu niedergelassenen Hausarzt im ländlichen Gebiet, welcher circa 5 Jahre Praxis auf dem Buckel hat.
Vielleicht ändern Sie Ihre Meinung....

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areyoushure? 12.09.2014, 11:17
65. Nun ja

Zitat von phaenologos
Man mag ja über Politiker eine eigene Meinung haben und sie auch gerne für jeden Unsinn verantwortlich machen. Ihre Auffassung entspricht aber in keiner Weise auch nur annähernd der Realität. In Wirklichkeit gibt es nämlich ausreichend Studienplätze für Mediziner, auch schließen genügend Studenten diesen Studiengang ab, die Anzahl der Mediziner in Deutschland ist seit Jahren steigend und pro Kopf in der Bevölkerung der höchste Stand in Europa. Allerdings ist die Bezahlung für niedergelassene Ärzte so hoch, dass sie es sich leisten können, sich an attraktiven Orten (z.B. in (Groß)stadtnähe, an imageträchtigen Plätzen etc.) lieber eine Praxis mit anderen zu teilen, als alleine eine Praxis auf dem Land, vielleicht gar noch im ungeliebten Osten aufzumachen. Offensichtlich verascht sich das Volk eher selbst, indem es solche Auswüchse hinnimmt und die zunehmende Ökonomisierung des Gesundheitswesens akzeptiert.
es stimmt, dass die Zahlen steigen.
Leider aber nur, weil lediglich Frauen in Teilzeit sich häufig im Angestelltenverhältnis niederlassen. So kommen auf jede abgegebene Praxis mit einem Altinhaber heute 2, manchmal sogar 3 Teilzeitstellen. Das wird gerne ignoriert.
Gerne werden auch die Arbeitsbedingungen für Frauen in den Kliniken ignoriert. Die Frauen wandern unter anderem aus der sicheren "Zukunft" Arbeitsplatz Klinik in die Niederlassung, weil eine Kombination von Beruf und Familie in den Kliniken auch heute noch eine Utopie darstellt. Dort könnte man ansetzen.
Es stimmt auch, dass es genügend Studierende Mediziner gibt, leider aber merken viele spätestens am Ende des Studiums, dass dieser Beruf nichts für sie ist und hören auf oder gehen in Patientenferne Jobs. Das führt dazu, dass lediglich 25-30% aller Studis später am Patienten arbeiten, der Rest nicht!
Dort müsste man also auch ansetzen.

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HarroVonLauerstein 12.09.2014, 11:32
66.

Zitat von Oberst von Roehl
Studiengebühren zurückzahlen lassen. [...] Eine Berufsgruppe ,die per def. eigentlich heilen will, mal an ihren Dienstherrn, das Volk , zu erinnern, kann nicht so schwer sein.
Und andere (MINTler?) dürfen mit dem ebenfalls vom Volk bezahlten Studium ins Ausland "flüchten"?
Und die Verwandten von Medizinstudenten und die Personen selbst zahlen keine Steuern und lachen sich immer ins Fäustchen, dass der blöde Michel alles bezahlt?

Ich kann mich übrigens nicht erinnern, einen Eid aufs deutsche Volk abgelegt zu haben, da können Sie Ihren Sermon gerne mal an Frau Merkel oder den deutschen Beamtenbund schicken.

Das wird ja immer hanebüchener hier...

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HarroVonLauerstein 12.09.2014, 11:37
67.

Zitat von hebru
Somsem konnte ich grd noch entzffrn, aber bei Ham-Nat mste-i-pssn. [...] Hoffentlich wird der/die-jenige nie ein Arzt, bei dem ich vorstellig werden muß.
Mit fünf Sekunden Google kann man bei der Suche nach "Ham-Nat" ausschließlich richtige Ergebnisse finden: das ist der Eigenname eines an der Universität Hamburg konzipierten Einstellungstests, bei dem naturwissenschaftliche Grundkenntnisse und soziale Fähigkeiten von den Bewerbern geprüft werden, um ihnen so eine Verbesserung des Abiturschnittes zuzulassen. Dieser Test wurde im Jahr 2008 erstmalig bei der Zulassung zum Studium in Hamburg verwendet und wird jetzt ebenfalls bei anderen Universitäten angeboten.

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pojarkow 12.09.2014, 11:48
68. Billiger

Ein Medizin-Studium in D kostet den Staat ca. 170.000 Euro -- die Lebenshaltungskosten des Studi nicht gerechnet. Da sind die 80.000 in Ungarn doch ein Schnäppchen. Dort ist doch alles billiger, vor allem die Profs. Vielleicht verlagern wir gleich ganze Fakultäten in die Puszta, dann können wir richtig sparen.

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medi01 12.09.2014, 12:36
69.

Dieses Projekt wird übrigens in keinster Weise durch Steuern finanziert, sondern durch Eigenmittel der Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung. Die jenigen, die jetzt gegen alles wettern, werden die ersten Meckerer sein, wenn sie keinen Hausarzt mehr haben!

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