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Medizinerausbildung: Nach Ungarn bis der Arzt kommt
DPA

Tim Sternberg, 20, will Arzt werden, doch er scheiterte am deutschen Numerus clausus. Jetzt bezahlen ihm die Krankenkassen ein 80.000-Euro-Studium in Ungarn. Allerdings hat der Deal einen Haken.

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Mabi 12.09.2014, 12:51
70. Note allein sagt wenig

Also, wenn so viele eine 1,0 oder 1,1 kriegen, frage ich mich, wie schwer und somit aussagekräftig das noch ist. Und als promovierter Ingenieur kann ich aus Erfahrung sagen, dass gute akademische Leistungen noch bei weiten keinen guten Praktiker hervorbringen. Und dass man gegen eine Bezahlung eine Gegenleistung erbringt, finde ich doch auch vollkommen in Ordnung, da man vorher abwiegen kann, ob der Tausch zumutbar ist. Es gibt ja bei Geburt schließlich keine Garantie, dass man im Leben alles bekommt, was man will. Ob das immer schlecht ist, kann man hinterfragen.

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sorry ich bin bloß arzt 12.09.2014, 13:37
71. Ein Fall für den Staatsanwalt

Sehr geehrte Frau Lochbühler,

Sie schreiben: "Die kvs und die gesetzlichen Krankenkassen wählen pro Jahr 20 Bewerber aus, denen sie ein knapp 80.000 Euro teures Medizinstudium in Ungarn finanzieren..."

Wenn es stimmt, was Sie schreiben, dann gilt:
Wie schön für den Steuerzahler, der dafür nicht aufkommen muss.

Wie schlecht für Kassenpatienten, denen diese Millionen in der Kasse fehlen.

Wie verschärfend für die im System verbleibenden Ärzte, deren Probleme sich damit potenzieren.

KVS und Kassen betreiben Symptome-Behandlung einer an sich gutartigen (weil heilbaren) Erkrankung (Ärztemangel).

Unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten ist das Scharlatanerie und Sorgfaltspflichtverletzung zugleich - schliesslich wird nicht die Krankheit (Ursache), sondern nur deren Symptome behandelt - würden Sie sowas mit sich bei einem Arzt machen lassen?

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sorry ich bin bloß arzt 12.09.2014, 13:42
72.

Zitat von mariendistel
Der beste Weg wäre (kurzfristig!) wäre, die Landarztpraxen in Sachsen aus öffentlicher Hand zu finanzieren (und natürlich in öffentlicher Hand zu behalten). Dann könnte jeder Arzt, der Lust hätte, in Sachsen ohne teure Eigeninvestition sich so lange dort niederlassen, wie er gerade wollte, und auch den Zeitpunkt seines Sachsenaufenthaltes selbst bestimmen.
Das macht aber keine Kommune, weil es zu teuer ist. Deswegen machen es auch immer weniger frische Mediziner.

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sorry ich bin bloß arzt 12.09.2014, 13:45
73.

Zitat von franko_potente
super Mediziner haben wir in unserem Land. Denen gehts wahrlich nur um die Kohle. Man möchte sich erbrechen
Natürlich geht es ums Geld, Ihnen nicht?
Wenn ich für meinen Arbeitsplatz 200.000 Euro Kredit aufnehmen soll und 70 Stunden die Woche arbeite, dann sollte es sich lohnen.
Wenn ich bei einem 40 Stunden-Job das gleiche Geld im Krankenhaus ohne Kredit bekomme, würden Sie nicht auch so entscheiden?

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sorry ich bin bloß arzt 12.09.2014, 13:56
74. @ Tim Sternberg

Sehr geehrter Tim Steinberg,
ich gehe mal davon aus, daß Sie hier mitlesen.

Bei genauer Betrachtung gehen Sie ein extrem großes Risiko ein. Sie wetten quasi auf gute Bedingungen in 11 Jahren (6 Jahre Studium, 5 Jahre Facharzt).

Auf Bedingungen, die heute keiner abschätzen kann, oder wissen Sie wie die Zinsen in elf Jahren stehen?

Sie werden sich mit 200.000 Euro verschulden müssen um eine vernünftige Praxis aufzubauen.

Was ist, wenn sich die Bedingungen weiter verschärfen, die realen Einnahmen weiter sinken werden?

Haben Sie sich mal damit beschäftigt, was ein Regress ist?

Hausarzt ist sicher ein sehr schöner Beruf. Aber das, worauf Sie sich eingelassen haben, ist Harakiri, oder wie das heisst ;-)

Trotzdem alles Gute und viel Glück.

Ein angestellter Arzt.

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prems123@orange.fr 12.09.2014, 13:58
75. Selbst Schuld!

Nachdem es ja vor einigen Jahren immer wieder hieß, wir seien zu zahlreich, einige Kollegen sogar ohne Vergütung knechteten, um ihre Zeugnisse zu bekommen, haben sich halt genug Kollegen verpieselt..In andere Berufe, ins Ausland, in Tätigkeiten im Büro ohne Patientenkontakt...das kommt davon!

Und jetzt? Wird die Jugend mit Kaffeefahrten aufs Land und diversen anderen Annehmlichkeiten umworben, kriegt ggf. ein Auslandsstudium spendiert...

Auf die Idee, Ärzte aus dem Ausland in die Heimat zu locken, ist noch niemand gekommen...klar, da müßte mehr her als Fotos von schönen Landschften und Artikel über das große Glück eines Daseins als Landarzt...

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lachina 12.09.2014, 14:59
76. Die Sachsen lassen sich wenigstens

eine kreative Lösung einfallen statt nur rumzujammern! Und wenn der eine oder andere abspringt und das Geld zurückzahlt, ist ja nix verloren. Mein Vorschlag war ja schon lange: Freiwillige Verpflichtung auf 5 oder 10 Jahre als Landarzt bringt einen Bonus an deutschen Unis und steigert die Chance auf eine Zulassung. Aber das kommt wohl teurer als 80.000 Euronen.

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swische 12.09.2014, 16:23
77. @lupidus

die Besten werden nicht die besseren Ärzte. Der hohe NC verschleiert lediglich, dass Deutschland es nicht schafft, genug Studienplätze zu bieten. Und Ungarn ist eine unglaublich interessante Herausforderung, weil ziemlich weit weg von Mamis Herd. Zudem hat man die einmalige Chance eine weitere Fremdsprache zu lernen. Alles Faktoren, die einen sicher nicht dümmer machen - sagt ein Arzt, der brav in D studiert hat...

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Michel 03121964 12.09.2014, 16:30
78. Bafög bedeutet auch schulden

Das sollte man nicht vergessen. Ein normaler Student muss ja auch von was leben. Er hat am Ende des Studiums ich ne menge schulden. So gesehen relativieren sich die 80.000 Euro. Ich finde das Angebot ok.
Natürlich geht es auch darum, dass man nach so einem Studium entsprechend Geld verdienen sollte, andere verdienen da schon vorher jahrelang, da ihr Studium kürzer ist.
Wenn der beruf Berufung ist, also einem Spaß macht und man sich mit ihm identifiziert, dann sollten die 5 Jahre Landarzt kein Problem darstellen.
Einen Beruf nur zu ergreifen, weil man hier am leichtesten viel Geld verdienen kann, führt nicht dazu, dass man glücklich ist. Lieber weniger verdienen und einen Beruf ausüben, hinter dem man steht und begeistert seine Arbeit verrichtet. Dann sind wie gesagt, landarztjahre net verlorene Zeit oder ähnlich negativ .

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markoffchaynie 12.09.2014, 17:06
79. Facharzt

Also die Vorstellung, man schickt jemanden ins Ausland um dort Arzt zu werden klingt ja ganz gut.
Aber auch ein "Landarzt" muß hier in D einen Facharzt vorweisen, um sich niederlassen zu können.
D.h. unter 10 Jahre Studium und Facharzt läuft mal gar nichts. Das nenne ich mal Weitblick, wo es gerade in der Medizin absolut Unsicher ist, was so in der nächsten Zeit passiert. Erst führt man z. Bsp das AIP zum Billigtarif ein, d.h. habe mein Geld an der Tankstelle verdient, dann schaffts man wieder ab.
Also Weitblick hier in D kann man nicht erwarten, schon lange nicht für die nächsten 10 Jahre. Also auch völlig ungeeignet, aktuelle Probleme zu lösen.

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