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Medizinpromotionen: Doctor who?
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Doktor ist nicht gleich Doktor: Wie Medizinstudenten an den Titel kommen, unterscheidet sich je nach Land. Dabei steht es mit dem deutsche Doktortitel nicht zum Besten. Eine Übersicht.

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bissig 13.03.2016, 09:51
1. Anekdote eines Kollegen (Dr. Ing)

Wird beim Check-In im Hotel gefragt, ob er auch zum Ärztekongress wolle. Darauf seine Antwort: Nein, ich habe einen richtigen Doktor. Darüber haben wir vor über 20 Jahren schon gelacht.

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Jott 13.03.2016, 10:12
2. Fun Fact:

Die Serie heißt ja im Original auch nicht "Dr. House", das ist eine dt. Erfindung.
Sie heißt... genau: "House M. D."!

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perrycox 13.03.2016, 10:17
3. Nur der Vollständigkeit halber...

...im US-amerikanischen Original, steht auf der Visitenkarte von Dr. House: Gregory House, M.D. ( genauso wie auf seiner Tür) Offensichtlich ist die Übersetzung ins Deutsche (bewusst oder unbewusst) falsch!

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anna cotty 13.03.2016, 10:29
4.

Zitat von bissig
Wird beim Check-In im Hotel gefragt, ob er auch zum Ärztekongress wolle. Darauf seine Antwort: Nein, ich habe einen richtigen Doktor. Darüber haben wir vor über 20 Jahren schon gelacht.
Als Gegenstueck dazu: mein Schwiegersohn hat 2 PhD- Titel, die er aber nur beruflich ( er arbeitet an einer Uni) gebraucht. So wunderte sich sein Postbote, dass ein Brief an Herrn Dr. XXXX adressiert war und er fragte ihn: bist du ein Doktor? Und mein Schwiegersohn antwortete: ja, aber kein richtiger.
Denn bei uns ( in Irland) ist mit einem 'Doktor' meistens ein Arzt gemeint , ein MD. Ein PhD hinter dem Namen ist zwar ein Doktortitel, aber nur ein verschwindend kleiner Teil davon wuerde sich mit 'Herr Doktor X' anreden lassen.

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victoria101 13.03.2016, 10:46
5. Warum...

... Fordert man dann für Mediziner nicht einfach eine Masterarbeit ein? Das würde Kenntnisse in wissenschaftlichem Arbeiten erfordern, ohne die Promotion zu entwerten. Aber der wahre Grund, warum die Unis sich so sperren, ist doch ein anderer: denn die Mehrzahl der Doktorarbeiten wird ja nicht fertig. Doktoranden werden gerne dazu missbraucht, um nicht getestete Labortechniken zu untersuchen, um hanebüchene Thesen zu untersuchen, die sich dann als haltlos erweisen und Ähnliches. Wenn man eine Masterarbeit einführen würde, die wissenschaftlichen Standard entspricht und die alle Studenten benötigen, um ihren Abschluss zu bekommen, dann wäre diese alltägliche Ausbeutung nicht mehr möglich. Ich bin selbst Dr. med. Und habe selbst eine schlechte Doktorarbeit gemacht. Und so weiß ich auch über die Idiotie dieses Systems gut Bescheid. Und ich weiß auch in welchen Situationen man mit den Doktortitel prahlt und in welchem man das lieber nicht tut. Ich bin froh, dass ich meinen Titel habe.

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FrankDr 13.03.2016, 10:48
6. Fazit

Kurzfassung:
- ein Dr. Med. Ist letztlich durch eine größere Hausarbeit - oft unterhalb einer Master-Thesis anzusiedeln - erreichen.
- Gleichheitsgrundsatz ist massiv verletzt.
- wird sich was ändern? Nein
- Warum? Lobby der Herren in weiß
Bitte. Danke.

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bplhkp 13.03.2016, 10:53
7. M.D. vs. Dr. med.

Wirklich nachvollziehbar ist die Argumentation des Artikels für mich nicht.
Den Schmalspurdoktor für Mediziner gibt es hierzulande schon lange, nämlich als Dr. med.. Wenn Universitäten den Drang haben höherwertige Medizinerarbeiten zu differenzieren, können sie auch heute schon den Dr. rer. nat. verleihen.
Was wollen wir mit einem Ph.D.? Mag zwar sein, dass die Arbeiten wissenschaftlich sauberer sind als viele Doktorarbeiten hierzulande, aber eine Promozion ist und bleibt eine Ausbildung. Und während der Ph.D. Student spätestens alle zwei Wochen zum Prof muss um seine Aufgaben für die nächsten Tage abzuholen ist der deutsche Doktorand mehr oder weniger selbstbestimmt unterwegs. Am Ende ist die Doktorarbeit vielleicht etwas "schlechter" aber der ausgebildete Doktor (und darauf kommt es an!) hat mehr drauf.

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pirkal 13.03.2016, 10:56
8. Dr. d.c.

Weil es so schön schmückt, wäre ein Doktor "decoris causa" - Dr. d.c. - Namensgebung in Anlehnung an den Dr. h.c. doch eine elegante Lösung. Man könnte ihn einfach verkaufen. Gute Geschäfte wäre sicher.

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Cardio84 13.03.2016, 11:07
9.

Wenn der deutsche Michel nicht so darauf bedacht wäre seine Wehwehchen unbedingt von einem Dr. med. behandeln zu lassen dann würden die meisten Mediziner auf den Erwerb des Titels verzichten. Die wenigsten Mediziner machen eine Promotion aus Titelgeilheit, sondern weil die zwei Buchstaben später gerade im niedergelassenen Bereich bares Geld bedeuten. Ich befürworte ganz klar die Einführung des internationalen Systems, Dr. med. als Abschluss des Medizinstudiums.

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