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Medizinstudium: Numerus clausus? Es geht auch anders
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Unis sollen ihre Medizinstudenten ab 2020 anders auswählen, damit nicht nur die Abi-Besten eine Chance auf einen Studienplatz haben. Einige Unis machen das bereits. Wie läuft's?

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Paracelsus 28.12.2018, 19:25
70. Intelligenz gefragt

Eine gute Beobachtungsgabe, Fähigkeit Probleme strukturell zu erfassen, Abstraktionsvermögen, ein gutes Gedächtnis, Empathie und Durchhaltevermögen sind bei kurzem Nachdenken die Faktoren, die für einen guten Arzt wichtig sind.
Einiges lässt sich durch den Medizinertest erfassen. Manche Eigenschaften sind nur sehr aufwendig zu testen und können sich ja auch im Laufe des Studiums noch entwickeln.
Man kann wohl kaum auf Grund der Note, wenn sie sich zwischen 1,0 und 1,5 bewegt, entscheiden, welche/r Kandidat/in besser zum Arzt befähigt.
Ich bin für eine Kombination von Abiturnote, Medizinertest + Bonus für eine Tätigkeit im sozialen/medizinischen Bereich.
Menschen, die im pflegerischen Bereich tätig waren sind meines Erachtens nicht von vorne herein für den ärztlichen Beruf geeignet, was im Übrigen auch ihrem Selbstverständnis entspricht.

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susa_pilar 28.12.2018, 23:48
71. Die patentlösung

gibt es wohl nicht... Ebenso wenig wie es DEN Arzt gibt. Natürlich kann Empathie wichtig sein, für den Hausarzt. Wer davon weniger hat wird Chirurg ;) Und dann gibt es ja auch noch die Pharma-Forschung!

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practicus 29.12.2018, 00:31
72. Schon vergessen?

Jahrzehntelang hieß die Devise: Weniger Ärzte verursachen weniger Kosten! Abbau von Studienplätzen, Niederlassungssperren, gesetzliche Altersgrenze...
Der NC nach Abi-Note unabhängig von den Leistungsfächern begünstigte Frauen mit "Laberfächern" als LKs, heute sind 2/3 der Studienanfänger weiblich.
Frauen sind nach dem Studium häufiger nicht ärztlich tätig als Männer, häufiger nicht in Vollzeit beschäftigt, seltener bereit, für die Karriere ausbeuterische Arbeitsbedingungen hinzunehmen.
Vom Studienbeginn bis zum Facharztabschluss vergehen mit Regelstudienzeit und Mindestdauer der Facharztausbildung mindestens 11 Jahre, in der Realität eher 12-15 Jahre.
In 10-15 Jahren übernehmen wahrscheinlich KI-Systeme die Basisversorgung, da ersetzen "VerAH" und "AGNeS" mit dem Tablet den Arzt, mehr Studienplätze wären da eine unsinnige Investition-
Die Personalnot in den Krankenhäusern lässt sich ganz einfach beheben: Schließt die überflüssigen Krankenhäuser!
40% der Krankenhausbetten werden mit "Kurzliegefällen" von 1-3 Tagen Aufenthaltsdauer gefüllt, die mit den Notaufnahmen generiert werden! Diese Betten sind von Menschen bele

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menton 29.12.2018, 07:24
73. Note - Befähigung

Wenn hier immer wieder darauf verwiesen wird, die Abiturnote sage nichts über die Befähigung zum Arztberuf aus, stimmt dies zum großen Teil (nicht vollständig, weil viele Eigenschaften, die zu einer guten Abi-Note führen, auch für das Studium und den Berufsalltag nützlich sein können).

Darum geht es beim NC aber garnicht. Es handelt sich nur um eine Zugangs-Schleuse zum Studium, die erforderlich ist, weil Status, Sicherheit und finanzielle Aussichten den Arztberuf für eine sehr hohe Anzahl von Schulabsolventen so attraktiv erscheinen lassen.

Die Befähigung zum Medizinstudium und zum späteren Arztberuf stellt ja nun gerade keine ungewöhnlich hohen Anforderungen. Jede Naturwissenschaft ist als Hauptfach härter und schwieriger. Weil diese aber nicht so beliebt sind, sind die NC Anforderungen in diesen Fächern - wenn überhaupt - weit geringer als bei Medizin.

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susa_pilar 29.12.2018, 09:45
74. @menton

"alle anderen naturwissenschaftlichen Fächer sind härter"...!? Eigene Erfahrungen oder Hörensagen? Meine persönliche Erfahrung: Spaß ist ein wichtiger Motor - kein Interesse, kein Spaß=Fach / Studieren HART... und vice versa!

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DogHoliday1 29.12.2018, 14:05
75. Ihr Bauchgefühl

Zitat von menton
Wenn hier immer wieder darauf verwiesen wird, die Abiturnote sage nichts über die Befähigung zum Arztberuf aus, stimmt dies zum großen Teil (nicht vollständig, weil viele Eigenschaften, die zu einer guten Abi-Note führen, auch für das Studium und den Berufsalltag nützlich sein können). Darum geht es beim NC aber garnicht. Es handelt sich nur um eine Zugangs-Schleuse zum Studium, die erforderlich ist, weil Status, Sicherheit und finanzielle Aussichten den Arztberuf für eine sehr hohe Anzahl von Schulabsolventen so attraktiv erscheinen lassen. Die Befähigung zum Medizinstudium und zum späteren Arztberuf stellt ja nun gerade keine ungewöhnlich hohen Anforderungen. Jede Naturwissenschaft ist als Hauptfach härter und schwieriger. Weil diese aber nicht so beliebt sind, sind die NC Anforderungen in diesen Fächern - wenn überhaupt - weit geringer als bei Medizin.
in allen Ehren, aber zuteffen tut es nicht.
Es gibt eine Untersuchung des deutschen Hochschulinstituts (also über alle Fakultäten) aus dem Jahr 2014 (2015?), die aufzeigt, daß das Medizinstudium das mit Abstand arbeitsreichste Studium ist was es gibt, nämlich mit 42,5 Std./Wochen gefolgt von den Naturwissenschaften mit 38Std./Wo, dann Jura mit 37 Std. .....und ganz unten am Ende sind die Soziologen mit 24,5 Std. (und die liegen dann noch oft weit über der Regelstudienzeit, gehen dann in die Politik um uns zu sagen, was Arbeit ist). Aufgesplittet ist diese Untersuchung in Pflichtstunden in der Uni und Eigenarbeit (bei beiden in keinem Studiengang soviele Stunden wie in der Medizin).
Nun kann man möglicherweise streiten was schwer bedeutet (oder läßt es besser, da ja kaum einer einen Vergleich ziehen kann), aber Fakt ist auf alle Fälle, daß das Medizinstudium das arbeitsreichste Szudium ist.

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snoxx 29.12.2018, 14:19
76. Da liegen Sie falsch

Zitat von jkleinmann
...sind entscheidend, nicht eine gute Note, sprich (in vielen Fällen) lediglich die Fähigkeit, Wissen zu reproduzieren. Die klassische 24-jährige Einser-Abiturientim, die bis nach dem Studium nichts gesehen und erlebt hat als behütetes Elternhaus und Schulbank bzw. Hörsaal, bringt für Patienten und auch Kollegium sicher nicht bessere Voraussetzungen mit als jemand mit einer 2,3 im Abi, dessen Persönlichkeit mehr Gelegenheiten hatte sich zu entwickeln.
Für einen Arzt der Diagnosen zu stellen hat ist es elementar sich Wissen anzueignen und es reproduzieren zu können. Weiter sind eine ruhige Hand und ein gutes Auge erforderlich. Ihre Eigenschaften sind für einen Arzt vollkommen irrelevant, aber für einen Pfleger wichtig.

Daher wäre es auch dringend angeraten die sozialen Wartebeschleuniger wieder abzuschaffen.

Und ja es ist durchaus OK, das mit 20 klar ist, dass sich in diesem Leben mein Wunsch vom Arzt nicht erfüllen wird.

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flohzirkusdirektor 29.12.2018, 20:09
77. Uh-oh!

Zitat von Paracelsus
[...] Menschen, die im pflegerischen Bereich tätig waren sind meines Erachtens nicht von vorne herein für den ärztlichen Beruf geeignet, was im Übrigen auch ihrem Selbstverständnis entspricht.
Ich bin zwar Ihrer Meinung - mit Ärztinnen aus dem Pflegebereich kommend gab es bei jedem Spital, in dem ich auch war, gerade recht oft Ärger zwischen Schwestern und ehemaligen Schwestern mit Medizinstudium. Aber das hören die Entsprechenden gar nicht gerne!

Zwischen Pflegern und Ärzten ist mir so etwas nie aufgefallen, da gab es eher Dispute über typisch männliche Themata, bei mir ging es meist um meinen uralten Britenroadster oder mit einem Stationspfleger um seine Harley-Davidson ...

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flohzirkusdirektor 29.12.2018, 20:30
78. *Schmunzel*

Zitat von susa_pilar
Die patentlösung gibt es wohl nicht... Ebenso wenig wie es DEN Arzt gibt. Natürlich kann Empathie wichtig sein, für den Hausarzt. Wer davon weniger hat wird Chirurg ;) Und dann gibt es ja auch noch die Pharma-Forschung!
Eigentlich braucht es in operativen Fächern kaum Empathie - sollte man meinen. Aber möchten Sie von jemandem operiert werden, der Sie nicht kennen und er nicht Sie kennt?

Nein, da wäre ich doch bei meinem oblugaten Schwätzchen mit dem Patienten, dass er bei mir nicht "nur" Patient, sondern vor allem erst einmal Mensch ist.

Ohne Grund hatte mir einer meiner Patienten nicht sein alte, goldene, schweizer Uhr vermacht oder ein anderer mir sein Schätzchen, das besagte Coventry Kitten, für einen absoluten Spottpreis (laut dem Versicherungsbeauftragtenden, der kam, um zu bestimmen, was die Wiederbeschaffung dieses Oldtimers wohl kosten würde und meinte, der dreifache Kaufpreis wäre noch immer zu billig, gerade die Patina eines 28 Jahre alten Autos mit gerade mal 17 000 km auf dem Tacho seien sehr begehrt, nicht zu Tode restaurierte Exemplare) verkauft hatte ...

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frenchie3 29.12.2018, 20:34
79. @68 Doch, Sie haben es richtig verstanden

Man muß sich festlegen welches Abi man machen will und entsprechend gibt es gezielte Leistungskurse. Meine Tochter machte beispielsweise S weil sie nicht so genau wußte was sie wollte. Damit blieb ihr alles offen, von der Putzfrau bis zum Präsidenten. Mathe nahm sie als "Specialité" (Hauptfach in Deutschland?) plus Wissenschaften obwohl sie alles das letztlich null braucht. Besonders witzig: wer Deutsch lernt gilt als logisch denkender Mensch der für S gut geeignet ist

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