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Medizinstudium: Numerus clausus? Es geht auch anders
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Unis sollen ihre Medizinstudenten ab 2020 anders auswählen, damit nicht nur die Abi-Besten eine Chance auf einen Studienplatz haben. Einige Unis machen das bereits. Wie läuft's?

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flohzirkusdirektor 29.12.2018, 20:42
80. Ich weiss es nicht!

Zitat von menton
[...] Die Befähigung zum Medizinstudium und zum späteren Arztberuf stellt ja nun gerade keine ungewöhnlich hohen Anforderungen. Jede Naturwissenschaft ist als Hauptfach härter und schwieriger [...]
"Keine ungewöhnlich hohen Anforderungen"?

Sie vergessen anscheinend, dass man in Humanmedizin nicht nur ein einziges Fach studiert, sondern zig verschiedene. Natürlich reicht das dort erlernt nicht zu einem Diplom in diesen Begleitfächern aus, aber das muss es wohl auch nicht, oder? Machen Naturwissenschaftler an vier Tagen ein achtstündiges, schriftliches Examen?
Wohl kaum ...

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HCG 30.12.2018, 07:09
81. Ähhh...

Man sollte nicht vergessen, dass man im Medizinstudium doch ziemlich büffeln muss. Studenten mit schlechter Abi Note tun sich im Medizinstudium schwer und brauchen länger für das Studium. Ist man durch eine Berufsausbildung erstmal aus dem Lernen raus, tut man sich ebenfalls schwer. Grundsätzlich hat das Medizinstudium nicht wirklich etwas mit dem später möglichen Arztberuf zu tun, dass ist auch nicht weiter tragisch, das „Arztsein“ lernt man in der Facharztausbildung. Trotzdem ermöglicht das Medizinstudium Zugang zu hunderten von völlig verschiedenartigen Berufen. Was ich durch das Studium und meinen späteren Lebensweg erreichen konnte hätte ich mir niemals erträumen können.

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flohzirkusdirektor 30.12.2018, 17:38
82.

Zitat von frenchie3
Man muß sich festlegen welches Abi man machen will und entsprechend gibt es gezielte Leistungskurse. Meine Tochter machte beispielsweise S weil sie nicht so genau wußte was sie wollte. Damit blieb ihr alles offen, von der Putzfrau bis zum Präsidenten. Mathe nahm sie als "Specialité" (Hauptfach in Deutschland?) plus Wissenschaften obwohl sie alles das letztlich null braucht. Besonders witzig: wer Deutsch lernt gilt als logisch denkender Mensch der für S gut geeignet ist
Dankeschön!

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singularitaet 30.12.2018, 19:46
83. Bildung geht über Ausbildung hinaus.

Zitat von jo126
Am Ende geht es immer um die Qualifikation für einen Beruf, nicht um sowas Abstraktes wie "Bildung" - was immer jeder darunter verstehen mag. Und BWL, wie sicher auch alle anderen für einen Beruf qualifizierenden Berufe, setzten nun mal bestimmte Formalqualifikationen voraus. Man muss in der BWL sicher nicht Schillers Glocke rezitieren oder Dalis Bilder interpretieren können (sowas halten ja manche für Bildung), auch nicht in der IT. Als Germanist vielleicht. Der wird aber kaum ein Unternehmen fachlich führen können. Ich verstehe nun wirklich nicht, wie Sie daraus ein Problem ableiten wollen.
Bildung bedeutet u.a., nicht immer alles unter dem Verwertungsaspekt zu sehen.
Erfahrungsgemäß neigen aber BWLer, ITler und auch Ingenieure oft dazu, alles was sich nicht direkt messen und operationalisieren lässt, als unerheblich zu bewerten. Daher wird von diesen Berufsgruppen auch gerne "Bildung" in Anführungszeichen gesetzt (s.o.).
Meiner Meinung nach haben meist die Menschen die besten Ideen, die über ihren fachlichen Horizont hinauszublicken vermögen. BWLer und ITler können i.d.R. Materielles verwalten und evtl. sogar vermehren, aber echte Innovationen zu schaffen, könnte und sollte man von diesen besser nicht erwarten. Weshalb diese dann dennoch so realitiv hohe Gehälter beziehen, entzieht sich daher meinem Verständnis. Die relativ hohen Verdienste von Medizinern sind dagegen sehr gut nachvollziehbar.

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