Forum: Leben und Lernen
Mein erstes Mal: Martin, 20, geht im Unterhemd zum Abiball

Wenn 100.000 Menschen es auf Facebook verlangen, wettete Martin, dann komme ich zum Abiball in schlabbriger Jogginghose und Unterhemd. 125.000 wollten es. Also feierte der Radolfzeller Schüler total underdressed zwischen Anzugträgern und Ballprinzessinnen - und war der Star des Abends.

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stilkowski 30.07.2010, 14:40
30. Unterschiedlicher Stil

Zitat von Schinkenfisch
Und was Jugendliche und Stilfragen angeht: das kann ja wohl nur ein Scherz sein. Ed Hardy Shirt mit rosanem, hochstehendem Plastikcappy und Bushido aus dem Handy-Außenlautsprecher plärrend... so siehts aus. Ich fand ja schon die Jungs-in-Buffalos-Periode vor ein paar Jahren gruselig, aber unsere Kids übertreffen sich halt ständig aufs Neue.
Nein, kein Scherz. Sicherlich gibt es Jugendliche die in so einem Outfit aus dem Haus gehen. Aber das sind noch längst nicht alle und diese gehören einer ganz bestimmten Jugendkulturgruppe an, welche sich auf bestimmte Städte/Schichten begrenzen.

An meinem Gymnasium lief und läuft so niemand herum.
Da greif man doch lieber zum Cardigan, Weste, Polo-Shirt u. ä.

Ich kann hier natürlich nur für meinen Freundeskreis sprechen, aber Ed Hardy würde keiner von uns anziehen.

Und am Ende sind Geschmäcker nun einmal unterschiedlich.
Also wer in Birkenstock, Hanfpullis laufen möchte oder in Ed Hardy, bitteschön. Aber es gibt auch viele Jugendliche die Stilbewusstsein haben.

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stilkowski 30.07.2010, 14:51
31. Bitte mehr Stil

Zitat von team_frusciante
Hurra, die Jugend ist oberflächlich! Was zählt, ist was man von außen. Bitte, bitte, bitte, Herr Stilkowski, das war doch bitte, bitte ironisch gemeint?
Nein, dies war nicht ironisch gemeint! Deshalb die Wörtchen unter anderem.
Und sicherlich erzähle ich Ihnen nichts neues wenn ich die allseits bekannte Weisheit "Kleider machen Leute" zitiere. Glauben Sie das irgendein seriöses Unternehmen mir einen Arbeitsplatz anbietet wenn ich wie ein "Lump" zum Vorstellungsgespräch komme. Sicherlich nicht.

Natürlich ist Kleidung längst nicht alles, aber doch sehr viel. Ich kann nur empfehlen ins europäische Nachbarland Polen zu schauen. Da achtet nicht nur die Jugend auf die Kleidung.
Ich weiß nicht, warum meinen viele Deutsche wenn man auf Kleidung achtet sei man oberflächlich und läuft deshalb in Feinripp-Unterhemden rum?

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team_frusciante 30.07.2010, 15:50
32. ...

Zitat von stilkowski
Nein, dies war nicht ironisch gemeint! Deshalb die Wörtchen unter anderem. Und sicherlich erzähle ich Ihnen nichts neues wenn ich die allseits bekannte Weisheit "Kleider machen Leute" zitiere. Glauben Sie das irgendein seriöses Unternehmen mir einen Arbeitsplatz anbietet wenn ich wie ein "Lump" zum ......
Vermutlich, weil eben nicht jeder ein Interesse an Kleidung hat, obwohl jeder Kleidung trägt. Wenn ich den aktuellen Blockbuster im Kino schaue, beweise ich nicht gerade tiefschürfendes Interesse an Film. Trotzdem wird mir die Gesellschaft das nicht vorhalten, es ist eben mein "Geschmack".

Bei Kleidung wird allerdings so getan, als würde das sagenhaft viel über die Persönlichkeit aussagen ("Kleider machen Leute").

Und nur bei Kleidung gibt es gibt es diese klaren Regeln was "geht" und was "gar nicht geht". Wenn ich Kleidung trage die ich richtig gut finde, die ich mir lange und gründlich ausgesucht habe und die vielleicht sogar einiges gekostet hat, kann das immer noch nach dem gemeingültigen Kodex "nicht gehen". So geht man doch nicht zu einem Vorstellungsgespräch!

"Auf Kleidung achten" bedeutet also: Das tragen, was man gerade laut gesellschaftlicher Konvention tragen darf. Da sind mir Individuen, die tragen, was ihnen gefällt, lieber. Die tun doch auch niemandem weh, oder? Und da stört es mich, um zum Thema zurückzukommen, wenn Leute einen einmaligen Ausbruch aus der Konvention halbherzig und nur mit Genehmigung aller Beteiligten, abgesichert durch eine Wette (Ehrenschulden!) und als Event verpackt wagen.

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team_frusciante 30.07.2010, 16:08
33. ...

Zitat von stilkowski
Glauben Sie das irgendein seriöses Unternehmen mir einen Arbeitsplatz anbietet wenn ich wie ein "Lump" zum Vorstellungsgespräch komme. Sicherlich nicht.
Noch ein Nachtrag zu diesem Abschnitt Ihres Beitrags. Unter "Lump" würde ich alte, zerrissene, schmutzige Klamotten verstehen. Das sagt natürlich schon etwas über den Träger aus (allerdings noch nicht einmal etwas über seine Qualifikation...). Mich stört nicht, dass ich nicht in solcher Kleidung zu einem Vorstellungsgespräch gehen kann. Sondern dass für mich schlicht nichts anderes als ein Anzug in Frage kommt. Nichts! Vielleicht stehen mir Anzüge nicht? Fühle mich unwohl darin? Vielleicht bin ich verrückt nach bunten Farben? Ein Hemd in gelb mit roten Punkten. Mein Lieblingshemd! Passt zu meiner grünen Hose. Würden Sie mich einstellen? Nein? Warum nicht? Weil ich Farben mag?

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stilkowski 30.07.2010, 16:28
34. Pro Kleidungsbewusstsein

Zitat von team_frusciante
Vermutlich, weil eben nicht jeder ein Interesse an Kleidung hat, obwohl jeder Kleidung trägt.........., wenn Leute einen einmaligen Ausbruch aus der Konvention halbherzig und nur mit Genehmigung aller Beteiligten, abgesichert durch eine Wette (Ehrenschulden!) und als Event verpackt wagen.
Ihre letzte Aussage kann ich nachvollziehen und würde ihr sogar bedingt zustimmen. Etwas sehr gewagtes war dies jetzt nicht vom dem Abiturienten.

Aber als Mensch, welcher auf sein Äußeres achtet, kann ich dem Rest so nicht zustimmen.

Selbstverständlich gibt es gewisse Rahmenbedingungen in denen man sich bei vielen Veranstaltungen u. ä. bewegt. Deshalb bin ich noch lange kein Mainstream wenn ich mich innerhalb dieser bewege. Zum Beispiel trage ich gerne Sakkos mit farblich abgestimmten Einstecktuch zum Hemd / Shirt. Mir gefällt es und in meiner Altersgruppe bin ich damit zu Zeit individuell, obwohl modisch angesagt.

Meine Kleidung suche ich mir nach meinem Geschmack aus und wenn mir etwas, obwohl Trend, nicht gefällt, wird diese Mode auch nicht mitgemacht.

Und Kleidung sagt schon einiges über eine Person aus, wahrscheinlich nicht sagenhaft viel, wie von Ihnen beschrieben, aber doch nicht wenig. Leider wird dieses doch von vielen unterschätzt.

Selbstverständlich kann jeder anziehen was er will, aber seinen wir doch mal ehrlich: gut angezogene Menschen betrachtet man doch lieber als jmd. in Jogginghose und Schlappershirt.

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kragenweiter 30.07.2010, 16:33
35. Will ich auch!

Ich sitze hier in Unterhose vor dem PC...wenn sich noch 100 User in diesem Forum äußern, dann ziehe ich mir was ordentliches an!

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stilkowski 30.07.2010, 16:41
36. An der Frabe scheitert es schon nicht

Zitat von team_frusciante
Noch ein Nachtrag zu diesem Abschnitt Ihres Beitrags. Unter "Lump" würde ich alte, zerrissene, schmutzige Klamotten verstehen. Das sagt natürlich schon etwas über den Träger aus (allerdings noch nicht einmal etwas über seine Qualifikation...). Mich stört nicht, dass ich nicht .....
Schade diesen Nachtrag habe ich gerade nicht gelesen. Ihre Aussage ist wirklich interessant! Die kann ich quasi nicht unkommentiert lassen ;)
Ihre Farbauswahl lässt auf sehr viel Kreativität schließen. Da wären Sie in einem Design-Orientiertem Beruf eventuell besser aufgehoben.

Andererseits können Sie doch Ihre Farbwahl treffen. Es wird Ihnen nicht vorgeschrieben ein weißes Hemd mit roter Krawatte zu tragen. Ziehen Sie ruhig ihr gepunktetes Hemd an. Wenn das Gesamtoutfit stimmt, würde ich Sie wenn die Qualifikation stimmen einstellen.

Wie würden Sie es denn finden wenn ihr z.B. Banker in Technoraver-Kleidung Sie beim Beratungsgespräch empfängt?

Aber seinen wird doch mal ehrlich. Wenn Sie denn Job wirklich wollen, gehen Sie auch Kompromisse ein. Wenn Sie nicht bereit sind sich an gewisse Bedingungen zu halten, dann werden Sie wahrscheinlich im Job auch nicht glücklich. Diese ganzen Vorschriften, morgens kommen, arbeiten, Mittagspause nur ein einhalb Stunden usw.

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team_frusciante 30.07.2010, 17:10
37. ...

Zitat von stilkowski
Andererseits können Sie doch Ihre Farbwahl treffen. Es wird Ihnen nicht vorgeschrieben ein weißes Hemd mit roter Krawatte zu tragen. Ziehen Sie ruhig ihr gepunktetes Hemd an. Wenn das Gesamtoutfit stimmt, würde ich Sie wenn die Qualifikation stimmen einstellen.
Zugegeben, ich bersitze das beschriebene Outfit nicht :)

Zitat von stilkowski
Wie würden Sie es denn finden wenn ihr z.B. Banker in Technoraver-Kleidung Sie beim Beratungsgespräch empfängt?
Ungewöhnlich, klar. Ist halt eine Frage der Konventionen. Wir dürfen uns aber nichts vormachen: Unsere Banker haben Freizeitoutfits, die sie uns in neuem Licht erscheinen lassen würden. Insofern könnten sie die doch genauso gut in der Arbeit tragen. Bei der Arbeit andere Klamotten zu tragen als privat macht ja keine besseren Banker aus ihnen. Es beweist nur, dass sie die gesellschaftlichen Konventionen verstanden haben. Würde man die einreißen, würde der Banker auch in besagtem Technooutfit beraten. Und die Beratung wäre nicht besser und nicht schlechter (man hätte möglicherweise einen unverkrampfteren Einstieg ins Gespräch).

Zitat von stilkowski
Aber seinen wird doch mal ehrlich. Wenn Sie denn Job wirklich wollen, gehen Sie auch Kompromisse ein. Wenn Sie nicht bereit sind sich an gewisse Bedingungen zu halten, dann werden Sie wahrscheinlich im Job auch nicht glücklich. Diese ganzen Vorschriften, morgens kommen, arbeiten, Mittagspause nur ein einhalb Stunden usw.
Da haben Sie jetzt wieder recht. Ich muss mich natürlich verbiegen für den Job, für fast jeden Job, es sei denn ich bin Künstler, dann darf ich sogar wieder alles tragen. Meinen Individualismus kann ich in den meisten Jobs nicht ausleben. In manchen ist es der Anzug, in anderen sogar eine gestellte Uniform. Wie im vorherigen Absatz: Ich könnte dafür kämpfen, dass Konventionen lockerer werden. Tu ich aber nicht, denn Kleidung ist mir nicht wichtig genug.

Aber wir schweifen ab! Unsere Diskussion begann ja mit dem schlechten Stil der Deutschen im Allgemeinen. Nicht im Job. Und da bleibe ich dabei: Ich trage im Sommer beispielsweise viel zu gerne kurze Hosen und T-Shirts. Hemd und lange Hose, um ein stilsicheres Deutschland zu repräsentieren käme mir (erst recht bei 30 Grad) nicht in den Sinn.

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stilkowski 30.07.2010, 17:48
38. Jeder entscheidet selbst

Zitat von team_frusciante
Aber wir schweifen ab! Unsere Diskussion begann ja mit dem schlechten Stil der Deutschen im Allgemeinen. Nicht im Job. Und da bleibe ich dabei: Ich trage im Sommer beispielsweise viel zu gerne kurze Hosen und T-Shirts. Hemd und lange Hose, um ein stilsicheres Deutschland zu repräsentieren käme mir (erst recht bei 30 Grad) nicht in den Sinn.
Dazu muss ich sagen, wenn ich im Garten sitze, ziehe ich auch nicht mein schickestes Hemd an. Da kann er ruhig was kurzes sein.

Aber wenn man zum Beispiel in ein Cafe, Restaurant o. ä. geht darf man meiner Meinung nach ruhig etwas Stil an den Tag legen. Es muss ja nicht bis oben hin zugeknöpft sein. Es gibt ja viele sommerliche, schöne Kleidungsstücke. Etwas überspitzt formuliert: Anstatt der Sandalen mit weißen Socken, schicke Sneaker aus Leder, anstatt der Schlapperhose zum Beispiel eine leichte Sommerhose und passen dazu ein schickes Shirt.

Wie gesagt ist eine Einstellungssache. Entscheidet natürlich jeder selbst und das respektiere ich auch. Schöner wäre es allerdings wenn mehr Menschen etwas darauf achten würden.

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Humboldt 04.08.2010, 16:28
39. Stilbewusst = Markengeil ??

Zitat von stilkowski
Deshalb erkennt man auch nicht nur jeden älteren Deutschen auf 100m im Urlaub, sondern auch in Einkaufpassagen, auf Veranstaltungen o. ä. "Gammelige" Jeans, Turnschuh, weiße Socken und ein T-Shirt. Die heutige Jugend ist modebewusst und legt Wert auf angemessene Kleidung. Eine Jeans und T-Shirt anziehen, dafür braucht man keine ausgeprägtes Gefühl für Stil. Zum Glück ist unter anderem das Äußere der Jugend wichtig. Da könnte sich mancher Ältere was von abschauen!
Meinen Sie mit stilbewusst = Markengeil? Es ist nämlich ein Unterschied, ob man sich gepflegt und stilbewusst kleidet oder nur - in Vietnam durch Ausbeutung genähte - überteuerte Trend-Markenklamotten haben will!

Das ist nämlich eher eine zweifelhafte Eigenschaft. Und hat mit modisch so ziemlich überhaupt nichts zu tun.

Allerdings gebe ich Ihnen recht, das insbesondere der deutsche Mann ein ziemlicher Totalausfall in Sachen Mode ist, und zwar in allen Altersgruppen!

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