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Meine Jugend in Sachsen: "Zwei Klassenkameraden reckten den Arm zum Hitlergruß"
AP/dpa

Alle Jugendclubs sind in Nazi-Hand, die Brüder der Freundinnen sind Faschos, die Polizei kommt gern zu spät: Elisa Gutsche, 30, ist nur wenige Kilometer von Heidenau entfernt aufgewachsen - und erlebte als Jugendliche ständig rechte Gewalt.

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siebke 26.08.2015, 18:52
1. Danke!

Für mich, die im "Westen geboren und auch lebt" ist dieser Artikel unfassbar. Aber er erklärt EINIGES.....da dort ein tiefer brauner Sumpf lebt und nicht ausgetrocknet wird. Es wurde von oberster Stelle weggeschaut, nur so kann sich diese "DENKEN" entwickeln. Der Satz von Frau Gutsche sagt viel:Die Abschottung gegen alles Neue und Andere.......der fehlende Wille eine..(eigende) Zukunft zu gestallten. Sagt,für mich, Alles, danke für Ihre klare Ausage!!

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galder_wetterwachs 26.08.2015, 19:47
2. Das in der ehemaligen DDR?

Ich dachte immer, so etwas gäbe es da nicht. ( Wenn man der Sendung "Der schwarze Kanal" glauben kann ;), gabs sowas nur im Westen.)

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Das Pferd 26.08.2015, 19:48
3.

puh

Ich hab ja schon mein Problem mit dem Osten. Bin 20 Jahre älter als die Autorin, auch in meinen Jugenderinnerungen kommen Rechte vor, die zuweilen den Ton in den Kneipen angaben.

Aber sächsische Schweiz, so ein wunderschönes Flecken Erde, ist wohl noch erheblich brauner. Irgendwie sind die Sachsen (manche jedenfalls) immer 150%ig.

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blödföhn 26.08.2015, 19:52
4. Genauso ist es

die hab ich ja alles nicht gewusst Mentalität wirkt auch hier noch ...
Man muss es ja schon als Erfolg werten wenn rechts motivierte Straftaten neuerdings auch als solche gezählt werden.

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mistermike85 26.08.2015, 19:54
5. Moment

so fertig gelacht. also ich bin im Westen aufgewachsen und bei mir in der Schule gab's auch ab und zu mal den rechten Arm zu sehen. Skandal.

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visca.barca 26.08.2015, 19:58
6. Nicht der Wahrheit entsprechend

Dieser Artikel entwirft eine Horror-Szenerie, wie ich sie nie auch nur ansatzweise erlebt habe. Als Sachse, 18 Jahre alt, der aus der gleichen Region kommt, frage Ich mich, wie man soviel Schreckensgeschichten auf einmal zusammentragen konnte. Er verschlimmert nur weiter das Bild von Sachsen und trägt sicherlich nicht zur Problemlösung bei. Man muss auf die verängstigten Menschen hier zugehen und sie nicht sofort in die Nazi Ecke schieben.

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joG 26.08.2015, 19:59
7. Natürlich muss man tolerant sein...

....und ich setze mich seit dreißig Jahren dafür ein eine sinnvolle Einwanderungspolitik mit weit mehr Zuwanderer zuzulassen. Aber die Parteien haben fast alle nichts gemacht oder sogar Politik unterstützt und Dinge gesagt, die die Bevölkerung glauben machten, dass Deutschland kein einwanderungsland wäre; Ausländer nicht wollte. Man hat EU Verträge wie Schengen, die die jetzige Situation verschlimmern....
Was wundert nun, dass die Schicht mit der die Zuwanderer um Jobs konkurrieren werden Angst haben und Hass empfinden. Wer sich da wundert hat Politik nicht verstanden.

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f_bauer 26.08.2015, 20:00
8. Ignorieren = Fördern

Im Endeffekt ernten wir also jetzt das, was Eltern, Lehrer, Polizei und Politik über Jahre hinweg gesät haben, indem sie den rechten Mist ignoriert haben. Nach und nach wurden die Rechten immer "normaler" und gesellschaftsfähiger. Wenn einer wie Sarrazin mit seinen erlogenen Statistiken auf die Nummer Eins der Bestsellerlisten kommen kann, oder wenn ein Sigmar Gabriel meint, auf die Pegida-Mitglieder "zugehen" zu müssen, dann sind das auch Zeichen, dass die Rechten in der Normalität angekommen sind. Vor 25 Jahren, als z.B. auch die Republikaner mal eine Chance auf Wahlerfolge hatten, wurde sowas noch im Keim erstickt. Da gab es überhaupt keine große Diskussion, kein "Verständnis" für die Wähler und kein naives "Draufzugehen". Man hat das ganz einfach trocken gelegt, indem man sagte "So geht das nicht!" und dann sind die Parteien auch immer wieder schnell verschwunden. Aber heutzutage wird da gehadert und gezögert und ggf. auch mal am rechten Rand nach Wählern gefischt. Und so überleben dann die Pegidas, die Sarrazins, die AfDs und was so alles auf diesem fruchtbaren Nährboden wächst: Die NSU und die Leute, die Brandanschläge auf Flüchtlingsheime verüben.

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don_m 26.08.2015, 20:02
9. Rassisticher Alltag

Rechtsfreie Räume (Nationalbefreite Zonen) sind seit Jahren, wenn nicht zwei Jahrzehnten Fakt. In bestimmten Gegenden der neuen (und auch alten Bundesländer) kann ein Ausländer nicht ohne Angst vor Nazis einen Bus besteigen. Vielleicht sollte sich die CDU, die den Rechtsstaat ja so hoch hält mal darum bemühen (?)

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