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Meine Jugend in Sachsen: "Zwei Klassenkameraden reckten den Arm zum Hitlergruß"
AP/dpa

Alle Jugendclubs sind in Nazi-Hand, die Brüder der Freundinnen sind Faschos, die Polizei kommt gern zu spät: Elisa Gutsche, 30, ist nur wenige Kilometer von Heidenau entfernt aufgewachsen - und erlebte als Jugendliche ständig rechte Gewalt.

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ivanogor 26.08.2015, 22:45
150.

ich bin in der Nähe von Obernhau und Marienberg aufgewachsen und habe in beiden Orten jeweils das Gymnasium besucht. In beiden keine Nazis erlebt. Sachsen ist nicht nur Heidenau! Korrekt hätte es "Meine Jugend in der sächsischen Schweiz" heißen müssen.

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stormking 26.08.2015, 22:46
151.

Zitat von Jonn
Bitte geben Sie sich nicht der Illusion hin, Nazis gibt es nur im Osten und streit- und kampfbereite Menschen sind Ostdeutsche und rund um Pirna beheimatet. Bitte erinnern Sie sich daran, dass die Bundesrepublik nach Kriegsende renommierten Nazis die Möglichkeit gegeben hat, ihre Karrieren unbehelligt fortzusetzen.
Ja, und diese Menschen sind mittlerweile seit Jahrzehnten tot oder im Altersheim und zünden ganz bestimmt keine Flüchtlingsunterkünfte mehr an.

Und daß es Nazis nur im Osten gäbe, hat auch keiner behauptet, aber schönes Strohmannargument ...

Ein Jugendlicher, der keinen Ausbildungsplatz in der Nähe von Mutti findet, hat ein Dutzend andere, legitime Möglichkeiten. Inwiefern Neonazi zu werden eine davon ist und wie ihm das weiterhilft, müssen Sie mir aber erklären.

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matsch-patsch 26.08.2015, 22:49
152. Parallelwelt

Ich bin nur wenige Jahre älter als die Autorin und auch in Pirna auf das Gymnasium und auf Parties gegangen. Die von der Autorin geschilderten Zustände habe ich nie erlebt und halte sie für mindestens für sehr übertrieben. Mittlerweile lebe auch ich nicht mehr dort, kehre aber oft und gern in die Heimat zurück. Die Menschen hier wollen ihre Werte und Traditionen schützen und haben berechtigte Sorge, dass die derzeit mit heißer Nadel gestrickten Grossunterkünfte eine Parallelwelt entstehen lassen, in der die vertrauten und geschätzten Werte nicht mehr existieren. Wie dies leider in Westdeutschland schon seid geraumer Zeit der Fall ist. Die Politik hat diese Sorge bisher nicht beruhigen können. Immer nur von Rechtsextremismus zu sprechen und dies damit abzutun, wird nicht ewig funktionieren.

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Kontoinhaber 26.08.2015, 22:49
153. So betroffen ...

Gott macht dieser Artikel betroffen. Wie soll das bloß enden?

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wuehli 26.08.2015, 22:55
154. Aufgewachsen

20 km von Dresden entfernt, 68ger Baujahr, aufgewachsen laendlich, mit der furr mich schoensten Kindheit und Jugendzeit, seit 10 Jahren in Hessen wohnend. Ich habe NICHTS aus diesem Artikel erlebt.

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paul260815 26.08.2015, 22:55
155. der bericht aus dem artikel könnte aus vielen gemeiden im osten stammen

an alle zweifler, die wenige kilometer entfernt wohnen und es selbst so nie wahrgenommen haben. ich komme zwar aus einer anderen sächsischen region, aber auch hier war es in den 90ern durchaus üblich das abseits von größen städten (und in manchen stadtteilen auch dort) fachos, nazis und deren mitläufer sehr deutlich die straße, jugendclubs und discotheken regiert haben. jeder der nicht in deren weltbild gepaßt hat, konnte mindestens spießrutenlaufen oder schlimmeres. die polizei war meist keine große hilfe. ende der 90er normalisierte sich das bild, da einige irre fehler erkannten oder älter geworden sind und sich andere schwerpunkt im leben ergaben. auch das typische erscheinungsbild (bomberjacke etc.) ist fast vollständig verschwunden. früher war es einfach, da hat man faschos, nazis etc. auf 100m erkannt. heutzutage ist das äußere erscheinungsbild meist relativ normal. maximal diverse marken, wie thor steinar lassen vermuten das die politische meinung "deutlich national" orientiert ist. von daher scheint mir der artikel sehr realitisch.

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Der, der weiss was läuft 26.08.2015, 22:56
156. Aber die Autorin....

Zitat von spiritof81
Eine pauschale Verurteilung und Falschdarstellung, wie von der Autorin abgeliefert, ist jedoch unglaubwürdig und damit kontraproduktiv.
... hat nichts und niemanden "pauschal" verurteilt, sie hat aus ihrem eigenen Leben berichtet. Was daran jetzt schlecht sein soll, entzieht sich meiner Kenntnis. Und können Sie belegen, dass das eine Falschdarstellung ist? Wenn ja, wäre die Story von Elisa eine Lüge.
Das gilt auch für alle Foristen, die sich "getroffen" fühlen. Jeder hat seine eigene Geschichte - und SEINE Meinung dazu. Jeder.

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pagescan 26.08.2015, 22:59
157. Es stimmt!

Der Beitrag trifft (leider) den Nagel auf den Kopf. Als ehemaliger Ossi kann ich die Inhalte 1:1 bestätigen. Die rechte Grundhaltung in bestimmten Gegenden Sachsens war in den 80iger und 90iger genau so und ist über die Jahre immer schlimmer geworden. Das es derartig krasse "No go Areas Sachsen" für Einheimische und den Rest der Welt gibt, ist einfach unfassbar. Noch schlimmer ist, dass es wirklich Alltag ist. Übel gruselig!

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danmage 26.08.2015, 23:00
158.

Zitat von mistermike85
so fertig gelacht. also ich bin im Westen aufgewachsen und bei mir in der Schule gab's auch ab und zu mal den rechten Arm zu sehen. Skandal.
Lesen scheint nicht ihre Stärke zu sein. Im Text steht weit mehr als nur der rechte Arm.

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k70-ingo 26.08.2015, 23:00
159.

Zitat von M.Sattel
als im Artikel beschrieben. 85% Stimmenanteil für die Parteien, die auch im Bundestag vertreten sind, scheinen mir aussagekräftiger zu sein als Einzelerfahrungen, die noch nicht einmal überprüfbar sind!
15% für Faschos und Nazis ist also eine Marginalie? Bei uns im tiefen Westen liegt diese Quote bei unter 1%.

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