Forum: Leben und Lernen
Meine Jugend in Sachsen: "Zwei Klassenkameraden reckten den Arm zum Hitlergruß"
AP/dpa

Alle Jugendclubs sind in Nazi-Hand, die Brüder der Freundinnen sind Faschos, die Polizei kommt gern zu spät: Elisa Gutsche, 30, ist nur wenige Kilometer von Heidenau entfernt aufgewachsen - und erlebte als Jugendliche ständig rechte Gewalt.

Seite 2 von 36
herzblutdemokrat 26.08.2015, 20:03
10. Heidenau

Schämt sich die Autorin denn nicht? Ein ungerechtfertigter Hetzartikel gegen die Ostdeutschen. Mehr ist dieses Pamphlet nicht. Neonazistische Tendenzen gibt es in der gesamten Republik. Leider ist dies so. Ich wünschte es wäre anders. Ist man jetzt gebranntmarkt, nur weil man im Osten lebt? Die Mehrzahl der Menschen im Osten sind stinknormale Bürger die Arbeiten und Steuern zahlen. Das zählt anscheinend nicht. Das Braune Gelumpe bekämpft man nur wenn man gemeinsam agiert und nicht mit dem ausgestreckten Finger gen Osten zeigt.

Beitrag melden
amoPostDD 26.08.2015, 20:04
11. traurige Wahrheit

Ich bin in Dresden als "Deutscher mit Migrationshintergrund" aufgewachsen. Nach der Wende war es ein absoluter Spiessrutenlauf für mich denn alle wollten mich nach hause schicken (ich bin mit 2 Monaten nach Dresden gekommen) obwohl mein Vater aus Dresden stammte. Deutscher mit Migrationshintergrund war ein Label was mir ständig anhaftete egal wo man war. Erst an der TU (Dresden) hat sich die Sache für mich normalisiert. Meine Freunde in Dresden konnten und können mich immer noch nicht richtig verstehen aber sie hat es ja auch nie betroffen. Der Ausländerhass bzw. die Vorurteile sind in der Region sehr ausgeprägt und mittlerweile bin ich so froh nicht mehr in Deutschland zu leben und hoffe das ich es auch nicht mehr muss. Ich lebe sehr gut im Ausland und habe viele Freunde aus verschiedenen Ländern und mit verschiedenen Nationalitäten. In Dresden hat man nur noch die "Insel" Neustadt in der man einigermassen weltoffen ist.

Beitrag melden
Karbonator 26.08.2015, 20:04
12.

Zitat von
Ich rief die Polizei, die erst nach mehreren Anrufen reagierte und dann jemanden vorbeischickte. Natürlich waren die Faschos dann schon weg. Und statt sich mit ihnen auseinanderzusetzen, fingen die Polizisten an, unsere Fahrräder zu kontrollieren. Sächsische Zustände.
Das ist das Entscheidende - wenn sogar die Exekutive nichts tut, verfestigen sich die Strukturen immer weiter.
Andererseits ist es auch nicht verwunderlich, daß die Polizei nichts tut - kommen die Polizisten ja ebenfalls aus derselben Gegend, in der diese Gesinnung offenbar hoffähiger ist als anderswo.

Nur mal zum Vergleich: In meiner gymnasialen Schulklasse (Ba-Wü) wurde im Musikunterricht vor 20-25 Jahren beim Singen der Nationalhymne auch der Arm gehoben - weil die Kinder dachten, daß sei lustig. Bei einer geheimen Test-Wahl zur Bundestagswahl 1994 gab es 2 Stimmen für die Republikaner - vermutlich auch, weil das lustig sein sollte.
Der Unterschied aber ist: Diese beiden Witzbolde hatten nicht den Mumm zu sagen, daß sie es waren. Und im Musikunterricht wurden die Schüler vom Lehrer gut zusammengestaucht.
Die Gesinnung war nicht mehrheitsfähig und wurde auch nicht stillschweigend toleriert. Daß die meisten Menschen latenterweise das Fremde nicht mögen, ist ein Allgemeinplatz... aber zum Glück leben das zumindest hier im Westen nicht so viele aus (von Ausnahmen mal abgesehen).

Beitrag melden
wahldresdner 26.08.2015, 20:07
13. Leider nur zutreffend

Ich bin zwar nicht dort aufgewachsen, habe aber genug Geschichten dieser Art von jüngeren Leuten gehört. In Dresden geht das noch, aber in manchen Dörfern und Kleinstädten rund um Dresden war (und ist?) sowas gang und gäbe. Und die sächsische Polizei ist auf ihrem rechten Auge absolut blind, ebenso wie die notorisch unfähige Strafjustiz, die sich in der Regel auf ein "Dududu!" beschränkt. Von unserer Staatsregierung ganz zu schweigen, egal ob Biedenkopf ("Die Sachsen sind gegen Rechtsextremismus immun" war ja sein bester Witz), Millbradt oder der Wendehals Tillich, gegen den ja Merkel ein Wunder an Entschlussfreudigkeit ist. Alle schauen weg und wollen diesen Sumpf nicht sehen und bei mancher Justizentscheidung kommt einem der Verdacht, dass das eher noch gefördert wird.

Beitrag melden
franko_potente 26.08.2015, 20:08
14.

Komisch, bin auch in Sachsen geboren und aufgewachsen und kann nichts dergleichen berichten. Klingt eher nach "ich stehe auf der richten Seite" Artikel.
Einlassung Nummer eins dazu bestätigt ein weiteres Vorurteil. :). Naja, so ist das eben.
Ohne relativieren zu wollen, fahren Sie in die hessische Provinz, in die erstbeste Kneipe... Nach 2 Schoppen...die gleichen Gespräche und Meinungen.

Beitrag melden
two-d 26.08.2015, 20:09
15. Nicht nur im Osten

auch im Westen auf dem Land sind diese Gegebenheiten vorhanden. Das sieht man jetzt allerdings nicht gerne und verdrängt es lieber

Beitrag melden
verbal_akrobat 26.08.2015, 20:11
16. Wirtschaftlicher Erfolg findet in deutschland unter anderem Dort statt, wo...

...multikulturelle Gesellschaftsformen sich einigermassen zufriedenstellend entwickelt hat.
z.B. Rhein Main Neckar Raum, München, Ruhrgebiet etc.
Es geht nicht ohne Ausländer und es ist auch langweiliger ohne Ausländer.
Eyh Leute probierts mal, die meisten sind total nett.
Grezze

Beitrag melden
Spiegelleserin57 26.08.2015, 20:12
17. interessant dass dies Jungendlich tun...

die das dritte Reich gar nicht erlebt haben. Warum tun sie das ...weil es einfach in ist oder aus Langweile mal wieder Krawall machen?
Sie wissen wahrscheinlich gar nicht was sie tun und machen einfach im Herdendrang mit.
Man sollte ihnen mal Grenzen zeigen damit sie den wahren Ernst des Lebens verstehen und sie über unsere Geschichte aufklären.
Erst wenn sie die Folgen auf sich beziehen: wie würde es mir in deisen Zuständen ergehen ..mit Knast und Verfolgung ...dann wäre sicher ganz schnell Ruhe!
Vielleicht geht unseren Bürger wirklich noch viel zu gut.

Beitrag melden
ulf.jarisch 26.08.2015, 20:13
18. Danke

Ein sehr schoener Articel der vieles erklaert. Wie auch immer, Menschlichkeit ist Staerker als Hass und wenn mehr und mehr Zivilcourage zeigen kann Deutschland, Europa und die Welt ein sehr schoener und lebens und liebenswerter Platz sein

Beitrag melden
charlybird 26.08.2015, 20:14
19. Habe versucht

bei Stefan Bergs Kolumne (Seid endlich still) meine bescheiden Erfahrungen etwas sarkastisch unterzubringen, wohlgemerkt als Wessi mit Ostkontakten.
Es wurde leider nicht ``poopliziert’’, was nicht schlimm ist. Elisa Gutsches
Kommentar ist hier wesentlich hilfreicher, um den schon damals vorhanden braunen Kern in den neuen Ländern, vor allem in Sachsen, zu bestätigen.
In vielen Kleinstädten dort drüben ist immer noch dunkelstes Deutschland und ich würde dort nicht ohne ausreichende Bodyguard mit Freunden aus dem Ausland einen Bummel unternehmen.
Wüsste mittlerweile auch gar nicht mehr warum.

Beitrag melden
Seite 2 von 36
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!