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Meinungsfreiheit: Wie man die Inszenierung als Opfer durchkreuzt
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Was tun, wenn Rechtspopulisten die eigene Vorlesung stürmen? Der Sprachforscher Eric Wallis hat das erlebt - und anders reagiert als offenbar erwartet. Er begrüßt Störungen und erklärt, wie man sie nutzen kann.

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dirsch 05.11.2019, 21:02
1.

Um Himmels Willen, da schwingt einer nicht gleich die Nazi-Keule (oder drischt auf die Linken ein) - da kommt doch bestimmt gleich Gegenwind.... Wie kann man nur so verharmlosen....
Aber endlich mal eine differenzierte, unaufgeregte Analyse!

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mikemerl 05.11.2019, 21:35
2. Genau so geht es

Meinungsfreiheit heißt doch die Meinungsvielfalt in unserem Land anzuerkennen. Wenn zwei unterschiedliche oder gar diametral entgegenstehende Meinungen zusammentreffen, hilft am besten eine Auseinandersetzung mit Worten über die jeweiligen Beweggründe = Diskussion. Bietet eine Seite ein solches Gespräch an, tut sie das aus einer Position der Meinungs- bzw. Überzeugungsstärke. Verweigert dagegen eine Seite das Gespräch offenbart sie damit die Schwäche des eigenen Standpunktes. mikemerl

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stefan7777 05.11.2019, 21:36
3. Wallis hat recht!

Diskutieren, diskutieren, diskutieren und nochmals diskutieren. Mit Argumenten, das Gegenüber ernst nehmen, nicht von oben herab, und nicht beleidigend geringschätzig. Klar abbrechen, wenn vom Gegenüber Beleidigungen oder Drohungen gegen die eigene Person kommen - dass ist dann Gewalt.

Ruhig bleiben, auch wenn es schwer fällt, manchmal surreal albern, aber Argumente sind doch eh auf "unserer" Seite! Was haben wir zu verlieren? ;-)

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langowicz 06.11.2019, 23:31
4. Der beste Weg

So mach ich es seit Jahren. Nicht provozieren lassen und versuchen in eine sachliche Diskussion zu kommen. Da muss man sich echt im Griff haben. Als erstes muss man die Emotionen raus nehmen. Also erstmal reden lassen und cool bleiben. Dann irgendwo den Einstieg schaffen. Ganz wichtig ist es aber auch Grenzen zu setzen. Rassistische oder Faschistische Äußerungen sind nicht akzeptabel. Das sollte man auch so klar ansprechen. Es klappt ganz gut. Man sollte aber auch nicht erwarten sein Gegenüber komplett zu "bekehren" und signalisieren das man den einen oder anderen Gedanken mitnimmt.
Was die Linken angeht. Gerade junge linke verstehen nicht, dass jede Demo, die eskaliert, den Rechten in die Karten spielt. Jede Form von linker Gewalt diskreditiert die Arbeit für eine freie, friedliche und gerechte Welt. Auch da hilft nur das Gespräch.

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koenigfritz 06.11.2019, 23:41
5. Sehr gute Fragen...

...und Antworten. Wie schon gesagt: unaufgeregt und differenziert. Schön. So muss es sein. So müsste es IMMER sein. Auch bei SPON.

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robert_um_die_40 06.11.2019, 00:26
6. Zu leicht

Es ist natürlich leicht zu sagen, dass Herr Lucke auf die "Aktivisten" einfach eingehen sollte, die seine Vorlesung stürmen. Zu dem Vorfall mit dem Vortrag von Herrn Wallis gibt es aber eine entscheidende Differenz:
Die Vorlesung geht um Makroökonomie und hat nichts mit der AFD-Vergangenheit oder irgendwelchem Gedankengut von Herrn Lucke zu tun. Den Störern geht es also nur um die Person Bernd Lucke und nicht um das Thema der Vorlesung. Somit sind sie keine Aktivisten oder Demonstranten, sondern schlicht Störer.

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mima84_84 06.11.2019, 01:36
7.

Komisch - mir muss wohl irgendwie die aktuelle Stunde entgangen sein, die die AfD wegen diesem Vorfall im Bundestag aufgerufen hat. Ich habe auch irgenwie keinen großen Aufschrei von Seiten der AfD gelesen.
Komisch, komisch.

Die Altparteien, wie die FDP, haben nach der Aktion gegen Lucke dagegen sofort eine aktuelle Stunde einberufen.

Da sieht man, was für widerliche Heuchler diese AfD Fraktion vollumfänglich beinhaltet.

Ekelhaft.

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heissSPOrN 06.11.2019, 01:36
8.

Herrn Lucke kann man als Student doch am besten aufs Abstellgleis stellen, in dem man einfach nicht mehr seine Veranstaltung besucht, sondern die seiner Kollegen. Wenn er einige Jahre kaum Studierende unterrichtet, wird sich die Uni überlegen, ob sie sich so einen unproduktiven Dozenten weiter leisten kann und will.

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vormaerz 06.11.2019, 01:51
9. So sehr man Herrn Wallis recht geben mag,

sollte man aber auch nicht unterschlagen, dass das online so kaum funktioniert, da die Rechtsextremen ja die Parole ausgegeben haben, keine Diskussion, sondern das Erobern des Diskursraums anzustreben. Diskussion wird daher in Foren oft verweigert, der Gesprächspartner gezielt beleidigt und provoziert. Genau so steht es in ihren Anleitungen und so lässt es sich überall beobachten, wo unzureichend moderiert wird.

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