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Mindestlohn für Praktikanten: Darf's ein bisschen kürzer sein?
Corbis

Sechs Wochen und keinen Tag mehr? Wegen des neuen Mindestlohns könnten sich Praktika stark verkürzen, denn dauern sie länger, wäre eine üppige Bezahlung fällig. Ausnahme allerdings sind Pflichtpraktika: ein Schlupfloch, das die Bundesregierung schon eifrig nutzt.

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Schluß mit dämlich 14.06.2014, 09:44
1. Was meint Ihr da mit

Üppige Bezahlung erhalte ich selber, und zwar seit Februar 2013. 8,50 Euro/Stunde sind ganz sicher NICHT üppig, da kommen brutto 1.470 Euro pro Monat heraus, und für dieses Entgelt hätte der Schreiber des Artikels vermutlich nicht mal den Computer eingeschaltet.

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Schluß mit dämlich 14.06.2014, 09:50
2. optional

Sechs Wochen sind eigentlich noch zu lang für diese Gratis-Praktika. Die sind schließlich gedacht, um Eindrücke zu sammeln, nicht, um für den Praktikums-zur-Verfügung-Steller rentabel zu sein. Um zumindest vernünftig in die bekleidete Stelle eingeführt zu werden, braucht man meiner Erfahrung nach vier Wochen, danach hat der Zur-Verfügung-Steller unter dem Strich bereits wirtschaftliche Vorteile von seinem "Praktikum". Wenn "Pflicht"-Praktika also auf vier Wochen begrenzt wären, würde sich erheblich deutlicher die Spreu der Profiteure vom Weizen der echten Ausbildungsunterstützer trennen. Wer Nutzen von seinen Praktikanten will, soll sie gefälligst bezahlen, die derzeitige Gratis-Mentalität bei den Arbeitgebern stinkt wirklich zum Himmel.

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gruenertee 14.06.2014, 10:07
3. Abschlussarbeiten in Unternehmen

Es sind doch bereits in jedem Studiengang min. ein Praktikum integriert: Die Abschlussarbeit. Jeder ist frei, dieses in einem Unternehmen zu schreiben, sofern man sich erfolgreich beworben haben.

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schoeneberger 14.06.2014, 10:15
4. Universitäten in der Pflicht

Früher gab es die Probezeit, um Berufsanfänger zu testen. Da hat man einen Vorlauf eingeschaltet, das Praktikum. Das finanzielle Risiko wird auf Praktikanten abgewälzt. Im Gegenzug sollte es aber regelmäßig zwei Pflichtpraktika geben. Nicht nur zum Reinschnuppern, sondern um die universitäre Ausbildung praktisch zu komplettieren.

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eelay 14.06.2014, 10:21
5.

Zitat von gruenertee
Es sind doch bereits in jedem Studiengang min. ein Praktikum integriert: Die Abschlussarbeit. Jeder ist frei, dieses in einem Unternehmen zu schreiben, sofern man sich erfolgreich beworben haben.
Das stimmt nicht. Auch das entscheidet oft die Uni. Ich hatte mehrere Angebote von Audi meine Diplomarbeit dort zu schreiben. Die Uni muss aber immer auch noch einen Korrektor stellen, was sie aber nicht machen. So hat mir die Uni den Berufseinstieg versaut und mich unbezahlt arbeiten lassen während ich bei Audi bezahlt worden wäre.

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tobi.oe 14.06.2014, 10:22
6. Nicht Generalisieren

Man kann nicht pauschal alles unter den Mindestlohn nehmen, oder jedes Praktikum gleichstellen. Ich mache zur Zeit ein, von der Uni verlangtes, Vorpraktikum zur Metallverarbeitung. Dies geht zwei Monate, da ich jedoch in vielen verschiedenen Abeitulungen zahlreiche Fertigungsverfahren erlerne, kann ich nur den Umgang mit den Maschinen lernen und nicht produzieren -> Das Unternhemen verdient an mir nichts! Natürlich bin ich froh über die Vergütung, die ich bekomme, aber bei 8,50 pro Stunde werden wohl nurnoch ganz wenige Unternehmen dieses Praktikum anbieten (können).

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harryholdenwagen 14.06.2014, 10:24
7.

Zitat von Schluß mit dämlich
Sechs Wochen sind eigentlich noch zu lang für diese Gratis-Praktika. Die sind schließlich gedacht, um Eindrücke zu sammeln, nicht, um für den Praktikums-zur-Verfügung-Steller rentabel zu sein. Um zumindest vernünftig in die bekleidete Stelle eingeführt zu werden, braucht man meiner Erfahrung nach vier Wochen, danach hat der Zur-Verfügung-Steller unter dem Strich bereits wirtschaftliche Vorteile von seinem "Praktikum". Wenn "Pflicht"-Praktika also auf vier Wochen begrenzt wären, würde sich erheblich deutlicher die Spreu der Profiteure vom Weizen der echten Ausbildungsunterstützer trennen. Wer Nutzen von seinen Praktikanten will, soll sie gefälligst bezahlen, die derzeitige Gratis-Mentalität bei den Arbeitgebern stinkt wirklich zum Himmel.
In der Bewerbung sehen kurze Praktika nicht so gut aus. Die potenziellen Arbeitgeber sehen gerne längere Praktika. Wenn jetzt längere Praktika mit 8,50 bezahlt werden müssen überlegen sich die Leute es, ob sie einen längerbleibenden Praktikanten einstellen oder mehrere kurze Prakastellen besetzen.

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M. C. F. 14.06.2014, 10:28
8. Ich werf mich weg!

Zitat von sysop
Sechs Wochen und keinen Tag mehr? Wegen des neuen Mindestlohns könnten sich Praktika stark verkürzen, denn dauern sie länger, wäre eine üppige Bezahlung fällig. Ausnahme allerdings sind Pflichtpraktika: ein Schlupfloch, das die Bundesregierung schon eifrig nutzt.
Unfassbar, nur weil man nun plötzlich Praktikanten einen Lohn zahlen muss oder müsste und Pflichtpraktikanten keinen, wird angedacht die Zahl Pflichtpraktikas zu erhöhen.

Nein diesen Mist kann man doch nicht ernst nehmen! Wie wäre es ein Pflichtpraktika oder besser zwei für jeden Bundesbürger, damit auch in Zukunft jeder die Möglichkeit hat unter dem Mindestlohn beschäftigt zu werden.

Ähm wie wäre es, wenn es einfach eine Zwangsabgabe für Unternehmen gibt (gestaffelt nach Größe und in der Höhe des Mindestlohnes) die niemanden ausbilden?

Wer irgendwann einen ausgebildeten Mitarbeiter will, der soll dafür auch zahlen! Es kann doch nicht sein, dass die Allgemeinheit auch noch dem Unternehmen das Wirtschaftsgut Mensch bezahlt.

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accie 14.06.2014, 11:13
9. Abzocke Mentalität

der deutschen Unternehmen abstoßend. Sie wollen alles umsonst. Wenn Sie nicht müssen, würden Sie sogar Stammbelegschaft nicht bezahlen. Man braucht unsere kleinere Nachbarländer anschauen. In der kleinen Schweiz und Niederland werden die Leute anständig bezahlt und haben die Länder besseren Rentenversicherung. In den Länder brauchen die Menschen für ihre Altersvorsorge keine Angst zu haben. Dortige Arbeitgeber sorgen dafür, dass ihre Mitarbeiter auch im Alte Menschenwürdig leben. Und bei uns in Deutschland der Staat und die Arbeitgeber beuten Hand in Hand seine Bürgern bzw. seine Mitarbeiter. Ein Mitarbeiter bekommt 87% von seinem letzten Bruttoeinkommen als gesetztliche Rente plus zusätzlich Pflichtbetriebsrente, zusätzlich dazu vom Staatsunterstützte Privataltersvorsorge. Was krieg man bei uns 1 € job ausgerechnet von dem Staat, dessen Pflicht ist seine Bürger zuschützen. In Deutschland bekommt jemand nur 67% der Durchschnittseinkommen von all die Jahre. Über Praktikanten brauchen wir gar nicht zu reden. Einer soll ja mit dem Ausrede kommen. Wir können uns nicht leisten. Was die Schweizer und Niederländer sich leisten können, können wir mit Links leisten. Danke SPD

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