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Missbrauch an Schulen: Länder wollen Lehrer genauer überprüfen

Zum Schutz von Schülern wollen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen Bewerbern für den Schuldienst genauer auf die Finger schauen: Sie sollen künftig erweiterte Führungszeugnisse vorlegen, die auch geringfügige Strafen auflisten. Lehrervertreter poltern - und wittern puren Aktionismus.

Imote 09.04.2010, 16:27
1. Unnötig

Ich halte diesen Vorschlag für unnötig, da das erweiterte Führungszeugnis, an den Schulen unter freier Trägerschaft ja mit hoher Wahrscheinlichkeit, nicht eingefordert werden wird,
aber auch für fraglich, da so den Lehrern noch stärker auf die Finger geguckt wird, das Vermittelt wieder einmal den Eindruck, dass deutsche Regierungen einen regelrechten Kontrollwahn haben; dieses Gefühl könnten dann im übrigen die Lehrer ebenfalls auf ihre Schüler projektieren.

Meine Meinung:
Diese Maßnahme wäre nicht nur Aktionismus, sondern reiner Populismus!
Heister-Neumann & co. wollen wieder einmal den Schein gewahren, dass Schritte unternommen werden, die alles besser machen!
Ein klares Nein! zum erweiterten Führungszeugnis.

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Tubus 09.04.2010, 17:10
2. Verständnis

Zitat von sysop
Zum Schutz von Schülern wollen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen Bewerbern für den Schuldienst genauer auf die Finger schauen: Sie sollen künftig erweiterte Führungszeugnisse vorlegen, die auch geringfügige Strafen auflisten. Lehrervertreter poltern - und wittern puren Aktionismus.
Habe ausnahmsweise mal Verständnis für Lehrer. Auf solche Ideen kommt eine unterbeschäftigte Ministerialbürokratie. Die Sensibilisierung für den Missbrauch von Kindern ist nach dem Medienhype verständlich und bestimmt nicht verkehrt, auch wenn dabei deutschlandweit Vorfälle aus Jahrzehnten zusammengekramt wurden. Wundern muss man sich aber schon, wie hysterisch unsere sonst so libertäre Gesellschaft auf in der Regel (körperlich gewaltfreie) sexuelle Übergriffe reagiert. Mein Verständnis für die Probleme von Homosexuellen und erst recht von Pädophilen hält sich in engen Grenzen. Aber es gibt alltäglichere und schlimmere Formen von psychischer Gewalt in Schulen, sowohl von Lehrern als auch Mitschülern. Doch Gemach, in ein paar Wochen ist das Ganze vergessen und es wird eine andere Sau durchs Dorf getriben.

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Klo 09.04.2010, 17:32
3. Aktionismus

Zitat von sysop
Zum Schutz von Schülern wollen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen Bewerbern für den Schuldienst genauer auf die Finger schauen: Sie sollen künftig erweiterte Führungszeugnisse vorlegen, die auch geringfügige Strafen auflisten. Lehrervertreter poltern - und wittern puren Aktionismus.
Ich fürchte, die Lehrerverbände haben Recht. Will man einem Lehrer tatsächlich die Einstellung verweigern und ihn mit Berufsverbot belegen, weil er als Kind mal seiner Tante 5 Mark aus dem Sparschwein geangelt hat?

Außerdem dürfte bei 99,99% aller Kandidaten nach dem Studium das Erweiterte Führungszeugnis genauso viele Einträge haben, wie das einfache, nämlich gar keine. Man kann Pädophile gemeinhin nicht am Führungszeugnis erkennen.

Im übrigen denke ich, dass in den normalen Schulen für Schüler überhaupt keine Gefahr durch pädophile Lehrer besteht, da der Lehrer die Schüler allenfalls im Klassenverband zu sehen bekommt. So war das jedenfalls zu meiner Schulzeit.

Die Probleme treten doch wohl eher in den Heimen und anderen Orten, wo Lehrer und Schüler unbeobachtet zusammen sein können auf. Dort sollte man in der Tat mehr Sicherheitsstrukturen einführen, z. B. nächtlichen Kontakt verbieten. Wenn nur noch Vertrauenslehrer (am besten verheiratete Frauen) ab 20.00 Uhr Zutritt zum Wohntrakt der Schüler haben, dann werden sich auch hier kaum noch Gelegenheiten für Pädophile ergeben. Eine Vorabselektion von Lehrern halte ich für rechtlich fragwürdig. Damit wird man die wirklichen potentiellen Täter nicht finden.

Das Klo.

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Björn Borg 09.04.2010, 18:42
4. Päd - a -gog - ik

Zitat von sysop
Zum Schutz von Schülern wollen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen Bewerbern für den Schuldienst genauer auf die Finger schauen: Sie sollen künftig erweiterte Führungszeugnisse vorlegen, die auch geringfügige Strafen auflisten. Lehrervertreter poltern - und wittern puren Aktionismus.
Auch in meiner Schulzeit vor 40 Jahren sprangen männliche Sportlehrer in der Mädchen-Dusche herum, befummelten Deutschlehrer Nacken und Haare ihrer sitzenden Schülerinnen oder sangen mit uns Wanderlieder der Nazi-Jugend. Das alles war für uns normal. Warum sollte das heute eigentlich anders sein?

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indosolar 10.04.2010, 07:35
5. der helle Wahnsinn

und purer Aktionismus auf der einen Seite und auf der anderen Seite hochunverantwortliche, staatliche Praktiken auf der anderen Seite, so wie in Sachsen. Dort werden ein Euro Jobber und Praktikanten in staatlichen Schulen eingesetzt, ohne die geringsten paedagogischen Kenntnisse. Da ist dann schon mal ein padophiler Kindermoerder dabei!
http://www.bild.de/BILD/news/2009/03...-moerders.html

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Weekly Mirror 10.04.2010, 11:56
6. Das Problem heißt "Mann"

Warum eigentlich nicht männliche Lehrer gänzlich abschaffen? Es gäbe in einigen Jahren nur noch weibliche = für die Kinder unbedenkliche und ungefährliche Lehrkräfte, und die Männer könnten ihre Tatkraft dann eben in anderen Berufen beweisen, wo die Frauen abgehen, die dann zusätzlich im Lehrberuf benötigt werden. Alle Missbrauchsprobleme gelöst!
Emanzipation ist ja schön und gut, aber wozu braucht man weibliche Totengräber, weibliche Betonfacharbeiter, oder männliche Kindergärtner und Lehrer? Es wäre so einfach.
Von wegen "Kinder brauchen Männer als Bezugspersonen" - das ist auch mal wieder so ein Modethema gelangweilter, aber einfallsreicher Erziehungswissenschaftler und Schreiberlinge, oder eben männlicher Emanzen.

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EineStimme 11.04.2010, 09:04
7. CDU macht sich doch lächerlich

Zitat von sysop
Zum Schutz von Schülern wollen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen Bewerbern für den Schuldienst genauer auf die Finger schauen: Sie sollen künftig erweiterte Führungszeugnisse vorlegen, die auch geringfügige Strafen auflisten. Lehrervertreter poltern - und wittern puren Aktionismus.
Die Lehrer im Staatsdienst werden überprüft, obwohl bisher nur Missbrauchsfälle aus privaten Schulen bekannt wurden. Was soll dieser Aktionismus Herr Rüttgers und Herr Wulff machen sich doch lächerlich. Sie sollten lieber die Lehrer an den privaten Schulen überprüfen und diese Schulen strenger überwachen.

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