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Mitarbeiter des Monats: Wie ein Praktikant der Stadt Hagen fünf Millionen Euro sicher
Fachhochschule Südwestfalen

Kaffeekochen und kopieren? Michael Trampler durfte als Praktikant der Verwaltung von Hagen viel mehr - und dankte es der Stadt mit einem Geldsegen.

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m.m.s. 29.04.2016, 19:56
60.

@bernd.stromberg. Quelle ist die Stadtverwaltung selber, eine "Fachkraft", das "Ordnungsamt"! Nicht dass man bereits die ganzen Behörden mit den Steuern bereits grundfinanziert hat, dann soll man den Stundenlohn nochmals komplett bezahlen. Übrigens: In einem Schreibbüro der freien Wirtschaft kostet ein aufwändiger Fachtext komplett neu getippt, 2 Seiten 8,34 Euro. Vielleicht ist verständlich, dass das ineffektive Behörden sind die abgeschafft gehören.

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mal nachgefragt 29.04.2016, 20:01
61. Interessant ist der kleine Nebensatz....

die Stadt bot dem Praktikanten einen 2-Jahresvertrag an. Klingt wie Hohn, da spart jemand der Stadt Millionen und bekommt dafür eine "Abfuhr" zwei Jahre in der Zukunft. Denn wenn die zwei Jahre um sind, hat der Praktikant sicherlich alles an "Potential" gefunden und darf gehen...

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caliper 29.04.2016, 20:12
62.

Zitat von letzebuerger
Hoch bezahlt oder nicht. Das ist doch völlig irrelevant. So oder so, die Damen und Herren Stadtbediensteten (allesamt sehr weit weg von H4) haben in diesem konkreten Fall ein Höchstmaß an INKOMPETENZ an den Tag gelegt. Ich werde das Gefühl nicht los, als meinten viele dieser Herrschaften, mit den Anwesenheitspflicht ihr Soll schon hinreichend abgeleistet zu haben. Gruß, Eric.
Das Problem der öffentlichen Verwaltungen besteht nicht in der Kompentenz und der Motivation der Mitarbeiter. Diese Leute bewerben sich mit der gleichen Motivation um diese Stellen und treten sie entsprechend an.

Das Problem besteht darin, dass es in Behörden keine Kultur des Hinterfragens und Optimierens gibt. Betriebliches Vorschlagswesen ist in unserer Stadtverwaltung keinem bekannt. In der Stadt aus der ich stamme auch nicht. Warum eigentlich nicht?

Was eine Dienstleistung, ein Verwaltungsakt kostet und wie effizient diese erbracht werden ist in der Regel nicht bekannt und soll auch gar nicht erst ermittelt werden. Deswegen kann die Fähigkeit einer Führungskraft oder eines Sachbearbeiters gar nicht nach diesen Messgrößen bestimmt werden. Die Wichtigkeit einer Position und seine Besoldung bemisst sich nahezu ausschliesslich nach der Anzahl der Mitarbeiter oder nach der Aufgabe. Effiziente Prozesse oder Strukturen sind eher kontraproduktiv.

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wauz 29.04.2016, 20:31
63. Optimierungspotential

Zitat von bronstin
Diese Antwort ist ja schön, sie erklärt nur nicht das vorhandene Optimierungspotential... das hat wohl was mit Personalpolitik zu tun und meines Wissens geht es im ÖD nicht um Befähigung sondern eher um Stallgeruch. Bloß keinen Staub aufwirbeln...
Fast alle solchen Optimierungen sind mit, man kann es kaum anders sagen, mit Regelbrüchen verbunden. Vielleicht hilft da der Hinweis auf die Gödel'sche Vermutung. Ein in sich logisches System kann sich nicht optimieren, weil es keinen Sprung auf die meta-Ebene erlaubt.
Ich selber komme aus dem Bereich Personaldienstleistung/Arbeitnehmerüberlassung. Da kennen wir denselben Effekt. Zeitarbeiter können enorm viel voranbringen - wenn man sie lässt.

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wauz 29.04.2016, 20:37
64. Das gängige Vorurteil

Zitat von interessierter Laie
Der (vermeintlich) schlechten Vergütung stehen hohe Sicherheit und geringe Leistungskontrolle / persönliche Verantwortung gegenüber. So gedeihen Starrsinn und Unflexibilität prächtig. Und das führt auch zur gefühlten Unterbesetzung. An meiner Uni mussten bspw. Wahlprüfungen von drei Stellen genehmigt werden. Jede legte das Modulhandbuch anders aus. Das führte zu einer wundersamen Vermehrung und (durch abweichende Bürozeiten) Verlängerung von Vorgängen. (Teilweise wurde kaum noch hingeschaut und Studenten dann nachträglich das entscheidende Kreuzchen verweigert. Toll!) Solche und ähnliche Fälle trieben die Kosten nach oben. Eine Analyse und Harmonisierung der Prozesse wurde abgelehnt. Man brauchte ja eine Daseinsberechtigung - außerdem war das schon immer so. Die Verwaltung wurde personell aufgestockt und eine Verwaltungsgebühr für Studierende erhoben - mit dem Argument, die hätten ja auch was davon. Aber das wollten die bösen Studenten nicht einsehen...
Sie bestätigen sich selbst ihre Voreingenommenheiten mit einem einzigen Beispiel. Sie übersehen dabei völlig, dass es viele sehr gut arbeitende Behörden gibt. Die größten Planungskatastrophen in Deutschland (S21, BER, Elbphilharmonie, Space Center usw.) waren bislang alle privatwirtschaftlich orgenisiert, was die ansonsten üblichen internen Kontrollen der behörden ausgehebelt hat.

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Korken 29.04.2016, 20:44
65. Zeitvertrag - Öffentlicher Dienst

Hier zeigt sich wieder einmal, weshalb der TVÖD streiken muss: Selbst wenn eine Person das vielfache ihres gesamten Lebensverdienstes für den Arbeitgeber hereinholt wird dies nur mit einem Zwei-Jahres-Vertrag "gelobt".

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m.m.s. 29.04.2016, 21:15
66.

@wauz. Also gerade bei allen Ihren Beispielen wurden die bei Grossprojekten notwendige Projektleitung eingespart, weil die Behörden es besser machen. Das Ergebnis ist das komplette Chaos, exorbitante Kostenexplosion, und - das Wichtigste - die Arbeitsplatzsicherung der Behördenmitarbeiter auf Jahrzehnte. Klitzekleines Problemchen: die Kosten werden auf den Bürger abgewälzt. - Aus diesen Gründen geht es jetzt bergab, da Behörden verbrennen aber nichts bauen.

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Blindleistungsträger 29.04.2016, 21:26
67. Der eigentliche Punkt

ZITAT: "André Coners. Der Wirtschaftsprofessor von der Fachhochschule Südwestfalen wollte mehr Praxiserfahrung für seine Studenten und bot dem Bürgermeister an, dass sie die Stadt beim Prozessmanagement unterstützen könnten." Das die dauerpleite Stadt Hagen mal 5 Millionen Euro vorwärts kommt, ist ja erfreulich. Meiner Ansicht nach sollte man aber Professor André Coners dabei nicht vergessen. Er hat diesen Modellfall möglich gemacht und so eigentlich drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen:
1. Seine Studenten erhalten wie gewünscht Praxiserfahrung.
2. Die städtische Verwaltung in Hagen wird nicht nur finanziell sondern auch prozesstechnisch voran gebracht.
3. Hier wird ein praktisches Beispiel geliefert, das man auch großflächiger durchführen könnte. Ich hätte jedenfalls nichts dagegen, wenn sich viele Stadtverwaltungen durch solche Arrangements verbessern und viele Studenten durch praktische Erfahrungen besser voran kommen würden.

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mulli3105 29.04.2016, 21:30
68. Da staunt der Beamte...

So what?!
Unkündbar, unkaputtbar, nicht versetzbar, nicht zu belangen... Warum sollte Berti Beamti plötzlich Initiative entwickeln? Dafür gibts doch Vorschriften... Oder Studenten

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mimamausebär 29.04.2016, 21:54
69. Die nächste Herausforderung wartet schon

Zitat von atomator
Das klingt erstmal toll, irgendeine Wertschöpfung hat er damit trotzdem nicht erreicht, sondern nur eine Umverteilung von Steuermitteln, grandiose Leistung.
Sie irren, die politisch suggerierte Wertschöpfung ist der letzte Wachstumsmarkt in Deutschland.

Jetzt hat der junge Mann allerdings ein Problem an der Backe: Fünf Millionen Euro müssen jetzt ausgegeben werden. Ansonsten droht entweder eine Rückzahlung der Fördergelder oder zumindest die nächste Runde würde knapper ausfallen. Deshalb großzügig kalkulieren und lieber in ein schuldengedecktes Minus wirtschaften!

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