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Mobbing in der Schule: "Und die ganze Klasse lachte mit"
DPA

Sie warfen ihr Bälle an den Kopf, hänselten sie, lachten sie aus - bis sie sich kaum noch in die Schule traute. Anna Belitz über das Gefühl, von allen im Stich gelassen zu werden - und was man dagegen tun kann.

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mrotz 02.12.2016, 14:26
90.

Zitat von GnRH
Und die Eltern der (wie schon treffend beschrieben) armen Würstchen kommen mit ihrer Rechtsschutzversicherung, die Strafstunden und Restriktionen, gegen die ach so armen Mobber, würden diese psychisch belasten. Das ist alles ziemlich verzwickt, mit dem richtigen Anwalt macht man sich den Täter zum Opfer. Sprechen sie einmal mit Lehrern in ihrem Bekanntenkreis.
>die Strafstunden und Restriktionen, gegen die ach so armen Mobber,
>würden diese psychisch belasten.

Ist ja auch Zweck der Übung, oder?
;)

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rolandholtz 02.12.2016, 14:28
91.

Zitat von adamk
Schon mal darüber nachgedacht, dass es unterschiedliche Schulen gibt? Ich kenne das aus der nahe Verwandschaft. Beim einen, der auf einem "schweren" Gymnasium (eher MINT) ist, laufen alle in Jeans und Kaputzenjacke rum, Mobbing gibts da eher nicht. Beim .....
Wenn den Eltern der Mobber klar wird, dass das Konsequenzen für deren Schulkarriere haben kann, dann werden die, vorausgesetzt sie sind selber stark genut dafür, mit Ihren Söhnen und Töchtern ins Gebet gehen.
Es ist das Zusammenspiel von Aufmerksamkeit der Lehrerschaft und der Eltern, gepaart mit Konsequenz das zum Erfolg führt. Aber vielleicht lesen Sie zunächst den ersten Beitrag, den ich dazu verfasst habe. Das it eine spannende Diskussion hier und das ist gut so.

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zoon.politicon 02.12.2016, 14:34
92. Gnaz oben ansetzen

Zitat von bene_lava
100 % der Personen, die von Mobbing betroffen waren, berichten, dass es die Lehrer waren, die die Situation hätten klären können, die aber völlig versagt haben. Sie bestätigen, dass hier nochmal eindrucksvoll. Ich kann Ihnen sagen, dass es bei mir am Gymasium ......
Stimme Ihnen zu: Auch nach meinen Erfahrungen hat Mobbing in der Schule praktisch immer mit den Lehrern zu. Wie im Berufsleben geht Mobbing am häufigsten von ganz oben aus nach dem Motto. "Hier mobbt der Chef selbst".
Und ganz oben sollte man ansetzen: Gang zum Direx, Schulehörde, Schaffen eines Klimas , in dem Mobbing als solches wahrgenommen und echt sanktionert wird. Denn es ist massive - wenn auch nicht körperliche - Gewalt.
Meine Erfahrungen aus sogen. Selbsterfahrungsgruppen, in denen sich die Teilnehmer nicht vorher kennen: Reflexartig sichern sich viele Teilnehmer(Innen) schon beim ersten Treffen durch Aufnahme von Beziehungen zu einigen anderen Mitgliedern ab, bilden Grüppchen in der Gruppe, die sich von den anderen abgrenzen. Ein offener Dialog wird dadurch schnell blockiert. Ich denke, das zeigt, wieviel latente Ängste, wohl alsd Folge von entspr. Erfahrungen in der Schule, in unserer Gesellschaft vorhanden sind.

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ollowain13 02.12.2016, 14:34
93.

Zitat von batella
Danke für diesen Artikel. Der schlimmste Spruch in diesem Zusammenhang ist immer: "Die Kinder müssen das unter sich selbst ausmachen". Damit machen es sich die Lehrer leicht und auch viele Eltern. Sie sagen dann, dass das Kind doch aber fröhlich wirkt - klar, denn es will sich während der Pause nur nichts anmerken .....
Ich denke, ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass Lehrer grundsätzlich recht damit haben, wenn sie die typischen kleinen Hakeleien im Innenleben einer Klasse die Schüler unter sich ausmachen lassen. Jede Klasse entwickelt ihre Hackordnung - egal, ob der Lehrer eingreift oder nicht. Wenn der Lehrer da zu früh einsteigt, dann macht er es dem Opfer ein für alle Mal unmöglich, sich selbst seinen Platz zu erkämpfen. Es wird dann von den Mitschülern erst recht nicht akzeptiert, bestenfalls stillschweigend geduldet. Das macht es für das Opfer definitiv nicht besser.

Wenn aber erkennbar ist, dass es sich eben nicht um die üblichen kleinen Rangordnungskämpfe handelt sondern wirklich um Mobbing, muss und wird ein Lehrer immer eingreifen. Der Erfolg ist aber nicht garantiert. Es kommt dann sehr auf die Situation an, wieviel Akzeptanz das Opfer in der Klasse noch hat, wie klar überhaupt die Täter festzumachen sind usw. Manchmal hilft schon ein offenes Gespräch mit der Klasse oder mit den paar Rädelsführern. Oft genug hilft schlicht und ergreifend nur ein Schulwechsel - und wenn die Täter nicht ganz klar feststellbar sind und deshalb der Schule verwiesen werden können, dann ist das Opfer gut beraten, selbst einen Wechsel in Erwägung zu ziehen. Wichtig dabei: Dem Opfer darf der Wechsel nicht von außen aufgezwungen oder eingeredet werden, aber man darf als Lehrer und auch als Eltern durchaus darauf hinweisen, dass das Opfer diese Möglichkeit hat. Es hilft auch nicht, dem Opfer einzureden, dass das keine Niederlage wäre. Aber manchmal muss man Niederlagen in Kauf nehmen, um sich neue Wege zu eröffnen. Dem Opfer muss dann vermittelt werden, dass es kein Zeichen von Feigheit ist, sich einer nicht lösbaren Situation zu entziehen, sondern dass es es als Mensch einfach verdient hat, eine neue Perspektive in einer unbelasteten Umgebung zu bekommen. Banal ausgedrückt: Du bist es wert, in einer Umgebung ohne Arschlöcher zu leben. Du musst Dir diese Idioten nicht antun.

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exil-berliner 02.12.2016, 14:41
94. Wie im Berufsleben

Zitat von Atheist_Crusader
Och, ich hatte damals (Mitte der 90er) einen Klassenlehrer, dem das schlicht egal war. Da hatte nur in den Stunden alles ruhig zu sein und nach Plan zu laufen. Alles Andere hat ihn nicht interessiert. Als ich dann Mitarbeit mit jenen verweigert habe, die mich am heftigsten drangsaliert haben, war ich dann plötzlich das Problem.
Ja das Lehree wegschauen wundert mich eigentlich nicht, wenn es Probleme gibt einfach wegschauen. Ist später im Beruf doch genauso. Hauptsache man wird selbst im Beruf in Ruhe gelassen und man kann eine ruhige Kugel schieben auf der Arbeit.

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Influxx 02.12.2016, 14:41
95.

Herrgott, es sind oft nicht die Lehrer schuld. Aber wenn man es auf die schiebt, hat man seinen Sündenbock und alles ist gut. Zumindest bei mir war es einfach die verdammte Situation. Eine Mischung aus dem Mobbing und dem zerstörten Selbstwert. Ersteres findet fernab der Lehrer statt. Zweiteres führt dazu, dass es einem so peinlich ist, dass man sich niemandem mehr anvertrauen kann, sich also sein eigenes Grab schaufelt. Meinen tiefsten Respekt an die Autorin. Ich hoffe, dass viele andere ihren Weg gehen. Die Alternative ist jedenfalls schrecklich.

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fördeanwohner 02.12.2016, 14:43
96. -

Zitat von ollowain13
Ähm, Sie meinen vermutlich Schulpsychologen. Pädagogen sind die Lehrer ja selber... Aber der Grund ist ganz banal: Die Psychologen müsste irgendwer bezahlen. Der Finanzminister hat darauf keinen Bock. Der will lieber die Landesbank oder seinen seinen Haushalt "retten". Ergo gibt es aufs ganze Bundesland verteilt vielleicht eine Handvoll Schulpsychologen, die aber nie dann vor Ort sind, wenn man sie bräuchte. Die Schüler wissen auch meistens nicht, wer das für ihre Schule wäre.
Nein, ich meine tatsächlich Schulpädagogen. An meiner Schule gibt es ein Team von drei Schulpädagogen. Und die sind in puncto Mobbing und Prävention eine sehr große Hilfe. Aber selbst diese drei sind heutzutage noch zu wenige, um alles aufzufangen.
An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal darauf hinweisen, dass hier niemand von denen, die so sehr auf Lehrer schimpfen, überhaupt deren Probleme in der Sache sieht. Das größte Problem ist nämlich, dass man kaum Zeit zum Ermitteln hat. Wer sich auskennt, weiß, was ich meine.
Mich macht es sprachlos, wie einige hier Lehrern pauschal unterstellen, dass sie nichts täten, es ihnen egal sei usw. Als wären Lehrer keine Menschen.
Ich möchte Mobbing nicht verhamlosen. Aber einige hier scheinen nicht zu bemerken, dass sie selbst mit ihren Aussagen die "besten" Mobber abgeben würden.

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jackbubu 02.12.2016, 14:47
97. Konsequent sein

Menschen die immer wieder aktiv mit Mobbing auffallen sollten konsequent zur Rechenschaft gezogen werden.
Angefangen von Trainings wo sie soziale Kompetenz gelehrt bekommen bis hin zum Schulverweis.
Mit einbezogen sollten auch die Eltern der Täter (so nenne ich sie mal).
Meistens glauben die nämlich was sie ach für liebe Kinder haben.
Lehrer sollten zum aktiven eingreifen gezwungen werden, sie haben eine Aufsichtspflicht, zur Zeit haben die doch keine Lust auf die Konfrontation mit den Eltern.
Und die Übeltäter sollten lernen zu verstehen, "Aktion, Reaktion ", jedes handelbar eine Konsequenz

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granathos 02.12.2016, 14:55
98. Initiativen

mobbiing geht häufig, wenn nicht auch trditionell, gegen sehr gute Schüler. Wenn man bedenkt wie wichtig ein guter Schulabschlss für die Karriere ist, dann kommt dem Ganzen noch mal eine ganz andere Note zu. Ich habe auf meinem Gym erlebt, wie gute Schüler Klassen wechseln mussten.

Warum kann die Schule nicht mal bei den Psychologen an der Uni nachfragen, was man da machen könnte. Aber lieber wird weiter rumgewurschtelt wie zu Kaisers Zeiten.

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Sokol 02.12.2016, 14:56
99. Lehrer

Oder man bekommt vom Lehrer als Antwort auf Mobbing: Was in der Schule ist, bleibt in der Schule. Als Eltern hätte man sich da nicht einzumischen. Wenn es aber um die Gesundheit meines Kindes geht, sehe ich das definitiv anders.

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