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Modellrechnung: Ganztagsschulen zahlen sich aus - auch für den Staat
DPA

Der Ausbau der Ganztagsbetreuung ist teuer. Doch das Geld ist bestens investiert, sagen Forscher. Sie sehen Vorteile für Kinder, Eltern - und die öffentlichen Kassen.

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Dres-- 22.03.2019, 18:26
1. Zahlt sich für KINDER aus???

Ich muss mich schon sehr wundern!
Wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme, um 4 oder halb 5 nachmittags und ich sehe, wie mir die armen Grundschüler mit ihren Schulranzen entgegen kommen, dann muss ich mir immer wieder die gleiche Frage stellen: Was tun wir unseren Kindern da an?
Und weiter: Womit rechtfertigen wir das? Es zahlt sich für die Kinder aus? Wie kann man uns/die Kinder/sich so belügen?
Gerade in der "dunklen Jahreszeit" bedeutet es für Schüler, keine Chance zu haben draußen bei Tageslicht zu spielen.
Es sind KINDER! Sie müssen spielen und nicht den ganzen Tag darauf getrimmt und optimiert zu werden, in der gleichen stressigen Welt zu leben wie wir.
Für all diejenigen, die arbeiten müssen um die Familie zu ernähren: Das ist keine Kritik an euch!
Es sollte die Aufgabe der Politik sein, Familien finanziell so auszustatten, dass eine kindgerechte Erziehung und nicht eine reine "Aufbewahrung" gewehrleistet ist.

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OberstSL 22.03.2019, 18:34
2. All die ganzen Jahre...

...wird uns gesagt, das unsere Gesellschaft schrumpft.
Und jetzt gibt es plötzlich einen Mangel in allen Gesellschaftsschichten.
Wie ist das vereinbar?
Wir müssen sparen, sparen, sparen.
Wir haben keine Kinder mehr und müssen uns auf Altersarmut einstellen..
...und jetzt gibt es plötzlich einen Lehrer- und Erziehermangel.
Häh! Das verstehe ich nicht.

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rainerwäscher 22.03.2019, 19:17
3.

Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, erinnere ich mich an die sechste Stunde gegen halb zwei und wie müde wir da schon waren. Dann tun mir die Kinder leid, die sogar noch 2-3 Stunden länger in der muffigen Penne gefangen sind.
Ganztagsschule, damit beide Eltern Geld verdienen können, gab es damals nicht. Und obwohl nur 10 % Abitur gemacht haben, ist aus der Bundesrepublik Deutschland ein funktionierender wohlhabender Staat geworden.

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Urzweck 22.03.2019, 19:18
4. Arbeitszwang?

Bedeutet das, dass dann beide Eltern arbeiten müssen, nur weil es geht? Werden dann alle Schulen Ganztagsschulen, in denen es Nachmittags keinen Unterricht gibt, sondern Aufbewahrung, äh Hausaufgabenbetreuung?
Das ist ein Grund, weniger statt mehr Kinder zu bekommen.

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dummzeuch 22.03.2019, 19:36
5. Qualifiziertes Personal?

Wo soll das denn plötzlich herkommen? Es fehlt doch jetzt schon überall an Lehrern. Und Grundschüler werden auch nicht für das Klima streiken, so dass man ihnen den Unterrichtsausfall nicht in die Schuhe schieben kann.

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Krokodilstreichler 22.03.2019, 19:53
6. Ganztagsschulen schaden ökonomisch

Ganztagsschule führen eher zu einem ökonomischen Wohlstandsverlust. Dies liegt an folgenden Gründen:

1. Die Kinder sitzen zu lange in der Schule und bewegen sich so zu wenig. Dadurch bekommen sie Muskelschwund und Gelenkschmerzen, die teuer behandelt werden müssen.
2. Die Kinder haben weniger Zeit, um den Stoff daheim zu lernen, somit vergessen sie ihn noch schneller bzw. lernen weniger.
3. Es müssen mehr teure Lehrer angestellt werden, wodurch die Steuern unnötig hoch sein müssen. Dies verdrängt private Investitionen.
4. Die Energiekosten des Staates sind höher, da das Licht in Ganztagsschulen länger brennt.
5. Die Lehrer erkranken eher an Burn-out und so werden mehr Lehrer frühpensioniert.

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st.esser 22.03.2019, 19:55
7. Lehrermangel

Zitat von OberstSL
...wird uns gesagt, das unsere Gesellschaft schrumpft. Und jetzt gibt es plötzlich einen Mangel in allen Gesellschaftsschichten. Wie ist das vereinbar? Wir müssen sparen, sparen, sparen. Wir haben keine Kinder mehr und müssen uns auf Altersarmut einstellen.. ...und jetzt gibt es plötzlich einen Lehrer- und Erziehermangel. Häh! Das verstehe ich nicht.
Ganz einfach: Seit Jahrzehnten wurde mit stark fallenden Schülerzahlen kalkuliert, ohne dabei z.B. die immer längeren Schulbesuchszeiten einzukalkulieren. Der Anteil von Schülern, die die Schule schon nach 9 Jahren verlassen, ist stark gesunken, der Anteil mit 13 Schulbesuchsjahren hat stark zugenommen.

Außerdem haben in den letzten Jahren sehr viele Lehrer die Pensionsgrenze erreicht oder erreichen sie demnächst (die in den 50er-Jahren geborenen).

Die Universitäten und Seminare haben wegen der falschen Bedarfsplanung massiv Ausbildungsplätze abgebaut, die Bundesländer dachten, dass sie da viel Geld sparen können ...

Das Ergebnis ist, das vor allem an den Grundschulen zur Zeit viele Lehrer eingestellt werden, die unter normalen Bedingungen nie eine Chance bekommen hätten, zum Beispiel Oberstufenlehrer mit sehr schlechtem Abschluss (die dann nach 2 Jahren eine Stelle an einem Gymnasium oder einer Gesamtschule sicher haben). Die Frage, wie diese Lehrer einer Klasse das Lesen und Schreiben beibringen sollen oder den an Grundschulen üblichen fachfremden Unterricht geben sollen, spielt dafür keine Rolle.

Der Lehrermangel ist so extrem, dass schon Erstklässler an manchen Schulen im Laufe des 1. Schuljahrs 4 Klassenlehrer haben können (passiert z.B. wenn die Klassenlehrerin früh im Schuljahr schwanger wird und einen ungünstigen Immunstatus hat).

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st.esser 22.03.2019, 20:05
8. Stundenplan an Ganztagsschulen

Zitat von rainerwäscher
Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, erinnere ich mich an die sechste Stunde gegen halb zwei und wie müde wir da schon waren. Dann tun mir die Kinder leid, die sogar noch 2-3 Stunden länger in der muffigen Penne gefangen sind.
In "offenen" Ganztagsschulen (bei denen die Eltern für jedes Schuljahr entscheiden können, ob ihr Kind nachmittags betreut werden soll) wird üblicherweise nach der 5. Stunde das Mittagessen eingeplant, die Zeit von 12:30 bis 14:00 ist dafür frei (aber natürlich betreut).

Am Nachmittag gibt es dann AGs (Sport, Theater, Chor, Vorlesen, ...) und Hausaufgabenbetreuung durch Lehrer.

Da die Schüler am Nachmittag nicht mehr einfach in Sportvereine gehen können, kommen Sportvereine inzwischen in die Schule.

Die Kinder können ab 15:00 Uhr abgeholt werden, falls die Eltern so früh Zeit dafür haben, eine Betreuung ist aber zumindest bis 16:30 (und oft deutlich später) gewährleistet.

Im "gebundenen" Ganztag (an dem dann alle Kinder einer Klasse teilnehmen müssen) wird der Unterricht auf den Vor- und Nachmittag verteilt. Dann sind auch Spiel- und Erholungsphasen im Vormittag denkbar. Aber die meisten Grundschulen (zumindest in NRW) bieten nur den "offenen" Ganztag an ...

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timtom2222 22.03.2019, 20:18
9. Was hat die Arbeitszeit mit dem Stundenlohn zu tun?

"Die verbesserte Schulkindbetreuung unterstützt das Bemühen von Müttern, ihre Arbeitszeit auszuweiten und ihren Stundenlohn zu steigern."

Was hat die Arbeitszeit mit dem Stundenlohn zu tun?

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