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Mögliche Konsequenzen aus Plagiats-Affäre: Von der Leyen wartet's ab
AFP

Was wäre wenn... Ursula von der Leyen der Doktortitel aberkannt würde? Ein Plagiatsverdacht wird gerade geprüft. Die Ministerin ficht das nicht an, wie sie in einem Interview sagt.

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walter kuckertz 18.10.2015, 11:53
20. Tollhaus

Wenn ich den Artikel lese, glaube ich mich im Tollhaus zu befinden. Wenn man nichts Konkretes zu Papier bringen kann, dann muss man dem dummen Leservolk wenigstens etwas zum Spekulieren vorsetzen. Hauptsache, eine Person wird demontiert. Pfui.

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dissidenten 18.10.2015, 11:54
21.

"Ich hoffe sie waren auch mit vollem Engagement bei allen Prüfungen, Klausuren und Arbeiten dabei. Ohne Abschreiben oder Betrügereien. In diesem offensichtlichen Glashaus werfen mir zu viele."
Selbstverständlich. Betrug ist kein Kavaliersdelikt, zumindest für echte Akademiker.

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ricki1 18.10.2015, 12:01
22. Guttenberg wurde nicht aus CSU geworfen

Die mutmaßlich von Guttenberg selbst verfasste Arbeit war schon dreist betrügerisch; da mag man einer Ehefrau von der Leyen nachsehen, daß sie -wie wohl viele andere unbedeutende Arbeiten- die Einleitung einfach aus fremden Quellen ohne korrektes Zitieren abgeschrieben hat. Das mag für das meist bekannt niedrig-wissenschaftliche Niveau deutscher Medizinerdorktorarbeiten auch nicht wichtig sein, denn die Arbeiten liest sowieso normalerweise niemand anderes als die armen Prüfer. Dabei wird mutmaßlich doch auch eher drauf geschaut, wie ist der Stammbaum der Doktorandin und wie einflußreich ist der Doktorvater. Da Frau von der Leyen ja erst irgendwas anderes studiert hat und wohl erst einige Jahre nach dem Medizinstudium eine solche Arbeit begonnen hat, war wohl klar, daß sie keinen wiss. Ehrgeiz hatte, der ja wirklich nicht von Ärzten verlangt wird. Man darf den Doktortitel nicht überbewerten in der Medizin, wiss. Arbeiten ist hier meist kein Teil des Studiums - im Ggs. zu Chemie, Physik - wo man meist erst einige Publikationen braucht, um eine Dissertation nach 3-8 Jahren Vollzeit (nicht nebenbei zwei Monate dem Klinikvorgesetzten über die Schulter schauen und sein heldenhaftes Vorgehen in der Statistik zu belegen - nur als Beispiel, Frau von der Leyen hat sicherlich ein gutes, relevantes Thema als Berufstochter bekommen. Allerdings frage ich mich, wieso ihr Mann (wohl später Medizinprofessor) nicht auch die Arbeit durchgelesen hat. Ich habe einige Dissertationen und Habilitationen von Freunden und Ausländern gelesen und korrigiert, aber das einzig wichtige bei med. Dissertation, worauf jede Sekretärin hinweist, ist ALLE Hilfsmittel korrekt anzugeben - alles andere ist praktisch unwichtig, weil es eh niemand liest. So: auch wenn der Betrug hier nicht so krass ist wie bei dem Kollegen Guttenberg, sollte sie Deutschland nicht weiter vertreten, es gibt genügend andere Betrüger bei VW, oder im Fußball, da sollten wenigstens die polit. Eliten Vorbild werden, auch wenn niemand mehr die Amigo-Parteien als führungsstark ansehen kann - Guttenberg ist immer noch in der Partei, unvorstellbar mit Ehre und Werten einer Regierungspartei.

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catcargerry 18.10.2015, 12:02
23. Zufall oder unabsichtlich?

Interessant: In der Artikelliste tauchen die überholten diffamierenden Artikel über vdLs Stanford-Aufenthalt auf, der aktuelle rehabilitierende aber nicht.

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thermo_pyle 18.10.2015, 12:16
25. @3, moralische Kompetenz...

Seien Sie mir nicht böse, aber ich erlebe Politiker als höchst unmoralisch, somit hat niemand in höheren Ämtern "moralische Kompetenz"...

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sag-geschwind 18.10.2015, 12:21
26. Das Personal geht aus.

Den Eliten gehen wohl die Politdarsteller aus, daher kann der Anschein (hier eine Liste positiv belegter Bezeichnungen aus den Kategorien "Anstand" und "Moral") nichtmehr aufrecht erhalten werden.
Abgesehen davon, was sich die Bevölkerungen ohnehin bereits an dreisten Lügen gefallen lassen hat, besteht dazu auch offensichtlich keine Bedarf mehr.
Urselchen ist sozusagen eine weiterer Posten auf dieser Rechnung ...

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freizeitverkaeufer 18.10.2015, 12:27
27. Egal ob mit Doktortitel oder ohne...

...wir brauchen einen qualifizierten Bundeskanzler und einen Stahlbesen. Ich weiß nicht ob die Leyen das kann. Um sich annähernd zu qualifizieren müsste sie einfach mal machen und Farbe bekennen.

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ostborn 18.10.2015, 12:28
28. Die

an Merkel nahen Politikern sind dezente Zeichen an die Kanzlerin, die von aussen diktierte Politik zu befolgen. Die eigene Doktorarbeit dürfte Merkels Stein am Hals sein.

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it-rentner69 18.10.2015, 12:28
29. Zur Plagiatsdiskussion

Es ist einleuchtend, dass ein Doktortitel nachträglich entzogen werden kann, wenn er durch einen Betrug erlangt wurde, der zum Zeitpunkt der Prüfung der Doktorarbeit durch die Gutachter nicht erkennbar war. Nicht immer erkennbar ist z.B. das Fälschen von Untersuchungsdaten oder das wesentliche Erstellen der Arbeit durch einen anderen.

Sofern der Betrug aber zum Zeitpunkt der Prüfung der Doktorarbeit durch die Gutachter erkennbar war, dann dürfen m.E. - wenn überhaupt - nur die Gutachter in Haftung genommen werden und nicht der Promovierte. Nur die Gutachter sollten dann für ihr Testat verantwortlich gemacht werden. Die schriftliche Versicherung, die jeder Doktorand seiner Arbeit beifügen muss, sollte - im Falle eines zum Zeitpunkt der Prüfung der Arbeit erkennbaren Verstoßes - nicht dazu verwendet werden dürfen, das Risiko von den Gutachtern auf den Promovierten zu verlagern. Denn das könnte Gutachter dazu verleiten, nicht sorgfältig genug zu prüfen. Ein Gutachter muss in seinem Wissenschaftsbereich - und nur aus diesem wird ein Promotionsthema vergeben - solche Plagiate erkennen und er muss im Zweifelsfalle den Doktoranden auffordern, ihm die Quelle zur Prüfung vorzulegen, wenn er selbst keinen Zugriff auf diese hat. Weil Plagiate deshalb zum Zeitpunkt der Prüfung grundsätzlich erkennbar sind, darf der Doktortitel wegen diesen m.E. nicht entzogen werden.

Es ist evident, dass der - für den Abgleich einer Doktorarbeit mit der Vielzahl der für ein Plagiat in Frage kommenden Quellen - erforderliche Aufwand einen großen IT-technischen Einsatz voraussetzt. Kann man - bei allem Glauben an Crowdsourcing - wirklich so sicher sein, dass sich bei einem solchen Aufwand ausreichende Anzahlen von kostenlosen Rechercheuren zusammenfinden ? Den Medien entnehme ich, dass viele der Plagiatsjäger anonym bleiben wollen. Wer versteckt sich da alles hinter der Anonymität ? Kann man wirklich ausschließen, dass es sich hier um eine - letztlich politisch motivierte - Kampagne gegen Frau von der Leyen handelt ? Was man auch immer gegen diese Politikerin haben könnte: ein skandalisierender Umgang mit der nachträglichen Plagiatsbekämpfung hätte sehr negative Auswirkungen für die Wissenschaft selbst, denn aktuelle und zukünftige Doktoranden verkrampfen und das geht zulasten ihrer Offenheit für Neues, auf die unsere Forschung ja wirklich sehr angewiesen ist. Ist der Nutzen, der für solche Skandalisierungskampagnen ins Feld geführt wird, das wirklich wert ?

Übrigens: warum verbietet der Gesetzgeber nicht das bloße "Dr." vor dem Namen und macht er nicht die zusätzliche Angabe des jeweiligen Fachkürzels verbindlich - im Falle von Frau von der Leyen das Kürzel "med." ? Jeder weiß, dass der Titel "Dr.med." den Patienten geschuldet ist, die ja gerne einen wirklichen Doktor und nicht nur einen Arzt vor sich haben möchten, und dass deshalb bei der Vergabe vielleicht nicht so viel Wert auf Wissenschaftlichkeit gelegt wird. Es geht also bei der Verwendung des Titels "Dr." letztlich darum, dass man unterscheiden kann zwischen denen, die ihn nur zur Reputation, und denen, die ihn als Eingangsvoraussetzung für eine wissenschaftliche Karriere erworben haben.

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