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Motivation von Schülern: "Jeder hat das Potenzial für eine Eins"
DPA

Knorrige Despoten und autoritäre Antreiber sind als Lehrer nicht mehr gefragt - aber wie dann die Schüler anspornen? Eine neue Studie zur Motivation im Klassenzimmer stellt überraschend einfache und billige Maßnahmen vor, die jeder Pädagoge nutzen kann.

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Celegorm 11.03.2014, 14:06
60.

Zitat von and_one
Original-Zitat eines Lehrers: "Es ist nicht meine Aufgabe Schüler zu motivieren."
Das Problem ist oft eher, dass Lehrer die Schüler demotivieren, ob aus Inkompetenz oder sogar mit Vorsatz. Insofern sollte man dort ansetzen. Dass Lehrer darüber hinaus Schüler zwanghaft motivieren oder gar bespassen sollen kann aber effektiv kaum der Sinn dieses Berufs sein. Eine gewisse innere Motivation, zu lernen und etwas zu erreichen, sollte bei einem Schüler eh gegeben sein, ansonsten kann auch der best Lehrer wenig ausrichten..

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Christian Wernecke 11.03.2014, 14:10
61. Realitätsleugnen

Zitat von sysop
"Jeder hat das Potenzial für eine Eins"
Das ist Realitätsleugnen pur.

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mr.andersson 11.03.2014, 14:17
62.

Zitat von pittiken
[...] Sie tun keinem Kind einen Gefallen, wenn Sie dem Flöhe ins Ohr setzen.
"Du bist unfähig jemals eine 1 zu schreiben" fällt nicht unter "Flöhe ins Ohr setzen? Reden sie so mit ihren Kindern oder anderen Kindern? Die Umkehrung ist: Auch du hast das Potential eine eins zu schreiben. Die Aussage ist so trivial, dass sie eigentlich gar nicht zu diskutieren ist.

Man muss nur noch zwischen Potential und Realisation unterscheiden können. Und man muss zwischen "du wirst mit Sicherheit" und "du hast das Potential" unterscheiden können.

Das nicht jeder im gleichen Test eine eins schreiben _wird_ verhindert schon der Aufbau des Notensystems, dass die Noten 1-6 idealtypisch nach der Glockenkurve verteilt. Eine Leistung die in einer sehr guten Klasse eine 2 wäre, ist in einer sehr schlechten vielleicht eine 1. Und der eine Lehrer gibt für den Aufsatz eine drei, ein anderer für den gleichen eine 1.

Und da bekanntlich schon allein das Kriterium für eine Eins nicht universell ist und somit nicht wirklich objektiv, ist die grundsätzliche Negierung des Potentials sachlich nicht durchhaltbar.

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stockfisch1946 11.03.2014, 14:17
63. @ ucr

Zitat: ICH habe keine Lust, alles zweimal zu erklären. Wir sind hier schließlich auf dem Gymnasium. (2009). Zitat: Ich will, dass auch der Duemmste in der Klasse noch mitkommt. (1956). Da macht man sich schon mal Gedanken. ....

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knightsurfer 11.03.2014, 14:23
64. Das halte ich für Unsinn

Zitat von psychologiestudent
naja, da hat jemand seinen Sarrazin fleissig gelesen, davon wird es aber dennoch nicht richtig. Ja, der IQ ist zu ca. 50% genetisch geprägt, aber selbst der IQ ist nur zu einem bestimmten Ausmass mit tatsächlicher Leistung korreliert. Es spielen hunderte von Faktoren eine Rolle, die .....
Es gibt überall eine Normalverteilung, auch in der Intelligenz, die Schichten unterscheiden sich darin, wo der Peak liegt. Es gibt also durchaus hochbegabte Unterschichtkinder, nur sind diese seltener als hochbegabte Oberschichtkinder. Die 50% Einfluss auf den IQ halte ich für zu niedrig gegriffen, mir sind eher Zahlen von 90 % in Erinnerung, na ja, jeder liest die Statistiken, die dem eigenen Weltbild am nächsten kommen. Ich gebe Ihnen ja Recht, dass man mit Fleiß viel erreichen kann, jedoch haben Noten teilweise wenig mit der Lebenswirklichkeit zu tun, Noten sagen aus, dass man begrenztes Wissen auf den Punkt abrufen kann, Intelligenz sagt aus, dass man in der Lage ist unbekannte Probleme zu lösen. Das hat nichts mit den Ansichten eines TS zu tun, sondern ich bin dafür Menschen entsprechend ihrer Eignung zu behandeln, ohne Ideologie. Jeder Mensch hat Begabungen, nur ob diese unbedingt schulkompatibel sind sei einmal dahingestellt.

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nophony 11.03.2014, 14:24
65. Aufmerksames Lesen lohnt sich...

...denn hier werden "Grundannahmen" (d.h. unbewiesene Vorurteile) und Mutmaßungen (angezeigt durch Konjunktive) als Ergebnisse präsentiert. So trägt Spiegel-Online regelmäßig zu einer weiteren Verunsachlichung der Bildungsdebatte bei.

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erich21 11.03.2014, 14:36
66. Gratulation

an uns alle, die wir als ehemalige Schueler ja bestens wissen wie Schule zu sein hat. Auch versorgen uns unsere Kinder ja stets mit korrekten Informationen ueber das Unterrichtsverhalten von Lehrkraeften. und einige unserer Bekannten arbeiten auch heute scheinbar noch in Selektionsamstalten.
Im Uebrigen scheint mir die Quote derer, die das Abitur erreichen und dann auch noch mit Fabelnoten, mehr am Elternwillen als an der Wirklchkeit orientiert. Die Rechnung dafuer bezahlen Ausbildungsbetriebe und Universitaeten!

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psychologiestudent 11.03.2014, 14:36
67.

Zitat von knightsurfer
Es gibt überall eine Normalverteilung, auch in der Intelligenz, die Schichten unterscheiden sich darin, wo der Peak liegt. Es gibt also durchaus hochbegabte Unterschichtkinder, nur sind diese seltener als hochbegabte Oberschichtkinder. Die 50% Einfluss auf den IQ halte ich für zu niedrig gegriffen, mir sind eher....
also die 50% beziehen sich auf Asendorpf, Psychologie der Persönlichkeit. Woher haben Sie Ihre 90%? Da bin ich gelinde gesagt überrascht von, ich würde erwarten nicht aus einer seriösen Quelle.

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tubaner 11.03.2014, 14:39
68.

Zitat von der-schwarze-fleck
Kommt drauf an, was man will. Braucht man eine Mathematikerquote, also soundsoviel Menschen haben Mathematik studiert, egal ob sie ihr Fach beherrschen, hätten Sie recht.
Genau das passiert doch, wenn wenn immer garantiert x Prozent durchfallen und 100-x Prozent bestehen.

Zitat von der-schwarze-fleck
Braucht man aber Mathematiker, die am Ende des Studiums etwas können, wäre das Aussieben schon wichtig. Die Spreu vom Weizen zu trennen ist doch wohl noch erlaubt, oder?
Um das mit Spreu und Weizen mal wörtlich zu nehmen: wenn sagen wir das Verhältnis Spreu zu Weizen normalerweise etwa 1:1 ist, und Sie beim Dreschen feststellen, dass Sie nur 45 % Weizen haben, mischen Sie dann das von der Spreu, was am ehesten nach Weizenkorn aussieht, unter den Weizen, um die 50 Prozent voll zu machen? Und bei der nächsten Fuhre schmeißen Sie einen Teil des Weizens weg, weil er mehr als die Hälfte ausmacht und das nicht sein darf?

Genau das passiert in Prüfungen mit festen Durchfallquoten nämlich. Für die Note entscheidend ist nicht wie gut oder schlecht man ist, sondern wie viele Kommilitonen besser und wie viele schlechter sind.

Salopp gesagt: wer zwischen lauter Deppen sitzt, ist mit einer mittelmäßigen Leistung der King, mit der gleichen Leistung zwischen Hochbegabten würde man ausgesiebt werden.

Dieses System gibt es übrigens nicht nur an Unis, schon Grundschullehrer müssen Fünfen und Sechsen vergeben um nicht als Querulanten zu gelten, und in mancher Firma wird nach diesem Prinzip in jeder Abteilung nach festen Quoten befördert und entlassen

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tdmdft 11.03.2014, 14:40
69. Autosuggestion

Jeder kann so schnell die 100m laufen, wie Bolt! Jeder kann so toll Fussball spielen wie Robben oder Lahm! Ja in jedem steckt ein kleiner Lahm: nur einfach ein Zettel vom Fussballtrainer zu Beginn der Session mit der Bemerkung: Du spielst wie Ribery, Du bist der Beste! --- Leider sieht die Realität anders aus: leider habe ich immer an der "Bildungsungerechtigkeit" gelitten, die 100m nur mit 16.0sec zu laufen beim Fussball hat man mich als schlechtesten immer ins Tor gesteckt... ungerecht, weil keiner mir gesagt hat, eigentlich sei ich der neue Gerd Müller.... Im Sport versteht jeder, dass das Konzept wieder ein neuer Wunschtraum ist, das den Schülern ein X für ein U vormacht. Schlimmer: wenn man mit einer Eins beginnt, kann das nur bergab gehen!

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