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Muslimisches Gebet an Gymnasium: Yunus gegen das Land Berlin

Muss ein muslimischer Schüler auf dem Schulgelände*beten können? Der Fall eines Berliner Gymnasiasten beschäftigt die Justiz: Lehrer und Senat sehen den Schulfrieden gefährdet, der Junge seine Religionsfreiheit. Jetzt entscheidet des Bundesverwaltungsgericht.

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cingulator 30.11.2011, 07:10
1. Anfangs...

...wirkt so etwas immer harmlos, aber hat man erstmal den Fuß in der Tür, wird sie ruckartig aufgerissen.

Irgendwann kriegen dann alle diejenigen Dresche, die nicht mitmachen wollen.

Aber wie wäre es im Gegenzug mit einem Kompromiss? Zur Einübung der Toleranz werden die Kreuze wieder aufgehängt, dazu ein Davidstern, ein Halbmond, ein Buddha, ein Shiva u.v.a. mehr. Was ein echter Rechtgläubiger ist, der weiß ja, dass der Islam Frieden bedeutet und lässt sich davon nicht gleich beleidigen.

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ThorstenNYC 30.11.2011, 07:15
2. Nicht, dass ich jetzt für Islamunterricht an staatlichen Schulen wäre, aber …

Solange es an staatlichen deutschen Schulen praktisch flächendeckend christlichen Religionsunterricht gibt, aber kein adäquates Angebot für Schüler, die anderen Religionen anhängen, sollte es eigentlich das Mindeste sein, dass solche Schüler ihre Religion in der Schule quasi autodidaktisch leben dürfen.

Christliche Unterweisung einerseits zu fördern, andere Religionen aber nicht zu nicht anzubieten, sondern geradezu zu verbannen – das ist der Gipfel der Verlogenheit.

Das Land Berlin bezieht so eindeutig Stellung:
• Christentum: gut!
• andere Religionen, insbesondere Islam: schlecht!
Ein Land, das solches praktiziert, hat keine Religionsfreiheit, sondern ist ein Gottesstaat.

ARTIKEL:
Zitat von
[Schulleiterin] Brigitte Burchardt [spricht] mit den Schülern: darüber, dass … Staat und Kirche weitgehend getrennt sind
Und das ist eben kompletter Mumpitz, solange
• christlicher Religionsunterricht an staatlichen Schulen erteilt wird, von staatlichen Lehrern und finanziert von allen Steuerzahlern (auch den nicht christlichen),
• der Staat christliche Bischöfe und jede Menge sonstige kirchliche Amtsträger bezahlt,
• in Klassenzimmern staatlicher Schulen Kruzifixe hängen (huch, das ist zwar verfassungswidrig, ist bei den Nordösterreichern aber trotzdem Usus),
• der Staat Kirchensteuern eintreibt.

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socrateased 30.11.2011, 07:16
3. Säkularisation

Zitat von sysop
Muss ein muslimischer Schüler auf dem Schulgelände*beten können? Der Fall eines Berliner Gymnasiasten beschäftigt die Justiz: Lehrer und Senat sehen den Schulfrieden gefährdet, der Junge seine Religionsfreiheit. Jetzt entscheidet des Bundesverwaltungsgericht.
Hoffentlich entscheidet das Bundesverwaltungsgericht so, wie in meiner folgenden Überlegung:

genau wie in den USA sollte auch in Deutschland jede konkrete Religionsausübung einzelner Bekenntnisse aus den Schulen, Behörden und anderen öffentlichen Institutionen verbannt werden, dazu gehören sowohl Kreuze, andere Gottesbildnisse, Gebetsräume, Religionsunterricht und ähnliche Dinge (Anmerkung: "One nation under God" ist nicht konfessionsspezifisch, sondern soll nur "das Höchste" und dessen positiven Werte mit einschließen).

Der Grund dieser Überlegung: Religion ist ein individuell zu verwirklichender, privater Lebensinhalt, und jede institutionelle Bevorzugung einer Religion würde der Freiheit der allgemeinen, individuellen Religionsausübung grundsätzlich widersprechen. Weder der Staat als Strukturator und Organisator, noch das staatliche Schulwesen haben sich in die individuellen Ansprüche religiöser Ansschauungen einzumischen, weder hemmend noch fördernd, weder im Einzelnen benachteiligend, noch bevorzugend. Nur so kann letztlich die Freiheit der Ausübung einer spezifisch gewählten Religion *allgemein* gewährleistet werden.

An dieser Stelle wünsche ich außerdem allen Foristen sowie der Forenmoderation eine schöne Adventszeit.

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kroq2k 30.11.2011, 07:25
4. xxx

In einer Schule haben Kippa, Kopftuch und Habit ähnlich wenig zu suchen wie Kruzifix, die Zeugen Jehovas oder die Vollverschleierung. Da lob ich mir die Franzosen, die sind seit 200 Jahren wirklich radikal säkular, da könnte sich Deutschland eine Scheibe von abschneiden. Religion ist doch ehr nur Opium fürs Volk, der einzige Satz von Karl Marx den ich vorbehaltslos unterschreiben würde. Der arme Mensch tut ja so als ob das Gebet für ihn so notwendig wäre wie Luft und Nahrung..Lächerlich!

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MarNe 30.11.2011, 07:37
5. Religionsfreiheit?

Als ob es dem Jungen um seinen Glauben ginge! Es geht doch nur um Provokation. Anstatt sich zu integrieren, will er den Kartoffeln mal zeigen, dass er anders und ganz ganz toll ist. Selbst die hier geborenen Muslime verstehen auch in zweiter oder dritter oder vierter Generation nicht, dass ihre Religion und ihre Wertvorstellungen 200 bis 300 Jahre hinter Europa zurückhinken. Anstatt sich anzupassen, ziehen sie sich hinter den Schutzwall ihres vermeintlichen Glaubens zurück. Was für ein armseliger kleiner Kaspar!
Die Regel kann nur heißen: In Schulen hat Religion nichts, aber auch gar nichts zu suchen. Wenn das einem nicht passt, kann er sich sehr gerne ein anderes Land aussuchen.
Wer sind wir denn eigentlich, uns von einer 5%igen Minderheit immer wieder so vorführen zu lassen?

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Chris110 30.11.2011, 07:38
6. Re

Zitat von
Bald wird sich Yunus M. weniger mit dem Rechtsstreit beschäftigen müssen - sondern mit seinen Abitur-Klausuren.
Die sind im Land der PISA-Nieten schon lange nicht mehr soo wichtig, und werden in Zukunft auch immer unwichtiger.
Nein, der Fall zeigt schon ganz gut, wohin zumindest in Berlin die Reise geht. Einzelne Gruppen haben dort Schulabbrecherquoten von bis zu 75%.

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Chris110 30.11.2011, 07:42
7. Bereicherung!

Bereichert das denn nicht den Unterricht, wenn Schüler auf dem Schulflur den Gebetsteppich ausrollen?
Ich meine man könnte das doch interkulturell verbinden?...im Sinne einer Bunten Republik Deutschland.

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senfdazu 30.11.2011, 07:43
8. Und meine Kinder.....

Zitat von sysop
Muss ein muslimischer Schüler auf dem Schulgelände*beten können? Der Fall eines Berliner Gymnasiasten beschäftigt die Justiz: Lehrer und Senat sehen den Schulfrieden gefährdet, der Junge seine Religionsfreiheit. Jetzt entscheidet des Bundesverwaltungsgericht.
...sollen bitte drei Vaterunser in einer eigenen Kapelle in der Schule beten.

Andere möchten vielleicht Buddha oder den Mamon anbeten...so ein Quatsch..Staat und Religion sind in Deutschland getrennt und nicht in der Schule vereinbar !!!

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flower power 30.11.2011, 07:44
9. und wie

wird das in muslimischen Staaten gehandhabt. Kann man da auch christö- beten. gibt es da ein zuständiges Gericht, kann man da auch vor ein BVG ?
Eine Posse ohne Ende, schade um das Geld. So wird es verschwendet. Was für richter in Berlin? Haben die überhaupt noch einen Gerechtigkeitssinn?
Typisch deutsch - jeder und alles wird zum Thema gemacht.
Mit so einem Quatsch muss man sich doch nicht beschäftigen! und dabei Richter und Beamte noch bezahlen. Der Junge kann doch zu Hause beten. Wenn er Lokführer oder Pilot wäre, könnte er auch nicht anhalten.

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