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Mythos und Wahrheit: Das Abitur wird immer leichter - stimmt's?
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Immer mehr Abiturienten, immer bessere Noten - da kann doch was nicht stimmen: Wird der höchste Schulabschluss verwässert? Der Fakten-Check.

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LurchiD 17.12.2015, 22:18
160.

Zitat von espet3
In den 60er-Jahren und davor wurde noch im Gymnasium ordentlich gesiebt, was heute an der UNI passiert. Noch nie hat es so viele Studienabbrecher gegeben.
In Bayern gab es damals eine für jeden Schüler verbindliche mehrtägige Aufnahmeprüfung, und viel gesiebt worden ist im Gymnasium später dann nicht mehr.

Über die Gründe. warum man diese Prüfung, die ja nun wirklich das Allergerechteste war, das man sich nur irgendwie vorstellen kann, abgeschafft hatte, kann man nur rätseln.

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dickebank 18.12.2015, 07:26
161. Verteilungsfrage

Zitat von LurchiD
In Bayern gab es damals eine für jeden Schüler verbindliche mehrtägige Aufnahmeprüfung, und viel gesiebt worden ist im Gymnasium später dann nicht mehr. Über die Gründe. warum man diese Prüfung, die ja nun wirklich das Allergerechteste war, das man sich nur irgendwie vorstellen kann, abgeschafft hatte, kann man nur rätseln.
Weil in Bayern in Gegenden mit Mehreren GY mehr Schüler gymnasialfähig getestet worden sind als in den Gegenden mit nur einem Kreisgymnasium.

Konnte also passieren, dass man mit gleichen Testergebnissen keinen Platz in Kronach gewann, die leistungen für ein GY in Nürnberg aber ausreichend gesesen sind.
Da fällt einem eben ganz schnell das Motto des Hosenbandordens ein; "Ein Schelm, der ..."

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Anton Keller 26.12.2015, 23:24
162.

Zitat von Lignite
"Echte Belege für die Geschichte vom Verfall des Abiturs gibt es nicht. " Aber sicher. Es gibt kaum noch Nobelpreise für deutsche Forscher. Die deutschen Universitäten sind auch im internationalen Vergleich erheblich abgefallen und sind nur noch Mittelklasse. Und das in einem Land, dass von 1890 bis 1940 das Wissensland der Welt war. Und davor ja auch. Bereits das Rad wurde in Germanien erfunden. :-)
Die potentiellen Nobelpreisträger sind mit dem Antragsstellen von Gelder aus EU-Töpfen beschäftigt. Leider wird noch nicht für eine solche Tätigkeit einen Nobelpreis verliehen.

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Anton Keller 26.12.2015, 23:30
163.

Zitat von lini71
konnten lange Zeit auch nur 20% eines Jahrganges. Heute 98%, ist damit Lesen und Schreiben verwässert worden?
Früher konnten viele nicht in die Schule. Deshalb konnten sie nicht lesen und Schreiben. Man sollte schon als Basis die Schulbesucher nehmen.

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Anton Keller 26.12.2015, 23:32
164.

Zitat von Rooo
Kein intelligenter Mensch würde behaupten, dass das Abitur direkt oder verlässlich die Intelligenz von Menschen widerspiegelt. Dafür müsste man das Abitur in Form eines Intelligenztests gestalten. Daher sind sämtliche Kommentare, die von irgendwelchen Glockenkurven der Intelligenzverteilung berichten völlig am Thema vorbei. Andersherum geht ja auch. Sie können so intelligent sein, wie Sie möchten. Damit können Sie auch unglaublich glücklich werden. Den IQ-Test können Sie sich auch 100 mal ausdrucken und an die Tapete nageln. Wenn Sie das Abitur trotzdem nicht bestehen, weil sie ADHS haben, einfach nur superfaul sind oder von den drögen Lehrern die Schnauze voll haben, dann nützt Ihnen das für das Abitur gar nichts. Der Artikel trifft eigentlich den Kern der Sache: Jeder hier glaubt, er wisse genau warum immer mehr Menschen das Abitur machen, obwohl das absolut niemand auch nur halbwegs beweisen kann, da es hunderte gesellschaftliche, wirtschaftliche, biologische und sonstige Faktoren geben kann und wohl auch gibt, die auf die Abiturientenquote Einfluss haben.
Dann müssten ihrer Meinung nach mehr Abiturienten plötzlich weniger ADHS haben, nicht mehr superfaul sein und sogar von den Lehrpersonen begeistert sein.

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dickebank 27.12.2015, 07:44
165. Irrtum

Ich habe noch einmal nachgesehen, wir drucken es schon ewig aug 120 g/m²-Papier. Hat es eine Korrektur innerhalb des SI-Systemes gegeben, von der ich nichts mitbekommen habe ? Oder hat sich die Gravitationskraft verändert, oder, oder? - Ich weiß es nicht?

Aus meiner Sicht ist das Abi seit Jahrenennen gleich schwer. Mir ist allerdings aufgefallen, dass sich Aufgabenstellungen und Hilfsmittel verändert haben, einschließlich der ministeriellen Vorgaben. Und das Entscheidende zum Schluss, die Schülerschaft hat sich verändert - und zwar weit mehr als die Gesamtbevölkerung. Während in der Gesamtbevölkerung der Anteil von "Personen mit Zuwanderungsgeschichte" bei rund 15% bewegt - also in etwa jeder Siebte -, liegt er an Schulen bei ca. 33% - also jeder dritte Schüler hat einen Migrationshintergrund. Da das Abitur an GY, BK und GeS abgelegt werden kann, dürfte der Anteil der Migranten unter dn Abiturienten ebenfalls um die 30% liegen.

PS Das Abi wird auch nicht schwerer, wenn der Ariernachweis wieder eingeführt wird.

PPS Schön wäre auch wenn erwachsene, mündige Bürger lernten zwischen relativen und absoluten Werten zu unterscheiden. Ob nämlich in den 70ern des letzten Jahrhunderts weniger Studenten an deutschen Hochschulen eingeschrieben waren als heute, bezweifele ich stark. Dass in den 70ern bezogen auf die Gesamtschülerschaft prozentual weniger Personen eine Hochschulzugangsberechtigung erhielten und sich immatrikulierten als heute, ist richtig. Nur der Anteil der Menschen im studierfähigen Alter war in den 70ern größer als heute.

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HaPeGe 29.12.2015, 11:48
166. Und das ist schlimm !

Zitat von espet3
In den 60er-Jahren und davor wurde noch im Gymnasium ordentlich gesiebt, was heute an der UNI passiert. Noch nie hat es so viele Studienabbrecher gegeben.
Die Auslese in den 60er Jahren vor Aufnahme ins Gymnasium hat denjenigen, die es nicht geschafft haben, andere Möglichkeiten eröffnet. Die dreijährige Lehre hat auch viel gebracht. Wer dann wollte, konnte immer noch auf dem zweiten Bildungsweg studieren.

Die heutigen Studienabbrecher tun sich schwer eine neue Richtung einzuschlagen. Für eine Lehre sind sie oft einfach zu alt.

Dies alles ist keine positive Entwicklung in der Bildungspolitik. Wir müssen den Reformeifer der "Bildungsexperten" einmal stoppen und sollten uns auf das besinnen, was sich bewährt hat. Dazu sollte auch gehören, dem Bologna-Konzept adé zu sagen und die Diplomstudiengänge wieder einzuführen, die weltweit ein hohes Ansehen genießen. Was man vom deutschen Bachelor nicht gerade behaupten kann.

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caliper 30.12.2015, 11:55
167.

Zitat von HaPeGe
Die Auslese in den 60er Jahren vor Aufnahme ins Gymnasium hat denjenigen, die es nicht geschafft haben, andere Möglichkeiten eröffnet. Die dreijährige Lehre hat auch viel gebracht. Wer dann wollte, konnte immer noch auf dem zweiten Bildungsweg studieren. Die heutigen Studienabbrecher tun sich schwer eine neue Richtung einzuschlagen. Für eine Lehre sind sie oft einfach zu alt. Dies alles ist keine positive Entwicklung in der Bildungspolitik. Wir müssen den Reformeifer der "Bildungsexperten" einmal stoppen und sollten uns auf das besinnen, was sich bewährt hat. Dazu sollte auch gehören, dem Bologna-Konzept adé zu sagen und die Diplomstudiengänge wieder einzuführen, die weltweit ein hohes Ansehen genießen. Was man vom deutschen Bachelor nicht gerade behaupten kann.
Der Anteil der Kinder, die auf das Gymnasium als gymnasialtauglich eingestuft, geschickt wurden und am Ende Abi erhalten, war vor 30 Jahren deutlich niedriger als heute.

Früher wurden mittelmäßige Kinder auf Haupt- oder Realschule geschickt und haben danach einen Ausbildungsberuf ergriffen. Heute landen sie auf dem Gymnasium. Entsprechend wird der Stoff, gerade in Mathe und Physik auf Realschulniveau vermittelt.

Viel nach Schema F ohne es wirklich zu verstehen. Lehrer legen sogar gesteigerten Wert darauf, dass die Tabelle in der man Zwischenergebnis und Ergebnis einträgt immer die gleiche Orientierung und Aufteilung hat. Kinder werden nicht ermuntert eigene Lösungswege zu gehen sondern bestraft. Bei wirklich gymnasialtauglichen Kindern erzeugt das nur Langeweile. Das grenzt an Kindesmisshandlung.

Wir ziehen ein Heer von Sachbearbeitern auf, die nichts anderes können werden, als das perfekt zu repetieren was ihnen jemand vorgemacht hat. Fähigkeiten, die man für Routine- und Hilfstätigkeiten benötigt.

Leute die Vorangehen, Pioniergeist entwickeln benötigen eine andere Schulbildung. Bologna passt im Anschluss perfekt dazu und besorgt dann nur noch den Rest.

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dickebank 30.12.2015, 12:10
168. Welche Auslese?

Zitat von HaPeGe
Die Auslese in den 60er Jahren vor Aufnahme ins Gymnasium hat denjenigen, die es nicht geschafft haben, andere Möglichkeiten eröffnet. Die dreijährige Lehre hat auch viel gebracht. Wer dann wollte, konnte immer noch auf dem zweiten Bildungsweg studieren. Die heutigen Studienabbrecher tun sich schwer eine neue Richtung einzuschlagen. Für eine Lehre sind sie oft einfach zu alt. Dies alles ist keine positive Entwicklung in der Bildungspolitik. Wir müssen den Reformeifer der "Bildungsexperten" einmal stoppen und sollten uns auf das besinnen, was sich bewährt hat. Dazu sollte auch gehören, dem Bologna-Konzept adé zu sagen und die Diplomstudiengänge wieder einzuführen, die weltweit ein hohes Ansehen genießen. Was man vom deutschen Bachelor nicht gerade behaupten kann.
Die Zahl der GY war geringer, auf dem flachen Land tendierte sie gegn Null. Da gab es allenfalls GY in den Kreisstädten - okay, die landkreise waren bis zur Kommunalreform in den 79ern kleiner.

Die vergleichsweise einfache Korrelation führte zu folgender Behauptung, die landeier sind dümmer, weil sie weniger höhere Bildungsabschlüsse erzielen. Aus der schlechteren Erreichbarkeit entsprechender Bildungseinrichtungen wurden so Aussagen über die Intelligenzverteilung im Land angestellt.

Gleichzeitig konnte konstatiert werden, dass das bevölkerungsreichste Bundesland infolge weit zurück liegender kaiserlicher Weisung bis in die 70er ohne eine adäquate Zahl von Studienplätze auskommen musste, da Arbeiterkinder nicht zu studieren brauchten.

Von welcher Auslese sprechen Sie? Sie verschweigen gleichzeitig aber auch, dass berufliche Karrieren wie z.B. die von H. Kopper heute in dieser Form nicht mehr möglich sind. Formale Voraussetzung bei international agierenden Firmen für eine Position als Fach- oder Führungskraft ist ein abgeschlossenes Studium. Glauben Sie wirklich, dass die Mitarbeiter in der Produktion eines deutch/chinesischen Joint-ventures, die aüberwiegend einen Bachelor-Abschluss ihr eigen nennen, sich etwas von einem deutschen Meister sagen ließen? Dessen beruflicher Werdegang lässt sich im internationalen Vergleich allenfalls als "Anlerntätigkeit" (training on the job) einstufen.

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