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Mythos und Wahrheit: Das Abitur wird immer leichter - stimmt's?
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Immer mehr Abiturienten, immer bessere Noten - da kann doch was nicht stimmen: Wird der höchste Schulabschluss verwässert? Der Fakten-Check.

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El pato clavado 29.10.2015, 15:08
10. Poltische Quote

die hohe Quote ist politisch erwünscht und wird mit massiven Nachhilfeunterict ermöglicht

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christiewarwel 29.10.2015, 15:15
11. Halbe Sachen

Typisch für die heutige Zeit, wird die Sache mal wieder nur zur Hälfte betrachtet: Es gibt sehr wohl gute Studien darüber, daß die Menschen in relevanten Zeiträumen (und das ist nicht von einem Jahr zum nächsten) in Europa NICHT (mehr) klüger werden. Da die Noten (siehe #2) aber deutlich besser und der Anteil der Menschen mit Abitur immer größer wird ....

Ein Blick auf die Entwicklung des Flynn-Effekts während der letzten 30 Jahre hätte sicher geholfen. https://de.wikipedia.org/wiki/Flynn-Effekt.

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unbekanntgeblieben 29.10.2015, 15:20
12. Persönliches Fazit

Mein Abitur liegt noch nicht so lange zurück und ich bin der Meinung es wurde leichter, besonders Mathe.

Desweiteren musste man meines Wissens früher alle Teilprüfungen bestehen, jetzt kann man irgendwie auch eine 5 oder 6 ausgleichen.

Problematisch war Mathe. Da die Taschenrechner besser wurden, wurde das Niveau angepasst. Wer also nicht den teuersten Taschenrechner hatte, war mit einigen Aufgaben langsamer, für welche es im Ausgleich aber weniger Punkte gab und war dadurch benachteiligt ...

Allgemein scheint der Lehrplan auf eine Generation von Tasten-Tippern ausgelegt zu werden ...

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OnkelDonald 29.10.2015, 15:20
13. Gegensätzliche Entwicklung

Wie Benutzer Baikal schon schreibt, ist die Verteilung der Intelligenz nicht mit der Hälfte eines Jahrgangs, die das Abitur erlangt, vereinbar. Auch schon der 2006 gemessene Wert, dass nahezu 20 Prozent der Abiturienten mit einer eins vor dem Komma abschließen, kann nicht mit einer wundersamen Steigerung von Bildung und Intelligenz erklärt werden.

Als Hochschuldozent erlebe ich, bezogen auf die letzten 20 Jahre, genau das Gegenteil. In meinen Klausuren, die mindestens zur Hälfte aus Verständnisfragen und Aufgaben mit Lösungserarbeitung bestehen, ist der Notenschnitt innerhalb dieser 20 Jahre kontinuierlich um insgesamt ca. 1,5(!) gesunken. Insbesondere fällt auf, dass die Studenten sich zunehmend auf's Auswendiglernen konzentrieren und bei Aufgaben, bei denen die selbständige Problemlösung im Vordergrund steht, immer schlechter abschneiden. Inbesondere dann, wenn es sich dabei um Aufgaben handelt, die nicht 1 zu 1 samt Lösungsweg im Lehrbuch oder im Skript zu finden sind.

Bei vielen Kollegen sehe ich, dass in erster Linie nur noch Wissen abgefragt wird, das die Studenten mit bulimieähnlichem Verhalten kurz vor der Klausur in sich hineinstopfen, um es ebenso kurz nach der Klausur in unerreichbaren Hirnregionen schleunigst wieder zu entsorgen.

3 auswendig gelernte Stichpunkte aus dem Skript sind schnell hingeschrieben. Aber wehe, Sie hinterfragen diese Stichpunkte und prüfen das Verständnis hierfür...

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henrik-flemming 29.10.2015, 15:21
14. Damals.. haha

Damals gab es Sport Abitur. Natürlich müssen die mathematischen Fähigkeiten eines Sportler hervorragend sein, um zu Beispiel richtig am Reck turnen zu können, den Gegner beim Fussball auszudribbeln, einen Ball von 15 Meter Entfernung in den Basketball Korb zu "transponieren" usw. Das setzt hervorragende Rechenkünste vorraus und nicht nur Ausdauer.

Allerdings könnten diese Sportabiturienten ihre mathematischen Fähigkeiten nicht richtig artikulieren und waren damit nutzlos.

Allerdings, wird das Abitur in den meisten Staaten, allen vorweg Grossbritannien http://i.dailymail.co.uk/i/pix/2015/10/09/18/2D3D986300000578-0-image-a-1_1444410376201.jpg wieder schwieriger und das ist gut so!

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lobro 29.10.2015, 15:22
15. Abitur

Ich bin in den 60er Jahren zur Schule gegangen. Damals wurde noch nach dem Motto "Streng benotet kommt gut durchd Leben" bewertet. Einen Notendurchschnitt von 1,0 gab es damals praktisch garnicht. So jemanden hätte man damals als achtes Weltwunder in die Vitrine gestellt.

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henrik-flemming 29.10.2015, 15:28
16. Neue Systematik

Zitat von Baikal
Ist schon lange inflationiert worden, über 50 Prozent eines Jahrgangs können das Abitur nur erlangen wenn die Anforderungen auch für über 50 Prozent zugeschnitten worden sind. Und das ist nach der Gausschen Verteilungskurve nun einmal nicht mit der Verteilung der Intelligenz in Einklang zu bringen.
Ich bin sogar dafür, dass alle Schulabgänger das Abitur bekommen sollten in dem man die Berufsschulen zu Gymansien macht. Dann gibt es halt Abitur in Elektronik, Maschinenbau, Wirtschaft, BWL, Sprachen, Informatik, Naturwissenschaften (Biologisch-Medizinisch/Chemisch-Physikalisch), Kunst oder Sozialwesen. Macht auf jeden Fall mehr Sinn, als dieses verkrüstete System aufrecht zu erhalten. Die Gesamtschulen sollten zu gleich abgeschafft und in Gymnasien umgewandelt werden.

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wope 29.10.2015, 15:32
17. Die Erfahrung an den Hochschulen

zeigt, dass sich so manches zum Schlechteren verändert. Auch dort ergibt sich in anspruchsvolleren Fächern, bei denen z.B. ein Mindestwissen an Mathematik vorauszusetzen ist, immer mehr die Notwendigkeit eines 'Propädeutikums'. Wenn das ein Hinweis auf bessere Ausbildung im Abitur ist, dann weiß ich auch nicht. Zumal natürlich so manche Anforderung im Laufe der Zeit zunimmt.

Das gegliederte Schulsystem war in Deutschland ausnahmsweise mal wirklich weltweit das beste, wird aber wieder auf dem Altar Europäischer oder weltweiter Standards geopfert. Bei dem gegliederten Schulsystem war für jeden etwas dabei, wenn er nicht zu blöd oder zu faul war. Je mehr Abiturienten, die man nicht gebrauchen kann, weil sie nicht mal die einfachsten Rechenaufgaben lösen können, desto sinnloser die Schulnoten insgesamt.

Aber das ist ja nur ein Steinchen auf dem Weg, der Deutschland insgesamt abschaffen soll. Der Hinweis eines Kommentierers, der Schreiber hätte mal bei Experten vor Ort - Lehrern, Lehrherren, Professoren usw. - recherchieren sollen, ist sicherlich hilfreich, wenn jemand das Problem ernsthaft analysieren will. Und dass es angeblich keine statistisch signifikanten sinnvollen Studien geben soll glauben wohl nur die Leichtgläubigen (mit Einserabitur). Aber politisch korrekt wäre das natürlich nicht, also werden sie gar nicht erst veröffentlicht!

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jklaus75 29.10.2015, 15:39
18. Blick auf die Noten irreführend

Zitat von Kapaun
Richtig. Es hätte für diesen "Faktencheck" wahrscheinlich schon gereicht, wenn der Autor mal mit Lehrkräften gesprochen hätte, die schon länger dabei sind ...
Oh ja - tatsächlich! Ein Gespräch mit Lehrkräften hätte tatsächlich geholfen. Dann hätte der Autor nämlich erfahren, dass der isolierte Blick auf den Notenschnitt keinesfalls aussagekräftig ist - wenn beispielsweise zeitgleich von Seiten der Schulaufsichtsbehörden an Fehlerquotienten geschraubt wird, damit Schüler besser abschneiden.
Für mich ist es erschreckend, wie fehlerhaft Texte heutzutage sein dürfen, ohne dass das eine schlechte Note nach sich zieht.

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Funolly 29.10.2015, 15:41
19. ...

ich studiere derzeit an einer sehr angesehenen Fakultät und bin immer wieder neu enttäuscht wie niedrig das Niveau bei Klausuren ist. Ich habe zu 100% den Eindruck, dass die Schwierigkeit einer Klausur entsprechend den Zuhörern angepasst wird. Vor Klausuren wird verraten welche Teilgebiete dran kommen, manchmal sogar fast identische Aufgaben vorgelegt.
Ich bin dann immer wieder enttäuscht, dass meine 1,0 auch von 30 anderen erreicht wurde, die kaum verstanden haben, was sie gerechnet bzw. ausgedrückt haben ...

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