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Mythos und Wahrheit: Mädchen können nicht rechnen?
Corbis

Es ist ein altes Vorurteil: Mädchen sind einfach schlechter im Rechnen. Was ist dran? Der Faktencheck.

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ronny.grahl 23.11.2015, 09:48
1. Fleiß und Interesse

Mathematik - zumindest Schulmathematik - ist sicher kein Talentfach. Sie zu beherrschen ist eine Frage, ob man sich auf sie einlässt und wieviel Zeit man bereit ist, in sie zu investieren. Mathematik ist klar strukturiert. Ein durchschnittlich intelligenter Mensch wird daran nur scheitern, wenn er eine negative Grundeinstellung ihr gegenüber hat, die ihn daran hindert sich des Rechnens anzunehmen.

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herumnöler 23.11.2015, 09:56
2. Maedchen statisch, Jungen dynamisch

Wusst' ich's doch: Maedchen: Haekeln, schwanger; Jungen: Fussball.

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kroxx 23.11.2015, 10:02
3. Was ist mit den anderen Fächern?

In so ziemlich allen anderen Fächern als den mathematisch/naturwissenschaftlichen schneiden Mädchen besser ab als Jungen. Ich habe allerdings noch nie von Bestrebungen gelesen, dass dort Unterrichtskonzepte überdacht werden sollen, so dass Jungen da besser abschneiden. Soviel zur Gleichberechtigung.

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territrades 23.11.2015, 10:07
4. Mädchen können Rechnen ...

Als Physikstudent kann ich berichten: Die weiblichen Studenten sind zwar in der Minderheit, stehen ihren männlichen Kollegen aber in nichts nach. Ansonsten gebe ich meinen Vorredner recht, Schulmathematik lässt sich von jedem erlernen der nicht gerade eine ausgesprochene Behinderung auf diesem Gebiet aufweist. Das Problem ist eher die breite gesellschaftliche Akzeptanz der Mathematikverweigerung. Wir haben ja auch das Telekolleg abgeschafft und strahlen stattdessen Unterhaltungssendungen aus, in denen F-Promis ihre eigene Unfähigkeit zelebrieren.

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123456789abc 23.11.2015, 10:11
5. Faktencheck?

Die einzigen wirklichen Fakten, die dem Artikel zugrundeliegen sind die des PISA-Test, der Rest sind
Studien, bei denen die Aussagekraft - schon auf Grund der Mustergröße zweifelhaft bleibt.

Wäre es dann nicht angebracht im "Faktencheck" diese Fakten mal gründlich zu analysieren. Inwiefern spielt die Struktur des Matheunterrichtes (Fokus auf Fleiss in Asien & Russland versus neue "Methoden" in D) eine Rolle, dass Mädchen in Fleissfächern besser sind, ist ja nun zusammen mit der sozialen Begründung eigentlich
akzeptiert.

Daraus könnte man dann wieder schließen, dass Pauschalurteile, die in einen kurzen Satz passen, fast immer zweifelhaft und jedenfalls ohne Kontext nutzlos sind.

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Thomas Rudi Edward Mx 23.11.2015, 10:12
6. Ergänzung

Ergänzend könnte hinzugefügt werden, daß in Island, dort wo "Mädchen besser rechnen können als Jungen", von diesen eine Punktzahl von 496 erreicht wurde, verglichen mit 490 Punkten bei männlichen Schülern. Deutsche Mädchen erreichten im Mittel 507 Punkte und waren damit nicht nur besser als Isländerinnen, sondern übertrafen auch die männlichen Schüler von 17 OECD Staaten und auch den OECD Gesamt-Durchschnitt von 499 Punkten. Laut Studie rührt der Geschlechtsunterschied in Deutschland von der hohen Punktzahl der männlichen Schüler her, die eines der besten OECD-Ergebnisse überhaupt erzielten. Schülerinnen auf diese Elite-Werte trimmen zu wollen ist genau das, was Sie weiter oben als negativen Einfluss auf die Ergebnisse von Schülerinnen beschreiben: eine zu hohe Erwartungshaltung.

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prisma-4d 23.11.2015, 10:12
7. ...wirklich?

Zitat:"
Fazit: Mädchen könnten Mathe besser können, wenn sie sich mehr zutrauen würden. Festgefahrene Rollenklischees und ein Unterricht, der Schülerinnen nicht besonders gut fördert, führen jedoch dazu, dass Mädchen bei uns in Mathematik oft schlechter abschneiden als Jungen."

...und die Jungs kämpfen mit den Sprachen, wie werden diese gefördert?

In Zeiten der Gleichberechtigung erwarte ich genauso Programme und Jungs zu fördern. Sie habe im Schnitt schlechtere Noten, und sowohl Abitur- als auch Studienquote ist niedriger! Was für Mädchen Mathe und Physik ist, ist für die Jungs Deutsch und Englisch.

Dabei sollten wir uns Grundsätzlich fragen, ob diese permanente Geleichmacherei auch was bringt!

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May 23.11.2015, 10:18
8.

Hierzu mal meine anekdotische Erfahrungen:

Wenn ich mich an meinen Mathe-Leistungskurs versuche zurueck zu erinnern, dann waren die Geschlechter in Sachen Notenverteilung gefuehlt gleich auf, die Maedchen im Schnitt vielleicht sogar etwas besser. Was aber auffiel war, die tendenziell unterschiedliche Herangehensweise an mathematische Probleme. Die Jungs versuchten eher Prinzipien zu verstehen, die Maedchen lernten eher Loesungswege auswendig und steckten allgemein mehr Arbeit in den Mathe LK.

In einer normalen Mathe Klausur lieferte beides aehnliche Ergebnisse, bzw. waren die Maedchen tendentiell sogar besser. Sobald aber auch nur die kleinste Variation eingeflossen ist, sobald man etwas kreativ werden musste weil wir nie einen Loesungsweg fuer dies eine exakte Problem zu Gesicht bekamen, hatten die Maedchen grosse Probleme, auch wenn sie ansonsten immer sehr gute Noten schrieben und auch im Unterricht oft Antworten geben konnten wo maennliche Mitschueler nicht weiter wussten. Es war fuer mich faszinierend als ich dieses Muster erkannte. Und wie zur Bestaetigung kam am Ende dann das Zentralabitur. Die Maedchen stuerzten im Schnitt deutlich ab. Z.B.: Die bis dato Klassenbeste war mit 12 Notenpunkten angemeldet, erreichte im Abitur nur 8, der Zweitbeste war mit 11,5 Notenpunkten angemeldet und erreichte glatte 15 Punkte im Abitur. Sicherlich spielen hier immer viele Faktoren mit hinein, aber es zeigt den Trend damals doch exemplarisch.

Wie gesagt, ist nur eine Anekdote, keine Studie, aber es war eben extrem auffaellig.

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Roland Bender 23.11.2015, 10:18
9. Da gibts schon Unterschiede.

Am krassesten ist mir das an einem anderen Fach mal aufgefallen. Buchhaltung. Man kann die Verbuchungs-Regeln und Buchungssätze auswendig lernen oder man kann sie versuchen zu verstehen.

Bei uns in der Klasse waren etwa 50% Mädels und im Wesentlichen war es so, dass die Jungs versucht haben, den Kram zu verstehen und die Mädels haben das nicht versucht, sondern haben sie auswendig gelernt.

Im Studium (Informatik) habe ich dieses krasse Bild dann nicht mehr so bemerkt aber da gab es auch nur noch wenige (und dann sehr Mathematik und Technik affine) Frauen.

Am Ende interpretiere ich das nach wie vor so, dass es Unterschiede gibt und die laufen auch ziemlich entlang der Klischees. Mädchen/Frauen sind gefühlsbetonter (heute würde man sagen sozial kompetenter ;-)) und die Jungs sind dafür logischer und eher Willens hinter die Dinge zu schauen (heute würde man sagen unagepasste Nerds).

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