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Mythos und Wahrheit: Sind Jungen die neuen Verlierer?
Corbis

Mädchen haben bessere Noten, Mädchen machen häufiger Abitur. Und die Jungen? Werden von der Schule systematisch benachteiligt, heißt es oft. Stimmt das?

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epicur 04.01.2016, 06:49
1.

Jungen wissen, dass es sie in der Arbeitswelt einfacher haben. Männer befördern oft Männer. Man will unter sich bleiben.
Oft werden qualifizierte Frauen benachteiligt und klein gemacht.
Viele Männer hätten als Frauen keine Chance Karriere zu machten.

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stefanmller800 04.01.2016, 07:00
2.

Das Problem ist aber, dass nach der selben Logik eine Diskriminierung von Frauen im ^Berufsleben gesehen wird. Da ist das Problem...man darf einfach in der Politik nicht sagen: "Frauen und Männer sind nicht gleich. Trotzdem ist keiner besser oder schlechter."

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FocusTurnier 04.01.2016, 07:06
3. Mit Vorsicht zu genießen

Die Untersuchungen, die von Herrn Helbig bzw. dem WZB angefertigt worden sind, sollten mal etwas näher betrachtet werden. Nicht, um Diskriminierungen zu suchen, wo keine sind, sondern um einem wissenschaftlichen Anspruch gerecht zu werden. Der Lehrer Lucas Schoppe hat sich dieser Thematik mal angenommen:

http://man-tau.com/2015/09/18/marcel-helbig-und-die-aggressionen-gegen-jungen/

Wenn die Aussage steht, daß 85% aller männlichen Schüler die schulische Ausbildung nicht wertschätzen, dann sollte man sich vielleicht mal fragen, ob das nicht auch an der schulischen Ausbildung, und nicht an den Jungen selber, liegen kann.
Im Gegensatz zur deutschen Presse thematisieren die britischen Medien dieses Problem etwas deutlicher:
http://www.dailymail.co.uk/wires/pa/article-3363461/Tens-thousands-men-missing-higher-education.html

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Tevsa 04.01.2016, 07:12
4.

Ob Bildung auch " in den Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts das katholische Arbeitermädchen vom Lande " auch als " uncool " oder besser wohl unnötig erachtet wurde?

Hat es sich geändert? Das geht auch für die heutigen "Bildungverlierer". Aber dazu müste das Problem erstmal von der Familienministerium erst genommen werden....

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bernd.schuhster 04.01.2016, 07:13
5. Hirngröße

Es ist Fakt, dass das männliche Gehirn um ca. 150g schwerer als das weibliche ist.
So ist nachvollziehbar, dass das weibliche Gehirn schneller voll entwickelt ist und dafür das männliche nach der Vollentwicklung durchschnittlich leistungsfähiger ist.
Dies lässt sich m.E. im Berufsleben täglich sehen, wie auch in den Karriereentwicklungen.

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Kb671 04.01.2016, 07:16
6. Feminisierung der Schule...

...hat doch nur mittelbar mit dem Geschlecht der Lehrkräfte zu tun. Es geht doch auch um das Lernklima und wie welcher Lehrstoff vermittelt wird.
Wenn Jungs Schule eher ablehnen, dann zeigt das doch, dass sie für sie weniger attraktiv ist - warum wohl?

Oder mal umgekehrt gedacht: Was wäre, wenn eine Studie zu genau dem umgekehrten Schluss gekommen wäre - also Bildungsbenachteiligng für die Mädchen. Eine Task Force der BildungsministerInnen aus Bund und Ländern wäre uns sicher, um das Problem schnellstmöglich abzustellen! Aber so bleiben halt die Jungs etwas dümmer - who cares...

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Hans Neumann 04.01.2016, 07:19
7.

Das liefe doch aber darauf hinaus, dass die Schulen eher auf kritikloses Auswendiglernen als auf Hinterfragen setzen.

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bazzu 04.01.2016, 07:27
8. Aha?

Eines der ersten Male, bei dem ich erlebe, dass sich ein großes deutsches Medium dieser Problematik annimmt. Schade nur, dass das ,,Fazit" wieder mal vorhersehbar war.
Geht es um Nachteile, die Frauen offensichtlich in unserer Gesellschaft haben, gelten Rollenklischees nicht als Entschuldigung. Grundsätzlich wird dann dafür plädiert, dass diesen Rollenklischees mit Gesetzen entgegengewirkt wird (was natürlich hinsichtlich einer Geschlechtergleichheit vor dem Staat ein absolutes Unding ist...aber psst!).

Jetzt geht es aber um die Jungen. Hier sind die Rollenklischees natürlich Sache der Jungen. Selbst Schuld, dass du nur ein X-Chromosom hast!

Wie war das noch gleich mit der Rechtfertigung für höhere Bewertungen bei schlechteren Leistungen im Sportunterricht von Mädchen? Gabs da etwa ein biologisches Argument?

Es bleibt dabei: Statistiken, in die bei Frauen auch nur in irgendeiner Weise ein Nachteil hineingelesen werden kann, werden stets als Argument für Benachteiligung und Ausgleichsgesetzgebungen genommen.

Statistiken, nach denen Jungen benachteiligt sind, werden gerechtfertigt, um Ausgleichsgesetze in die andere Richtung zu verhindern.

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bauausdo 04.01.2016, 07:27
9. Selber Schuld?

Sind die aufgeführten Gründe denn gottgegeben? Oder beruhen sie auf einer Erziehung der Jungen, die Schule weniger wertschätzt und andere Dinge dafür höher bewertet bzw. Fehlverhalten eher toleriert? Die angebotene Erkenntnis "selber Schuld" greift doch etwas kurz.

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