Forum: Leben und Lernen
Mythos und Wahrheit: Sind Jungen die neuen Verlierer?
Corbis

Mädchen haben bessere Noten, Mädchen machen häufiger Abitur. Und die Jungen? Werden von der Schule systematisch benachteiligt, heißt es oft. Stimmt das?

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dickebank 04.01.2016, 13:32
150. ach so

Zitat von tullrich
Der Karriereknick startet schon, wenn man Germanistik, Sozialpädagogik oder Genderwissenschaften studiert. Man startet so schon zu Beginn als Abhängiger und eben nicht als Erwachsener. Okay, als Beamter gibts mehr Geld und Ansehen als als HartzIV-Empfänger, aber das Muster "Taschengeld/Staatsknete" ist das gleiche. Im Übrigen ist niemand gesetzlich gezwungen, eine Familienphase zu absolvieren. Das ist der in der VWL genannte Tausch Freizeit gegen Einkommen. Im Extrem ist es eben die 70-Stundenwoche und der Angst, bei einem Urlaub, der länger als eine Woche dauert, abgesägt zu werden.
Nun ich habe auf der Basis gleicher Berufe wie z.B. Bankkaufleuten (m/w) und Bauingenieuren (m/w) sowie Beschäftigten gleicher Laufbahnen im öD (m/w) meine Aussage getroffen.

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bernhard_s2 04.01.2016, 13:33
151. Der mündige Bürger

"Ein richtiger Junge soll Lehrer eher infrage stellen, statt ihren Anweisungen zu folgen. Unter Mädchen scheint die Vorstellung dagegen weitaus akzeptierter zu sein, dass gute Noten auch mit Mühe und Arbeit zu tun haben."

Tja, eine Autorität in Frage stellen... sowas muß doch bestraft werden. Dagegen hübsch und lieb sein und brav jeden vorgesetzten Unsinn mit Fleiß ausführen, nur um der Autorität zu gefallen... sowas bringt einen vorwärts.

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MatthiasPetersbach 04.01.2016, 13:33
152.

Zitat von canUCme
daß Jungs die Schule weniger wichtig nähmen als Mädchen, dann hätte es in unserer Generation aber bitterböse ausgesehen: Den meisten meines Jahrgangs (1958) war die Penne scheißegal, wir hatten alles andere im Kopf: Rockmusik, Mopeds, Fußball und -äh ja- Mädchen! Aus den meisten ist trotzdem was geworden..
+1
So siehts aus. Schule ist dazu da, sich an ihr abzuarbeiten und zu reiben und sich DADURCH entsprechende Intelligenz und Fähigkeiten zu erwerben.

Alles andere ist Pädagogenillusion. Das will ich denen nicht nehmen - sonst würde Obiges ja auch nicht funktionieren.

Aber Schule ist eben ein "duales System" - das besteht aus dem offiziellen Teil, aber auch aus der Vermeidungs- bzw. Widerstandsstrategie. Kein denkender Mensch interessiert sich von 9 bis 10 für Deutsch und von 10 bis 12 für Mathe.
Außer vielleicht Mädchen. Die "funktionieren" besser. Weils bequemer und einfacher ist, vermute ich. Oder weil sie mehr bestrebt sind, Harmonie zu erzeugen. Weiß ich nicht.

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phboerker 04.01.2016, 13:35
153.

Zitat von Sibylle1969
Wenn das Junge-/Mannsein denn so schlimm ist in unserem Land, dann müssten doch nicht wenige Männer sich wünschen, sie wären als Mädchen auf die Welt gekommen? Also los, wer von den männlichen Forumsschreibern, die sich bitterlich über Diskriminierung von Männer beklagen, wäre lieber als Mädchen zur Welt gekommen?
Ich. Aber ich beklage mich nicht bitterlich über die Diskriminierung von Männern. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass ein inkompetenter Mann mit deutlich schlechteren Arbeitsleistungen karrieremäßig mir gegenüber vorgezogen wurde, weil er besser speichelleckte und -- Obacht! -- weil er größer war als ich. Das macht nämlich mehr Eindruck bei den asiatischen Kunden (ausdrückliche Begründung). Anschließend hat er dann mit seiner neuen Autorität ausgestattet meinen Aufstieg in denselben Rang verhindert.

Nein, da wäre ich lieber vom geburtsmäßigen Zwang, einen potenten Versorger darzustellen, entbunden und mit dem Karriere-Fallschirm "Familie" ausgestattet, als mich mit so einem Mist herumzuschlagen.

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FocusTurnier 04.01.2016, 13:40
154. Warum so kompliziert?

Zitat von Sibylle1969
Also los, wer von den männlichen Forumsschreibern, die sich bitterlich über Diskriminierung von Männer beklagen, wäre lieber als Mädchen zur Welt gekommen?
Das sind mir zu wenig Optionen. Lassen es Ihre weiblichen Gedanken nicht zu, daß man auch als Junge/Mann ganz gerne diskriminierungsfrei durchs Leben gehen möchte, ohne in Geschlechterselbsthass zu verfallen?

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austenjane1776 04.01.2016, 13:55
155. Danke - so isses

Zitat von dickebank
Den entscheidenden Hinweis gibt die Befragung doch selbst: Lesen bildet, aber Jungen meiden es: 72,5 Prozent der befragten Mädchen in Deutschland gaben an, dass sie zum Vergnügen lesen - aber nur 45,1 Prozent der Jungen. An dieser......
Lesen ist der Schlüssel zu vielen Anforderungen.

So ist auch in Mathe durch die Anwendungsaufgaben das Textverständnis immer wichtiger geworden.

Intelligente Eltern werden also vorlesen und ihre Kinder zum Lesen anhalten.
Im Beruf ist das doch genau so.
"Lesen Sie das mal - bis 14 Uhr brauche ich Ihre Stellungnahme."
"Schauen Sie doch bitte mal schnell im Service-Handbuch nach".

Wer da schnell (und richtig) lesen kann,
ist klar im Vorteil.
Und wer das Gelesene auch noch VERSTEHT, der kann richtig Geld verdienen...
Da hilft übrigens Vorwissen.
Je mehr, desto besser.
Es hängt ja heute alles mit allem zusammen.

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kunibertus 04.01.2016, 13:57
156. Zitat aus dem Artikel

"Trotzdem galt noch in den Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts das katholische Arbeitermädchen vom Lande als typische Bildungsverliererin." Das kann allerdings nur für die alte Bundesrepublik gelten. In diesem vom rheinischen Katholizismus geprägten Staat wurde - und wird teilweise immer noch - nach der Weisung des Apostel Paulus "..lasset eure Weiber schweigen unter der Gemeine; denn es soll ihnen nicht zugelassen werden, dass sie reden, sondern sollen untertan sein, wie auch das Gesetz sagt." (1, Korinther, 34). Da passen die kürzlich hier geführten Diskussionen über die Ungleichbehandlung z. B. bei der Vergütung oder die Frauenquote auch noch ganz gut rein. In der DDR war die Gleichberechtigung verfassungsrechtlich verankert und beim Zugang zu höherer Bildung - Abitur, Studium - gab es keinerlei geschlechtsspezifische Einschränkungen.

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ke_karolus 04.01.2016, 13:58
157.

Zitat von MatthiasPetersbach
Alles, worauf Sie sitzen, mit was Sie fahren, Ihr Haus, die Straße, der Vorgarten….alles zum überwiegenden Teil von Männern gemacht.
Und zwar mit der Akribie und dem Fleiß, zu dem sie angeblich früher nicht fähig waren?

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austenjane1776 04.01.2016, 14:06
158. Das ist Elternsache..

Zitat von JaguarCat
Nach der - dankenswerterweise in vieler Hinsicht erfolgreichen - Frauen- und Mädchenförderung brauchen wir auch endlich eine Männer- und Jungenförderung. Dort, wo DIE von der Gesellschaft benachteiligt werden.
Ist es nicht peinlich, wenn die "starken Männer" nach Hilfe und Förderung rufen?

Wo sind denn die Eltern dieser Jungs?

Die sind gefragt, Erziehung und "Jungenförderung" zu machen.
Die sollten ihre Kinder kennen.
Wer sonst?

Wenn Jungs einigermaßen gefördert und erzogen in die Schule kommen, haben die keine Probleme.
Oder lösbare.
Das kann im Einzelfall viel Arbeit sein -
lohnt sich aber.
Ich habe 2 Jungs.
Ich weiß, wie viel Arbeit das ist.

Über "Benachteiligung" zu jammern reicht nicht.
Da ist Arbeit am und mit dem Kind gefragt.

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neurobi 04.01.2016, 14:07
159.

Zitat von lupenreinerdemokrat
Weshalb ja bekanntlich die Mathe-Leistungen bei den Jungen besser als bei den Mädchen sind. Hier geht es vor allem um das Verstehen der tieferen Zusammenhänge und logisches Denken. Bei den Fächern, in denen das persönliche Empfinden des Lehrkörpers eine mittragende Rolle bei den Noten spielt (mündlich und schriftliche Leistungen bei Texten), wie auch das Auswendig-Lernen (Geschichte, Biologie, Geografie usw.) liegen die Mädchen vorn.
Also in meinen Klassen waren früher in zwei von drei ihrer Auswendiglern-Fächern die Jungs im Schnitt besser.
Ich zählte in diesen immer zu den Klassenbesten.
Es war nicht Biologie! Und auch Chemie war nicht so doll.

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