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Mythos und Wahrheit: Sind Jungen die neuen Verlierer?
Corbis

Mädchen haben bessere Noten, Mädchen machen häufiger Abitur. Und die Jungen? Werden von der Schule systematisch benachteiligt, heißt es oft. Stimmt das?

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petrapanther 04.01.2016, 23:25
280.

Zitat von tom_muster
OK, das belegen irgendwelche Zahlen? Welche denn? Die ominösen 22% Differenz zwischen dem Mittel aller Frauen und dem Mittel aller Männer? Nun denn, Männer arbeiten 22% länger als Frauen, dazu in gesuchteren, gefährlicheren und generell höher bezahlten Jobs. Wenn man beides zusammenzählt, werden Frauen überbezahlt. Aber man kann ja auch mit der verlogenen ersten Zahl weiter argumentieren, wenn man entweder völlig ahnungslos ist, oder aber, es besser weiß und halt eine Lüge für die eigene Argumentation braucht. Von ernsthaften Wissenschaftlern ist die Lohnlüge schon lange widerlegt. Daß Sie damit wieder um die Ecke kommen, spricht Bände über Sie.
Auch wenn man alle Faktoren wie längere Arbeitszeiten etc. in Betracht zieht, verdienen Frauen offenbar 7% weniger. Das können Sie sogar hier bei SPON nachlesen:

http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/gender-pay-gap-warum-bekommen-frauen-weniger-lohn-a-1024229.html

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KaroXXL 04.01.2016, 23:28
281. Immer noch??

Zitat von petrapanther
Das ist leider kein Mythos, wie die Zahlen zu dem Thema belegen.
Mittlerweile weiß doch wirklich jeder wie diese 22% Gehaltsunterschied WIRKLICH zustandekommen.

Aber da merkt man wie psychologisch wirksam stumpfes Wiederholen ist.
Es bleibt hängen, hinterfragt wird nichts mehr. Stattdessen wird nur noch nachgeplappert wenn es in den Kram passt. Und wenn mal jemand die eigentlich simplen Zusammenhänge erklärt wird wohl unterbewusst-automatisch auf Durchzug geschalten..
Anders kann ich mir sowas nicht mehr erklären.

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caliper 04.01.2016, 23:37
282.

Zitat von hjm
Wieso ist das „wichtiger geworden“? Wer hat das beschlossen? Waren das vielleicht Didaktiker mit bestimmten Ideologien, die etwa wie folgt argumentierten: Mädchen lesen mehr als Jungen, Jungen basteln mehr als Mädchen. Wir wollen, dass Mädchen in Mathematik bessere Noten bekommen. Also verändern wir die ......
Ich ecke ja gelegentlich gerne mit Ihnen an. Aber hier ein recht herzliches Dankeschön, weil ich das ähnliche sehe und mich gelegentlich über eine Bestätigung freue.

Gerade in der realen Welt und in Physik und Technik gibt es viele Probleme, deren Schwierigkeiten eben nicht in der textuellen Erfassung des Sachverhalts liegen sondern in den limitierten Fähigkeiten das Problem zu abstrahieren. Das gilt erst recht in mathematischen, technischen oder physikalischen Disziplinen, die ein Sprachgenie nicht einmal im Ansatz überblicken wird.

Ein Sprachgenie kann die Flugbahn eines Asteroiden so gut berechnen, wie ich mit dem Fahrrad und den Hilfsmittelchen von Lance Armstrong die Tour gewinnen kann.

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KaroXXL 04.01.2016, 23:41
283. Ideologie statt Wissenschaft

Vielleicht sollte man mal Ideologen wie Marcel Herbig hinterfragen und auf die mit ihm verbundenen Kontroversen verweisen satt so unkritisch nachzubeten.

Denn auch hier offenbahrt sich wieder das ideologische Messen mit zweierlei Maß.

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austenjane1776 05.01.2016, 00:30
284. Welche Gesamtschule?

Zitat von phboerker
Bezüglich der Schulform kommen wir wahrscheinlich auch nicht überein: ich halte die Gesamtschule als verpflichtende Schulform für die beste Wahl.
Allein in NRW gibt es ausgezeichnete solche wie auch reine Ersatzhauptschulen und Kindergeld-Parkplätze.
Welche Standards haben Sie für eine Gesamtschule?
Das ist des Pudels Kern.

PS Was mich für meine Kinder störte, war die Riesengröße der NRW-Gesamtschulen - 6zügig -
und die verfrühte Auflösung der Klassen
durch Kurssysteme.
Das sah aus wie der Frankfurter Flughafen.
Ich war mal in einer guten GES zur Info.

Außerdem - ist es "Gesamt"-Schule, gleich wieder "Schublädchen" nach Leistung zu machen?
Kommt jetzt nicht "alle in eine Klasse ohne mehr Personal" = "Inklusion"?
Konzeptionell ist mir da ein gutes kirchliches Gymnasium lieber. Meine Kinder sind keine Hilfslehrkräfte für vernachlässigte Klassengenoss/innen.

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Hundskarmille 05.01.2016, 00:34
285. den Jungs helfen

Man könnte die Fächer Musik, Literatur und Kunst komplett streichen an naturwissenschaftlichen Gymnasien; das ist heutzutage Luxus; vielmehr sollte man die Fächer Recht&Staatskunde(Strukturen, Zuständigkeiten) und Wirtschaft&Investition einführen; auch sollte man darüber nachdenken für alle Schüler die Chance auf ein 2. Abitur einzuführen; ein Patzer zur Abiturzeit und man hat den Rest des Lebens ein Zeugnis am Hals, das besser hätte ausfallen können.

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daydreamnation 05.01.2016, 00:35
286. Aus eigener Erfahrung

Den Schluss, zu dem der Artikel kommt, nämlich dass es vor allem in der Pubertät als eine Art Männlichkeitsideal gilt, gegen Schule zu rebellieren und auf gute Leistungen zu pfeifen, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Ich erinnere mich noch gut daran, da meine eigene Schulzeit auch noch nicht allzu lange her ist und ich bezweifle, dass das in früheren oder späteren Generationen so viel anders war bzw. ist. Das Ganze drückte sich im Prinzip so aus, dass die "Platzhirsche" der Klasse, die die größte Anerkennung der Klassengemeinde genossen auch gleichzeitig diejenigen waren, die die schwächsten Leistungen erbrachten und den meisten Ärger machten. Offensive Darstellung von Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen wird da für ein probateres Mittel gehalten, um sich Anerkennung zu verschaffen, als sich einfach um gute Leistungen zu bemühen. Wer Letzteres tut und sich an Regeln hält, ist hingegen eher - vor allem unter den Jungs - als "Streber" und "Langweiler" verpönt. Generell scheint jede Begeisterung, die aus dem eng gesteckten Coolness-Rahmen fällt (dieser umschließt z.B. solche "Jungsdinge" wie Fußball, Videospiele, Testosteron-geladene Actionfilme oder Gitarre spielen), zu sinkendem Ansehen zu führen, weshalb man spezielle Interessen am besten gar nicht erst entwickelt. Letztendlich will man ja als pubertierender Junge eine Dame "flachlegen" wie die "coolen Jungs".

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vish 05.01.2016, 01:43
287.

Aufgrund berufsbedingter Umzüge meiner Eltern war ich seinerzeit (Abi 99) auf relativ vielen verschiedenen Schulen (Gesamtschule, Realschule, Gymnasium). Eine Diskriminierung oder bevorzugte Behandlung eines der Geschlechter habe ich dabei nicht erlebt wenn man mal von der integrierten, monatlichen Entschuldigung dem Sportunterricht fernzubleiben absieht. Allerdings habe ich das subjektive Gefühl, dass das Geschlechterverhältnis im Lehrkörper damals ausgeglichener war. Auch ist mir damals eher unangenehm aufgefallen, dass Lehrerinnen bei der Lösung von Aufgabenstellungen kreativen Lösungsansätzen gegenüber erheblich weniger aufgeschlossen waren als ihre männlichen Kollegen, gleichzeitig aber pädagogisch meiner Ansicht nach vollkommen unsinnigen Dingen wie einer schönen Mappen-/Heftführung eine große Aufmerksamkeit zuteil werden ließen, inkl. Einfluss in die Benotung. Dinge wie diese führten dazu, dass ich den Unterricht bei Lehrern im allgemeinen als erheblich unterhaltsamer empfand was sich dann auch in besseren Noten widerspiegelte. Sollte sich an dieser -subjektiven- Tatsache nichts geändert haben, wovon auszugehen ist, sehe ich die wachsende Diskrepanz im pädagogischen Geschlechtervehältnis durchaus mit Sorge. Von einer vorsätzlichen Diskriminierung kann man hier natürlich nicht sprechen, aber da ja schon seit Jahren über eine Frauenquote im Führungsbereich diskutiert wird, welcher die überwältigende Mehrheit der Menschen nicht tangiert, sollte man vielleicht mal über eine Männerquote im Pädagogikbereich nachdenken, denn der tangiert uns alle.

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georgia.k 05.01.2016, 01:57
288. Klar wurden Jungen benachteiligt

,wenn es so hanebüchen praktiziert und begründet wird, dass die Mädchen in der Klasse eine Diskussion begannen und versuchten, die Mathelehrerin umzustimmen. Da war die Schamgrenze schon sehr niedrig. Es hat meinem Sohn schulisch letztlich nicht beeinträchtigt. Im Leistungskurs hat sich das wieder geregelt. Und wenn ich so manche Äußerung von Lehrerinnen und Lehrern bedenke, dann dürfte die Benachteiligung der Jungen noch weiter vorangeschritten sein. Sie sogenannte Benachteiligung der Mädchen ist längst durch Zahlen und Fakten widerlegt. Mathematische, naturwissenschaftliche, technische Begabung bei Mädchen sind zu fördern, aber nicht durch Benachteiligung von Jungen zu erreichen - zumal es eh viel zu wenige dieser Begabung gibt. Entweder sind solche Begabungen vorhanden oder eben nicht, dann bringt auch noch so viel Förderungswille nichts. Das ist bei Knaben nicht viel anders, wobei diese Begabungen beim männlichen Geschlecht wohl stärker vertreten sein dürften.
Erstaunlicherweise erkennen sogar schon Grundschulskinder im ersten und zweiten Jahr, wo die Begabungen ihrer Mitschüler/innen liegen - und sehen auch ihre Schwächen. Sie gehen damit nur anders um als Erwachsene und Pädagogen - der Wert eines Spielkameraden/Klassenkameraden bemisst sich bei ihnen nicht nach den Wertmaßstäben der Erwachsenen.

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yves1981 05.01.2016, 03:13
289.

Ich habe um 2000 rum Abitur gemacht. Mädchen wurden generell von 80% der Lehrer bevorteilt:
- Junge meldet sich im Unterricht nicht. 5 mündlich. - Mädchen meldet sich im Unterricht nicht. 2 mündlich sie ist ja schüchtern.

Wir hatten sogar eine Lehrerin die ganz offen gesagt hat, das Mädchen bei Ihr immer eine Note besser bekommen, weil Sie es später ja schwerer haben. (ich muss zugeben sie gehörte trotz allem zu den besseren Lehrern die ich hatte)

Ich habe in der Schule nie Hausaufgaben gemacht und bin selbst in der Oberstufe nur soviel hingegangen, dass ich zum Abi zugelassen werde. Von meiner Sorte gab es noch ein paar in meinem Jahrgang. Komisch das so gut wie jeder von denen, bessere Jobs hat und mehr Geld verdient als die ganzen auswendig Lerner.

Das schönste an der Geschichte. Das einzige Mädchen von damals, die jetzt eine Führungsposition in einem großen Unternehmen hat, gehörte auch zu den nciht so angepassten.

Das Problem ist: Das komplette Schulsystem ist einfach nur stumpfes auswendig lernen und für jeden tod langweilig, der wirklich was im Kopf hat. Ich habe es immer als Gefängnis empfunden und ich denke das geht vielen Jungen so. Im Grunde kann jeder Idiot Abitur machen und studieren, der 10 Sätze für eine Woche auswendig lernen kann.

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