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Mythos und Wahrheit: Steht uns eine Akademikerschwemme bevor?
DPA

2,7 Millionen: Noch nie gab es so viele Studenten an deutschen Hochschulen. Manch einer fürchtet eine Überakademisierung. Was ist dran? Der Fakten-Check.

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Tr1ple 15.10.2015, 10:49
1. Tja das kommt davon wenn man der OECD gehorcht

Die einführung der BA/MA Studiengänge war fatal. Keine sau will mehr in Ausbildungsberufe. So eine verkorkste Politik!

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marthaimschnee 15.10.2015, 10:54
2.

Und selbst wenn, was wird denn studiert? Der Kram, der dringend gebrauch würde, ist doch weiterhin unterrepräsentiert und glänzt auch weiterhin mit massiven Durchfallquoten. Und wenn ich als Arbeitgeber 200 Bewerber auf eine BWL Stelle hab, dann ist klar daß ich den besten rauspicke. Bei Ingenieuren reicht für gewöhnlich, daß man das Studium überhaupt geschafft hat, um recht problemlos eine Stelle zu finden (aber nicht daß jemand glaubt, der Mangel würde zu einen besseren Bezahlung führen. Nee, nee, so schlimm steht es ja auch noch nicht, selbst wenn einige Unternehmen schon gar kein geeignetes Personal mehr finden).

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GrinderFX 15.10.2015, 10:59
3.

Steigende Bildung sollte allgemein kein Problem darstellen und schafft im Gesamten deutlich mehr Arbeitsplätze, da diese gebildeten meisten auch neue Arbeitsplätze schaffen. Zumindest wenn es sich um vernünftige Abschlüsse handelt.
Sollten es sich bei der Mehrzahl der Abschlüsse um Fächer wie Geschichte und Esoterik handeln, stellt das natürlich ein Problem dar aber das wage ich jetzt mal zu bezweifeln.
Man sollte das also eher als Chance ansehen und eher in die wenig gebildeten investieren bzw. diese dazu zwingen sich weiter zu bilden und diese nutzen um die nicht besetzten Lehrstellen zu besetzen.
Denn es gibt immer noch genügend Jugendliche, die entweder gar keinen Abschluss haben oder nicht vermittelbar sind, weil ihr Wissensstand so weit davon entfernt ist für eine Ausbildung geeignet zu sein. Diese müsste man mal wieder motivieren, entweder durch einen Tritt in den Hintern, in dem man mit schweren Sanktionen bei der Sozialhilfe droht bzw. diese auch umsetzt oder durch gezielte Weiterbildungen, sei es durch Zwang. Denn es kann nicht angehen, dass es so viele Junge Menschen gibt, die sich zwanghaft verweigern und dann ihr restliches Leben in der sozialen Hängematte verbringen und sich dann auch noch beschweren, dass sie keiner haben will, obwohl sie selbst rein gar nichts dafür getan haben. Was will auch ein Betrieb mit einem jungen Menschen, der entweder ab und zu mal gar nicht kommt oder durch ständiges zu spät kommen und absoluter Unzuverlässigkeit glänzt und dann auch noch kaum Leistung bringt, weil einfach jegliches Wissen fehlt. Dann natürlich noch mit der Einstellung der Boss sein zu wollen. Da die Eltern verlernt haben die Autoritätskeule zu schwingen, muss eben der Staat hier einspringen und diese jungen Leute wieder auf den richtigen Weg führen.
Dann ist das Ausbildungsproblem auch gelöst, denn Stellen gibt es genug.

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accessfreeze 15.10.2015, 10:59
4. Naja

da man heute ja auch studiert haben soll/ muss wenn man sich als Putzfrau bewirbt, ist es doch kein Wunder.
Die Ansprüche der Firmen sind enorm gewachsen.
Andersherum habe ich während meiner Ausbilderschulung zu hören bekommen das die heutigen Prüfungen an das schlechte Niveau der heutigen Jugend angepasst werden, da wundert es nicht das die Firmen lieber einen Uniabschluss als ne stinkmormale Ausbildung anerkennen.

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ede-wolff 15.10.2015, 11:00
5. Äpfel und Birnen

Sind denn die Studienabschlüsse in allen OECD-Ländern vergleichbar? Nur dann ist doch ein Quervergelich sinnvoll!
Ich erinnere mich an einen Artikel hier in SPON vor vielleicht 1,5 Jahren, in dem die Intelligenz der italienischen Frauen so hoch gepriesen wurde. Als Indikator dafür wurde genommen, dass 90% der italienischen Frauen einer bestimmten Altersgruppe einen Universitätsabschluss haben. Für mich gibt es da nur zwei Möglichkeiten: die Italiener sind Wundermenschen oder der italienische Universitätsabschluss ist nichts wert.
Die Gültigkeit der mathematischen Statistik und insbesondere der Gaussverteilung stelle ich jedenfalls nicht in Frage.

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pauschaltourist 15.10.2015, 11:00
6.

Der OEZD-Durchschnitt ist und bleibt völlig irrelevant für exportorientierte Industriestaaten, in denen produzierendes Gewerbe (noch) existent ist.
Deutschlands Bilanzerfolge sind das Resultat des dualen Ausbildungssystems, insbesondere im Handwerkssektor.
Oder wir machen es zukünftig wie Apple und beschränken uns auf Entwickelung, Design und PR und lassen die Maschinen in Asien bauen...
Nur steht zu befürchten, dass die politisch verordnete Abiturienteninflation uns in eben diese Sackgasse navigieren lässt...

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Celegorm 15.10.2015, 11:01
7.

Zitat von Tr1ple
Die einführung der BA/MA Studiengänge war fatal. Keine sau will mehr in Ausbildungsberufe. So eine verkorkste Politik!
Aha, die Bologna-Reform ist also Schuld an den Problemen mancher Ausbildungsberufe? Die Hypothese wirkt doch eher seltsam. Umso mehr da Studieren seit der Reform ja angeblich so viel stressiger geworden sein soll. Aber es ist ja immer einfacher, jemand anderem die Schuld zu geben anstatt sich selbst zu hinterfragen.

Dann würde man vielleicht merken, dass viele Ausbildungsberufe halt immer noch viel zu unattraktiv gestaltet werden. Und statt endlich mal zu realisieren, dass man gute Arbeitskräfte durch konkurrenzfähige Perspektiven umwerben muss, jammert man lieber vor sich hin..

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wegg 15.10.2015, 11:02
8. Akademikerschwemme

Auf einer Messe in Singapur traf ich vor kurzem eine nette junge Dame.
Sie erzählte mir, sie würde studieren, und zwar "Facility Management".
Im weiteren Gespräch stellte sich dann heraus, daß es letzlich um eine
Ausbildung ging, die in D eine Immobilienkauffrau durchläuft.

Soweit zu den Statistiken.

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spon-facebook-1782296543 15.10.2015, 11:08
9. Kein Vergleich mit anderen Ländern

In anderen Ländern wie den USA gibt es ja auch studierte Krankenschwestern. So einfach sind die nackten Zahlen überhaupt nicht zu vergleichen.

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