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Mythos und Wirklichkeit: "Wer in der Schule Latein hatte, gilt als höher gebildet"
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Menschen, die Latein in der Schule hatten, können besser logisch denken und lernen leichter andere Sprachen? Der Soziologe Jürgen Gerhards erklärt, warum beides ein Mythos ist.

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wobo123 02.09.2019, 14:12
1. Glaubwürdigkeit

Wenn ein Experte seine Meinung kund tut und dann beim Gebrauch lateinischer Fremdwörter Fehler macht, färbt das leider immer auf die Glaubwürdigkeit der ganzen Studie ab. Es heißt die Klientel vom lateinischen Wort clientela, welches weiblich ist.

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fahrgast07 02.09.2019, 14:16
2. Recht hat er.

Da musste man seitenweise unregelmäßige Werben pauken, und die Eltern redeten einem ein, das diene dem logischen Denken. Außerdem solle es bei anderen Sprachen helfen - dabei lauten die unregelmäßigen Werben im Französischen ganz anders. Gut dass diese Mythen mal jemand offenlegt.

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taramani 02.09.2019, 14:19
3.

Latein ist Als Grundlage romanischer Sprachen und des Englischen nützlich. Außerdem, und das ist noch wichtiger, hat die deutsche Sprache die lateinische Syntax übernommen. Hier kommen Sprachkultur und Logik ins Spiel und eine Bildung von der Gerhard offenbar nichts mitbekommen hat.

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FerrisBueller 02.09.2019, 14:26
4. Umdenken bitte!

Fähigkeiten wie das Programmieren oder Grundkenntnisse in der Elektronik wären für die Zukunft unserer Kinder und damit unserer Gesellschaft wesentlich wichtiger als Nischen-Themen wie Latein oder gar Chemie. Letzteres ist natürlich schon wichtig aber es würde völlig reichen, die Grundkenntnisse innerhalb eines erweiterten Physikunterrichts abzuhandeln. Alles weitere ist für die Schüler, die später nicht Chemie studieren wollen, absolute Zeitverschwendung. Latein und/oder Griechisch kann gerne als Wahlmöglichkeit in den höheren Klassen angeboten werden aber nicht als Pflichtfach ab der Mittelstufe. Eine Fremdsprache in Form von Englisch reicht völlig. Der Rest ist wieder Verschwendung wertvoller Lern-Zeit von den, die nichts mit Fremdsprachen am Hut haben (wollen), weil sie zum Beispiel eher technisch orientiert sind. Die moderne Technik und der damit verbundene Gesellschaftswandel finden aber in der Schule praktisch gar nicht statt und das ist verheerend für die Zukunft unseres Landes.

Leider verweilen unsere Schulen, Lehrer und Lehrpläne immer noch in den Sechzigern des letzten Jahrhunderts. Von der nicht vorhandenen IT-Infrastruktur will ich gar nicht erst anfangen.

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The Restless 02.09.2019, 14:30
5. Ist nützlich

Erst während ich Latein lernte, begriff ich die deutsche Grammatik - so ganz nutzlos war der Unterricht nicht. Ich war schlecht in Englisch, in Latein aber gut - genauso wie in Mathe, denn beide setzten, wie ich fand, gewisse Ähnlichkeiten im Denken voraus.

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streifenpuppe 02.09.2019, 14:31
6. Nicht die Anmeldung in einer Lateinklasse fördert das logische Denken!

Ein wenig Prädisposition ist auch dabei... Wer in Mathe in der Grundschule eine 6 hatte (oK, das muss man heute erst mal schaffen...), wird nicht dadurch besser in Mathe, dass er im Gymnasium auch noch Latein nimmt. Das gilt auch dann - und gerade dann - wenn Papi und Mami sich durch einen Lateinschüler vom breiten Volk absetzen wollen.

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ellibelli65 02.09.2019, 14:33
7. Latein und/oder Griechisch

Der Soziologe hat meiner Erfahrung nach unrecht.
Ich selbst, obwohl ich Latein gehasst habe, bin unendlich froh, das große Latinum erworben zu haben. Romanische Sprachen lernt man damit wesentlich leichter. Alltägliche Fremdwörter auf Lateinbasis kann ich mir leicht erschließen. Bei Medizin und Botanik, ein Teil meiner Ausbildung, war ich klar im Vorteil.
Im Nachhinein hätte ich noch Griechisch lernen sollen. Die Welt wird weit, das Interesse breiter. Man profitiert das ganze Leben davon, auch ohne Studium.

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Timo B. 02.09.2019, 14:34
8. Latein lernen

Da stimme ich Ihnen uneingeschränkt zu. Ich musste mich gar neun Jahre mit Latein herumquälen. Hätte ich diese Zeit in eine Sprache wie Englisch investiert, wäre ich aus heutiger Sicht zumindest sicher besser damit gefahren - zumal sich Englisch natürlich viel besser praktisch anwenden und praktizieren lässt. Vom Benefit im Beruf mal völlig abgesehen.

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muellerthomas 02.09.2019, 14:35
9.

Zitat von taramani
Latein ist Als Grundlage romanischer Sprachen und des Englischen nützlich. Außerdem, und das ist noch wichtiger, hat die deutsche Sprache die lateinische Syntax übernommen. Hier kommen Sprachkultur und Logik ins Spiel und eine Bildung von der Gerhard offenbar nichts mitbekommen hat.
Englisch lernt man ohnehin in der Schule und die Zahl der Menschen, die neben Englisch und Latein noch weitere Sprachen lernen, dürfte sich doch sehr in Grenzen halten. Insofern darf m.E. durchaus zu Recht gefragt werden, ob es nicht sinnvoller wäre, direkt neben Englisch noch eine aktuelle Sprache zu lernen.

Aber schön, dass Sie als Hochgebildeter jemanden direkt abkanzeln, weil er auf Basis wissenschaftlicher Studien zu einer Ansicht gelangt, die der Ihren widerspricht.

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