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Nach Engagement als Weinstein-Verteidiger: Jura-Professor muss Elite-Uni Harvard verl
Julio Cortez / AP

Der Harvard-Professor Ronald Sullivan wollte den wegen sexuellen Missbrauchs angeklagten Filmproduzenten Harvey Weinstein als Anwalt vertreten. Die Uni trennte sich von ihm. Das bringt Sullivans Kollegen in Rage.

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sagichned 17.05.2019, 09:37
1. Konsequent sein!

Jetzt müssen natürlich alle gefeuert werden, die an seiner Seite stehen. Kann ja wohl nicht angehen, dass ein Anwalt einen Angeklagten, den wir nicht mögen, verteidigt und dann noch ungeschoren davonkommt!

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f-rust 17.05.2019, 09:39
2. soweit als die PC

schlimm, wenn nur noch "ehrenwerte" Beschuldigte (denn Vorverurteilung geht gar nicht, oder?!) gute und bekannte Verteidiger bekommen sollen. Die moralisch Empörten sind eben weder demokratisch gebildete noch gesellschaftlich tolerante VertreterInnen bestimmten Gruppen, die unsere zu recht so niedergelegte und verfasste Rechtsordnung wirklich akzeptieren. Denn: bis zu einem Urteilsspruch hat jede/r Angeklagte als "unschuldig" zu gelten. Empörung etc. danach ... vielleicht, aber nicht bis dahin politischen und medialen Druck aufbauen, um bestimmte gesellschaftspolitische Agenden durchzubringen. Was Präs. Trump "ganz oben" falsch macht, machen diese Frau- und Herrschaften Studenten "ziemlich weit unten" genau so falsch: Missachtung demokratischer Spielregeln über Gewaltenteilung, Verzicht auf Vorverurteilungen usf.

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cecile10 17.05.2019, 09:41
3.

Zeichnet sich das amerikanische Rechtssystem nicht dadurch aus, dass jeder Angeklagte das Recht auf die beste Verteidigung hat? Wie kann nach diesem Vorfall in Zukunft noch gewährleistet werden, dass dies auch weiterhin gilt? Besteht dann nicht das Risiko, dass Angeklagte, die Abscheuliches getan haben, nur noch irgendwelche schlecht motivierten Pflichtverteidiger erhalten? Hat Harvard als akademische Institution nicht die Aufgabe, juristische Standards auf hohem Niveau zu halten, oder ist Harvard wirklich dabei, zu einer kommerziellen Organisation zu verkommen, die ihre Studenten nur als "Kunden" ansieht und deren Ziel es ist, die Wünsche ihrer Kunden optimal zu erfüllen?

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held_der_arbeit! 17.05.2019, 09:42
4. The road to hell...

...is paved with good intentions. Das Elite-Studenten trotz formal hoher Bildung die Fackel an Grundsätze des Rechtstaats halten, nur weil der Shitstorm es befielt, ist traurig genug, aber vielleicht noch hormonell zu erklären. Das aber auch die Leitungsebene von Harvard einknickt, die es wirklich besser wissen müsste, ist unentschuldbar. Und wie eine vermeintlich "linke" Bewegung immer mehr zur diskursiven Tyrannei verkommt macht mir Angst

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Spiegelleser123 17.05.2019, 09:42
5. Kein weiter Weg ist es mehr...

...von einem derartigen Umgang mit einem Verteidiger bis zur Lynchjustiz.

Das Verhalten der Universität ist schlicht abscheulich und zeigt, dass Beschuldigtenrechte in der Wahrnehmung dieser Leute keine Rolle spielen. Wer Verteidiger dafür verurteilt, dass sie Beschuldigte vertreten, egal was dem Einzelnen vorgeworfen wird, lehnt den Rechtsstaat ab und fordert Lynchjustiz.

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streetbob011 17.05.2019, 09:43
6.

Jeder der genug Kohle hat kann in Harvard studieren, da spielt nicht die Leistung eine Rolle, sondern das Konto des Ernährers.

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citizenkane 17.05.2019, 09:44
7. Geschichte wiederholt sich immer

Mittlerweile erinnert das verhalten unserer Gesellschaft stark an den anfang von 1933.
Wer unangenehm ist und nicht das Selbe denkt wie alle anderen wird denunziert, verleumdet, diskreditiert....

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Besa 17.05.2019, 09:47
8. Regressiv

Das regressive Verhalten der Linken in den USA ist erschreckend und niemand will denen die Stirn bieten. Selbst die Leitung von Harvard knickt ein vor möchtegern linken revoluzzer Studenten, die am liebsten jede rechtsstaatlichen Prinzipien (Angeklagte bekommen einen Prozess und entsprechend auch einen Anwalt) ausser kraft setzen wollen, um ihre Ideologie dem Rest der Bevölkerung aufzuzwingen.
Besorgniserregend ist, dass solche Entwicklungen auch an deutschen Uni zu beobachten sind. Unis waren immer ein Hort der Vielfalt und der Ideen, wo gedacht wurde und Denkverbote ausgehebelt wurden um neue Ströme in die Gesellschaft zu bringen. Mittlerweile trifft das Gegenteilige zu, Unis sind die Keimzellen der alles erstickenden PC. Und von dort aus wird sie über Schlüsselpositionen (Journalismus, Politik, Verwaltung, Rechtswesen) in die Gesellschaft getragen.
Manchmal hab ich das Gefühl, diese PC ist wie ein Algenteppich, der sich über die Gesellschaft legt wie über ein Riff und darunter alles Leben und gänzliche geistige Vielfalt erstickt.

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tiit 17.05.2019, 09:49
9. Das ist erschreckend...

dieses Verhalten der Studenten und das Einknicken der Uni vor diesen Studenten.
Welches Rechtsverständnis haben die Studenten? Man sollte von Studierenden einer Elite- Uni mehr Interlekt erwarten können.
Studierende mit solcher Grundeinstellung zum später alle mal kleine oder große Donald Trumps. Nur aus der anderen Richtung.
Leider eine gesellschaftliche (Eliten-) Entwicklung, die auch bei uns langsam auf dem Vormarsch ist.

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