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Nach Engagement als Weinstein-Verteidiger: Jura-Professor muss Elite-Uni Harvard verl
Julio Cortez / AP

Der Harvard-Professor Ronald Sullivan wollte den wegen sexuellen Missbrauchs angeklagten Filmproduzenten Harvey Weinstein als Anwalt vertreten. Die Uni trennte sich von ihm. Das bringt Sullivans Kollegen in Rage.

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Susi64 17.05.2019, 12:50
90. Übersetzung

"Dean" mit Dekan zu übersetzen ist zwar sprachlich richtig, aber ein Dean hat eine wesentlich höhere und wichtigere administrative Stellung im Universitätssystem der USA als ein Dekan an einer deutschen Universität, wo er "nur" der Fakultät vorsteht und eine gewisse Minderung des Lehrdeputats haben kann. Der Dean ist dagegen praktisch von allen Lehraufgaben freigestellt, bestimmt aber die Entwicklung der Fakultät ganz entscheidend indem er weiterstgehend selbständig über Ausschreibung, Einstellung, unbefristete Beschäftigung aber auch fundraising entscheiden kann.

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FocusTurnier 17.05.2019, 12:51
91. Ja, links

Zitat von chrisberg
Das die überwiegende Mehrheit der Leitung und der Studenten von Harvard „links“ ist, muss noch bewiesen werden. Mir erscheint das eher eine reaktionäre („rechte“) Reaktion auf die Besetzung des Wohnheims mit einem schwarzen Leiter zu sein! Unter dem Vorwand der PC wird hier gesäubert, ganz im „rechts=reaktionär=brunzdumm“en Stil.
Selbst wenn es so wäre, dann wäre dies ein weiteres Armutszeugnis für die Uni-Leitung, die diese Säuberung unter dem Vorwand der PC zuläßt!

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citizen01 17.05.2019, 12:53
92. gruji1; 76; Textverständnis mal selbst versuchen!

Zitat von gruj1
Sein Amt als Leiter des Winthrop House endet am 30.6. und wird nicht verlängert. Alle anderen Tätigkeiten bleiben unberührt. Steht alles im Artikel. Wo genau ist jetzt der Rauswurf? Und aus dem Nicht-Verlängern eines zeitlich begrenzten Amts leitet sich der Anspruch auf eine Millionenentschädigung ab? Schon recht weit hergeholte Vermutungen...
Die Überschrift "... muß ... verlassen" und die zuvor erwähnten Proteste und Gespräche deuten nicht gerade auf einen Routinevorgang hin. Spiegelfechterei über "Rauswurf" ist daneben gezielt.

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Fricklerzzz 17.05.2019, 13:00
93. Auch Massenmörder und Kannibalen haben das Recht auf einen Anwalt

Wer einen Anwalt daran hindert seinen Job zu machen verweigert den Rechtsstaat und ist auch nicht besser als ein Frauenunterdrücker oder Belästiger. Auch als Rassismus kann das ausgelegt werden.
Der Rechtsstaat macht Demokratie erst möglich, leider muss man sehen, wie die Rechtstaatlichkeit immer mehr aus den Köpfen verschwindet.
Wenn der Täter einen superkorrekten fähigen Anwalt hat, wird falls der Richter auch fähig ist, ein Urteil gefällt das den Gesetzen bestmöglich entspricht. Das kann ein Urteil erbringen das hieb und stichfest und gerecht ist.
Wer kann was dagegen haben ?
Fricklerzzz

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michlauslöneberga 17.05.2019, 13:06
94. Ich bin mir nicht sicher,

ob diese StudentenInnen, auf deren Druck der Prof. angeblich den Dekanposten aufgeben musste, verstanden haben, was anwaltliche Arbeit bedeutet. Und das sollen/wollen JurastudentenInnen sein?

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hannibalanteportas 17.05.2019, 13:14
95. Das kommt davon

In der Postmoderne gibt es nur noch die gefühlte Wahrheit und die Arroganz, dass diese „Wahrheit“ über allem steht.
Und wenn irgendjemand der eigenen Ideologie entgegensteht, wird solange gegen ihn/sie Stimmung gemacht bis gegen ihn/sie Konsequenzen gezogen werden oder er/sie dem Druck selbst nachgibt.
Natürlich muss man sich bewusst sein, dass wenn man jemanden wie Weinstein vertritt, man nicht jedermanns/-fraus Liebling wird.
Diese (verkappten) Social Justice Warriors sind m.E. genauso zerstörerisch wie andere Radikale, die der ganzen Welt ihre Ideologie aufdrücken wollen, seien es Rechte, Religiöse jedweder Couleur oder Linke.

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rosenblum64 17.05.2019, 13:16
96. Wahnsinn...

Amerika auf dem Weg in die Tyrannei. Jeder hat das Recht sich vor Gericht verteidigen zu dürfen. Und jeder Verteidiger verteidigt die Rechte eines Angeklagten gegenüber dem Staat. Er begeht damit einen wirklich fundamentalen Dienst an der Gemeinschaft und am Erhalt des Rechtsstaats. Man stelle sich mal vor, dass in Deutschland die NSU-Anwälte geächtet werden, nur weil sie Frau Tschäpe verteidigt haben.

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kodu 17.05.2019, 13:23
97. Allzuviel...

...scheinen die Harvard-Sprösslinge noch nicht über Rechtsstaatlichkeit verinnerlicht zu haben. Zumindest fällt es ihnen schwer eine grundsätzliche Differenzierung zwischen den Verbrechen, die Weinstein vorgeworfen werden und dessen Strafverteidigung vorzunehmen.
Das muss wohl noch geübt werden...

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so what? 17.05.2019, 13:25
98. Erinnert fatal an das politische Klima

der 30er Jahre in der SU.

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itaim 17.05.2019, 13:27
99. Man fasst es nicht....

....auch wenn Weinstein in allen Punkten schuldig ist, so verdient er in einem Rechtsstaat einen Verteidiger. Mich erinnerst das an übelste Diktaturen, wo auch die Verteidiger gleich mit verhaftet werden wie z.B. im Iran, wenn Juristen Kopftuchverweigerinnen verteidigen wollen. Aber man sieht daran, wo linke (ja, auch rechte) Bewegungen den Rechtsstaat hinführen, nämlich zu seiner Abschaffung.

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