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Nach Streit um Matheabitur: Lehrerverband hält zentralen Aufgabenpool für gescheitert
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Eine bundesweite Sammlung von Abi-Aufgaben sollte die Vergleichbarkeit zwischen den Ländern erhöhen - brachte aber vor allem Ärger. Nun wendet sich der Lehrerverband gegen den Pool von Prüfungsstoffen.

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widower+2 03.06.2019, 18:01
1. Einheitlicher Aufgabenpool?

Der kann doch nur dann wirklich funktional und sinnvoll sein, wenn man auch die Lehrpläne vereinheitlicht. Und das dürfte bei der weiterhin bestehenden Kulturhoheit der Bundesländer Zukunftsmusik und Wunschdenken sein.

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p.u. baer 03.06.2019, 18:28
2. Vielfalt statt Vergleichbarkeit

Für die Wissensgemeinschaft der Bevölkerung ist es bestimmt wertvoller, wenn viele Menschen eine möglichst vielfältige Kenntnis aus dem unermesslichen Wissensschatz der Menschheit haben, als wenn alle über dasselbe Schmalspurwissen verfügen. Die Vergleichbarkeit der Abinote ist dagegen doch ziemlich unwichtig. Vielfalt und Austausch bringen Natur und Wissen voran. Monokulture sind arm und anfällig.

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kayakclc 03.06.2019, 18:31
3. Die Noteninflation soll weitergeht

Matheaufgaben sind immer zu schwer, wenn man Schüler fragt. Das darf nicht der Massstab sein. Aber jede Lehrerin will für ihre Lieblinge nur das Beste, und die beste Schule ist die, die die besten Noten verteilt, paron, wo alle Schüler "messbar" herausragende Leistungen abliefern. Die Schulabschlüsse sind nicht dass, was sie vorgeben: nämlich ein Zeugnis über einen einheitlichen Wissenskanon. Wir können aus den USA lernen wohin das geht. Die Universitäten und Colleges akzeptieren dort die Highschool Abschlüssen nur noch als ein Zertifikat, aber die Noten sind irrelevant. Die zukünfigen Studenten müssen erst einmal den landesweiten einheitlichen SAT (Standard Addmission Test) schreiben, der dann wirklich eine Vergleichbarkeit der Leistungen erzeugt, die man dann als realtives Kriterium zur Zulassung in dem Jahrgang verwenden kann. Alles andere ist doch nuch bunter Wandschmuck mit Schülertröstingspotential: wir alle sind Genies aber die Abituraufgabe ist daran Schuld, wenn man das nicht erkennen kann. Und dann wundern sich Leute, wenn die Studies in den MINT Fächern reihenweise in der ersten Semestern scheitern. Für eine Ingenieurin ist der Pädagogik-Kuschelkurs irrelevant! Die Brücke, das Haus muss am Ende stehen, und darf nicht kollabieren! Die Mathekenntnisse richten sich nach den sachlichen Gegebenheiten und nicht mehr nach den Wünschen der Schüler. Das ist für viele ein ganz großer Schock!

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jogola 03.06.2019, 18:46
4. Und die Lehrer

Zitat von widower+2
Der kann doch nur dann wirklich funktional und sinnvoll sein, wenn man auch die Lehrpläne vereinheitlicht.
am besten alles Klone.
PS: Dies ist keine Lehrerschelte, aber es gibt nun mal unterschiedlich "gute" Lehrer und das kann von Thema zu Thema und von Schüler zu Schülerin wechseln.

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AufJedenFall 03.06.2019, 18:50
5.

Zitat von p.u. baer
Für die Wissensgemeinschaft der Bevölkerung ist es bestimmt wertvoller, wenn viele Menschen eine möglichst vielfältige Kenntnis aus dem unermesslichen Wissensschatz der Menschheit haben, als wenn alle über dasselbe Schmalspurwissen verfügen. Die Vergleichbarkeit der Abinote ist dagegen doch ziemlich unwichtig. Vielfalt und Austausch bringen Natur und Wissen voran. Monokulture sind arm und anfällig.
Ihr Text ist, mit Verlaub, ziemlicher Blödsinn. Es ist ja nicht so, dass das bremer Abitur völlig andere Aspekte der Mathematik abfragt als das bayrische. Es fragt aus dem selben Fundus einfach viel weniger ab. D.h. alles was ein bremer Schulkind kann, kann ein bayrisches auch, nur noch viel mehr weiteres. Also von "Vielfalt" kann da nicht ansatzweise die Rede sein. Außerdem ist die Vergleichbarkeit schon wichtig. Ansonsten sitzen in den Erstsemesterveranstaltungen an der Uni Kinder mit vollkommen unterschiedlichem Vorwissen. Der zentrale Fundus an Aufgaben ist da an sich ein gutes Mittel, mit den die schlechteren Bundesländer sich orientieren könnten um so besser zu werden. Leider verweigern die sich völlig und die Katastrophe geht weiter.

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allesmir 03.06.2019, 18:52
6. Es gibt keine faire Vergleichbarkeit

Sonst müsste man Schülern bei denen der Lehrstoff gar nicht richtig gelehrt wurde weil der Lehrer schlecht oder immer krank war, ja einen Bonus geben, da sie sich den Stoff ja selber beibringen mussten.
Am Ende ist alles relativ.
Etwas Vergleichbarkeit macht Sinn, der Versuch absolut zu Vergleichen erzeugt nur wieder andere Ungleichheiten in meinen Augen.

Und vor allem: Irgendwie hat's auch nicht wirklich zu Schaden geführt als es früher nicht überall Zentralabi gab. Geht auch.


Man sollte sich lieber darum kümmern, dass es regelmäßig Unterricht gibt und das der vernünftig ist und das dementsprechend gelernt wird.
Die Basis der Prüfungen sollten dann eher individueller sein.
Das halte ich beim Abi für sinnvoller.

my 2 cents ...

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permissiveactionlink 03.06.2019, 18:56
7. #2, p.u. baer

Pas d'accord ! Dann können wir die Abiturnoten auch gleich ganz abschaffen. Wenn die Vergleichbarkeit der Abschlussnoten nicht gewährleistet ist (und das ist in einem föderalen Bildungssystem mit einer Kakophonie aus 16 Meinungen auch mit einem Aufgabenpool nicht der Fall, wenn jedes Bundesland die Noten kreativ tunen kann), dann ist die Zugangsgerechtigkeit zu den Universitäten, wie schon seit Jahrzehnten, nicht garantiert. Wenn ein Top-Abiturient mit einer 2+ den Medizinstudienplatz wegen eines miserablen 1+ Abiturienten (Sie wissen schon, aus welchem Bundesland !) nicht bekommt, dann ist das himmelschreiend ungerecht. Lösung : Zentralabitur mit denselben Aufgaben für alle Kandidaten bundesweit. Zusätzliche Bewerbungsgespräche und schriftliche Eingangstests an den Universitäten. So wird ein Schuh draus !

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alohawave 03.06.2019, 19:11
8. Zentralisierung = Verlust an Niveau

Auch für das Abitur sollte weiterhin gelten: Lieber klein und fein als zentral und banal! Ein allgemeiner Aufgabenpool in dem sich jeder Ideen holen kann, um sein eigenes Prämiumsüppchen zu kochen, ist pädagogisch sinnvoll und zu befürworten. Allen Bundesländern im Namen allgemeiner Gleichmachung, die selben Prüfungsaufgaben aufs Auge zu drücken, halte ich allerdings für bedenklich. Hier gilt eher der Vorsatz: wenn zwei Arme heiraten, werden sie nicht reicher. Das negative Beispiel für ein Zentralabitur liegt direkt vor der Haustür, nämlich in Frankreich. Dort wird vom Pazifik, über die Karibik, Korsika, den Pariser Vorstädten und bis in den hintersten Winkel der Bretagne getan, als ob ein einheitliches Baccalauréat (= Abitur, Matura) das einzig selig machende wäre. Tatsache ist, dass es 94-97% Abschlüsse hervorbringt, deren Träger alle in der Gleichheit einer unzulänglichen Grundbildung vereint sind und für seit Jahren anhaltende 20% Jugendarbeitslosigkeit sorgen. Die deutschen Lehrerkollegen haben recht sich gegen die feuchten Gleichmachungsträume einiger Salonrevoluzzer, Kaviarsozialisten und Kolchosennostalgiker zur Wehr zu setzen.

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skeptikerin007 03.06.2019, 19:11
9. Das wäre sehr gut

Zitat von kayakclc
Matheaufgaben sind immer zu schwer, wenn man Schüler fragt. Das darf nicht der Massstab sein. Aber jede Lehrerin will für ihre Lieblinge nur das Beste, und die beste Schule ist die, die die besten Noten verteilt, paron, wo alle Schüler "messbar" herausragende Leistungen abliefern. Die Schulabschlüsse sind nicht dass, was sie vorgeben: nämlich ein Zeugnis über einen einheitlichen Wissenskanon. Wir können aus den USA lernen wohin das geht. Die Universitäten und Colleges akzeptieren dort die Highschool Abschlüssen nur noch als ein Zertifikat, aber die Noten sind irrelevant. Die zukünfigen Studenten müssen erst einmal den landesweiten einheitlichen SAT (Standard Addmission Test) schreiben, der dann wirklich eine Vergleichbarkeit der Leistungen erzeugt, die man dann als realtives Kriterium zur Zulassung in dem Jahrgang verwenden kann. Alles andere ist doch nuch bunter Wandschmuck mit Schülertröstingspotential: wir alle sind Genies aber die Abituraufgabe ist daran Schuld, wenn man das nicht erkennen kann. Und dann wundern sich Leute, wenn die Studies in den MINT Fächern reihenweise in der ersten Semestern scheitern. Für eine Ingenieurin ist der Pädagogik-Kuschelkurs irrelevant! Die Brücke, das Haus muss am Ende stehen, und darf nicht kollabieren! Die Mathekenntnisse richten sich nach den sachlichen Gegebenheiten und nicht mehr nach den Wünschen der Schüler. Das ist für viele ein ganz großer Schock!
Ich habe selber erlebt mit einem meiner Kinder. Abi 1,7 ,für Medizin ungenügend. Sie war in einem sehr anspruchsvollen Gymnasium in NRW. Der Klassenkollege, der wegen seiner schlechten Leistungen in eine Gesamtschule wechselte, hatte 1,1 Abinote und einen Studienplatz. Mein Kind hatte Glück mit dem damaligen obligaten Medizintest, sie bekam auch und sofort einen Platz und in Rekordzeit hatte ihr Studium absolviert. Der Einzerjunge hat das Physikum nicht geschafft, was studierte er weiter? Sozialpedagogik. Ob er fertig geworden ist, wissen wir nicht mehr.
Mit Aufnahmeprüfung würde viel Ungerechtigkeit vermeiden können und müsste der Steuerzahler für die Studenten über Gebühr bezahlen.
Übrigens, ich fand die Matheaufgaben nicht so schrecklich schwer, ich konnte sie lösen, dabei bin ich keine Mathelehrerin und nicht mehr jung(leider). Liegt das nicht eher an mangelndem Wissen der Schüler?

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