Forum: Leben und Lernen
Nachhilfe in den Sommerferien: "Ich dachte, ich hätte jetzt mal Pause"
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Tausende Schüler hocken gerade in Nachhilfeinstituten und lernen - trotz Ferien. Ob das wirklich nützt und vor allem wem, ist umstritten.

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Crom 17.08.2019, 19:02
1.

Bei 90 Minuten am Tag sollte es noch genug Zeit für Freunde etc. geben.

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seeyouin1982 17.08.2019, 19:03
2. Herr Dobischat ist

schlecht informiert. Auch Familien von sehr geringem Einkommen haben Zugang zu "teuren" Nachhilfeinstituten, dafür sorgen die "Bildung- und Teilhabe"-Angebote. Was die Förderung in Ganztagsschulen betrifft: In der Nachmittagsbetreuung sind viele Mitarbeiter tätig, die nicht mal die richtigen Artikel beherrschen. Die sollen dann mit Schülern Hausaufgaben machen. In den Nachhilfeinstituten handelt es sich bei den Lehrkräften mindestens um Studenten mit fachspezifischen Kenntnissen. Was die Ferienkurse betrifft: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Auch in Nachhilfeinstituten läßt man bei 35 Grad "fünfe grade sein". Nicht die Nachhilfeinstitute sollten in der Kritik stehen, sondern die Lehrer, die 1. Klässler (!) quasi dazu nötigen, sich extern Hilfe zu suchen.

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ned divine 17.08.2019, 19:25
3. Hat mit den Lehrern sicher wenig zu tun, sondern ....

Zitat von seeyouin1982
Nicht die Nachhilfeinstitute sollten in der Kritik stehen, sondern die Lehrer, die 1. Klässler (!) quasi dazu nötigen, sich extern Hilfe zu suchen.
wieviel Zeit WÄHREND des Schuljahres genutzt wird um auch zu lernen, Hausaufgaben zu machen etc.
Sorry, aber zu meiner Zeit vor etwa 30 Jahren musste kaum jemand Nachhilfe bekommen.
Heute gibts dann Lese/ Rechtschreibschwäche, Legasthenie und so weiter, alles hat einen schicken Namen, dabei versteckt sich zu allermeist dahinter, wenig Zuspruch und Förderung durch das Elternhaus.
In diesen Elternhäusern sind die Kinder sich selbst überlassen. Und so was kommt dann eben dabei raus. Wer während des Schuljahres fleissig ist und von den Eltern unterstützt wird und lernbereit ist, wird die Ferien auch in aller Regel NICHT benötigen, um das Versäumte nachzuholen.

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MiroMar 17.08.2019, 19:59
4. Dabei gibt es gute Hilfe kostenfrei

Eh ich mein Kind mit Nachhilfe stresse und 140 Euro im Monat hinlege, melde ich uns lieber bei serlo.org an. Diese Lernplattform ist kostenfrei und hochwertig, wird mit Lehrern und Schülern entwickelt und wir können uns am Lehrplan entlang hangeln oder einfach etwas vertiefen, was uns gerade interessiert. Spaß macht das auch noch. Gerade lese ich, dass sie fast 1 Mio. User haben. Da frage ich mich, warum so etwas in diesem Artikel keine Erwähnung findet.

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schamot 17.08.2019, 22:42
5. Jedes Lernen hilft!

Der Schüler muß aber selbst aktiv sein und nicht nur passiv konsumieren...und muß es selbst wollen zu lernen, nicht nur der noten wegen. Sonst bringt es nur den Nachhilfeinstituten Geld, aber keine Reputation. Die Noten bleiben ja trotzdem schlecht.

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Phil2302 18.08.2019, 09:55
6. Nicht nur die Mittelschicht

"Nachhilfe ist häufig eine Veranstaltung der gut verdienenden Mittelschicht", sagt Dobischat. "Die Institute konservieren die Chancenungleichheit."" Das stimmt so nicht, auch Hart IV Empfänger können sich das vom Amt bezahlen lassen. Und selbst wenn dem nicht so wäre: Hört doch bitte auf, Chancengleichheit dadurch herstellen zu wollen, dass alle auf niedrigen Niveau lernen. Übrigens fehlt die Erwähnung, dass sehr viele Kinder die Ferienkurse nutzen, um ihre Nachprüfung zu bestehen. Dafür sind sie wirklich sinnvoll.

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rewerb 18.08.2019, 10:57
7. Das kann ja nicht gesund sein...

Ich kenne natürlich die Noten von "Jan" in anderen Fächern außer Mathe nicht. Aber wenn jemand wie er ab der siebten Klasse wöchentlich Nachhilfe bekommt, und mit 16 Jahren offensichtlich immer noch Probleme (mit jetzt wirklich nicht übertrieben schwerer) Mittelstufenmathematik hat, dann deutet vielleicht doch auf eine allgemeine Überforderung hin. Dauernde Überforderung macht Kinder irgendwann krank.
Vielleicht wäre Jan mehr geholfen, wenn er eine Schule besuchen dürfte, auf der er auch mithalten kann. Vielleicht platzt dann irgendwann der Knoten, dann hat er in Deutschland später immer noch die Möglichkeit seinen Wunschbildungsabschluss zu machen.

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Kurt Kraus 18.08.2019, 13:26
8. Nachhilfe ist offensichtlich ihr Geld wert

Wenn selbst ein Gegner konzediert, dass Nachhilfe "Chancenungleich konserviert" (sjw-doublespeak für "nützt was"). Ansonsten bleibt zu konstatieren, dass Nachhilfe Defizite der Schule ausgleichen kann, aber nicht Defizite des Schülers. Aus einem Ackergaul wird niemals ein Rennpferd, aber bei vielen Menschen sortieren sich die Prioritäten nach der Pubertät neu und sie entschließen sich, ihr Potential anders zu nutzen. Glücklicherweise bietet unser Bildungssystem auch für solche Spätzünder die Möglichkeit, sich wieder einzfädeln. Es wäre ja auch ein Verlust, auf diese Leute zu verzichten.

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qwert2364 18.08.2019, 13:36
9.

Zitat von MiroMar
Eh ich mein Kind mit Nachhilfe stresse und 140 Euro im Monat hinlege, melde ich uns lieber bei serlo.org an. Diese Lernplattform ist kostenfrei und hochwertig, wird mit Lehrern und Schülern entwickelt und wir können uns am Lehrplan entlang hangeln oder einfach etwas vertiefen, was uns gerade interessiert. Spaß macht das auch noch. Gerade lese ich, dass sie fast 1 Mio. User haben. Da frage ich mich, warum so etwas in diesem Artikel keine Erwähnung findet.
Ja, die freien (manchmal sogar auch die kostenpflichtigen) Lernplattformen sind die beste Voraussetzung, damit die Schüler "dran bleiben". Oft enthalten die Seiten aber nur nochmal dasselbe, was auch im Mathebuch steht. Der große Vorteil wären aber eigentlich interaktive Aufgaben. Ansätze dafür gibt es bei serlo.org; noch besser scheint mir die Seite math.bplaced.net zu sein, dort werden auch Zwischenschritte abgefragt und erklärt.
In einigen Bundesländern wurden auch Vereinbarungen mit kommerziellen Anbietern von Mathe-Nachhilfeseiten abgeschlossen, die allen Schülern nun zur Verfügung stehen. Die Schulbehörde denkt wohl, wenn sie nur genug Geld aus dem Fenster schmeißen, klappt es irgendwann mit dem Mathe-Abitur. Leider fehlen bei diesen überbezahlten Angeboten gerade die Oberstufenthemen fast komplett...

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