Forum: Leben und Lernen
Nachwuchsmangel in der Küche: Zu wenige Köche verderben den Brei
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Wenig Geld, viel Stress: Warum sollten junge Menschen heute Koch werden? Weil es nichts Schöneres gibt als glückliche Gäste, sagt Azubi Oliver, 20. Doch so wie er sehen das immer weniger junge Leute.

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Ballonmütze 27.04.2014, 11:28
1. Wen wunderts...

Mein Bruder wollte unbedingt Koch werden, und hat drei mal den Anlauf gewagt.
Überall das gleiche Problem: Fehlender Respekt den Angestellten gegenüber.
Auszubildende werden dauernd angebrüllt, niedergemacht, zu sinnlosen Schikane Diensten abkommandiert (Mit Küchenschwamm den Küchenboden wischen!!!) etc
Mein Bruder war vorher vier Jahre bei der Bundeswehr inklusive Auslandseinsatz.
Aber auf dieses sinnlose Gebrüll hatte er keinen Bock.
Er fing an bei einer Hamburger Hotelküche mit Zwei Sternen, dann in einem schicken Restaurant an der Elbe und schließlich bei einem der Hamburger Promiköche.
Überall das Gleiche.
Die Chefs spielen Psychospiele mit ihren Untergebenen und zerstören Familien, weil sie selbst nie die Zeit hatten, sich eine aufzubauen.
Mein Bruder importiert nun Feinkost und alle ehemaligen Brüllaffen sind nun seine Kunden.
So kanns gehen.
Ein solche Behandlung ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

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suhlerin 27.04.2014, 11:41
2. Also der Bericht ist lustig

denn 3 Tage Praxis in der Woche und der Rest Theorie. Was ist das denn für ein Quatsch. Und nur 8 Stunden in der Küche stehen?Wenn es so einfach wäre,würden nicht so viele die Ausbildung abbrechen oder später den Beruf aufgeben.Die Realität sieht leider anders aus. 4-6 Wochen am Stück Praxis während der Ausbildung.Dann mal wieder 1-2 Wochen Schule.Reichen die Wochenstunden während der Schule nicht aus um auf 40 Wochen zu kommen,muss die fehlende Zeit in der Theoriewoche nachgearbeitet werden im Ausbildungsbetrieb.Und später dann bis zu 12 Stunden in der Küche stehen. Das alles bei beschissener Bezahlung.Und dann ist bei kleineren Betrieben noch die Frage,ob und wann das Geld kommt und ob es die volle Summe ist oder etwas fehlt.Nicht dass es falsch verstanden wird:Koch ist ein toller Beruf aber niemals einfach und schon gar nicht so fantastisch,wie es der Bericht vorgaukelt. Und das weis ich aus eigener Erfahrung.Nicht vom hören-sagen.

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Garum 27.04.2014, 12:10
3. Hausgemacht

Da wird aber einiges versucht schönzureden.Wer heute in die Kochausbildung geht muß schon eine robusste Psyche mitbringen.Dann sollte mann bedenken das nur noch ca.15% der Läden tatsächlich gelernte Köche brauchen,der Rest sind angelernte da haupsächlich Convenience verarbeitet werden.Wenn mann dann noch die schlecheten Arbeitszeiten un die miese Bezahlung nach der Ausbildung bedenkt ist leider wirklich nur noch abzuraten.Außerdem ist auch hier schwierig ab 50 einen neuen Job zubekommen.So blöd das jetzt mal wieder klingt je besser qualifiziert um so schwieriger ist es wieder in den Beruf zu kommen.

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Progressor 27.04.2014, 12:26
4. Klare Sache

Man sollte sich hier, wie in anderen Bereichen (z.B. Pflege), auf keinen Fall dem Kopf über bessere Arbeitsbedingungen und/oder bessere Bezahlung zerbrechen.

Einfach die fehlenden Stellen mit Leuten aus dem Ausland auffüllen. Z.B. bin ich sicher, dass viele Chinesen die Tätigkeit gerne machen wollten.

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bikersplace 27.04.2014, 12:30
5. Umschauen

Da wird sich Oliver aber noch umschauen wenn ihn die Realität einholt. Mein Sohn hat voller Idealismus Koch gelernt und in einigen guten Häusern gearbeitet (London, Irland, Ägypten, Trier und am Schluss in einem sehr bekannten Hotel in München (da wo sich die Mächtigen immer treffen). Am wohlsten hat er sich im Ausland gefühlt (v.a. in Ägypten). das schlechteste Arbeitsklima war in Deutschland - selbstherrliche Küchenchefs, ein Ton den man nicht mal aus der Kaserne kennt, ein latenter Rassismus gegenüber ausländischen Hilfsköchen/-kräften) und Arbeitszeiten von 12 - 14 Stunden waren normal (und das 6 Tage in der Woche). Nach 10 Jahren hat er sich jetzt entschlossen den Beruf an den Nagel zu hängen und nochmal eine Ausbildung zu machen - und ich unterstütze ihn gerne dabei. Deutschland ist (was diesen Bereich anbelangt) von dem Respekt und der Bezahlung der Angestellten Schlusslicht..... Da muss sich niemand mehr wundern dass inzwischen Schuhverkäufer ein besseres Ansehen hat (danke Al)

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gribofsky 27.04.2014, 12:34
6. Wir reden in 10 Jahren nochmal, Oliver

Ich habe 1995 mit viel Enthusiasmus meine Kochlehre begonnen und mein Abschluss war sogar so gut, das mich mein Lehrer aufgefordert hat mich bei Euro-Toques ein Stipendium zu beantragen. Hab ich nicht getan, weil ich die Praxis der Theorie vorgezogen habe. Ich habe dem Beruf wirklich geliebt.
Mit 28 bin ich dann ausgestiegen. Hier neben meinem Schreibtisch hängt immer noch das Foto meiner Abschlussklasse. 28 Junge Leute die unglaublich stolz waren den Abschluss geschafft zu haben. Als ich 10 Jahre später in den Einzelhandel gewechselt bin war ich der Letzte der noch in der Gastro aktiv war.

Die Abbrecherquote von 50% bei den Lehrlingen ist nicht schlimm. Die war bereits in den 80ern so hoch. Viel schlimmer ist es wenn Leute nach ihrem Abschluss aufhören, weil sie merken das man mit dem Gehalt eines Kochs keine Familie ernähren kann, bzw. das ein geregeltes Leben wegen der Arbeitszeiten nicht möglich ist.

Und ja, ich muss Ballonmütze und suhlerin recht geben, der Ton ist sehr militärisch. Ich nehme mich selbst da nicht aus. Das muss man wegstecken können.

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oteka 27.04.2014, 12:42
7.

in dem bericht wird geflissentlich unterschlagen wie der umgang in der küche läuft.

schreiben, brüllen, pöbeln ... etc.

das liegt am allermeisten an den vorgesetzten. gottgleich machen sie die azubis fertig. im TV werden sie vergöttert ... meilenweit von der realität entfernt. im grunde sind das menschlich alles arschlöcher. das man es nicht lange aushält mit solchen ... wem kanns man vorwerfen?

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Dr. Alfons Schuhbeck 27.04.2014, 12:44
8. Die hat ne Ahnung....

Ich Zitiere: "Bereits früh lernte Ingrid Hartges im elterlichen Betrieb, einer landwirtschaftlichen Kornbrennerei sowie Spirituosen- und Weingroß-
handlung,alle Facetten der Gastronomie kennen. Praktische gastronomische Erfahrungen sammelte Ingrid Hartges auch während
ihres Jurastudiums in Würzburg, wo sie über Jahre in verschiedensten Betrieben tätig war. Unmittelbar nach dem zweiten
juristischen Staatsexamen begann sie ihre Karriere im DEHOGA.1992 wurde Hartges Geschäftsführerin im DEHOGA,
1994 Stellvertretende Hauptgeschäftsführerin.
Mit großer Sympathie und Leidenschaft für die Branche der Gastlichkeit war sie unter anderem verantwortlich für den Fachbereich
Gastronomie,sowie für Arbeitsmarkt und Tarifpolitik im Gastgewerbe. 1991 bzw. 1999 war sie maßgeblich an der Gründung der
FachabteilungenSystemgastronomie bzw. Gemeinschaftsgastronomie im DEHOGA Bundesverband beteiligt. Am 1. Januar 2006
hat Ingrid Hartges die Hauptgeschäftsführung des DEHOGA Bundesverbandes übernommen." Die Frau hat keine Ahnung wie es ist in der Küche zu stehen. Nur weil sie in der Studienzeit mal die Teller hin- und hergeschoben hat... Man hat im 1. Lehrjahr in jeder zweiten Woche 2 Tage Berufschule, ansonsten einen. Während den Ferien hat man natürlich ganz normal im Betrieb zu sein. Ab dem 2. Lehrjahr hat man nur noch einmal die Woche Berufschule. Zu behaupten der Lehrling "sei in der Regel ja auch nur drei Tage pro Woche im Betrieb" ist eine absolute Frechheit. Und dann noch diese provokante, maßlose Übertreibung von 4000€... Die Frau kommt nicht auf meine Liste der sympathischen Leute, sofern die Aussage von der Autorin wahrheitsgemäß übernommen wurde.

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grätscher 27.04.2014, 12:52
9.

Nette Vorstellung des Azubis im Bericht, dass er den Job noch 40 oder 50 Jahre machen will! Spätestens wenn er mal Familie haben sollte wird er sich umschauen, ganz abgesehen von dem Stress, dieser Job kann bestimmt nicht bis ins Rentenalter ausgelebt werden.
Mein Tip, Erfahrung sammeln, ein paar Jahre Ausland mit dazugehörigen Fremdsprachen, und dann neu orientieren. Fast jede Berufssparte ist heiß auf Leute aus der Gastro!!!

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