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Neid unter Kindern: Schafft die Spielzeugtage ab!
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In vielen Kitas und Grundschulen dürfen Kinder einmal pro Woche ihr liebstes Spielzeug mitbringen. Sarah Wiedenhöft graut vor diesen Tagen - denn sie entfachen einen unfairen Kampf um die größten, tollsten, teuersten Sachen.

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parresia 02.07.2018, 11:02
1. unglaubwürdig

Vielleicht sind Hamburger Kinder und Eltern ja auch irgendwie anders. Nach drei Kindern im Kindergarten und Grundschule sehe ich Spielzeugtage mehr als gelassen (halte sie in Grundschulen jedoch aus anderen Gründen für überflüssig): Cool und interessant sind die überraschendsten Dinge: Das kann mal eines dieser Mini-Gupschis sein, eine Feuerwehthelm von Deichmann, ein Fotoalbum oder aber ein Ziegenhorn, das mal als Dinosaurierkralle imaginierte. Es sind die Eltern, die auf den Preis schauen, eben nicht die Kinder. Insofern sind diese Spielzeugtage vielleicht eine gute Therapie für statusbewusste Eltern - Ende der Grundschule, in der vierten Klasse, ist dann die Kind-Eltern-Angleichung erst vollendet: Kinder übernehmen dann den Ehrgeiz und auch die Unsicherheiten ihrer Eltern.

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tofubär 02.07.2018, 11:06
2.

Unser Kind (8) kam noch nie nach Hause und jammerte, dass die anderen viel tollere und bessere Sachen am Spielzeugtag mitbrachten. Sie selber nimmt ihren (kleinen) Plüschhund mit. Wir haben auch von nichts von anderen Kindern, Eltern oder Erzieherinnen gehört, dass ein Kind dem anderen neidisch war. Den Kindern gefiel es sogar, dass sie mal mit anderen Spielsachen spielen durften, die sie nicht daheim haben. Unsere freut sich jedesmal auf den Spielzeugtag.

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whoispaul 02.07.2018, 11:10
3. was läuft da in eurer Kita falsch?

bei uns gibt es auch diesen Tag und da wird gerade das mit gebracht, womit unser Kind gerade gerne spielt, manchmal nur ein paar LEGO-Teile.

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noname2250 02.07.2018, 11:14
4. Spielzeugtag?

Spielzeugtag? Einmal die WOCHE? In der GRUNDSCHULE? Was sind das für Lehrerkollegen, die sowas für sinnvoll halten? Und welche Eltern machen sowas mit? Damit die Trennung leichter wird? Ich höre ja wohl nicht richtig. Generationen von Kindern sind bis vor kurzem allein in der Schule zurecht gekommen und ganz ohne emotionalen Schaden - wenn sowas tatsächlich der Normalfall ist und nicht nur Übertreibung der Autorin, dann gute Nacht. Die nächste Generation wird null emotionale Widerstandskräfte haben, weil nur noch verhätschelt. Alles muss einfach sein, alles muss Spaß machen, negative Erfahrungen müssen um jeden Preis ausgeschlossen werden. Und darüber hinaus: spielen die dann den ganzen Tag damit? Dann ist es auch kein Wunder, dass die in der 4. Klasse immer noch nicht lesen und schreiben können - vom Rechnen ganz zu schweigen.

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KlausRutschki 02.07.2018, 11:17
5. Meine Jungs fanden die Tage toll

Diese Erfahrung kann ich gar nicht teilen. Meine zwei Jungs haben sich immer auf diese Tage gefreut (war 1x / Monat). Großteils haben sie nur kleines Spielzeug mitgenommen, um die Heiligtümer nicht zu gefährden. Gab nie Probleme. Natürlich gab es ab und zu den Kommentar, dass ein anderes Kind was ganz tolles hat. Aber das war es dann auch. Hat eigentlich immer schöne Anregungen gegeben, nicht mehr, nicht weniger. Kinder fanden es aber auf jeden Fall toll.

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Kurbelradio 02.07.2018, 11:17
6.

Ich bin Jahrgang 1965 und ich erinnere mich, in der allerersten Woche, nachdem ich in die Schule kam, hatten wir auch so einen Tag, an dem wir unser Lieblingsspielzeug mitnehmen durften. Wir saßen dann alle im Kreis und die Aufgabe war, zu erzählen, warum genau DAS unser Lieblingsspielzeug eben war. Ich hatte meinen Teddy dabei, den man aufziehen konnte und der 10 Sätze sagte. Ich hatte ihn gern, weil ich ihn einfach gerne hatte.
Wir saßen im Kreis und lachten, das weiß ich noch. Wir fanden die Lehrerin toll, dass sie das erlaubt hatte, unser Spielzeug mitzubringen. Ich kann mich nicht erinnern, dass es darum ging, ob es teuer war oder was auch immer. Die Zeiten haben sich wohl extrem geändert. Es war damals auch nur dies eine Mal. Im Kindergarten gab es das nicht. Da spielte man mit dem, was man ergattern konnte.

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sumse123 02.07.2018, 11:19
7. alles zu seiner Zeit

Unsere Tochter war zu Beginn Ihrer Kindergartenzeit eine glühende Spielzeugtag-Anhängerin. Mittlerweile interessiert sie dieser Tag nur noch mäßig bis gar nicht. Das sieht dann so aus, dass irgendetwas aus dem Schrank lustlos ins Auto geschleppt wird... und meistens da auch noch liegen bleibt.
Ich weiss nicht, ob es sowas an ihrer Grundschule geben wird, aber ich hoffe, dass sich ihre Einstellung dazu nicht mehr ändert.
Spielsachen die wir ihr nicht kaufen tauscht sie mit ihren Freundinnen hin und her. Das funktioniert tadellos und schont den Geldbeutel :-)

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karina.bayer 02.07.2018, 11:21
8. Was für ein Quatsch

Es tut mir leid, aber ich habe selten so einen Quatsch gelesen. Vielleicht sollte die Autorin ihrem Nachwuchs mal vermitteln, dass es auf andere Sachen ankommt als auf die Spielsachen.

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trabajador5 02.07.2018, 11:27
9. Sensationsjournalismus

Artikel über das normal Leben lassen sich nicht verkaufen. Da muss aus der Mücke ein Elefant gemacht werden. Sonst ließt es niemand. Aber ein Trend lässt sich wohl erkennen. Je geringer der Bildungsstand der Eltern, desto "konsumiger" die Kids.

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