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Neue Frauenbewegung : "Ein massenhafter Aufschrei"
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Von Asien über Europa bis in die USA gab es am Weltfrauentag Proteste. Warum ist der 8. März plötzlich wieder so wichtig? Die Forscherin Margreth Lünenborg sieht darin ein Zeichen für große Veränderungen.

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liberty1993 09.03.2017, 15:29
40.

Zitat von Zitrone!
Danke. Wenn ich mich in einem solchen Forum ungern äußere, hängt das vor allem mit der ungeheuren Überheblichkeit beider Seiten zusammen. Ich bin biologisch 100% Frau, sozial allerdings irgendwas dazwischen. Nach den gängigen Klischees zu urteilen, ziemlich genau fifty-fifty. Mich nervt es extrem, wenn Männer mit traditionellem Rollenverständnis mir erklären wollen, wie ich bin, und das mit der Biologie begründen. Passt nur nicht. Genauso nerven mich Feministen (ja, ich benutze trotzig das generische Maskulinum), die mir vorschreiben wollen, wie ich als Frau zu sein hätte. Insofern sitze ich hier immer zwischen den Stühlen, und konfliktscheu, wie ich als Frau nun mal bin ;-) , mag ich diese Situation nicht. Anders ausgedrückt: Rein rational-männlich ist es schlicht Zeitverschwendung, sich mit gewissen Idioten herumzuärgern.
Sind wir nicht alle sozial etwas zwischen den Geschlechterrollen und Stereotypen?
Ich verstehe auch immer noch nicht, warum das heute auf einmal wichtig ist ein soziales Geschlecht zu haben. Ist das dieses "Non-Binary" und so?
Das ist nicht böse gemeint und manches muss ich auch nicht verstehen, oder der selben Ansicht sein. Ich persönlich bevorzuge den Menschen als ganzes zu betrachten. Körperliche und Geistige Unterschiede gibt es nicht nur zwischen den Geschlechtern. We are all one!

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Zitrone! 09.03.2017, 15:31
41.

Zitat von bernhard_s2
Zitat: "Junge Männer verdienen auch immer noch mehr als junge Frauen, die genauso qualifiziert sind." Dazu das Bundesamt für Statistik: "Bei der Interpretation der Werte sollte berücksichtigt werden, dass es sich um den unbereinigten Gender Pay Gap handelt. Aussagen zum Unterschied in den Verdiensten von weiblichen und männlichen Beschäftigten mit gleichem Beruf, vergleichbarer Tätigkeit und äquivalentem Bildungsabschluss sind damit nicht möglich." Dieses "genauso qualifiziert" wird mal einfach so hinten angehangen. Weiter bei destatis: "Der unbereinigte Gender Pay Gap (GPG) wird berechnet für alle NACE - Gruppen mit Ausnahme der Landwirtschaft, Fischerei, öffentliche Verwaltung, private Haushalte und exterritoriale Organisationen in Betrieben mit mindestens 10 Beschäftigten." Gerade die öffentliche Verwaltung wird mal einfach so rausgelassen! Naja, wenn man die Gruppen, die man in Berechnung mit einbezieht, lange genug selektiert, bekommt man irgendwann das gewünschte Ergebnis. Auch interessant: http://www.sueddeutsche.de/karriere/britische-studie-junge-frauen-verdienen-besser-als-maenner-1.2626638 http://fortune.com/2016/04/12/women-are-out-earning-men/ http://content.time.com/time/business/article/0,8599,2015274,00.html
Vielleicht schauen Sie mal auf meinen Beitrag #30. Hier im Forum ist's wie im Leben: Viele Männer wollen nur reden, aber nicht zuhören. (Sicher, da gibt's auch einige Frauen ...)

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bernhard_s2 09.03.2017, 16:13
42. Zuhören

Zitat von Zitrone!
Vielleicht schauen Sie mal auf meinen Beitrag #30. Hier im Forum ist's wie im Leben: Viele Männer wollen nur reden, aber nicht zuhören. (Sicher, da gibt's auch einige Frauen ...)
Nun, ein Link von drei bezieht sich auf die britische Studie, über die Sie in Ihrem Beitrag geschrieben haben. Bei den anderen beiden, geht es um amerikanische.
(Außerdem, warum soll nicht nochmal auf diese Studie verweisen, wenn ich das richtig finde? Nur weil Sie dazu schon mal etwas bemerkt haben, ist dieser Artikel nicht gleich uninteressant!)

Das Pay Gap bei uns wird üblicherweise mit den Zahlen des Statistischen Bundesamtes begründet, deshalb habe ich das zitiert.
Und das Bundesamt ist ebenfalls nicht britisch.

Nun, falls Ihre Bemerkung über das Reden auf mich gemünzt war, will ich Ihnen das Kompliment gerne zurück geben.

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fördeanwohner 09.03.2017, 17:22
43. -

Zitat von Olaf
Natürlich, leiden können nur Frauen oder kennen Sie Witze über den höhere Anzahl von Krankheitstagen bei Frauen? http://www.faz.net/aktuell/beruf-cha...-14629743.html Trotz "Männerschnupfen" feiern Männer wesentlich weniger Krank als Frauen. Aber anders als kranke Männer sind kranke Frauen nicht witzig. Und jede Frau weiß, wie sie einem Mann ein schlechtes Gewissen machen kann, ohne das es ihm bewusst ist. Umgekehrt ist das schon viel schwieriger. Zu guter letzt! Wir sind im Feminismus Thread, natürlich geht es um Klischees, davon lebt der Feminismus schließlich.
Ich könnte darauf jetzt erwidern, dass es viele unvernünftige Männer gibt, die lieber mit blutenden Augen zur Arbeit gehen würden, als dass sie in den Verdacht geraten könnten, "krank zu feiern", wie Sie es hier Frauen unterstellen. Vielleicht liegt es daran, dass es Männer - so wie Sie - gibt, die anderen Menschen erstmal lieber unterstellen, nicht krank zu sein. Womit dann auch leicht zu erklären wäre, weshalb andere Männer dann eben lieber krank zur Arbeit gehen, weil sie befürchten, ihr Chef - es gibt ja zahlenmäßig viel mehr Chefs als Chefinnen (oder wie der Plural lautet) - hält sie für Simulanten.

Wie Sie darauf kommen, dass die von Ihnen genannte Quelle belegt, dass Frauen Männern ein schlechtes Gewissen machen wollen, ist mir ein Rätsel. Das ist Ihre Interpretation. Und diese scheint einer sehr negativen Haltung gegenüber Frauen zu entspringen. Schlüssig finde ich Ihre Deutung nämlich nicht.

Wenn man krank ist, sollte man zuhause bleiben. Sonst steckt man womöglich noch viele andere an.

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bernhard_s2 09.03.2017, 17:42
44. sexistisch!

Zitat von fördeanwohner
Ich könnte darauf jetzt erwidern, dass es viele unvernünftige Männer gibt, die lieber mit blutenden Augen zur Arbeit gehen würden, als dass sie in den Verdacht geraten könnten, "krank zu feiern", wie Sie es hier Frauen unterstellen. ...
Der Spruch vom "Männerschnupfen" evtl. noch "lebensbedrohend" ist dann aber sexistisch.
So etwas sollten doch gerade die Frauen unterlassen!

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fördeanwohner 09.03.2017, 18:17
45. -

Zitat von bernhard_s2
Der Spruch vom "Männerschnupfen" evtl. noch "lebensbedrohend" ist dann aber sexistisch. So etwas sollten doch gerade die Frauen unterlassen!
Ja, natürlich war die Auslage in der Apotheke sexistisch. (Sie meinen doch mein Beispiel?) Ich habe darüber geschrieben, weil der Forist behauptete, Frauen würden jammern. Die Inhaber jener Apotheke scheinen das etwas anders zu sehen. Mir fiel das beim Lesen des besagten Beitrags ein.

Mir geht es hier nicht darum, Männer und/oder Frauen schlecht zu machen. Ich finde es aber ziemlich voreingenommen, um es mal nett auszudrücken, mal eben zu behaupten, Frauen würden jammern, ja "feierten" sogar öfter krank, um Männern ein schlechtes Gewissen zu machen.
Wer solche Dinge in den Raum wirft, der hilft nicht gerade dabei, die Debatte sinnvoll zu führen.

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Zitrone! 09.03.2017, 20:16
46.

Zitat von bernhard_s2
Nun, ein Link von drei bezieht sich auf die britische Studie, über die Sie in Ihrem Beitrag geschrieben haben. Bei den anderen beiden, geht es um amerikanische. (Außerdem, warum soll nicht nochmal auf diese Studie verweisen, wenn ich das richtig finde? Nur weil Sie dazu schon mal etwas bemerkt haben, ist dieser Artikel nicht gleich uninteressant!) Das Pay Gap bei uns wird üblicherweise mit den Zahlen des Statistischen Bundesamtes begründet, deshalb habe ich das zitiert. Und das Bundesamt ist ebenfalls nicht britisch.
Nun, statt einfach nur nochmal dieselbe Studie zu verlinken, hätten Sie ja auch etwas zu meiner Kritik sagen können oder einfach selber inhaltlich Stellung nehmen. Alle drei Untersuchungen sind sich nämlich darin ähnlich, dass Frauen nur unter speziellen Bedingungen mehr verdienen als Männer.

Aus fortune.com...: "women's earnings earnings relative to those of men began to fall around the time they reach their mid-30s, [...] motherhood and unpaid work at home [...]". Oder aus content.time.com: "the earnings reversal overwhelmingly to one factor: education. For every two guys who graduate from college or get a higher degree, three women do".

Für mich heißt das, dass auch dieser umgekehrte gender gap vemutlich verschwindet, wenn er um die entsprechenden Einflussgrößen (Unterbrechungen der Laufbahn, Ausbildung, ...) bereinigt wird. Insofern sind diese Schlagzeilen genauso "postfaktisch" wie der behauptete gender gap von rund 20% in D.

Wer hier also schimpft über die wiederkehrende Verwendung der unbereinigten Zahlen (und da schließe ich mich durchaus an), der sollte auch nicht diese Studien als Beweis des Gegenteils anführen.

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Zitrone! 09.03.2017, 20:33
47.

Zitat von liberty1993
Sind wir nicht alle sozial etwas zwischen den Geschlechterrollen und Stereotypen? Ich verstehe auch immer noch nicht, warum das heute auf einmal wichtig ist ein soziales Geschlecht zu haben. Ist das dieses "Non-Binary" und so? Das ist nicht böse gemeint und manches muss ich auch nicht verstehen, oder der selben Ansicht sein. Ich persönlich bevorzuge den Menschen als ganzes zu betrachten. Körperliche und Geistige Unterschiede gibt es nicht nur zwischen den Geschlechtern. We are all one!
Ja, sind wir. Mit Non-Binary, Transgender, Queer und was es da noch alles so gibt kann ich persönlich aber überhaupt nichts anfangen, habe auch keine Ahnung, ob etwas davon auf mich zutrifft. Ich habe die gängigen Klischees (Mann/Frau) immer nur belächelt, aber seit 10, 15 Jahren wird dermaßen darauf herumgeritten (gerade auch von Feministinnen), dass es mich nur noch ärgert. Girls' Day, Frauenförderung, Quote, gar noch spezieller Matheunterricht für Mädchen - das ist doch alles grauenhaft. Ich finde mich da nirgends wieder, also machen ausgerechnet die Feministinnen oder Gender-Aktivistinnen mich zu einer Nicht-Frau. Ihre letzen drei Sätze dagegen sind regelrecht erholsam.

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bernhard_s2 10.03.2017, 08:01
48.

Zitat von Zitrone!
Nun, statt einfach nur nochmal dieselbe Studie zu verlinken, hätten Sie ja auch etwas zu meiner Kritik sagen können oder einfach selber inhaltlich Stellung nehmen. Alle drei Untersuchungen sind sich nämlich darin ähnlich, dass Frauen nur unter speziellen Bedingungen mehr verdienen als Männer. Aus fortune.com...: "women's earnings earnings relative to those of men began to fall around the time they reach their mid-30s, [...] motherhood and unpaid work at home [...]". Oder aus content.time.com: "the earnings reversal overwhelmingly to one factor: education. For every two guys who graduate from college or get a higher degree, three women do". Für mich heißt das, dass auch dieser umgekehrte gender gap vemutlich verschwindet, wenn er um die entsprechenden Einflussgrößen (Unterbrechungen der Laufbahn, Ausbildung, ...) bereinigt wird. Insofern sind diese Schlagzeilen genauso "postfaktisch" wie der behauptete gender gap von rund 20% in D. Wer hier also schimpft über die wiederkehrende Verwendung der unbereinigten Zahlen (und da schließe ich mich durchaus an), der sollte auch nicht diese Studien als Beweis des Gegenteils anführen.
Frau Lünenborg hatte behauptet: "Junge Männer verdienen auch immer noch mehr als junge Frauen, die genauso qualifiziert sind."
Und ich habe mich in meinem Post ausdrücklich darauf bezogen.

Die Links zeigen genau, daß das so nicht zutrifft. Bei jüngeren Leuten ist das Verhältnis genau umgekehrt. Sie argumentieren nun: "Aber ab 30..." - davon spricht aber doch niemand!

Das ist genau diese unfaire Art der Diskussion, die ich den Feministinnen i.a. vorwerfe: Gegen etwas zetern, was nie behauptet wurde, nur um von der falschen Behauptung abzulenken. Wenn diese Falschbehauptung dann lange genug so stehen bleibt, wird sie schon alleine deswegen geglaubt, weil sie so oft aufgestellt wurde.

(Ich hoffe, das wird jetzt nicht zensiert.)

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ruhepuls 10.03.2017, 10:04
49. Verteilungskampf

Zitat von Criticz
Obwohl sie die höhere Lebenserwartung haben, eine geringere Suizidquote, deutlich setlener tödliche Arbeitsunfälle erleiden als Männer....Jammern lohnt sich! Quote nur für Frauen und nur wo es lukrativ ist. Ach so - was das ganze noch mit Gleichberechtigung zu tun hat? Keine Ahnung.
Bei Verteilungskämpfen geht es nie um Gerechtigkeit. Das ist ein vorgeschobenes Argument, um sich eine moralische Rechtfertigung zu geben, hinter der sich das schlichte Motiv verbirgt: "Ich will mehr!"
Eine echte Gleichberechtigung kann es schon deshalb nicht geben, weil jedes Geschlecht diese anders interpretiert. Wann ist man/frau genau gleich(-berechtigt)? Wer ist hier der neutrale Richter? Ist es ungerecht, dass Frauen (weil häufiger in schlechter bezahlten Berufen) weniger verdienen als Männer? Auch männliche Pflegekräfte werden schlechter bezahlt als Ingenieure, auch als weibliche Ingenieure. Ist es ungerecht, dass wenige Frauen in Vorstandsposten sitzen? Ja, wenn es wirklich genug Frauen geben würde, die dort sitzen wollen(!), gleich qualifiziert sind und nur deshalb nicht dorthin kommen, weil sie Frauen sind. Das ist aber in der Regel gar nicht der Punkt. Ich kenne einige Frauen in hohen Führungspositionen, die alle keine Probleme hatten, angenommen zu werden. Die erwarteten allerdings auch nicht, dass sich zuvor die gesamte Arbeitswelt "feminisiert", sodass frau quasi in den Sessel getragen wird und ihr alle Hindernisse (Arbeitszeit, Familienplanung etc.) aus dem Weg geräumt werden. Ich kenne andersherum auch viele Frauen, die durchaus qualifiziert wären, aber nicht wollen, weil sie sich "so einen Knochenjob nicht antun" wollen. So, what?

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