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Neue Stellen für Forscher: Mit 1000 Professuren gegen die Unsicherheit
DPA

Viele promovierte Wissenschaftler sind jahrelang befristet angestellt - ohne zu wissen, ob sie jemals eine Professur erhalten. Ein neues Förderprogramm soll Abhilfe schaffen.

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mrotz 24.05.2016, 21:22
40.

Zitat von keksguru
und jeder der seine Postdoc-Zeit an der Uni um ein Jahr verlängert nimmt einem Doktoranten eine Stelle weg. Das kann und soll nicht Sinn und Zweck der Lehre sein. Die Besten 1 Promille werden Professor und der hat einen Personalstock von 2-5 Mitarbeitern die er dann je nach Größe und Bedeutung des Lehrstuhls dann auch wirklich braucht. Die Uni ist ein Ausbildungsbetrieb und kein Akademiker-Parkbetrieb.
Weniger Doktoranden.

Die Promotion ist für die Wissenschaft relevant. Die Industrie braucht diese nicht.

Früher sieben.
Dafür mehr feste Stellen.

mfg

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MattKirby 24.05.2016, 23:45
41. @doke969

Zitat von doke969
Stellen im öffentlichen Dienst sind aktuell nur gut (und damit motivierend) bezahlt wenn es Beamtenstellen sind. Die Schere zwischen Angestellten und Beamten ist soweit geöffnet worden, dass es zukunftsverachtend ist. Entweder werden alle Forschenden und Lehrenden in Dauerstellen an Universitäten beamtet, oder, noch besser, das gesamte System wird auf Angestelltenbasis umgestellt wie in Schweden. Wirklich gute Leute, und die sollten nicht nur Lehrer an Schulen sondern auch an Hochschulen sein, lockt man nur mit anständiger, grundgesetzkonformer Bezahlung.
Da will wohl jemand unbedingt eine Beamtenstelle? Was ist für Sie eigentlich eine grundgesetzkonforme Bezahlung - achtfuffzich Mindestlohn?
Der TV-L weist für die Grunderfahrungsstufe 1 in E 13 übrigens ein Jahresbruttogehalt von knapp 44k Euro aus. In Stufe 3 nach ca. 4 Jahren, liegt man bereits bei über 50k. Eigentlich nicht so schlecht.
Niemand zwingt Sie im Übrigen bei solch grundgesetzwidriger Bezahlung an der Uni zu malochen. Gehen Sie in die Wirtschaft, da verdient man zwar mehr, aber ist halt auch etwas anstrengender. Oder werden Sie Lehrer, oder Polizist, die sind ebenfalls verbeamtet.

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MattKirby 24.05.2016, 23:59
42. @rvanpelt

Zitat von rvanpelt
Glauben Sie wirklich, dass ein frisch Promovierter abschaetzen kann, welche Chancen er/sie auf eine Professur hat? Nein wie suess, diese naive Sichtweise. Ein Promovierter hat nicht die geringste Ahnung, was danach kommt und welche Erwartungen er/sie erfuellen muss. Es sei denn er/sie hat einen guten Mentor oder Vitamin-B. Leider ist das Mentoring System in diesem Land noch ausbaufaehig. Ausserdem haengt vieles an der Intransparenz der Berufungsverfahren hier im Land. Bei 80% der Bewerbungen auf eine Professur bekommt man NICHT einmal eine formale Absage, selbst wenn man es auf die "Liste" geschafft hat. Ich selbst warte schon seit 2.5 Jahren auf den formalen Abschluss eines Berufungsverfahrens in einer Stadt namens "There mouth". Natuerlich kommt da nichts mehr. Ein anderes Verfahren liegt ja nur 1 Jahr zurueck (es wird ja noch verhandelt).
Naja, ein Promovierender oder Promovierter sollte schon so viel Einblick in den Wissenschaftsbetrieb erhalten haben, dass er abschätzen können sollte worauf es für eine akademische Karriere ankommt. Viele Publikationen in guten Zeitschriften, ein bekannter Doktorvater an einer renommierten Uni, ein zukunftsträchtiges Forschungsthema, ein Postdoc Aufenthalt in einem bekannten Arbeitskreis an einer bekannten, am besten angloamerikanischen Uni,... und natürlich das richtige Geschlecht. Wenn man als Frau die oben genannten Punkte beachtet, hat man zumindest im MINT Bereich ganz gute Chancen auf eine Unikarriere.

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Der_schmale_Grat 25.05.2016, 10:45
43. Kosmetikpolitik und Stresstest

Ich kann mich den Negativkritikern nahtlos anschließen. Ich hatte einmal das Vergnügen, vor fast 10 Jahren zufällig länger den Staatssekretär des BMBF zu sprechen. Ich habe damals im Stakkato Vieles, was hier diskutiert wird, widergegeben. Er verabschiedete sich sinngemäß mit den Worten, dass er dieses Gespräch mit nach Berlin nehme. So weit so schlecht. Ich bin der festen Überzeugung, dass es der Normalfall ist, Systeme - egal welcher Größe - erst einmal an die Wand zu fahren, bis sich etwas ändert. Vielleicht sollte mal ein "Stresstest" an Unis gemacht werden und halte unterbezahlten und nicht bezahlten Dozenten und Forscher für ein Semester wegbleiben?

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acitapple 25.05.2016, 11:08
44.

Warum schafft man nicht diese Verbeamtung auf Lebenszeit für Professoren ab ? Nur noch Angestelltenverhältnisse für alle und eine halbwegs anständige Bezahlung. Ich halte das nicht für zielführend jemandem zu sagen:"So, hier ist dein Beamtenstatus, egal was du machst, bis zur Pension bleibt es so und du kannst dich auf die faule Haut legen".

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INGXXL 25.05.2016, 11:17
45. Man sollte

liber den Mittelbau stärken.. Also dort mehr unbefristet Stellen scafen

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gumbofroehn 25.05.2016, 12:31
46.

Zitat von rvanpelt
Glauben Sie wirklich, dass ein frisch Promovierter abschaetzen kann, welche Chancen er/sie auf eine Professur hat?
Kann er, wenn er die Publikationsleistungen der erfolgreichen Kandidaten in seiner Disziplin betrachtet und sich ehrlich die Frage beantwort, ob er das auch kann. Ich habe nach Abschluss meines Promotionsstudiums eben aus diesem Grund die Reißleine gezogen, weil ich gesehen habe, welcher Publikationsoutput in Journals im Bereich A+ und A vonnöten gewesen wäre, um in meiner Disziplin auch nach objektiven Kriterien angesichts der Konkurrenz für eine universitäre Professur berufungsfähig zu sein. Mir war klar, dass ich das im Leben nicht schaffen kann. Ich war dann einige Jahre in der Wirtschaft und habe heute eine Professur an einer HAW inne (früher hießen die mal FHs). Das war für mich der bessere Weg. Wäre ich den Weg der Uni-Karriere geblieben, würde ich heute Taxi fahren.

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rvanpelt 25.05.2016, 17:00
47. Richtig ist, ...

Zitat von gumbofroehn
Kann er, wenn er die Publikationsleistungen der erfolgreichen Kandidaten in seiner Disziplin betrachtet und sich ehrlich die Frage beantwort, ob er das auch kann. Ich habe nach Abschluss meines Promotionsstudiums eben aus diesem Grund die Reißleine gezogen, weil ich gesehen habe, welcher Publikationsoutput in Journals im Bereich A+ und A vonnöten gewesen wäre, um in meiner Disziplin auch nach objektiven Kriterien angesichts der Konkurrenz für eine universitäre Professur berufungsfähig zu sein. Mir war klar, dass ich das im Leben nicht schaffen kann. Ich war dann einige Jahre in der Wirtschaft und habe heute eine Professur an einer HAW inne (früher hießen die mal FHs). Das war für mich der bessere Weg. Wäre ich den Weg der Uni-Karriere geblieben, würde ich heute Taxi fahren.
dass man nach der Promotion von sich wissen sollte, ob man das Zeug zum Wissenschaftler hat. Deshalb ist 'magna cum laude' ja auch das Minimum fuer eine anschliessende Wissenschaftlerkarriere. Sich selbst aufopfern muss man und mit einem krassen work-life-blending umgehen koennen. Den groessten persoenlichen Fehler, den ich gemacht habe, war nach 6.5 Jahren post-doc in England nach Deutschland zurueckzukehren. Dadurch habe ich super Moeglichkeiten in UK vorbeiziehen lassen, und bin hier in einer beruflichen Sackgasse gelandet. Als Doktorand habe ich mitbekommen, wie Bulmahn des HRG reformierte und bin 13-14 Jahre spaeter nur schockiert, wie verfahren die Situation hierzulande ist. Aber keine Sorge, das letzte Vertragsjahr als Assistent reisse ich meinen eigenen Doktoranden zuliebe noch ab, und dann bin ich wieder weg.

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lettipark_22 25.05.2016, 18:39
48.

Zitat von lindenbast
Mein Chef ist in Sachen Forschung wesentlich produktiver, als ich es sein könnte; dann ist es doch gut, wenn er sich nicht mit der Grundausbildung der Studenten herumschlagen muss, was ich dafür gerne übernehme. Was um alles in der Welt soll den daran falsch sein? (Übrigens unterrichte ich so viele Semesterwochenstunden wie 2 Professoren plus ein halber Assistent...)
Was daran falsch ist? Dass die Qualität der Ausbildung massiv leidet, wenn Professoren nicht mehr unterrichten, sondern alle Lehre auf "Lehrkraft für besondere Aufgaben", wie sie es scheinbar sind, abwälzen. Gerade die besten (und das sollten Professoren schließlich sein) gehören wieder zurück in die grundständige Ausbildung. Es kann nicht sein, dass heutige B.A.-Studenten in ihrem Studienleben nie einen Professor zu sehen bekommen.

Im Übrigen: Eine solche Stelle ("Lehrkraft für besondere Aufgaben") mag auf dem Papier interessant klingen und unbefristet sein, die Realität ist jedoch häufig, dass in solchen mies bezahlten "Lehrsklaven"-Stellen man sich eine weitere wissenschaftliche Karriere gehörig verbaut, weil für eigene Forschungstätigkeit (Aufsätze, Drittmittel, Habil) keine Zeit mehr bleibt. In Deutschland gibt es den "Lecturer" ja eben nicht. Will man im Betrieb weiterkommen ist es mit Lehre nunmal nicht getan.

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rvanpelt 25.05.2016, 20:51
49. absolute Zustimmung

Zitat von Der_schmale_Grat
Ich bin der festen Überzeugung, dass es der Normalfall ist, Systeme - egal welcher Größe - erst einmal an die Wand zu fahren, bis sich etwas ändert. Vielleicht sollte mal ein "Stresstest" an Unis gemacht werden und halte unterbezahlten und nicht bezahlten Dozenten und Forscher für ein Semester wegbleiben?
In UK war ich Mitglied der University and College Union. Man stelle sich vor, wir (ich hatte keine lecturer Position) haben damals in der Examens- und Benotungszeit gestreikt. Was fuer ein Aufschrei: wie koenne man es den Studierenden bloss antun. Aber Wirkung hatte es gezeigt. Hierzulande bin ich GEW Mitglied, und man, was fuer ein lahmer Haufen/zahmer Papertiger (wohl haupstaechlich Verbeamtete): "Templiner Manifest" und online Petitionen. Lachhaft. Kein Wunder, dass der Grossteil meiner Kollegen keinen Sinn in einer Gewerkschaftmitgliedschaft sieht. Dass die angestellten Mitglieder, dann auch noch fuer sich UND ihre verbeamteten Kollegen waehrend der Tarifverhandlungen auf die Strasse gehen, ist die groesste Perversion von allem.

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