Forum: Leben und Lernen
Neue Stellen für Forscher: Mit 1000 Professuren gegen die Unsicherheit
DPA

Viele promovierte Wissenschaftler sind jahrelang befristet angestellt - ohne zu wissen, ob sie jemals eine Professur erhalten. Ein neues Förderprogramm soll Abhilfe schaffen.

Seite 6 von 6
rvanpelt 25.05.2016, 21:08
50. Was sind denn das fuer Vorurteile?

Zitat von IB_31
Zum einen sind diese Leute es nicht gewohnt in definierten Zeiten definierte Ergebnisse vorzulegen. Zum anderen sind sie auch nicht die Art und Weise gewohnt, wie in Entwicklungsabteilungen gearbeitet wird. (Wahrscheinlich, weil sie die Infrastruktur dazu von ihrer Uni her nicht kennen).
Hier ist wohl einer nicht besonders bewandert in dem (wissenschaftlichen) Management von Forschungsprojekten (Drittmittelprojekten: Stichwort 'deliverables'). Die Unterschiede sind geringer als Sie denken. Lassen Sie sich das von einem zertifizierten Projektmanager sagen. Der groesste Unterschied liegt wahrscheinlich in der finanziellen Ausstattung und der groesse der Projektteams (an der Uni: geringer und kleiner).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rvanpelt 25.05.2016, 21:20
51. 'Eigene Stelle'

Zitat von nochnbier
Zugleich hat man völlig willkürlich eine Altersgrenze für den Antritt einer Juniorprofessur festgelegt und erst viel später für die "Abgehängten" die Möglichkeit geschaffen, bei der DFG Geld für die eigene Stelle einzuwerben. Damals sind die Antragszahlen für Drittmittel regelrecht explodiert, dennoch hat sich an der Förderquote über die Jahre hinweg nicht viel geändert. Hätte ich vor meiner Promotion davon gewusst, wäre meine Entscheidung sicher auch anders ausgefallen.
Kennt hier irgendjemand einen Senior-Wissenschaftler auf seiner 'Eigenen Stelle'? Ich kenne das Programm nur als Nachwuchsfoerderungsinstrument mit impliziter Geschlechts- und Altersdiskrimierung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
IB_31 26.05.2016, 10:25
52.

Zitat von rvanpelt
Hier ist wohl einer nicht besonders bewandert in dem (wissenschaftlichen) Management von Forschungsprojekten (Drittmittelprojekten: Stichwort 'deliverables'). Die Unterschiede sind geringer als Sie denken. Lassen Sie sich das von einem zertifizierten Projektmanager sagen. Der groesste Unterschied liegt wahrscheinlich in der finanziellen Ausstattung und der Groesse der Projektteams (an der Uni: geringer und kleiner).
Naja, ich zähle mal ein paar Unterschiede auf, die mir so spontan einfallen:
( Ich arbeite n einem Konzern, dessen Entwicklungsnetzwerk über viele Länder verteilt ist).
Daraus ergeben sich schon mal Dinge ( verschiedenen Zeitzonen und Mentalitäten, die Sie
so (wahrscheinlich ) nicht kennen.
Dann hätten wir noch den Problemkreis : Geheimhaltung.
Die Docs wollen immer alles veröffentlichen ,wir wollen das, insbesondere bei dem was wir strategische Projekte nennen ,eher nicht.
Auch mal ein bisschen flexibel sein ( kurzfristige Lösungen z.B.) …schwierig,schwierig,schwierig.

Und Verwaltungsvorgängen u.Ä.
Gruselig ist da noch ein Kompliment.
In D.
Wir haben auch Kooperationen/Partnerschaften mit einer frz. Uni (Toulouse.
Da geht das alles wesentlich einfacher und flotter.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nochnbier 26.05.2016, 11:59
53. Für mich sind das KEINE Unterschiede ...

Zitat von IB_31
Naja, ich zähle mal ein paar Unterschiede auf, die mir so spontan einfallen: ( Ich arbeite n einem Konzern, dessen Entwicklungsnetzwerk über viele Länder verteilt ist). Daraus ergeben sich schon mal Dinge ( verschiedenen Zeitzonen und Mentalitäten, die Sie so (wahrscheinlich ) nicht kennen. Dann hätten wir noch den Problemkreis : Geheimhaltung. Die Docs wollen immer alles veröffentlichen ,wir wollen das, insbesondere bei dem was wir strategische Projekte nennen ,eher nicht. Auch mal ein bisschen flexibel sein ( kurzfristige Lösungen z.B.) …schwierig,schwierig,schwierig. Und Verwaltungsvorgängen u.Ä. Gruselig ist da noch ein Kompliment. In D. Wir haben auch Kooperationen/Partnerschaften mit einer frz. Uni (Toulouse. Da geht das alles wesentlich einfacher und flotter.
Unterschiedliche Mentalitäten: An meinem Institut haben Wissenschaftler aus 30+ verschiedenen Nationen gearbeitet. Sie sollten mal von Ihrem hohen Ross absteigen, in der Wirtschaft gibt es Vergleichbares tatsächlich nur in Konzernen.
Geheimhaltung: Was glauben Sie eigentlich wie viel Konkurrenz es in der Wissenschaft gibt? Der Wettbewerb um die Forschungsgelder lebt geradezu davon den eigenen technologischen Vorsprung eben NICHT mit anderen Arbeitsgruppen zu teilen. Meist wird erst dann veröffentlicht, wenn neue Projektgelder erforderlich sind, es also nur unbedingt nötig ist.
Heutzutage müssen Sie als Wissenschaftler extrem wachsam sein, wie viel Sie z.B. auf Konferenzen preisgeben. Wenn Sie Pech haben, lesen Sie das nämlich ein halbes Jahr später in einem chinesischen Journal ....
Und Flexibilität und Improvisationstalent brauchen Sie als AG-Leiter ohnehin, das ist dem knappen Budget, der Unsicherheit geschuldet. Den Verwaltungswasserkopf gibt es, aber der ist auch in dt. Konzernen nicht zu unterschätzen - da bin ich nach dem Wechsel in einen Konzern inzwischen völlig desillusioniert. Die Probleme mit akademischen Mitarbeitern sind meistens dadurch begründet, dass Konzerne aus Gründen der Profitmaximierung die eigenen Mitarbeiter nicht mehr vernünftig Schulen und Weiterbilden, sondern das lieber an die UNIs outsourcen. Und gerade das ist ja eine der Ursachen für die immer schlechter gewordenen Arbeitsbedingungen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 6 von 6