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Neue Studie zu Bildungsgerechtigkeit: Falscher Wohnort? Pech gehabt!
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Deutsche Schulen bemühen sich um bessere Chancen für alle Kinder - doch das klappt laut einer Studie nicht in allen Bundesländern. Bei den Fähigkeiten der Schüler betragen die regionalen Unterschiede bis zu drei Jahre.

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citizen01 01.03.2017, 17:46
1. Der Autor geht fahrlässig mit den Attributen um. Kinder, die nicht aus dem sozial schwächeren Bereich kommen ...

... befinden sich gleich im privilegierten Milieu? Aha. Könnte man als unzureichendes Deutsch- und Differenzierungsvermögen einordnen. Dafür spricht auch die beliebte Vertauschung von statistischen und ursächlichen Zusammenhängen. Wichtiges Thema behandelt, leider mit politischer Brille.

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fudiröller 01.03.2017, 17:46
2. Glückwunsch

nach Baden-Württemberg. Dort haben es die Grünen und Roten in kürzester Zeit geschafft das Land von gut auf Mittelmass zu bringen. Bei der nächsten Studie darf man dann mit roten Ergebnissen rechnen. Apropos rot, diese Farbe zeigt eine auffällige Korrelation von Landesregierung und Bildungsergebnissen... nicht zu vergessen Finanzlage, aber die war ja heute mal nicht das Thema. Hauptsache am Ende sind alle gleich. Gleich dumm und gleich arm.

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ollowain13 01.03.2017, 18:12
3. Was heißt da

Es wird beklagt, es bestehe die Gefahr, dass es noch bis zu 3 Jahrzehnten dauern könnte, bis es für jedes Kind einen Ganztagsschulplatz gibt.

Wieso ist das eine Gefahr? Es braucht schlicht und ergreifend nicht jedes Kind einen Ganztagsschulplatz. Es wollen auch nicht alle Eltern ihre Kinder von 8 bis 17.00 Uhr beim Staat abgeben. Es gibt schon noch Eltern, die sich tatsächlich auch ein bisschen Zeit für ihre Kinder nehmen, sie selbst miterziehen wollen und vor allem auch ihren Kindern zutrauen, eventuelle Freizeit selbst sinnvoll zu nutzen.

Die Kehrseite einer Bereitstellung von Ganztagsschulplätzen für jedes einzelne Kind wäre nämlich, dass damit automatisch eine Ganztagspflicht für alle einherginge, weil die Länder unmöglich gleich 2 Varianten für alle Kinder bereitstellen können. Das wären doppelte Kosten in sehr großem Umfang. Würden die Länder auf ein Ganztagsangebot für alle Schüler verpflichtet, hätten sie deshalb keine andere Wahl, als NUR noch Ganztagsschulen anzubieten. Da bei uns Schulpflicht herrscht, müssten dann alle Eltern ihre Kinder ganztags zur staatlichen Verwaltung abgeben. Damit wird das Erziehungsrecht der Eltern ziemlich effektiv ausgehebelt und außerdem haben Eltern und Kinder nicht mehr die Entscheidungshoheit darüber, ob und welche Freizeitinteressen ein Kind pflegt. Das Kind wäre ja zwangsweise in der Schule. Sicher kann eine Schule ein paar Angebote machen - aber sie kann niemals alle Bereiche abdecken, denn auch dazu bräuchte es Personal, das nunmal nicht da ist und auch nicht zur Befriedigung der Wünsche einzelner Kinder/Eltern zusätzlich engagiert werden kann, denn... es kostet halt Geld. Ergo müssten Eltern und Kinder sich mit dem Angebot zufrieden geben, das die Schule bereitstellen kann. Nur mal zwei plakative Beispiele:

Fussball: Geht - in großen Gruppen, aber das kann ein Sportlehrer anbieten.
Klavier? Vergiss es, denn in der ganzen Schule gibt es maximal 3 Instrumente. Wann soll der Schüler denn üben können? Und vor allem, wer darf es denn lernen, wenn es mehr Interessenten gibt als Instrumente frei sind?

Fazit: Ein Ganztagsangebot für alle wäre zwangsweise ein Ganztagszwang für alle - und würde damit zwangsweise zur kulturellen Verarmung führen. Angesichts der Stossrichtung unserer Bildungspolitik bin ich heilfroh, keine Kinder zu haben. Dieser ideologisch gefärbte Unfug ist ein Verbrechen an den Kindern! Nebenbei: Vielen Dank an meine Eltern, die sich noch selbst um mich gekümmert haben und mich entsprechend meinen Begabungen gefördert haben. Das kriegt die heutige Elterngeneration entweder nicht hin, oder sie will es auch gar nicht erst versuchen, weil sie schon grundsätzlich mit dem Anspruch an den Staat herantritt, dass der sich gefälligst um die Kinder zu kümmern hätte. Was für ein Armutszeugnis!

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skeptikerin007 01.03.2017, 18:15
4. Interessant

Bayern wurde kritisiert wegen der fehlenden Ganztagsschulen, Hamburg gelobt, über 80 %Ganztagsschulen.
Bayern hat durchgehend grüne Balken , Hamburg rot. Wie ist das möglich? Oder sind die Ganztagsschulen doch nicht Garanten , wie die Linken , SPD, Grünen uns eintrichtern?

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Nordstadtbewohner 01.03.2017, 18:16
5.

"Schulabbrecher: Der Anteil der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss sank von 9,2 Prozent (2002) auf 5,8 Prozent (2014)."


Das ist ein Pyrrhussieg, denn die Senkung der Zahl der Schulabgänger ohne Schulabschluss wurde nur mit der Abwertung des Hauptschulabschlusses erreicht. Denn als Konsequenz dessen verlangen viele Ausbildungsunternehmen einen Realschulabschluss. Darüber gab es auch mal vor einiger Zeit eine Sendung auf Spiegel.tv Die Hauptschüler bleiben bei einer solchen Entwicklung auf der Strecke.

Ich kann allen Eltern nur empfehlen, sich gerade in den Fächern Deutsch, Mathe und Englisch bei den eigenen Kindern einzubringen, denn, die Schulen sind nicht mehr wirklich in der Lage, das Notwendige zu vermitteln. Angebote von Schulen in freier Trägerschaft mit Schuldgeld sind eine weitere hilfreiche Alternative.

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ansv 01.03.2017, 18:17
6. Schade, dass niemand nach den Ursachen forscht

Ich (Jahrgang 70) habe als Kind einer Alleinerziehenden ganz selbstverständlich Abitur gemacht - am gleichen Gymnasium wie meine Mutter (Jg. 44), denn in meiner Familie ist ein entsprechender Schulabschluss sowohl für Mädchen als auch für Jungs schon immer irgendwie zum Standard.

Wenn ich meine Schwägerin (Jg. 68) frage, warum sie das Gefühl hatte, dass Gymnasium und Studium so gar nicht selbstverständlich für sie waren, erfahre ich, die größten Vorbehalte kamen keineswegs aus der Schule, sondern aus der Verwandtschaft. Die Onkels waren es, die ständig über "rausgeschmissenes Geld" schwadronierten, wo die Eltern doch so wenig verdienten "die Mädchen heiraten eh und bekommen Kinder, sieh zu, dass sie noch was einbringen, so lange sie zuhause sind."

Aus meinem Erleben ist es nicht die Schule, die hier selektiert. Es ist die Gesellschaft. Es ist die "aus Dir wird nichts"-Attitüde des Umfelds, die den Kindern die Schulbildung nicht ermöglicht. In meiner Familie war Bildung schon immer etwas, was einem ein gutes Leben ermöglichte, schon meine Großmutter und ihre Schwester waren auf diesen Instituten für "Höhere Töchter" - damals war das noch mit ernsthaften Kosten verbunden, führte aber bei beiden zunächst in einen Beruf und erst später in eine Familie. Der Bruder hat die Schule hingeschmissen und sich als Schneider selbständig gemacht - auch das war in Ordnung. Und so wird es von Generation zu Generation weitergegeben: Als Selbstverständlichkeit. Wer das Zeug zum Abitur hat, der sollte diesen Weg auch gehen. Wer sich quält, muss etwas anderes finden.

Und natürlich gab es auch in meiner Schulzeit die Cliquen mit den Markenklamotten zu denen ich nicht gehörte. Na und? Ich hatte - davon bin ich bis heute überzeugt - die besseren Freunde.

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mikn1000 01.03.2017, 18:20
7. Bleibt die große Frage:

Wenn es bundeseinheitlich geregelt wäre, wäre dann das Gesamtsystem eher in der oberen oder der unteren Gruppe?

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spiegelobild 01.03.2017, 18:20
8.

Ist das eine zufällige Korrelation, dass die abgehängten Bundesländer in der Bildung längerfristig meist von der SPD regiert werden, die erfolgreichsten Bundesländer längerfristig von der CDU/CSU?
Dabei sind doch gerade die Loser die Bundesländer, die die fortschrittlichste Bildungspolitik betreiben.
Das ist kaum nachvollziehbar

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Alfa1989 01.03.2017, 18:39
9. sinnfreies Zahlenspiel

Und wieder wird der die Fachhochschulreife bzw. Abitur als Maß der Dinge gefeiert. Kein Wunder, dass die auf dem Papier notwendigen Voraussetzungen selbst für Ausbildungsberufe von Jahr zu Jahr steigen. Selbst bei Berufen wie Kauffrau/mann für Büromanagement, bei denen man am Ende teilweise nur mit 1300€ Netto im Monat nach Hause geht wird Abitur gefordert. Wo es nicht zwingend gefordert wird gilt aber auch die Auswahl der Besten und da setzen sich oft Abiturienten durch, selbst wenn der Aufnahmetest für die Ausbildung gleich ausgefallen ist zwischen Abiturienten und Realschüler so siegt der Abiturient aufgrund seines Alters, er hat einfach mehr Lebenserfahrung und kann sich im Vorstellungsgespräch besser verkaufen. Nach Abschluss der Ausbildung verlassen genau diese Abiturienten jedoch den Betrieb um am Ende doch zu studieren. Der ganze Abiturwahn geht zu weit, was machen wir wenn irgendwann 95% der Leute Abitur haben? Sind alle auf einmal so intelligent? Gibt es bald selbst beim Busfahrer oder Kanalmaurer als Voraussetzung Abitur?

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