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Neuer Pisa-Schock: Schule mit Ausschlussprinzip
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Ein Fünftel der 15-Jährigen scheitert im Alltag - das ist das drängendste Problem, das Deutschlands Schulpolitiker zu lösen haben. Doch sie wollen lieber das Gymnasium reformieren.

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UdoL 01.04.2014, 15:06
10.

Zitat von sysop
Ein Fünftel der 15-Jährigen scheitert im Alltag - das ist das drängendste Problem, das Deutschlands Schulpolitiker zu lösen haben.

Sind wirklich die Schulpolitiker schuld, wenn manche Schüler von vornherein ausbildungsresistent sind? Einige von der Sorte gibt es immer, aber 20% - das fällt schon auf. Da sollte man mal gucken, wie sich das nach Abstammung und beruflichem Status verteilt, oder ist das etwa nicht p.c.? Möglicherweise sind eher die Politiker in der Pflicht, die für Zuwanderung und Sozialleistungen verantwortlich sind.

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krae-ah-tief 01.04.2014, 15:06
11. Fahrkartenautomatenversager

Es tut mir ja leid aber ich muss bekennen: Bei der Vielzahl der Zonen-, Streifen-, Ringe-, Farben-, Punkte-, Gruppen-, Zeitkarten- und Rushhour-Regelungen in jedem noch so kleinen ÖPNV-Verbund in Deutschland versage ich regelmäßig, wenn ich auch nur eine einfache Fahrkarte lösen will. Das Herausfordernde ist dabei ja auch, dass die Bedingungen in keinem ÖPNV einem anderen gleicht.
Dazu kommt dann noch, dass leider nicht jeder Automat eine leicht verständliche Benutzerführung bietet.
Da ist dann meist das kleinste Problem, dass man nicht ortskundig ist und aus Zeitgründen auf kalten,zugigen Bahnhöfen die kleingedruckten Beförderungsbedingungen nicht umfassend studieren kann.

Ich drücke dann meist irgend eine Taste. Bisher bin ich noch immer an meinem Ziel angekommen.

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zudummzumzum 01.04.2014, 15:06
12. Notendruck

Zitat von sysop
Ein Fünftel der 15-Jährigen scheitert im Alltag - das ist das drängendste Problem, das Deutschlands Schulpolitiker zu lösen haben. Doch sie wollen lieber das Gymnasium reformieren.
Würde der Fahrkartenautomat Noten vergeben, hätten die drei Viertel der Kids, deren Eltern die Leistungsbewertung ihrer Eltern durch die Schule als richtig ansehen, auch damit keine Probleme.

Außer in Ostasien leisten sich keine anderen Länder einen derartigen Notendruck wie wir Deutschen: spätestens ab dem Halbjahreszeugnis der dritten Klasse geht es mit dem Schielen auf die Gymnasialempfehlung los, befriedigende Leistungen sind nicht mehr akzeptabel. Kinder, die sich mit spätestens 10 Jahren nicht dem Notenterror angepasst haben, fallen durchs Raster - samt der krisenhaften Negativerlebnisse in der Familie hierdurch.

Aus Elternsicht ist es doch klar: wenn der Zweierschnitt in Gefahr ist, springt die Hilfeindustrie an: zur Nachilfe, Förderunterricht, ... aber das ist ja neben dem Geigen- und Ballettunterricht nur zu schaffen, wenn Luxusmutti ihr Cabrio als Taxi zur Verfügung stellt. Dann ist eben der Fahrkartenautomat das unbekannte Ding, ebenso wie ein einfacher Preisvergleich im Supermarkt ja aus Zeitgründen der Therapiestunde beim Logopäden zum Opfer fällt.

Und am Ende haben wir dann hochgebildete Lern-Zombies, die mir beim Bewerbergespräch für den Ausbildungsplatz erklären wollen, dass ich an ihrer Verspätung schuld bin, weil ich ihnen keinen Besucherparkplatz gebucht habe.

Hat mal jemand die Pisa-Studie mit Lehrern gemacht? Oder ist es nicht so, dass gerade die Dumpfbacken, deren Minderbildung vor 15 Jahren aufmerksam gemacht hat, heute vorne am Pult sitzen und ihre außerfachliche Ahnungslosigkeit zum Standard erklären?

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Iggy Rock 01.04.2014, 15:07
13. Ein Grauen

Zitat von sysop
Ein Fünftel der 15-Jährigen scheitert im Alltag - das ist das drängendste Problem, das Deutschlands Schulpolitiker zu lösen haben. Doch sie wollen lieber das Gymnasium reformieren.
Schon wieder hat die private Testindustrie zugeschlagen. Einmal wieder pickt man sich ein zuvor selbstgebasteltes Problemfeld heraus um damit in die Schlagzeilen einzuziehen. Warum merken heutige Journalisten eigentlich nicht mehr, worauf Pisa eigentlich abzielt? Jede Studie, immer ein neuer Schock und immer wieder die Erkenntnis, dass es Asiaten immer besser können und Europa, explizit Deutschland, im Mittelfeld herumdümpelt. Aus einem anderen Grund existiert diese PISA Studie überhaupt nicht.
Dabei ist gerade in dem Fall doch überdeutlich, wie an den Haaren herbeigezogen dieses "Problem" eigentlich ist. In asiatischen Metropolen herrscht High-Tech, dort können wahrscheinlich Kindergartenkinder bereits die bunten und modernsten Automaten bedienen, die dort an jeder Ecke stehen, um den täglichen Konsum zu befriedigen.

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jjcamera 01.04.2014, 15:07
14. Systemfehler

Zitat von sysop
Ein Fünftel der 15-Jährigen scheitert im Alltag - das ist das drängendste Problem, das Deutschlands Schulpolitiker zu lösen haben. Doch sie wollen lieber das Gymnasium reformieren.
Im Kern sehe ich, dass unser Schulsystem von Politikern nach politischen Zielen geleitet wird: Gleichheit und Gerechtigkeit. Gleiche Bildung für alle, heißt zwangsläufig auf niedrigem Niveau (auch die Dümmsten kommen noch mit).
Würde das Schulsystem von Pädagogen und Wissenschaftlern geleitet (wie in den USA), wäre Gleichheit sicher nicht das Grundprinzip, sondern die Förderung Begabter hätte höchste Priorität.

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rroggenbrot 01.04.2014, 15:08
15.

In die Großstadt fährt man, so man nicht dort wohnt und das Ticketsystem eh kennt, mit 15 i.d.R. mit Verwandten oder Schule und muss somit weder die Tarifstruktur noch die Fahrpläne kennen. Hier wird ein geradezu schwachsinniges Problem herbeigeschrieben, ich möchte mal den Autor als 15 jährigen Landjungen allein auf anhieb im Münchner Tarifdschugel klarkommen sehen.

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will-shakespeare 01.04.2014, 15:09
16. Komische Schlussfolgerungen...

Es ist wirklich nichts Neues, dass unsere Bildungspolitiker auf jeden Pisa Schock reflexhaft mit meist völlig ungeeigneten und überzogenen Maßnahmen reagieren, die vor allem kostenneutral sein sollen. Der föderale Flickenteppich in der deutschen Bildungslandschaft ist absolut anachronistisch und grotesk. Eine der wenigen positiven Zeichen der letzten Zeit ist, dass zumindest einige Bundesländer zum bewährten G9 Abitur zurückkehren. Warum dies nicht flächendeckend geschieht, bleibt mir ein Rätsel.
Interessant finde ich dass sich der Autor dieses Artikels wiederum auf die priviligierte Schülerschicht der Gymnasiasten zu konzentrieren scheint. Wir brauchen in Deutschland gleiche Bildungschancen für alle Kinder und zwar flächendeckend. Das betrifft sowohl die Ausstattung der Schulen mit Personal und Material als auch ein zeitgemäßes maximal durchlässiges Bildungssystem mit ohne regional unterschiedliche Lernstandards. Es ist lächerlich, dass wir uns 16 verschiedene personell gut bestückte Schulministerien leisten, es aber in den Schulen an allen Ecken und Enden fehlen lassen.

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SalsaMina 01.04.2014, 15:09
17. Welch belangloser Artikel

Wow, was für ein belangloser Artikel. Wir sind überbehütet und in Watte gepackt, was darin resultiert, dass Kinder nicht so selbstständig sind wie früher. Und auch früher, als wir noch ohne Helm vom Fahrrad gefallen sind und ohne Handy draußen spielen waren, bis die Lichter angingen - ja auch damals hat man mal ein falsches Ticket gezogen.

Sie werden feststellen, dass ein Großteil der Kinder heute auch keine Ahnung haben, woher eine Tomate kommt oder wie ein Reiher aussieht. Nennt sich Entwicklung, lieber Spiegel. Dafür können Kinder Ihnen Stereoanlagen anschließen, mit dem neusten Smartphone umgehen, ohne die Anleitung zu lesen und sich eigene Homepages bauen.
Mein Gott, die Jugend hat Probleme am Fahrkartenautomat? Wie schrecklich. Dann zieht man ein Mal ein falsches Ticket, beim nächsten Mal weiß man dann bescheid.

Wenn man diese ganze abgrundtief schlechten Studien und Artikel liest, in denen die Jugend immer wieder als unzulänglich oder dumm dargestellt wird, dann verwundert es auch nicht, dass da eine verunsicherte Generation mit Scheuklappen heranwächst, ohne Rückhalt. Legen Sie mal Ihre Scheuklappen ab und leuchten mit einer hellen Lampe auch die Talente im Dunkeln ab, dann sieht der Nachwuchs auch nicht mehr so unterbelichtet aus, wie die ältere Generation, die sich erlaubt, ständig negativ über ihn herzuziehen!

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Mannfreed 01.04.2014, 15:10
18. Kommilitone

Ich hatte mal einen Kommilitonen, der die Ansicht vertrat, dass Intelligenz nicht erblich sei. Vielmehr sei sie das Ergebnis der Billdung durch die Eltern und die Schule.

Auf meine Frage, warum er nicht sauer auf seine Eltern sei, gab er keine Antwort. Immerhin war ich durch die Klausuren mit 1,x durchgerutscht, er aber durchgefallen.

Lasst uns doch die Menschen so nehmen, wie sie sind. Jeder kann was anderes besser. Und dass sollten wir erkennen und nutzen, statt alle für "gleich" zu halten.

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grommeck 01.04.2014, 15:11
19. Versager sind nicht diese Jugendlichen!!!

Die größten Versager sind deren Eltern und letztendlich diese "dumme" Gesellschaft, denn selbst die Politik tut nur das, was ihr von der Wirtschaft vorgegeben wird und der Wirtschaft sind diese jungen Leute egal.

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