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Neues Auswahlverfahren: Frankreich will Numerus clausus für Medizinstudenten abschaff
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Angehende Mediziner in Frankreich sollen nicht mehr anhand der Abinote ausgewählt werden. Damit will die Regierung gegen den Ärztemangel vorgehen - selektiert werden soll aber weiterhin.

Sibylle1969 20.03.2019, 17:53
1.

Ich habe mal irgendwo gehört, in Frankreich würde jeder Bewerber zum vorklinischen Teil des Medizinstudiums zugelassen, dort würde aber dann kräftig ausgesiebt vor der Zulassung zum klinischen Teil des Studiums. Dann war das anscheinend falsch, wenn es doch einen NC gibt in Frankreich.

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uvlindern 20.03.2019, 18:38
2. NC in Frankreich ?

In Frankreich gibt es keinen NC für Humanmedizin, Zahnmedizin oder Pharmazie. Vielmehr bereiten sich die Abiturienten ein Jahr auch einen sogenannten "Concours" vor. In diesem Wettbewerb werden innerhalb von 2 Prüfungstagen die erworbenen Kenntnisse in Biochemie, - physik, Anatomie usw. abgefragt. Die besten in dieser
Auswahl dürfen dann weiter Medizin studieren (Anzahl je nach Quote), die schlechteren dürfen dann noch auf Pharmazie hoffen oder auch weiter Hebamme studieren. Wer noch übrig bleibt, und das sind ein paar tausende, kann diesen Wettbewerb noch ein Mal im Folgejahr wiederholen.

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fontels 20.03.2019, 19:09
3. schlecht recherchiert

was allgemein in F als Numerus Clausus beim Medizinstudium bezeichnet wird ist die Anzahl der Studenten die nach dem Concours am Ende des ersten Jahres weiterkommen.
Bin 1977 mit mittelmäßigem Abi (2,4) nach F ausgewandert. In D hätte ich 5 Jahre warten müssen.
Concours geschafft.. und immer noch Arzt in F.
Ich finde diese Lösung die ehrlichste.
Fast alle zulassen und nach einem Jahr wird gesiebt.

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rainer99 20.03.2019, 19:49
4.

Numerus clausus wie in Deutschland gab es in Medizin in Frankreich nicht.
Bisher wurden theoretisch alle Bewerber für das erste Jahr Medizin zugelassen. Das erste Jahr Medizin ist identisch für angehende Mediziner, Zahmediziner, Hebammen, Kinetherapeuthen ... Für das erste Jahr Medizin sind z.B. z.Zt an der UNI Nizza ca 1500 Studenten eingeschrieben. Nur die Besten ( ca 15%) erhalten einen Platz für das zweite Jahr Medizin. Nach der Reform bleibt die Auswahl im Prinzip ähnlich (Plätze sind begrenzt) nur dass die Auswahl graduell auf drei Jahre verteilt -wird und ein Quereinstieg von anderen Disziplinen einfacher wird.

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DieButter 20.03.2019, 21:06
5.

In Frankreich gibt es keinen Numerus clausus, wie wir ihn in Deutschland verstehen.
Da werden in Medizin erstmal alle Studenten zugelassen und dann gnadenlos ausgesiebt, so dass vielleicht 10 % dieser Studenten dann überhaupt in die Klinik weiterkommen, um dort dann zu Ärzten ausgebildet zu werden.
Deshalb ist der Gehalt des Artikel leider Null, weil man nicht weiß, was jetzt da eigentlich neu beschlossen worden sein soll?
Vermutlich geht es um eine Anhebung der Quote von 10%, also dass ab jetzt 20 % durchgelassen werden.
Macht auch sonst keinen Sinn, denn wenn man bloß die Zahl der Bewerber erhöht, aber nicht die Zahl der zugelassenen Studienplätze für die Klinik, hat man immer noch genausowenig Ärzte, wie zuvor?

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hummer2311 21.03.2019, 06:06
6. über Jahrzehnte

haben wir uns in der Deutschland einen Gewissen Standard erarbeitet eben weil nur die besten zu solchen wichtigen Studiengängen zugelassen werden .... und anstatt unsere Schule zu reformieren und wieder auf ein Qualitätsniveau zu bringen ... setzen wir einfach die Standards runter ... wie armselig wir geworden sind.... und vor allem wie naive ! Während Länder der 3 Welt seine Standards auf unsere anhebt ... senken wir sie ..... interessant wie in 1 Welt Land zu einem 3 Weltland verkommt ! Und das durch seine eignen Menschen ! Wir schaffen uns ab , daran gibt es keinen Zweifel mehr !

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stolte-privat 21.03.2019, 09:33
7. Eigentor

Mein Neffe wurde mit einer Abi-Durchschnittsnote von 1,9 ganz unten auf diversen Wartelisten der medizinischen Fakultäten geparkt. Es half auch nichts, das er nach der Ausbildung zum Rettungsassistenten (mit Zusatzkenntnissen Berg- und Wasserrettung sowie als Disponent für Medikamente und Ausrüstung eines ganzen Bezirkes) schon massig Vorkenntnisse, Interesse und Engagement mitgebracht hätte. Heute (mit 31) arbeitet er in der kommunalen Verwaltung und hat mit Medizin nur noch am Rande und theoretisch zu tun. Eigentlich hätte aus ihm ein prima Arzt werden können. Der ach so viel bejammerte Ärztemangel ist einfach nur hausgemacht.

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Outdated 21.03.2019, 10:04
8. Danke an die Kommentatoren

Das dieses System so in Frankreich betrieben wird, war mir nicht klar, ich kenne es aber aus anderen Ländern und halte es für das fairste System.

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acitapple 21.03.2019, 15:20
9.

Zitat von hummer2311
haben wir uns in der Deutschland einen Gewissen Standard erarbeitet eben weil nur die besten zu solchen wichtigen Studiengängen zugelassen werden .... und anstatt unsere Schule zu reformieren und wieder auf ein Qualitätsniveau zu bringen ... setzen wir einfach die Standards runter ... wie armselig wir geworden sind.... und vor allem wie naive ! Während Länder der 3 Welt seine Standards auf unsere anhebt ... senken wir sie ..... interessant wie in 1 Welt Land zu einem 3 Weltland verkommt ! Und das durch seine eignen Menschen ! Wir schaffen uns ab , daran gibt es keinen Zweifel mehr !
Ich bezweifele stark, dass "die Besten" nur diejenigen mit 1er Abi sind. Wissen Sie eigentlich, dass Medizinstudenten aus dem Ausland ("3.Welt") hier angeworben werden, weil wir einfach nicht genügend Mediziner haben ? Was glauben Sie wohl wie die Anforderungen in Indien oder Mexiko sind ? Dann muss man den Leuten noch ein Jahr lang Deutsch beibringen. Von mir aus könnte man auch Abiturienten mit 2er Durchschnitt zulassen, bevor man so einen Irrsinn betreibt. Dann lieber sowas wie in Frankreich, wie von anderen Kommentatoren beschrieben. Dann kommt man nahe an "die Besten". Nach so eine Kurs zeigt sich nämlich, wer wirklich was kann und entsprechend motiviert ist, und nicht, wer sich bei den Lehrern auf dem Gymnasium am besten eingeschmeichelt hat.

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