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Neues Gesetz in Kalifornien: Für Sex braucht es klare Zustimmung
REUTERS

Jede fünfte US-Studentin wird Opfer eines sexuellen Übergriffs. Kalifornien will mit einem neuen Gesetz dagegen vorgehen: Wollen Studenten Sex haben, müssen sie eindeutig "Ja" sagen - oder nicken.

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Schweizer 29.09.2014, 20:26
20. So viel Unsinn auf einmal.

Für das Hauptproblem halte ich nicht die Frage Vergewaltigung oder nicht, sondern die Beweisführung.
Es steht immerhin Aussage gegen Aussage.
Vor allem bei Trunkenheit... wer will denn da was bezeugen?

Wäre es nicht sinnvoller etwas wie minderschwere Vergewaltigung ein zu führen? In etwa Missbrauch.
So dass Sex ohne wirkliche Einwilligung in unklaren Situationen bestraft werden kann. Also zB bei Trunkenheit des Opfers, wenn das Opfer sich bedroht fühlt oder anderweitig erpresst.
Ich denke es wäre sehr viel einfacher eine unklare Situation zu fest zu stellen als eine echte Vergewaltigung.

Damit wären 2 Dinge klarer:
1 Ist damit ebenso klar dass es für Sex eine klare Einwilligung bracht, für die eine klare Situation nötig ist in der die Einwilligung nicht angezweifelt werden kann.
2 Wären Fehlurteile mit hohen Strafen wegen Vergwaltigung weniger häufig. Zum Einen wäre die Missbräuchliche Anzeige weniger Erfolgversprechend. Zum Anderen bei einer geringeren Strafe das Unrecht nicht so gross.

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sneetch66 29.09.2014, 20:40
21.

Vergewaltigungen sind ein grosses problem. Statistisch wird in Amerika eine von drei Frauen vergewaltigt.

Ob mit dieser art von buerokratisierung eine verbesserung erreicht werden kann ist ziemlich fragwuerdigvund kann mehr als symbolische geste vertanden werden.

Alleine juristisch betrachtet ist es kaum vorstellbar dass dies hilfreich ist: Sollen Zeugen anwesend sein wenn das "ja" zum sex faellt? muss das schriftlich geregelt werden? in der verklemmten Amerikanischen Gesellschaft gilt es ja schon als ungehoerig als Mann normale Schwimmkleidung zu tragen. Es muessen schon rieige fast Viktorianische Zirkuszelte sein, damit bloss nichts zu erkennen ist. Und jetzt ploetzlich Offenheit ausgerechnet uber den eigenen Geschlechtsverkehr?

Spannend.

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cj89 29.09.2014, 20:44
22.

Ich bin normalerweise auf Seiten der Männer, wenn es um Gesetzgebung zur Gleichberechtigung der Frau geht. Hier geht es aber nicht um die Gleichberechtigung, sondern darum, dass Frauen frei über ihren Körper verfügen dürfen! Ich bin froh, dass es nun wenigstens dort ein klein wenig mehr Gerechtigkeit für vergewaltigte Frauen gibt! Es gibt so viele Vergewaltigungen, die nicht angezeigt werden, weil eine Anzeige aussichtslos erscheint. Dagegen sind die Falschbeschuldigungen umso weniger! Jeder Mann, der eine Frau glücklich machen will und ihr nicht weh tun will, sollte dieses Gesetz begrüßen. Ein ähnliches Gesetz in Deutschland wäre auch angebracht!

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RamBo-ZamBo 29.09.2014, 20:46
23. asdf

Das Problem bei Vergewaltigungen ist, dass sie nicht öffentlich stattfinden. Der Täter kann ja immer noch behaupten sie hätte ja gesagt. Viel schlimmer und relevanter ist eigentlich folgender Absatz:

"Studenten, die betrunken oder bewusstlos sind, schlafen oder unter Drogen stehen, können diese Zustimmung nicht geben."

Oftmals findet Sex nach Studenten-Partys doch nur statt, weil beide betrunken sind. Das wollen viele Männer und auch Frauen. Und wenn jetzt am nächsten Tag die Reue kommt darf geklagt werden? Und wer hat dann Schuld? Immer der Mann? Dann müsste ich schon längst im Gefängnis sitzen! Ist Drogeneinfluss immer offensichtlich? Fragen über Fragen, die zu den bestehenden Unsicherheiten beim Thema Sex noch hinzukommen. Ich hoffe der Quatsch kommt hier nicht rüber, befürchte es aber doch.

Die Folgen sind dramatisch! In den USA wird man nach so einer Geschichte juristisch nie wieder in Ruhe gelassen, selbst wenn die Strafe längst abgesessen ist. Man darf in vielen Staaten nicht nahe Schulen wohnen, man wird in einem öffentlich einsehbarem Register gemeldet. Das ist der soziale Tot! Gibt schon jetzt unzählige Beispiele von ruinierten Leben, weil 18-jährige Teenies es gewagt haben mit der 16-jährigen Freundin zu schlafen.

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Zensi Erter 29.09.2014, 20:52
24. Recht schlecht...

Die Unterschrift unter dem Gesetzesentwurf verdeutlicht die vollkommene Ueberforderung des Gesetzgebers mit dem Thema "college rape." Es gibt weder feste Zahlen oder Statistiken noch eine tragfaehige Breite an Einzelfaellen, die eine Verschaerfung des "Zustimmungs-Standards" rechtfertigen wuerden. Da wird mit Einzelschicksalen und fragwuerdigen Studien argumentiert, die bei naeherer Betrachtung wenig Aussagekraft haben. Nach der Definition von "sexual assault" in der genannten 20% Studie werde ich dauernd belaestigt, von Maennern und Frauen, und ich bin sicher das es mehr als 20% meiner Mitmaenner so geht.

Selbst wenn man akzeptiert, dass Frauen uebermaessig haeufig Opfer von sexueller Gewalt werden, ist es fraglich, ob eine "offizielle" Aenderung des Zustimmungsstandards das aendern wird. Der Standard fuer den Nachweis ist jetzt schon fast ueberall an den Unis "preponderance of the evidence" im Gegensatz zum im Strafrecht gebraeuchlichen "beyond a reasonable doubt." Was hier versucht wird, ist, die Beweislast umzukehren. Bisher konnte ein Beschuldigter sagen, das Opfer haette nicht "Nein" gesagt. Das Opfer musste dann nachweisen, dass eine klare Verneinung vorlag, was meist sehr schwierig ist. Mit dem neuen Gesetz kann das Opfer nun sagen "ich habe nicht "Ja" gesagt, und die einzig gueltige Verteidigung waere eine Dokumentation der Zustimmung.

Was der Entwurf vollkommen ausser acht laesst, ist, dass die meisten "collge rapes" aus sogenannte "drunken hookups" entstehen, in denen beide Partner alkoholisiert oder sonstwie unfaehig sind, kompetent zuzustimmen. Immerhin wurde der Gesetzestext im letzten Moment noch geaendert um eine gender-neutrale he/she-Formulierung sowohl fuer die Opfer als auch fuer die Beschuldigten zu benutzen. Das kann allerdings nicht darueber hinwegtaeuschen, dass zu erwarten ist, dass bei einer Gegenklage eines Beschuldigten gegen ein angebliches Opfer in einer drunken hookup Situation der Sexualakt an sich als maennliche Zustimmung ausgelegt werden wird, und es damit per Definition keine maennlichen Vergewaltigungsopfer geben kann, also im Falle eines drunken hookups mit zwei Zustimmungsunfaehigen immer ein weibliches Opfer und einen maennlichen Taeter.

Am Ende bleibt dies meist "he said she said," so dass wirkliche sexual predators wenig darum scheren werden, sich dieses Gesetz aber hervorragend als Instrument zur persoenlichen Rache gegen ungeliebte (Ex-)Freunde eignen wird.

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tuewasduwillst 29.09.2014, 20:54
25. und wenn man betrunken und unzurechnungsfähig ist?

bin kein jurist, aber ich weiss, dass bettrunkene auf unzurechnungsfähigkeit plädieren können. wenn also ein paar betrunken ist (er und sie), und dann sex haben, dann kann sowohl er als auch sie nicht eindeutig und bewusst zustimmen und beide machen sich der gegenseitigen vergewaltigung schuldig. also sind beide kriminell. da aber meistens 'er' viel betrunkener als 'sie' ist, wird es für 'sie' viel schwieriger zu beweisen, dass er bewusst zugestimmt hat und nicht vergewaltigt wurde. wie immer wird es nicht gerechter werden, wenn der staat gesetze erlässt, die das Zwischenmenschliche regeln sollen.

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benutzer5180 29.09.2014, 20:57
26.

Aus juristischer Sicht würde mich interessieren, was passiert, wenn der Mann/die Frau einverständlich Sex haben und weder genickt haben noch "ja" gesagt haben (Zählt das "Jaaaaaaaaaa!" am Ende wenigstens?). Das dürfte in der Praxis weiterhin der Normalfall sein.

Liegen dann zwei Vergewaltigungen vor, die aber in der Praxis nur nicht angezeigt werden? Könnte einer der beiden die "Vergewaltigung" anzeigen mit der Begründung, es habe zwar einvernehmlichen Sex gegeben, aber es sei eben nicht "ja" gesagt oder genickt worden?

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muss-das-sein? 29.09.2014, 20:57
27. Lach

Lach. Nun werden sich Videokameras oder sonstige Videoaufzeichnungsgeräte prächtig verkaufen. Zum Beweis, dass "ihr" Schreien keinesfalls aus Ablehnung geschah. :-)

Aber natürlich vorher noch beweisfest bestätigen lasssen, dass "sie" damit einverstanden ist, sich beim Vöglen filmen zu lassen. :-)

Nach Abschluss dieser Prozedur braucht "er" wahrscheinlich eine chemische Aufbauhilfe, um überhaupt noch fähig zu sein. :-)

Dafür braucht es dann einen Vertrag, wer das chemische Zeugs zu bezahlen hat...

Mein Gott. Ich denke, die Frauen sind so emanzipiert? Ich denke, sie können alles niederwalzen, sobald es preisgesenkte Schuhe gibt? Und kiloweise Einkaufstüten schleppen? Aber plötzlich sind sie so schwache Opferchen?

Na ja, vielleicht ist es einfach zu lukrativ und zu verlockend, mal eben eine Vergewaltigung zu behaupten. Kranke Welt. Und den wahren Opfern dürfte damit auch nicht geholfen sein.

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haltetdendieb 29.09.2014, 21:00
28. Kalifornien, was ist aus Dir geworden?

Ich befürchte die meinen das ernst, sogar todernst. Wie einfach war es doch vor 40 Jahren. Ein Blick in die Augen und husch husch. Beide waren zufrieden und eines Tages waren beide verheiratet. Und das ohne zwischendurch immer wieder zu nicken, oder näher zu rücken, oder ja, ich will zu sagen. Die Amerikaner haben den Schuss nicht gehört, dabei haben sie doch so viele Schusswaffen. Was läuft da falsch?

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perspective 29.09.2014, 21:11
29.

Man soll es nicht glauben, aber stellenweise werden "sexuelle Übergriffe" von den amerikanischen Unis selbst gehandhabt, und stellenweise ist ein Verhör der Person, die einen beschuldigt, ausgeschlossen (das würde ja sonst *Frauen* daran hindern, sexuelle Übergriffe anzuzeigen). Diese "kangaroo courts" gibt es leider und mit Gerechtigkeit hat das nichts mehr zu tun. Unter diesen Aspekten würde ich mir z.B. ein Auslandsstudium in den USA nochmals überlegen. Für mehr Informationen mal auf der Website von FIRE (Foundation for Individual Rights in Education) schauen.

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