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Neues Schulfach in Bayern: Wie sich unsere Leser das Fach "Alltagskompetenz" vorstell
Stephan Görlich/ imago images

In Bayern soll es bald das neue Schulfach Alltagswissen geben. Schüler und Lehrer sehen das kritisch. Lesen Sie hier, was unsere Leser von dem Plan halten - und wie sie den Unterricht gestalten würden.

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r.mehring 02.07.2019, 09:15
1. Das wird sicher wieder eine sehr Deutsche Angelegenheit.

Fleiß und Ordnung und Gottesfurcht. Aufstehen im Bus und das Ausfüllen eines Überweisungsträgers. Wiedereinführung des Lesebuchs von 1965. Vor dem Klo und nach dem Essen, Händewaschen nicht vergessen. Was da an Vorschlägen gekommen ist klingt nach Satire. Und so wird es denn auch Aussehen das neue Schulfach.

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schlumz 02.07.2019, 09:21
2.

Empathie und seine eigenen Meinungen infrage stellen zu können fände ich ein wichtiges Unterrichtsziel.

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pizzerino 02.07.2019, 09:25
3.

"...Es sei ein Irrtum zu glauben, dass die Schule allein die Vorbereitung der Schüler auf eine "sich rasant ändernde Lebens- und Arbeitswelt" leisten könne...."
Selten dummes Eigentor. Mit diesem Argument könnte man auch den Englischunterricht abschaffen. Wer erwirbt schon wirkliche Sprechfähigkeit allein in der Schule?
Immerhin ist unser Nachwuchs dem ständigen Dauerfeuer von offenkundiger und unterschwelliger Werbung ausgesetzt. Da täte ein Gegenpol in der Schule mehr als gut.
Ein Riesefortschritt ohne wirklichen Mehraufwand wäre bereits erreicht, wen man im Religionsunterricht Religionen besprechen statt exerzieren würde.

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karlo1952 02.07.2019, 09:27
4. Viele der angesprochenen Themen

lernt man nicht in der Schule, sondern durch das Heranwachsen in der Gesellschaft, durch eigene Neugier und Eigeninteresse. Die muss bereits im Elternhaus beginnen um kann nicht der Schule überlassen werden, die hier nur einseitig nach ihren Leitlinien unterrichten kann. Das wäre mir zu sehr kanalisiert.

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archi47 02.07.2019, 09:28
5. Unbekanntes Neues analysieren, abwägen und entscheiden können

Das setzt doch selbständiges Denken voraus.
Das Aufnehmen aller Möglichkeiten, ohne Scheuklappen und Tabus. Das Sammeln von Eigenschaften und Wirkungen auf einen Selbst und auf Andere.
Das Analysieren dieses und die Prognose in die Zukunft für einen Selbst und die Anderen.

Diesem Denkansatz schon alleine wohnt eine nötige Distanz innne. Zu dem, was andere einem vorsetzen: Lehrer, Eltern, Schüler, Medien, Influencer, (a)soziale Netzwerke, etc..

Es stünde also an erster Stelle das neutrale Handwerkszeug zum Denken.
Erst danach wäre rezepthaftes Lernen unschädlich und die Wissensvermittlung das Futter für einen unabhängigen und eigenständig kritischen Geist.
Gewiss, ein Idealbild. Aber unter dem sollten wir es heutzutage doch nicht mehr machen, zumindest als oberstes Leitziel, oder?

Wenn man also die Bildung auf diese Füße stellt, dann ist auch eine noch unbekannte Zukunft mit unbekannten Inhalten geistig und intellektuell verwertbar.
Demokratie hat dann eine immerwährende Basis und Heimat im Individuum...

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kmgeo 02.07.2019, 09:40
6. Gute Idee!

Ich finde das eine ganz hervorragende Idee, den SuS Alltagskompetenzen näherzubringen. Ich plädiere dann aber auch für eine verlängerte Schulzeit, die an sechs Tagen in der Woche mindestens 12 Stunden umfassen sollte. Ferien braucht es dann auch keine mehr.
Irritiert? Natürlich, denn die genannten Kompetenzen sollten doch eigentlich zuhause durch Eltern vermittelt werden. Das bedeutet natürlich, dass man sich mit seiner Brut auseinandersetzen muss und das eigene Hobby/SUV/Selbstoptimierung/Profitmaximierung eingeschränkt sind. Außerdem gibt es dann ja kein Zertifikat im Form eines Zeugnisses bzw. Transfer of Records.
Wesentlich ist also, die SuS herauszufiltern, die diese Unterstützung benötigen, weil sie aus entsprechenden Haushalten kommen oder in Wohngemeinschaften ohne inhaltliche Bindung (Differenzierungskriterium zur Familie) leben müssen.

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Stefan Schuette 02.07.2019, 09:41
7. Was soll Schule noch alles machen?

Wen ich hier so einige Vorschläge lese, frage ich mich manchmal welchen Teil der Erziehung die Eltern noch übernehmen? Bitte und Danke sollten bereits sitzen, wenn man in die Schule kommt. Und die Basics der Hygiene könnte man wohl auch von den Eltern verlangen. Selbstverständlich ist Schule kein stumpfer Wissensvermittler, aber auch nicht die eierlegende Wollmichsau um alle heimischen Aufgaben zu lösen.
Themen wie Kredite, Zinsen etc. gab es bei uns sowohl in Mathe als auch Wirtschaft und selbiges passiert heute. Es ist also nicht so, als würden diese Themen nicht aufgegriffen.

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Affenhirn 02.07.2019, 09:42
8. Elternverantwortung

Wenn ich die Zuschriften so lese, drängt sich mir der Verdacht auf, dass viel zu viele junge Menschen in ihrer eigenen Familie viele elementare Grundwerte nicht (mehr?) vermittelt bekommen. Da sollte man vielleicht darüber nachdenken, ob es sinnvoll wäre, in der Schule zu vermitteln, welche Verantwortung man damit zu übernehmen hat, wenn man Kinder in die Welt setzt. Da scheint doch eine ungeahnte Verantwortungslosigkeit zu herrschen. Man kann doch nicht selbst elementare Lebenserziehung auf die Schule oder andere Institutionen abwälzen.

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stebetojas 02.07.2019, 09:44
9. Alltagskompetenz = auch Erste Hilfe und Gesundheitslehre

Als Rettungssanitäter kann ich berichten, dass ein erschreckendes Unwissen in Erster Hilfe sowie in der Einschätzung und Behandlung alltäglicher Erkrankungen herrscht. Einer der Gründe für die überlaufenen Notfallaufnahmen der Krankenhäuser. Die Überschrift "Alltagskompetenz" könnte man sehr gut nutzen, um diese Defizite auszugleichen.

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