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Neues Schulfach in Bayern: Wie sich unsere Leser das Fach "Alltagskompetenz" vorstell
Stephan Görlich/ imago images

In Bayern soll es bald das neue Schulfach Alltagswissen geben. Schüler und Lehrer sehen das kritisch. Lesen Sie hier, was unsere Leser von dem Plan halten - und wie sie den Unterricht gestalten würden.

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olischwarz 02.07.2019, 10:00
10. Und was ist mit den Eltern?

Ich finde es sehr schade, dass scheinbar ein Bedarf an einem Schulfach besteht, das diese Dinge abdeckt.
Meiner Meinung nach ist das Sache der Eltern. Aus dieser Verantwortung können und dürfen sich Eltern nicht herausreden.

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sekr 02.07.2019, 10:02
11. was ein Lehrer von mir...

...mal montierte: mit einem Kind verantwortlich umgehen lernt man nirgends!
Gabelstapler, Auto, Sportboot... alles mögliche muss man lernen und wird auch noch geprüft.
Kinder? Fehlanzeige!
Das ist deutlich wichtiger, als Formulare ausfüllen, oder!?

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Fletsch 02.07.2019, 10:08
12. Ich wusste zum Beispiel nie ueber...

Finanzen: Kredite, Baufinanzierung, Zinseszins, Kreditkarten, oder wir internationale Zahlungen funktionieren.
Kochen: wir kocht man gesund, was passiert mit dem Essen beim Kochen, etc
Versicherungen: was braucht man wann, und was braucht man nicht?
Jobsuche: Bewerbungen schreiben, networking.
Flora und Fauna, Agrarwirtschaft: wie sehen die verschiedenen Graeser aus, wie unterscheidet man Kartofeln von Steckrueben, wie werden Kuehe und Schweine gross geszogen?
DYI: welche Naegel kommen in welche Wand?
All solche kleinen Sachen.

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mwroer 02.07.2019, 10:17
13.

Zitat von stebetojas
Als Rettungssanitäter kann ich berichten, dass ein erschreckendes Unwissen in Erster Hilfe sowie in der Einschätzung und Behandlung alltäglicher Erkrankungen herrscht. Einer der Gründe für die überlaufenen Notfallaufnahmen der Krankenhäuser. Die Überschrift "Alltagskompetenz" könnte man sehr gut nutzen, um diese Defizite auszugleichen.
Erste Hilfe - okay, das macht Sinn in der Tat - aber vieles was ich so im Artikel lese ist erschreckend. Reden wir hier über Findlinge die im Wald gefunden wurden?

90% der Dinge wie Rücksichtnahme im Alltag (Ja lieber #1 - aufstehen im Bus für ältere gehört für mich zu normalen Umgangsformen dazu) und anderes sind doch wohl Dinge der klassischen Erziehung die im Elternhaus stattfinden sollte - ist mir entgangen das die abgeschafft wurde?

Ich kann mir unter einem Fach 'Alltagskompetenz' in der Schule (!) wirklich nichts vorstellen - das meiste ist Sache des Elternhauses.

Erste Hilfe ist das erste wo ich sage: Ja, das passt zu sowas. Hat man zwar in der Fahrschule aber ich sehe nicht warum man nicht auch als 15 jähriger so Dinge wie die stabile Seitenlage und wann sie sinnvoll ist lernen kann.

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arr68 02.07.2019, 10:17
14. Wichtiger wäre ein Verknüpfung von Fächern

Neu gelernte Methode in der Mathematik müssen angewendet werden in Naturwissenschaften, Wirtschaft sogar in Geschichte. Aber dafür muss der Lehrplan kräftig ausgefegt werden. Nur Quizsendungen interessieren sich noch für pures Auswendiglernen von Jahreszahlen, Flüssen oder Bergen...

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pizzerino 02.07.2019, 10:31
15.

Ich lese hier dass für so einen Unterricht keine Zeit ist. Aber für Religionsunterricht ist schon Zeit?
Ich kann mich noch gut erinnern, dass der Soundso seinen Sohn hätte Opfern sollen weil der Gott des AT das so wollte. Und er hätte das auch beinah gemacht, aber dieser Gehorsamsbeweis hat IHM bereits genügt und der Soundso musste seinen Sohn nicht mehr erstechen.
Wo wäre ich heute ohne dieses Wissen....

Wer möchte dass sein Kind sowas lernt, der kann das daheim gerne in Eigenleistung vermitteln. Aber hierfür Zeit und Geld zu verbraten und eine entsprechende Lebenskunde abzulehnen verstehe ich nicht.
Natürlich ist es wünschenswert, dass unsere Grundwerte, aber auch praktische Grundfähigkeiten des täglichen Alltags in der Familie vermittelt werden.
Leider leben nicht alle Kinder in einer funktionierenden Familie. Das kann man jetzt bejammern und verurteilen, man kann aber diesem Umstand auch einfach Rechnung tragen.

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ned divine 02.07.2019, 10:32
16. warum eigentlich nicht, gab es früher schon, hieß nur anders !

So wurden zum Beispiel I nhalte wie Haushaltskenntnisse, Werken, Kochen und Backen, Fleiss, Disziplin, Ordnung vermittelt. Damit ist sicher heute kein Preis mehr zu gewinnen....
Braucht jetzt auch keiner kommen: "früher gab es auch einen Rohrstock"
Grundsätzlich ist einfach zu sagen, dass man nicht immer nur auf Digitalität setzen sollte und alle Kinder müssen ab sofort ein Tablet bekommen, am besten schon im Kindergarten. Das ist nun mal nicht das Alheilmittel einer total verfehlten jahrelangen Schulpolitik, die immer mehr alltagsuntaugliche Schüler entlässt, die weder mit Geld umgehen können, noch ein Spiegelei braten noch Kopf rechnen können... Traurig aber Tatsache!! Alltagswissen als Fach klingt allerdings sehr schwammig und kann alles und nichts bedeuten.

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schüttelkugel 02.07.2019, 10:35
17. Was soll daran neu sein?

Im Artikel wird nirgends genannt, für welche Schulform dieses neue Fach voegesehen ist. Aber im Grunde genommen existiert ein solches Fach doch bereits. Es nennt sich Sachkunde!
Dennoch ist es zu begrüßen, wenn in der Schule viel mehr lebensnähere und praxisorientiertere Inhalte vermittelt werden. Die in den Zuschriften der Leser genannten Vorschläge sind vielfältig und sehr konstruktiv - auch wenn in erster Linie zu wünschen wäre, dass sich Elternhäuser um die Vermittlung etwaiger Alltagskompetenzen bemühten.

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Grzegorz 02.07.2019, 10:37
18. Alltagskompetenz

ist mal ein interessantes Wort. Ich frage mich was das alles umfassen soll. Alltagskompetenz sollte doch das Zeil von Lernen (Schule, Ausbildung und vielem anderen) sein. Das Problem ist, dass die Welt leider viel zu kompliziert wird. Die geforderte Alltagskompetenz hört doch bei den meisten schon auf wenn man zur Arbeit geht und den PC hochfährt oder am Morden die Batterie des Autos leer war und man das Ladegerät anhängen muss.
Man sollte den Menschen, nicht nur Schülern, deutlich mehr wichtige Sachen beibringen. Ich habe mich immer gefragt worin der Sinn besteht im Abitur in mehreren Sprachen Gedichte zu analysieren. Reicht das nicht das in einer Sprache zu können und das dann anzuwenden? Die gleichen Leute kamen dann an die Uni und konnten haben im Physikunterricht nicht gelernt wie man Spannung und Stromstärke misst.
Ich verstehe auch warum an Gymnasien keine handwerklichen Fertigkeiten im Lehrplan stehen. Das Ziel eines Gymnasiums wahr es andere Inhalte an die Schüler zu vermitteln. Das funktioniert aber nicht mehr wenn >50% ein Abitur machen und dann einfach grundlegende Sachen nicht beherrscht werden.
Aber abschließend muss auch gesagt werden, dass Schule nicht alles leisten kann. Erziehung war mal Aufgabe der Eltern und ist nun Aufgabe der Schule. Gekocht wurde früher daheim, heute reißt man eine Dose auf. Da gehen dann einfach Fähigkeiten verloren.

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upalatus 02.07.2019, 10:40
19.

Man liest die Vorschläge und könnte ohne Vorwissen glauben, es beträfe eine Erwachsenenbildungsmaßnahme.

Aber mitnichten: wir Erwachsene möchten gern den Kleinen was beibiegen wollen, was der kindvorbildlichen Erwachsenenschar in wirksamer Mehrheit schon zu mühsam ist und der Rest am Hintern vorbeigeht.

Schlafen wir dann besser, wenn wir unsere ganz offensichtlich zunehmenden Unfähigkeiten und elegante Extremstspagate zwecks gelungener Dauerselbstbeschübbse durch eine Schulinstitution kompensieren lassen möchten?

Wir habens in der ganz perönlichen und damit effektivsten Hand, jeden einzelnen Tag, dem Nachwuchs was beizubringen.

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