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Notenrechner: Hätten Sie das Abi auch in Bayern bestanden?
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Was auf dem Abschlusszeugnis steht, hängt nicht nur von der Schülerleistung ab - sondern auch vom Bundesland. Unser Abi-Rechner zeigt, wie unfair die Noten in Deutschland sind. Testen Sie es hier selbst.

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Marco___ 29.09.2015, 07:14
1. Der Vergleich hinkt

Beim schnellen Überfliegen sehe ich direkt zwei Punkte, in welchen ich dem Artikel widerspreche.

1. Was ist daran schlimm, bestimmte Noten doppelt zu gewichten? Hier weiß der Schüler dann einfach, dass er für dieses Fach entsprechend mehr Zeit investieren sollte, um eine bessere Note zu bekommen und dafür ggf. ein schwächer gewichtetes Fach eher vernachlässigen. Genau deswegen wählt man ja seine Prüfungsfächer/Schwerpunkte/Leistungskurse.

2. In Bremen darf man maximal 2 Halbjahresnoten unter 5 Punkte in den Leistungskursen haben, in Niedersachsen sind es 3 Halbjahresnoten. Allerdings gibt es in Bremen auch meines Wissens auch nur 2 Leistungskurse und in Niedersachsen 3 Schwerpunktfächer.

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vau2 29.09.2015, 07:18
2.

Schön ums eigentliche Problem herum geschrieben.
Deutschland braucht dringend ein einheitliches Schulsystem.
Statt den Ländern die Bildung zu überlassen, sollte es nur eine Schulbehörde auf Bundesebene geben, mit einheitlichen Anforderungen. Aber die Länder sperren sich seit Jahrzehnten dagegen, meist aus ideologischen Gründen, aber auch gerade aus Angst vergleichbar zu sein.

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gartenzwerg17 29.09.2015, 07:21
3. Falsche Problemwahrnehmung

Wenn die Vergleichbarkeit der Abiturnoten so wichtig ist, wie Umfragen glauben machen, dann ist die Fixierung auf die Unterschiede ZWISCHEN den Ländern der falsche Fokus. Wer sich einmal die Mühe macht, die schulischen Abschlussergebnisse innerhalb der einzelnen Länder anzusehen (was dank der in vielen Ländern geltenden Informationsfreiheitsgesetze möglich ist), wird feststellen, dass die Unterschiede innerhalb der Länder viel größer sind als zwischen den Ländern.
Weil in allen Ländern die Abiturnote zu zwei Dritteln aus den Halbjahresnoten der letzten zwei Schuljahre besteht, ist der größte - und nahezu nicht zu kontrollierende - Einflussfaktor der Bewertungsmaßstab der Lehrkräfte an der jeweiligen Schule. Und da tun sich manchmal schon innerhalb einer Stadt Welten zwischen zwei Schulen auf...

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silesius 29.09.2015, 07:24
4. Gleiche Abi-Noten bei gleichen Anforderungen

Der Irrglaube, anhand des Noten-Durchschnitts die Studierfähigkeit und den Studienerfolg mit nachfolgendem Lebenserfolg messen zu können, ist nicht aus den unbedarften Köpfen zu kriegen. Lebenslange Neugier und Ausdauer versetzen Berge. Und v. a. kritische Selbstprüfung mit ungebrochenem Selbstvertrauen bringen mehr fürs "gute Leben".

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interessierterleser1965 29.09.2015, 07:24
5. Fortsetzung an den Universitäten

Der Unsinn mit der Notengebung setzt sich an der Uni fort. Beispiel Rechtswissenschaft. Hier fällt Baden-Württemberg besonders negativ auf. Dort werden die Examen absichtlich streng bewertet, um möglichst viele Absolventen des staatlichen Vorbereitungsdienstes abzuschrecken. Hintergrund ist der Umstand, dass die Referendare in dieser Zeit vom Land bezahlt werden, also gut 2 Jahre Geld kosten. Für den Staatsdienst stellt man dann aber bevorzugt Absolventen aus anderen Bundesländern ein, denn die haben ja bessere Noten. Das ist kein Witz.

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darkace82 29.09.2015, 07:37
6. Und täglich grüsst...

das Murmeltier. Die Geschichte ist alt, bekannt und nur eines von vielen Trauerspielen im deutschen Bildungssystem. Wenn man sich überlegt was möglich ware, wenn Schulen vernünftig ausgestattet, Lehrer besser ausgebildet und das Schulsystem insgesamt einmal vernünftig für alle reformiert würde... Aber leider hat Bildung bei den Menschen in Deutschland keine wirkliche Priorität. Und deswegen kümmert sich die Politik auch kaum.

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ackergold 29.09.2015, 07:40
7.

Der Kultuswirrwarr ist eine Schande. Aber noch viel schlimmer als die unterschiedlichen Anrechungsmodi von Oberstufenfächern ist der Irrwitz zu glauben, das Abi wäre irgendwo einfacher und anderswo schwerer und das Abi eines bestimmten Landes würde den Weg ins Studium besser ebenen und am Ende bessere Absolventen erzeugen. Solche Meinungen sind durch nichts, aber auch gar nichts statistisch zu begründen.

Der allergrößte Blödsinn sind die singulären Zulassungshemmnisse, die selbst gute Schüler betreffen.

So kann z. B. ein Ausrutscher in der Abi-Prüfung mit 0 Punkten in der Fremdsprache, in Deutsch oder Mathematik zum Durchfallen führen und zwar selbst dann, wenn man in der ganzen Oberstufe gute Noten hatte und der Abischnitt bei 1,5 läge. Deutsch oder Mathe Null heißt durchgefallen. Die Karriere als Jurist, Physiker, Philosoph, oder Sprachgenie ist dann erstmal dahin.

Ich plädiere dafür, dass alle Schülerinnen und Schüler Mathematik, Deutsch und Fremdsprachen bis zum Ende der 12. oder 13. Jahrgangsstufe belegen müssen, um ein breites Wissen zu erlangen, aber einen Grund, sie zwangsweise in diesen Fächern auch noch einer Totalprüfung zu unterziehen sehe ich beim besten Willen nicht. Das fördert nur sinnloses Bulimie-Lernen und ändert nichts an den tatsächlichen Fähigkeiten dieser Menschen. Letztlich ist die Abiturprüfung für den Bildungsstand eines Menschen irrelevant, wenn dabei ausschließlich Zwangsfächer geprüft werden. Hier sollte man doch mehr Freiheiten lassen und in Richtung Studierfähigkeit prüfen. Das würde vielen mehr helfen - auch den Universiäten.

Wozu sollte sich ein begabter Kirchenmusiker durch eine komplexe Mathe-Abi-Prüfung quälen, nachdem er das Fach sowieso die ganze Schulzeit belegt und bestanden hat? Das ist Verschwendung von "Humanresourcen", wie es die Politiker ausdrücken würden.

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analyse 29.09.2015, 07:41
8. Vereinheitlichung ja,aber nur nach Maßstab der jeweis

Besten .z.Zt. Bayern und Sachsen.

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marthaimschnee 29.09.2015, 07:44
9.

Warum muß man da überhaupt eine Durchschnittsnote errechnen? Der See war im Schnitt einen halben Meter tief, trotzdem ist die Kuh ersoffen! Das ist doch bloß wieder der perfide Wahn, alles auf eine einzige Zahl runterbrechen zu wollen, mit der man alles abdecken will und - wie man am gezeigten Beispiel wohl besser nicht mehr deutlich machen kann - letztendlich weniger als nichts sagt.

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