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NRW-Schulgesetz: Taschenrechner-Aufrüstung wird für Familien teuer
DPA

Bis zu 90 Euro für einen Taschenrechner? Oberstufenstufenschüler in NRW brauchen ab sofort teure, grafikfähige Geräte. Für Familien ist das viel Geld - manche Schüler dagegen freut die technische Aufrüstung.

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epsi 06.11.2014, 18:54
110. Smartphone

Als ich einmal GTR unterrichten musste, war mir es zu teuer einen anzuschaffen :-D Ein Emulator auf meinem Smartphone und Emulatoren für die gängigen Modelle auf dem Laptop haben gereicht. Ansonsten GeoGebra. läuft überall außer auf GTR und CAS-Rechnern

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alonzo_iglesia 06.11.2014, 18:56
111. Formale Kompetenz wird nicht gebildet.

Es gibt in keinem Schulfach einen Grund einen Taschenrechner zu benutzen, der mehr als die vier Grundrechenarten und ein paar Komfortfunktionen wie Exponentieren/Logarithmieren, Wurzelziehen sowie Trigonometrie unterstützt. Dazu wird keine Programmierbarkeit und schon gar kein mehrzeiliges oder gar buntes Display benötigt. 1.) Die Programmierung der komplexen Geräte bildet in keiner Weise Kompetenz für die Softwarentwicklung, da es sich um domänenspezifische Sprachen ohne Bezug zu allgemeinen Programmiersprachen handelt. 2.) In keinem Schulfach werden derart komplexe Berechnungen durchgeführt, die eine Automatisierung durch den Rechner erfordern. Viel wichtiger ist es die Algorithmen zu verstehen und das funktioniert ausschließlich über das Nachvollziehen mit Papier und Stift. 3.) Auch Funktionsplots bringen auf den kleinen Displays überhaupt keinen Erkenntnisgewinn. Viel wichtiger ist es einen Funktionsverlauf anhand einer Formel qualitativ abschätzen zu können. 4.) Wenn man mit komplexen Methoden/Algorithmen arbeiten möchte sollten gleich richtige Computer mit einer allgemeinen Programmiersprache eingesetzt werden. 5.) Hinzukommt, dass eine falsche Vorstellung von Zahlenmengen entsteht. Die natürlichen Zahlen haben eine Verankerung in der erfahrbaren Realität. Ganze, rationale und reelle Zahlen gibt es nur in einem formalen System. Alle diese Aspekte werden durch die Hochleistungstaschenrechner verdeckt. Dies reflektiert meiner Erfahrung nach den Trend die Schulausbildung in Mathematik auf das reine (Aus-)rechnen zu reduzieren. Ich erlebe bei meinen Studenten in den ersten Semestern oft eine Fokussierung auf die reine Zahlenproduktion und große Probleme sich die Mathematik als formales Werkzeug zu erschließen. Sie wenden meist nur vorgegebene Methoden an und können Fragestellungen oft nicht formal modellieren bzw. die geeigneten Methoden zur Lösung auswählen. Dies führt zu Frust im Studium und später formal/mathematisch schlecht gesicherten Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Daher kein Geld für große Taschenrechner in der Schule! Diese werden in der späteren Berufspraxis ohnehin nur in speziellen Branchen benötigt. Lieber die Kompetenz für die formale Modellierung von Problemen stärken!

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michael-weber 06.11.2014, 18:57
112. Überflüssig

Als Mathelehrer an einem Gymnasium in NRW kann ich nur sagen, dass keiner meiner Kollegen den Schritt befürwortet. Der Rechner ist absolut überflüssig und baut für manche Schüler noch zusätzliche technische Hürden in einem eh schon nicht einfachen Fach auf. Aber es gibt keine Wahl, der Taschenrechner wird im Zentralabitur eingesetzt, damit müssen wir ihn auch im Unterricht einsetzen. Ein einzelner Schüler könnte sich vermutlich einfach weigern, hätte dann aber natürlich im Abitur Nachteile. Wer will das schon riskieren?
Der Kommentar über die Softwarelösung ist auch reichlich zynisch, denn zumindest mir ist keine Software bekannt, die ganz auf Hardware verzichten kann. (Die Hardware wären dann Tablets.)
Der auf dem Foto abgebildete Taschenrechner ist übrigens ein hervorragendes Modell für unter 20€, den man schon in der 8 einführen kann und mit dem bei uns alle Kollegen sehr zufrieden waren......

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DenkenKannHelfen! 06.11.2014, 19:12
113. Unglaublich...

...wie hier wieder die Ewiggestrigen aus den Löchern kriechen... Ja, vor 20 Jahren hat noch ein einfacher Taschenrechner gereicht. Und vor 40 Jahren der Rechenschieber. Und weiter? Sollen wir - weil das früher ja auch gereicht hat - zurück zum Abakus?
Gleichzeitig wird allerdings gefordert, zeitgemäßen, modernen Matheunterricht zu machen. Und zeitgemäß ist es leider nicht, eine Kurvendiskussion perfekt und ohne Hilfsmittel hinzukriegen, denn der praktische Nutzen, den die Schüler daraus ziehen würden, strebt gegen 0 (um mal bei der Sprache zu bleiben).
Zeitgemäßer Mathematikunterricht (der ja allenthalben gefordert wird) bedeutet vor allem, Mathe anhand von konkreten, realitätsbezogenen Anwendungs- und Modellierungsaufgaben zu lernen. Und da die Realität nun mal eher komplex ist, wieso dann nicht den Umgang mit Hilfsmitteln lernen, die uns Menschen helfen, diese Komplexität überhaupt erst bewältigen zu können? Ich verstehe die Befürchtungen nicht: Diese Technologie wird uns niemand mehr wegnehmen! Warum also nicht akzeptieren, dass es sie gibt, und den sinnvollen Umgang damit erlernen? (Zum Argument, dass diese Rechner an Unis nicht erlaubt sind: Schlimm genug! Völlig realitätsfremd! Oder macht Herr Professor seine Forschung auch ohne CAS und ähnliche Hilfsmittel?)
Die Vorgabe in NRW (und anderen Bundesländern) lässt sich nur in einem Punkt kritisieren: Für nur etwas mehr Geld gibt's bereits ein Tablet mit entsprechender Software, dass sich dann auch viel breiter und länger einsetzen ließe. Aber davor hat die Kultusbürokratie wohl (noch) zuviel Angst...

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Falkenhorst 06.11.2014, 19:19
114. Man merkt es sofort-

Zitat von spon-facebook-10000437877
Natürlich braucht man einen Taschenrechner für die Oberstufe. Aber warum dieses absolut überdimensionierte Teil?O-Ton meiner Tocher: Kannst du mir dann darauf PacMan installieren? Ich habe vor nicht ganz 20 Jahren meinen Abschluß an der Uni in ElektroTechnik gemacht, mit einem Taschenrechner für knapp 50 Euro der im Übrigen heute genausoviel kostet. Kein Schüler braucht ein Grafikinterface um eine Kurve zu zeichen. Und was ist mit den Schülern die Mathe nicht mit ins Abi nehmen? Wozu brauchen die so ein Gerät für 2 Jahre? Im GK Mathe wird grundlegendes zu Integral- und Differenzialrechnung vermittelt. Das bekommt man auch mit einem Taschenrechner für 30 Euro hin. Toll finde ich auch das andere Bundesländer auch machen. Stimmt wenn alle Unsinn machen, muß NRW dass auch machen. Sehr sinnig.
wie Sie schon sagen, vor 20 Jahren haben Sie...
Heute sind wir etwas weiter und wenn wir ehrlich sind sollte es auch möglich sein seinem Kind neben einen iPhon, iPad, Computer etc. einen vernünftigen Taschenrechner zu finanzieren.
Kaum ein Schüler läuft mit einem Handy für 50€ durchs Leben. Menschen die jammern vergessen oft wo sie ihr Geld vergeuden. Wer einen Monat auf die Hälfte seiner Zigaretten verzichtet kann auch locker seinem Kind einmalig einem Taschenrechner für mehr als 100€ - 200€ gönnen und tut etwas für seine Gesundheit. Entweder möchte ich meinem Kind eine vernünftige Basis geben und zum ABI führen oder vielleicht auch nur zum Hauptschulabschluss. Der ach so teure Taschenrechner muss dann nicht gekauft alle sind froh, vielleicht auch die eigentlich überforderten Kinder.

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DJ Doena 06.11.2014, 19:20
115.

Geht doch nichts über meinen SR1

http://de.wikipedia.org/wiki/SR1_(Taschenrechner)

Der funktioniert heute noch anstandslos!

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moinduda 06.11.2014, 19:31
116. Grafiktaschenrechner...

... sehen anders aus. Sie zeigen auf dem Bild einen normalen Taschenrechner der höchstens 25€ kostet. Grafikfähigetaschenrechner haben ein um einiges größeres Display, Touchscreen und andere Tasten.

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thomas.mann1 06.11.2014, 19:42
117. Käse

Jedes Billig-Smarty mit Android und der entsprechenden App, welche es zuhauf gibt, beherrscht weit mehr, als das was da gefordert wird. Ein Null-Bericht über ein Problem was keines ist.

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leepzscher 06.11.2014, 19:55
118. Schade, aber nicht zu ändern

Zitat von widower+2
Sie sind Lehrer? Hoffentlich sind Sie nicht für meine Kinder zuständig. Bildung kostet? Das stimmt, sollte aber nicht so sein. Hier in Niedersachsen sind diese Taschenrechner schon ab der 7. Klasse Pflicht. Der für meine Tochter kostet 145 Euro. Wenn Bildung also kostet, heißt das im Umkehrschluss, dass man sich Bildung auch leisten können muss. Ergo sind für Sie Kinder aus wirtschaftlich schwachen Familien von vornherein weitgehend von Bildung ausgeschlossen. Eine derartige Aussage von einem (angeblichen) Lehrer ist absolut bestürzend.
Schade, dass Sie den Wert von Bildung nicht begriffen haben.
Zeigen Sie mir den Schüler aus "wirtschaftlich schwachen" Familien ohne smartphone und monatliche Kosten.
Dass es Sinn macht, ein Gerät ab Klasse 8 (Sachsen) und nicht erst in der letzten Sek-2-Klasse einzuführen, sollten Sie versuchen zu verstehen.

Dass Ihnen Argumente anderer zu schaffen machen, finde ich bestürzend. Ebenso, dass Sie die Sachebene verlassen und Profis (Lehrern) (augenscheinlich) persönlich angehen. Freud?

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order66 06.11.2014, 20:01
119. Naja man wird schon mal die Frage stellen

dürfen ob die Einführung einer Software nebst Ipad Mini nicht sinnvoller wäre. Apple würde sicher gerne einen schönen Deal machen. Statt dessen muss es antiquierter Rechner mit begrenzter Einsatzdauer sein......

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