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NRW-Schulgesetz: Taschenrechner-Aufrüstung wird für Familien teuer
DPA

Bis zu 90 Euro für einen Taschenrechner? Oberstufenstufenschüler in NRW brauchen ab sofort teure, grafikfähige Geräte. Für Familien ist das viel Geld - manche Schüler dagegen freut die technische Aufrüstung.

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Ulrike E. 06.11.2014, 15:28
20. Seltsam,

in meiner Schulzeit an der Wirtschaftsoberschule in Stuttgart, habe ich eine andere Variante kennen gelernt.
Die Schule schafft die *benötigten* GTR-Rechner an und *verleiht* diese an die Schüler. Beendet der Schüler den Schulbesuch (erfolgreicher Abschluss, bzw. vorheriger Abgang, etc.), werden die Schulmaterialien wieder abgegeben.

Eine Kaufoption gab es bei uns nicht.
Allerdings wurden vor der Abiprüfungen die GTR-Rechner nochmal geprüft, da manchmal keine Formeln vorab abgespeichert werden durften (BWL-Prüfung!)
Und es gab eine Empfehlung, dass man keine Spiele darauf speichert (Tetris, Super Mario..), weil es angeblich der Rechnerleistung schadet.

Na ja, Tetris hatte dennoch die eine oder andere Klasse drauf gehabt, weil man damit kleine Spiele gegeneinander spielen konnte.
Zur Realschulzeit hatte ich noch einen *einfachen* Taschnrechner, um die 20 DM - dieser hatte 7, Stellen nach dem Komma, konnte bestimmte Aufgaben lösen (Bruchaufgaben waren *nicht darstellbar*), aber für die Abschlussprüfung völlig ausreichend.
Die teurere Variante, ca. 36 DM hätte 8 Nachkommastellen gehabt und die Brüche darstellen wollen, das war nicht notwendig!)
Sehr merkwürdig, welche Preise gefordert werden für einen Taschenrechner, der maximal 3-4 Jahre verwendet werden kann.

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myrrdhin 06.11.2014, 15:30
21. Sieg der Dummheit ...

Uns war damals erst ab der 7. Klasse ein einfacher Taschenrechner erlaubt und das auch nur für bestimmte Aufgaben. Dank dessen kann ich jetzt noch die meisten Aufgaben schneller im Kopf lösen als heutige Gymnasiumszombies die Aufgabe in Ihren tollen grafischen TR eintippen können.

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xfor 06.11.2014, 15:30
22. Und wieso jetzt der Aufschrei?

Wir durften zu meiner Zeit den berühmten TI-82 (wurde hier schon erwähnt, Amazonpreis 60 Euro) für die Mittelstufe kaufen, und den berüchtigten Ti V200 für die Oberstufe (Amazonpreis 225 Euro). Gab keinen Skandal durch die Presse.

Das man als Schüler nach dem Abitur 3 zweisprachige allgemeine Englischwörterbücher und 2 einsprachige allgemeine Englischwörterbücher hat, welche sich zu 99% gleichen stört ja auch keinen ... Unterscheiden tun sich diese ja nur durch den Verlag: Pons, Langenscheid ... [SATIRE:] die größte Überraschung ist ja, dass die Vokabeln im Pons Wörterbuch die selbe Bedeutung haben, wie die im Lagenscheid Wörterbuch

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csar 06.11.2014, 15:36
23. Totaler Quark

Ich kann mich nicht erinnern im Mathematikstudium jemals einen Taschenrechner gebraucht zu haben. Was soll der Lernerfolg mit solchen Taschenrechnern sein? Tastenkombinationen eintippen? Ich komme mit einem Taschenrechner aus dem Supermarkt aus, wenn es schwierig wird muss halt Mathematica ran. Der technishce Overkill ist nur Symbolpolitik mit dem das schlechte Curriculum einen Anstrich von Modernität erhalten soll, lernen tut niemand etwas dadurch

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walter kuckertz 06.11.2014, 15:37
24. Nützlich - unnützlich

Ein Taschenrechner für ca.100 € als Lernmittel ist zwar nützlich, aber offensichtlich zu teuer. Ein Smartphone für ca. 500 €, als Lernmittel weniger nützlich, hat aber fast jeder Schüler in der Tasche (bzw. in der Hand). Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

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widower+2 06.11.2014, 15:38
25. Lehrer?

Zitat von norschos
Als Lehrer und Vater von zwei bis vor Kurzem G 8-Schüler kenne ich KEINE/N Schüler/in, der/ die nicht für ein X-faches dieser Summe Unterhaltungselektronik sein Eigen nennt. Bildung kostet und ist die beste "Investition" des ganzen Lebens!
Sie sind Lehrer? Hoffentlich sind Sie nicht für meine Kinder zuständig. Bildung kostet? Das stimmt, sollte aber nicht so sein.
Hier in Niedersachsen sind diese Taschenrechner schon ab der 7. Klasse Pflicht. Der für meine Tochter kostet 145 Euro.

Wenn Bildung also kostet, heißt das im Umkehrschluss, dass man sich Bildung auch leisten können muss. Ergo sind für Sie Kinder aus wirtschaftlich schwachen Familien von vornherein weitgehend von Bildung ausgeschlossen.

Eine derartige Aussage von einem (angeblichen) Lehrer ist absolut bestürzend.

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erwachsener 06.11.2014, 15:41
26.

In einem anderen Artikel zum Thema "GTR im Unterricht" war mal von einem Mathelehrer die Rede, die total davon begeistert war, wie sich die Funktionsgraphen auf dem Display verändern, wenn man an irgendwelchen Parametern dreht.

Sorry - das ist Informatik, nicht Mathematik. In Informatik kann man den Schülern beibringen, wie man entsprechende Software schreibt (nicht anwendet). In Mathematik geht es darum, einen geschlossenen algebraischen Ausdruck für die Kurven zu finden, entlang derer sich z.B. Extrema und Wendepunkte verschieben, wenn man an Parametern dreht - nicht darum, sich eine Animation davon anzugucken.

Vielleicht schwebt der Matheunterricht von heute ja in so hohen Sphären, daß wir die damals mit Bleistift und Papier nie hätten erreichen können. Aber nach allem, was man so über heutige kompetenzorientierte Lehrpläne liest, zweifle ich irgendwie daran. Und meine Erfahrungen mit Praktikanten von der Mittelstufe bis zum Bachelor zerstreuen diese Zweifel nicht.

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vax10 06.11.2014, 15:41
27.

Zitat von Holperik
..Rechner hieß damals Aristo BiScholar LL und grafikfähig war ich selbst.
Faber-Castell Novoduplex hat mich durch das Studium an der TH BS begleitet. War sogar grafikfähig - wenn man kurz mal zwei Punkte verbinden wollte und das Lineal irgendwo verschwunden war :-)

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themistokles 06.11.2014, 15:42
28.

Zitat von mfeldtn
Mittlerweile fordern Schulden doch im Wochentakt Bares für diese oder jenen Extras, von "Bibliotheksspenden" über gebührenpflichtigen Musikunterricht bis hin zu vorgeschriebenen Frondiensten bei Adventsfesten oder Martinsumzügen...
Blödsinn. Wir leben hier in Deutschland immer noch ziemlich priviligert, was Lehrmittel angeht. Und diese "Frondienste" sind "Arbeiten", die man für sein Kind erbringt. Ich habe vor über 20 Jahren Abi gemacht und kann über solche Aussagen wie die ihrigen nur noch den Kopf schütteln. Was ist nur mit den heutigen Eltern passiert? Dieses Anspruchsdenken, alles bekommen zu wollen, noch dazu gratis aber ja selbst nichts zur Gemeinschaft beitragen zu wollen. Meine Eltern und viele andere haben sich noch mit Spaß an meiner Schule engagiert, früher im Kindergarten bei Festen, etc. geholfen! Warum? Weil man in Kontakt war, sich engagiert hat und wusste, was das eigene Kind in der Schule macht. Aber das kann man Menschen heute nicht mehr vermitteln. Der Egoismus in dieser Gesellschaft k**** manchmal einfach nur noch an.

Und zu Überschrift: Früher habe ich noch Graphen und geometrische Formen mit dern Hand, Lineal und Geodreieck gezeichnet. Geht aber mit SMS- geschädigten Fingern aber heute scheinbar nicht mehr, da müssen elektronische Hilfsmittel ran. Ist ja auch egal, welche Dinge dahinter stecken. Muss man ja auch nicht wissen... /ironie off

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Mario V. 06.11.2014, 15:45
29.

Zitat von csar
Ich kann mich nicht erinnern im Mathematikstudium jemals einen Taschenrechner gebraucht zu haben.
Ja das ist doch klar. Oberhalb der mittleren Reife hat Mathe auch nur noch wenig mit Rechnen zu tun. Rechnen tun die Physiker, Elektrotechniker etc. Die Mathematiker liefern nur die Formeln.

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