Forum: Leben und Lernen
Ohne Abi an die Uni: Können die anderen dann alle mehr?
TMN

Jürgen Schwab studiert Jura ohne Abitur. Gestartet war er mit großen Bedenken und weiß heute, dass die unbegründet waren. Eine Sorge aber bleibt.

Seite 1 von 10
abby_thur 23.12.2014, 09:21
1. Ohne Abi an die Uni: Können die anderen dann alle mehr?

Top, ich hoffe er schafft es.

Allerdings sind die Fördermöglichkeiten äußerst gering, ich studiere selber seit Juni auch "zu Hause".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zhokhov-berlin 23.12.2014, 09:34
2. Nicht anerkannt.

Nach der Wende erwarb ich zwischen 1991 und 1993 die FH-Reife im Land Brandenburg. Als ich dann ab 1993 Angewandte Informatik studieren wollte, teilte man mir mit, dass diese in Berlin nicht anerkannt würde. Alternativ bot man mir die Möglichkeit an, nach Paragraph 11 Berliner Hochschulgesetz ohne Abitur zu studieren. Man wurde dann zwei Semester vorläufig immatrikuliert. Diesen Weg beschritt ich dann und musste feststellen, dass mein Wissensstand sich nicht hinter dem der regulären Abiturienten verstecken brauchte und ich mein Studium reibungslos absolvierte.

Ich finde es gut, dass jetzt auch Berufserfahrungen als Zugangsvoraussetzung anerkannt werden. Die Lebensläufe sind oft sehr individuell und manchmal fallen Entscheidungen in späteren Jahren ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
grüne_blume 23.12.2014, 09:50
3. Kommt mir alles bekannt vor

Auch ich habe nach §11 Berliner Hochschulgesetz ohne Abitur an der Uni studiert und letztes Jahr als Jahrgangsbeste meinen Bachelor abgeschlossen. Dass ich den Master noch dranhänge, war dann eigentlich klar. Die ersten zwei Semester war "zittern" angesagt, da die Auflagen vorsahen, jede anstehende Prüfung beim ersten Mal zu bestehen. Erst nach dem zweiten Semester wurde ich endgültig immatrikuliert. Aber das war es alles wert. Die Entscheidung noch zu studieren war die beste Entscheidung meines bisherigen Lebens. Ich fing mein Studium allerdings mit 27 an und war dadurch noch BAföG (und durch die ausreichenden Arbeitsjahre davor sogar elternunabhängig) berechtigt. Jetzt habe ich ein Stipendium und arbeite noch nebenher. Finanziell geht es mir also gut. Ich kann nur jeden ermutigen, es zu versuchen. Auch Abiturienten kochen nur mit Wasser und wenn man genau weiß was man will, studiert es sich auch oftmals zielstrebiger als mit 18/19.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jumpingjack2 23.12.2014, 10:09
4. Super Idee..

... Abi braucht keiner und die Fahrerlaubnis auch nicht, wenn er nur lange genug Fahrrad gefahren ist. Diskriminierend ist auch, dass man ohne Abitur nicht Pilot werden kann. Hier sollte man unbedingt auch Modell- oder Segelflieger zulassen.
Und man sollte sich eine gute Begründung überlegen für diejenigen, die sich an die Regeln halten und auf dem nicht immer einfachen Weg über Abitur und Numerus Clausus zum Hochschulstudium kommen. Dieser Weg steht nun wirklich jedem offen, auch wenn er es sich erst später überlegt, studieren zu wollen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kumi-ori 23.12.2014, 10:26
5. unvermeidliche Konsequenz ...

... aus sechzehn verschiedenen Schulsystemen. Die kleinen Kultusministeriumsterroristen mit ihrem Wahn nach Frühestselektion, Wandertag und Religionsunterricht werden vom Lauf der Dinge abgeschafft. Ohnehin wird es sicher bald irgendein EU-Land geben, in dem man das Abitur für einen geringen Betrag käuflich erwerben kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
braintainment 23.12.2014, 10:27
6. Dr.

Wozu dann überhaupt noch Abitur als Zugangsvoraussetzung für die Hochschule? Wenn Bachelor und Master von FH und Uni bzw. Abitur von Gymnasium und Gesamtschule als gleichwertig anzusehen sind, dann müsste ich doch unter dem Zeit- und Aufwandsaspekt mit dem Hammer gepudert sein, den Weg über Gymnasium und Uni zu gehen. Wenn jetzt auch noch die FH Doktorgrade verleihen kann, dann frag ich mich schon, was dieser Grad noch wert sein kann (ja, an dieser Stelle erwarte ich natürlich Einwendungen a la Guttenberg...).

Die Gesamtschule ist ein weiteres Beispiel dieser unsäglichen Gleichmacherei bzw. der Absenkung des Bildungsniveaus unter Vortäuschung gleichwertiger Abschlüsse. Manche nutzen dieses System aber auch schon für sich aus, in dem sie die letzten Jahre auf der Gesamthochschule verbringen, um sich einen guten Notenschnitt zu erhaschen, den sie auf dem Gymnasium nir erreicht hätten - hilft bei NC Fächern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
royal_flush 23.12.2014, 10:28
7.

Mit 10 Jahren Berufserfahrung und seinem BWL Studium an der Wirtschaftsakademie dürfte er dem durchschnittlichen Abiturienten, der mit 17-19 Jahren frisch von der Schule kommt, mehr als ebenbürtig sein!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Nemetz 23.12.2014, 10:36
8. ungenau recherchiert, setzen!

Laut Beschluss der Kultusministerkonferenz v. 2011 koenen sich ohne jede weitere Voraussetzung und ohne 'Probezeit' an deutschen Universitaeten einschreiben

--staatlich gepruefte Betriebswirte

--staatlich gepruefte Techniker

--diesen Abschluessen gleichgestellte Bildungsgaenge.

Der nirgendwo anerkannte Abschluss jener sogenannten "VWA" -Verwaltungs- und Wirtschafts"akademie"- berechtigt NICHT zum Studium an deutschen Hochschulen, das ist ein 600 Stunden umfassender Fortbildungslehrgang fuer Hauptschueler.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kopfschütteler 23.12.2014, 10:39
9. Immer schön büffeln

Jura ohne Abi? Halte ich grundsätzlich für unproblematisch. Ist ja ein reines Lernstudium ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 10