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Ohne Abi an die Uni: Können die anderen dann alle mehr?
TMN

Jürgen Schwab studiert Jura ohne Abitur. Gestartet war er mit großen Bedenken und weiß heute, dass die unbegründet waren. Eine Sorge aber bleibt.

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mipez 23.12.2014, 12:14
20.

Viele überschätzen das Abitur. Natürlich ist es mit teilweise detailierterem Wissen verbunden, aber nichts, was sich nicht mit Berufserfahrung und Selbststudium aufarbeiten lässt, man braucht dafür nicht einmal wesentlich Zeit zu investieren. Im Bürokratiemonster Deutschland kommt sowas aber nicht besonders gut an.

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ttvtt 23.12.2014, 12:18
21. Abiturienten

Wer heute alles so sein Abitur besteht... da frage ich mich wirklich ob eine Abitur noch sinnvoll ist. Bachelorabsolventen also "Akademiker" habe noch nicht einmal den Wissens- und Reifestand eines Abiturienten vor 50 Jahren. Aber dennoch haben die mit Abitur eine Arroganz, die manchmal nicht erträglich ist, was die sich darauf einbilden dass sie Abitur haben.

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caius 23.12.2014, 12:19
22. @braintainment

Sie haben Recht: Ich habe an einer Gesamtschule mein Abitur gemacht und es aufgrund meiner schlechten, niveaulosen Schulbildung leider nur zu zwei Studienabschlüssen an Universitäten in Deutschland und im Ausland geschafft. Letzteren auch nur mit Auszeichnung. Ich habe in 5 Ländern gelebt und gearbeitet. Als gut ausgebildeter Gymnasiast, welcher nicht von Gleichmacherei geprägt und auf (wirklich) anspruchsvollem Bildungsniveau eine schulische Ausbildung erhalten hätte, hätte ich es sicher weiter geschafft.

Das "unsägliche" an Gesamtschulen ist nicht ihre angebliche "Gleichmacherei", oder die "Vortäuschung angeblich gleichwertiger Abschlüsse". Der einzige Nachteil der Gesamtschulen ist, dass es immer noch so naive, arrogante und schlecht informierte Menschen wie Sie gibt, die solche fehlgeleiteten Meinungen die jeder sachlichen Grundlage entbehren, verteilen und versuchen ein ganzes Schulsystem zu diskreditieren. Glauben Sie ernsthaft, Gesamtschulen könnten einfach so das Abitur verteilen, oder dass in der Abiturprüfung einer Gesamtschule nur Fragen aus den Klassen 5-8 abgefragt werden? Haben Sie sich mit der schulischen Ausbildung der Gesamtschulen und Zulassungen der Abiturprüfungen beschäftigt? Ich denke nicht.

Diese Vorstellungen sind genauso falsch und überholt, wie die ewige und unsägliche Diskussionen über die angeblich gravierenden Unterschiede zwischen Universitäten und Fachhochschulen. Je nach Studienfach gibt es Universitäten und Fachhochschulen an denen die Ausbildung deutlich besser ist (Beispiel Wirtschaftsinformatik an der FH Reutlingen). Ganz abgesehen davon geht es auch nicht nur darum WO man studiert hat, sondern was man selbst geleistet hat. Eine tolle Uni/FH sagt im CV erst einmal nichts. WAS hat der Student investiert und geleistet? WIE hat er seine Ausbildung gestaltet?

Als intelligenter Mensch sollte man überholte Ansichten hinterfragen und differenziert betrachten. In dem Moment wo man a la "FH ist schlecht. Weiss man ja" und “Gesamt- und Realschüler sind dumme Bauern die nicht an die Uni dürfen” pauschalisiert, macht man einen Fehler. Kein Mensch sollte aufgrund seiner Herkunft, Ausbildung etc. seiner Chance beraubt werden, sich zu entwickeln. Wenn überhaupt, dann sollte ein Mensch nur an seinen eigenen Ansprüchen scheitern und nicht an den überholten Vorstellungen (angeblicher) Eliten. Mit dem Vorwurf der “angeblichen Chancengleichmacherei”, könnten Sie auch gleich behaupten, dass Frauen und Ausländer auch nicht an die Uni gehören. Wovor haben Sie Angst? Das Ihr Sitznachbar ohne Abitur einen besseren Abschluss macht als Sie?

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MS2000 23.12.2014, 12:21
23. Wozu dann noch Abi?

Erstmal Gratulation an Herrn Schwab!

Eines lerne ich aus dem Artikel:
Ich werde meinen Kindern auf jeden Fall nicht auf ein Gymnasium drängen - wozu all die Plagerei (erwähnt sei hier nur die 2te Fremdsprache als Pflicht) um dem durchaus hohen Anspruch des Gymnasiums 8 Jahre lang gerecht zu werden. Meine 10 Jahre Berufserfahrung empfinde ich weit weniger Anstrengend als die damals noch 13 Jahre Schulbank. Und das obwohl meine Arbeit in der Forschung gewiss nicht anspruchslos ist.

Ein Forist schreibt, dass die FH bald Dr.- Grade verleihen kann. Ist wohl ein Witz, ich selbst war auf einer FH. Fragebogen auswendig lernen hatte den größten Erfolg - also akademischer Anspruch findet man gewiss nicht auf einer FH.

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Ontologix II 23.12.2014, 12:43
24. Diplome zu verkaufen

Zitat von kumi-ori
Unvermeidliche Konsequenz aus sechzehn verschiedenen Schulsystemen. Die kleinen Kultusministeriumsterroristen mit ihrem Wahn nach Frühestselektion, Wandertag und Religionsunterricht werden vom Lauf der Dinge abgeschafft. Ohnehin wird es sicher bald irgendein EU-Land geben, in dem man das Abitur für einen geringen Betrag käuflich erwerben kann.
Die Bildunsgterroristen finden Sie in den Parteien des rechten Spektrums, weniger in den Kultusministerien.
Das EU-Land mit käuflichen Diplomen gibt es schon. Südlich von Südtirol werden die Lehrer so schlecht bezahlt, dass die sich was dazuverdienen müssen. Aber sooo gering ist der Betrag auch wieder nicht.

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Tafelkreide 23.12.2014, 12:48
25. Da haben Sie aber auch Recht!!

Zitat von Misantroph
Jura braucht man nicht. Höchstens, um unsere Professoren zu beeindrucken und sich Instrumente wie die a.l.i.c herzuleiten, was natürlich einfach ist, wenn man actio libera in causa übersetzen kann.
Jura braucht man heute eben doch, um Professoren zu beeindrucken und zwar ohne Abi und Latein; im Grunde braucht man nichts außer einer guten Portion Vitamin B und gesunder Frechheit, einen Mäzen oder jemand, der einen pusht. Rufen wir doch mal bei Karl L. an oder bei M. Benz oder versuchen wir es auf die Nummer Billig und willig. Immer wird uns das Glück winken!

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28:06:42:12 23.12.2014, 12:51
26. @ms2000

"also akademisch(en) Anspruch findet man gewiss nicht auf einer FH."

Ich weiß nicht auf welcher FH Sie Ihren Abschluss gemacht haben, bei der stupides Auswendiglernen zum Erfolg führt. Ich kann Ihnen aber versichern, es gibt durchaus andere Fachhochschulen - z.B: die FH Köln - bei denen es tatsächlich darauf ankommt Transferleistungen zu erbringen. Hier wären Sie nicht weit gekommen, wenn Sie stupide Fragebogen auswendig gelernt hätten.

Zudem besteht kein wirklicher Unterschied zwischen dem Stoff in der FH und der Uni aus dem man ableiten könnte, dass der eine Abschluss besser sei. Man denke bloß an die vielen Spezialstudiengänge, die an einer FH angeboten werden (wenn man es kann).

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28:06:42:12 23.12.2014, 12:52
27. @ms2000

"also akademisch(en) Anspruch findet man gewiss nicht auf einer FH."

Ich weiß nicht auf welcher FH Sie Ihren Abschluss gemacht haben, bei der stupides Auswendiglernen zum Erfolg führt. Ich kann Ihnen aber versichern, es gibt durchaus andere Fachhochschulen - z.B: die FH Köln - bei denen es tatsächlich darauf ankommt Transferleistungen zu erbringen. Hier wären Sie nicht weit gekommen, wenn Sie stupide Fragebogen auswendig gelernt hätten.

Zudem besteht kein wirklicher Unterschied zwischen dem Stoff in der FH und der Uni aus dem man ableiten könnte, dass der eine Abschluss besser sei. Man denke bloß an die vielen Spezialstudiengänge, die an einer FH angeboten werden (wenn man es kann).

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solitaryway 23.12.2014, 13:11
28.

Studieren dürfte ich theoretisch auch, aber das endet bei mir nur wieder im Debakel. Ursprünglich bin ich auch nur Realschulabsolvent mit vernachlässigbaren Ausbildungsabschluss und Fachoberschulabschluss.
Mein Stoffdefizit war aber zumindest damals im Vergleich zum richtigen Abitur einfach zu gross. Das in Kombination mit meinem IQ-Defizit brachte mich später zum "freiwilligen" Studienabbruch. Abgesehen davon gab es bei mir noch ein Finanzierungsdefizit, aber das war wohl nie ein Hindernis.

Heutzutage dürfte vielleicht 98 % meines dürftigen Schulwissens endgültig verloren sein und mit Mitte Dreissig bin ich etwas zu alt. Naja immerhin halte ich mich mit Helferjobs über Wasser - auch wenn ich damit niemals zufrieden sein werde.

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keery 23.12.2014, 13:16
29. Was soll der ganze Zynismus?

10 Jahre Berufserfahrung UND BWL Studium an einer Berufakademie können sich ja wohl durchaus mit 3 Jahren Abitur messen. Dieses blöde Rumgepöbel von wegen da könne man ja das Abi gleich abschaffen ist ja wohl total überzogen.

Das Abitur sollte und wird der reguläre Weg bleiben. Wenn ich schon weiß, dass ich studieren will, und was ich studieren will, drücke ich lieber noch 3 Jahre die Schulbank und mache dann gleich das, was ich wirklich will, als erstmal 10 Jahre arbeiten zu gehen und ein Studium an einer Berufakademie zu absolvieren um überhaupt für das Studium zugelassen zu werden. Abitur ist einfach nur der geradlinige Weg zum Studium.

Aber für die, die sich zunächst für etwas entscheiden und dann später eventuell feststellen sie können/wollen nicht mehr oder können/wollen NOCH mehr, sollte es schon den Zugang unter bestimmten Voraussetzungen geben.

Als ich Geowissenschaften studiert habe, haben Leute mit einem 1,1 Abi nach dem ersten Semester hingeschmissen, weil sie mit den 42 Wochenstunden überfordert waren, aber unsere zwei Kommilitonen, Alter 37 und 39, ohne Abitur, aus dem Berufsleben (Tischlermeister und Sanitäter), die über eine Studieneingangsprüfung die Zulassung erhalten haben, haben beide erfolgreich durchgezogen und abgeschlossen.

Davon auszugehen, dass jeder Abiturient pauschal "reif fürs Studium" ist ist genauso unrealistisch wie pauschal festzulegen, dass das Abitur die alleinige und einzige Qualifikation ist, die zu einem Studium befähigt.

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