Forum: Leben und Lernen
Orientierungswoche zum Uni-Start: Erst Delirium, dann Studium
Christopher Piltz

Sie sind neu, sie kennen sich nicht aus, sie brauchen Anleitung: Erstsemester sollen in Orientierungswochen lernen, wie die Uni funktioniert. Doch die ersten Tage arten oft zu Feier-Exzessen aus. In Göttingen kamen 18 Studenten mit Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus - die Hochschulleitung ist bestürzt.

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transmission 02.11.2012, 13:17
10. optional

Erfahrungsgemäß sind die Leute, die beim Feiern derart über die Stränge schlagen auch die, die am Montag um 08:00 Uhr nicht in der Mathe-Vorlesung sitzen. Das sind dann auch die, die das Vordiplom nicht schaffen und irgendwann auch aus den anderen Vorlesungen verschwinden, weil Papa irgendwann den Geldhahn zudreht. Lästig für Göttingen, aber letztlich Teil des Ausleseprozesses.

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Hafenschiff 02.11.2012, 13:20
11.

Zitat von Hupert
Man muss nicht jeden Bullshit nachmachen der über den Atlantik schwappt, aber wer weiß vielleicht übernehmen wir ja auch irgendwann einfach deren Schullehrpläne? Das wäre doch mal was... schleichende aber totale Rückverdummung der Gesellschaft.
Ganz ehrlich. Es ist das deutsche Privatfernsehen, das fast nur amerikanische Serien und Filme bringt. Nun will ich das nicht pauschal kritisieren. Ich schau selber gern die ein oder andere amerikanische Serie (wenn auch eher ältere) und die amerikanischen Filme sind unbestreitbar die besten der Welt. Aber wenn man das nicht verbietet (und das kann und sollte man sowieso nicht), dann muss man halt damit leben, dass dann solche Bräuche wie Helloween und anderes, die fast ausschließlich über eben jene Serien und Filme überhaupt erst in Deutschland, Europa und der Welt bekannt geworden sind, dann hierzulande einheimische Bräuche und Sitten mit der Zeit verdrängen.

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kamau 02.11.2012, 13:22
12. Mutti räumt auf

Zitat von sysop
die ersten Tage arten oft zu Feier-Exzessen aus. In Göttingen kamen 18 Studenten mit Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus - die Hochschulleitung ist bestürzt.
In der Stadt in der ich wohne erkennt man am steigenden Müll- und Glasscherbenpegel auf Straßen und Gehwegen, dass die Erstsemester frisch ausgebrütet sind. Ganze Horden pubertärer Knaben und Deutschland späterer Elite ziehen mit Bierkisten beladen von der Uni aus ins Umland und erwarten, dass wie zuhause, Mutti hinter ihnen herputzt.

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Wololooo 02.11.2012, 13:22
13.

Zitat von Hupert
Und die WiWi´s feiernam exzessivsten... was soll das denn werden wenn sich bei unserer zukünftige "Leistungselite" schon vor dem Studium der Hang zum mutwilligen Abtöten ihres Denkapparates abzeichnet? Hihi... mal ehrlich wer auch nur noch eine Person jünger als 30 im Anzug ernst nimmt... mein Beileid. Verhätschelte Partyschnösel....
Das dachten die bei unserer Firma nicht eingeplanten Arbeiter bei uns in der Produktion sehr wahrscheinlich auch, zumindest ihrem Verhalten mir gegenüber zu beurteilen, bis ihrer Abteilung das Sonderbudget für eben diese komplett gestrichen habe, und eine Großzahl der nicht benötigten Arbeitsplätze wegrationalisieren konnte, beziehungsweise auf andere Arbeitsplätze aufteilen konnte. Das alles, inklusive der Verhandlung mit dem Betriebsrat, der Kooperation mit der Controlling und Personalabteilung weitesgehend in Eigenregie hat mir übrigens ein Lob von höchster Stelle eingebracht, und mir wurde eine Beförderung im nächsten Jahr in Aussicht gestellt (mit 28), während viele Bürokollegen 35-50 Jahre übergangen werden.

Vielelicht treffe ich ja noch mehr Leute wie Sie, meine Klinge ist auf jeden Fall gut geschliffen, falls der nächste über sie springen muss.


Kleiner Tipp: Bewerten Sie Leute nicht nach ihrem Alter, sondern nach ihren Fähigkeiten, ansonsten werden Sie früher oder später auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

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fahrrad! 02.11.2012, 13:24
14. Lasst sie doch feiern...

...wo sollen sich junge Leute denn sonst nochmal komplett selbst erfinden und selbst erfahren, wenn nicht an der Uni? Spätestens mit der ersten Prüfung kommt der Ernst des Lebens schon zurück.

Und an die 80er Jahre Fraktion: früher war eben nichts besser, sondern nur anders. In der Reflexion verklärt man das aber gern ;)

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Hoschi101 02.11.2012, 13:25
15. naja

erstmal würden mich die relativen Zahlen interessieren, da dieses Wintersemester sehr viele Erstsemester in Göttingen aufgenommen wurden. Fakt ist auch, dass die Studienanfängerzahlen kontinuierlich steigen.
Und was die Jammerkommies über die angebliche Verrohung und immer Dümmerwerdung betrifft: Wohl die eigene Jugend vergessen? Wenn ich Bilder aus den 60er und 70er Jahren sehe, stande die heutigen älteren, gesetzten Herrschaften der Jugend von heute in nichts nach.

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shiny88 02.11.2012, 13:32
16. optional

"mal ehrlich wer auch nur noch eine Person jünger als 30 im Anzug ernst nimmt... mein Beileid"
Hupert - leider ist es so, dass Studenten und junge Leute gerne feiern... das rechtfertigt aber eine solche Aussage nicht.
Es gibt auch Menschen weit unter 30 im Anzug die in voller Verantwortlichkeit Kunden vertrieblich betreuen - mit einer Fachlichkeit die zum Teil von weit aus Älteren nicht annähernd an den Tag gelegt wird.
Partys zu feiern sagt nichts darüber aus wie Personen arbeiten.
Schon richtig ist die übertriebene Übernahme von Trends aus den USA - schade für unsere Gesellschaft...

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vielosof 02.11.2012, 13:40
17. Die Generation der Konsumkinder

Wenn man diese Gesellschaft aufmerksmam beobachtet, kann man als eine Tendenz erkennen, dass immer hemmungsloser konsumiert wird.

Anscheinend gibt es eben keine Werthaltungen mehr, die am Konsum hindern, bzw. viel konsumieren zu können wird zu einer Art Statussymbol.

Die oben genannten Exzesse sind also ein Symptom einer tieferliegenden gesellschaftlichen Veränderung der Werte.

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Cosmopol 02.11.2012, 13:43
18. Harmlos

1. Kommt das nicht aus Amerika wie hier alle erwaehnen, Rituale zum Studienbeginn ist eine alte deutsche Tradition, die zwar, wegen dem oft Sadistischen und rechtsradikalen beigeschmak nicht so ekzessiv mehr ausgeuebt werden in Deutschland, dafuer um so mehr in Nachbarlaendern.
2. Trinken - da bin ich ja beruhigt dass es in Deutschland nicht zugeht wie bspw. in Belgien. Hier, angelehnt an uralten deutschen Traditionen - werden die neuen Studenten, wenn sie teil sein wollen von den Fakultaetsgemeinschaften (geschweige denn die vielen Verbindungen, da gehts noch viel extremer zu) - dazu gezwungen, halb nackt und mit Farbe und Eiern beworfen, gefesselt und geknebelt, von aeltern studenten durch die Strassen getrieben, dabei muessen sie Eimern voll alkohol trinken, werden gepeitscht und im Nazi-stil angeschrien. Und dass snd nicht die paar hundert erststudenten die in den Verbindungen aufgenommen werden wollen - sondern die Tausenden die in den normalen Gemeinschaften reinwollen. Da kriegt man angst um dieses Land....

Aber liebe Deutschen tut nicht so "oh das kommt aus Amerika die sind da so fies" - das sind DEUTSCHE traditionen. Die erstsemmestler hier im Flamenland groellen DEUTSCHE Marschlieder.

Zitat von sysop
Sie sind neu, sie kennen sich nicht aus, sie brauchen Anleitung: Erstsemester sollen in Orientierungswochen lernen, wie die Uni funktioniert. Doch die ersten Tage arten oft zu Feier-Exzessen aus. In Göttingen kamen 18 Studenten mit Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus - die Hochschulleitung ist bestürzt.

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tellerwerfer 02.11.2012, 13:45
19. Einseitiger Artikel

Ich persönlich fand meine O-Phase im Wiwi Bachelor und Master gleich 2x super. 2006 wurde mir von meinen damaligen Tutoren der Campus, die Mensa, die Bibliothekensysteme, die Onlineanmeldungssysteme, das Prüfungsamt, die Prüfungsordnungen, der Unisport, die Hochschulpolitik und allerhand anderes (durchschnittlich werden jedem Student in Göttingen während seines Studiums 2,7 Fahrräder geklaut z.B.) erklärt.
Die meisten Infos gab es bei einem morgendlichen Frühstück gegen 8-10 Uhr. Abends wurde natürlich ordentlich gefeiert, auch um neue Leute kennenzulernen, trotz allem saß ich jeden morgen wieder um 8 Uhr in der Uni und wurde im Anschluss in der ersten Woche sogar zu meinen Vorlesungen gebracht (Stichwort Räume finden).
Im Master hab ich zugegebenermaßen von Infoveranstaltungen nur wenige mitgenommen, aber schließlich sollte man sich bei 4 Jahren auf der Uni schon etwas auskennen.

...ggf. hatte der Herr Author ja auch einen im Tee und kam immer erst zu den Abendaktivitäten hinzu!? Ok, verkauft sich halt besser... böse Alkies und so.

ps: laut Göttinger Tageblatt vom 18.-20.10. erfolgten die 18 alkoholbedingten Krankenhauseinlieferungen allesamt in der Woche vor der O-Phase der Wiwis (22.-26.10.).

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