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Ostdeutschland: Wo die Rettung für schrumpfende Hochschulen herkommt
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41 Hochschulstandorte, vor allem in Ostdeutschland, schrumpfen. Eine neue Studie zeigt, wie sie sich retten können - und was auf westdeutsche Unis und Fachhochschulen noch zukommt.

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isi-dor 19.03.2019, 09:29
1. Qualitätspakt Lehre!

Das Schrumpfen wird noch weiter gehen, wenn nicht bald der Qualitätspakt Lehre verstetigt wird, der für viele Studierende wichtige Einstiegsprogramme ins Studium enthält. Allein die Tutoren- und Mentorenprogramme der Hochschulen haben die Abbrecherquoten deutlich gesenkt. Alle diese Programme stehen vor dem Aus, weil die dort beschäftigten hochqualifizierten Didaktiker nur befristete Stellen haben. Die Bildungspolitiker scheint das alles nicht zu interessieren. Die sparen lieber weiter an Bildung, bis alles tot ist.

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Anno2012 19.03.2019, 09:33
2. Hausgemachte Probleme

Die Hochschulen wurden im Zuge des doppelten Abiturjahrgangs (Rückumstellung G8 auf G9), mehrerer geburtenstarker Jahrgänge sowie der "Studium für alle"-Politik massiv ausgedehnt. Attraktive Universitäten waren heilos überbucht, in den Städten herrschte Mietchaos.

Der doppelte Jahrgang ist Geschichte, der Hype aus jedem (von mir sehr geschätzten) Ausbildungsberuf einen Studiengang zu machen ist zwar noch nicht beendet (Stichwort: Bachelor Hebamme, bzw. BA Kraftfahrzeugmechatroniker). Jedes Dorf hat bei uns mittlerweile eine Hochschulaußenstelle (oft Technologie-Campus genannt).

Seitdem allgemein bekannt ist, dass ein ambitionierter Geselle ähnlich viel oder sogar besser verdient wie ein Bachelor-Absolvent, wenden sich gerade qualifizierte junge Menschen wieder dem Handwerk zu.

Daher sehe ich im Studienrückgang an einigen Hochschulen einen natürlichen Schwund, der wohl auch an der Attraktivität des Standortes liegt. Und vielleicht kann man in einigen Jahren sogar die ein oder andere Hochschule wieder schließen und sowie Gelder und Personal an die anderen Hochschulen verteilen.

Die Synergieeffekte sollten enorm sein :)
Anno2012

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kayakclc 19.03.2019, 09:37
3. Bezugspunkt aus dem Auge verloren

2011 wurde die Wehrpflicht ausgesetzt und eine zweite Jahrgang von Männer schwappte an die Unis. Dazu kam noch die Inflation der Abiture und die G9-G8 Umstellung. Die Studierendenzahlen sind daher seit 2011 aberwitzig hoch, ohne dass neue Professuren und Dauerstellen geschaffen wurden. Daher sind die damals schon erwarteten sinkenden Studierendenzahlen ab 2018 kein Problem sonderen die Belastung der Unis sinkt zurück auf deren eigentlich Kapazität zurück. Das wird mit dem Bezugspunkt 2012 völlig aus dem Auge verloren. Sinnvoller wäre z.B 2000 als Referenz zu nehmen, und zu Fragen, wieviele neue Professorenstellen seit dem geschaffen wurden. Das Betreuungsverhältnis ist in Deutschland eine Kathastrophe.
Die Abbrecherquote kann man nur senken, wenn die Inflation der Abiture gestoppt wird, bzw Leute in der Orientierungsphase im ersten und zweiten Semester klar gemacht wird, das Studium macht nur Sinn (a) wenn man wirklich studiert (und nicht wie in der Schule ohne Aufwand sich durchmogelt) und (b) wenn man ein MINT Fach gewählt hat, elementare Mathematik aus der Mittelstufe beherrscht. Es ist erschreckend, wie Leute mit geringsten Mathematikkenntnisse ein Studium beginn, und schnell scheitern, weil die Universtäten einfach den Abiturstoff in Mathe voraussetzen. Schließlich haben sie ein solche Zeugnis bei der Einschreibung vorgelegt. Und im Bauingenieurswesen kann man nicht, wie in der Schule, einfach die Anforderungen senken. Eine Brücke bricht dann einfach zusammen, wenn Leute falsch rechnen!

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gysc 19.03.2019, 09:46
4. Wenns das Geld mal kommen würde

Nach dem letzten hochschulpakt haben einige Unis neue Studienfächer geschaffen oder mehr Studenten aufgenommen weil es hieß es gäbe mehr Geld für die Uni. Das Geld kam nie an und die Uni blieb drauf sitzen. Manche Hochschulen wie zb Fulda sind eig quasi insolvent. An meiner Uni wurden wieder die Ausgaben um 15% gekürzt. Entsprechend fallen Dozenten weg. Mehr Geld für Bildung, dass auch ankommt, wäre mal was.

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markus333 19.03.2019, 09:55
5. Abbrecher

"Insbesondere im Bachelorstudium sind die Hürden so hoch, dass fast jeder zweite Gaststudent nicht bis zum Examen durchhält."
Das entspricht nicht meiner langjährigen Erfahrung. Die Anforderungen in vielen Bachelorstudiengängen wurden immer weiter abgesenkt, um die Anzahl der Studienabbrecher zu minimieren. Wenn ein Student aus dem Ausland aber weder Deutsch noch Englisch spricht, und nur eine miserable Vorbildung mitbringt, die hier für keinen Schulabschluss reichen würde, dann kann man das nicht auf die Unis abwälzen. 12/13 Jahre Schulbildung kann man in der Tat nicht mit ein paar Einführungskursen nachholen. Zentrale Zulassungsprüfungen als Grundveraussetzung einführen und gut ist. Unis dürfen dann immer noch Spezialregeln einführen, damit sie nicht über die Einmischung in ihre Kompetenzen weinen.
Übrigens: Zeugnisse aus dem Ausland einfach als äquivalent anzuerkennen, ist keine gute Idee. Das ist grundsätzlich so schwierig, dass das nicht funktionieren kann. Wie soll denn eine Uni/FH herausfinden, wie ein bestimmter Schulabschluss, z.B. aus Ulan-Bator, einzustufen ist? Von Fälschungen gar nicht zu reden. In vielen korrupten Ländern kann man alles (!) kaufen. Das können sich deutsche Beamte oft nicht richtig vorstellen.

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LorenzSTR 19.03.2019, 09:55
6. Süß

Der Rat des Stifterverbandes empfiehlt also indirekt die noch stärkere Ökonomisierung der Hochschulen, anstatt grundlegende Probleme wie etwa die oft überflüssige Akademisierung von Ausbildungsberufen zu benennen. Das passt natürlich ins Bild.

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fridericus1 19.03.2019, 10:02
7. Ganz ehrlich:

Als Student nicht bundesdeutscher Herkunft würde ich es mir auch dreimal überlegen, ob ich in so aufgeschlossenen und menschenfreundlichen Gegenden wie Sachsen oder Sachsen-Anhalt studiere. Als Student bundesdeutscher Herkunft mindestens zweimal. Ostdeutschland bekommt zunehmend ein Problem wegen der Naziexzesse, und das schlägt auch auf die Studierendenanzahl durch.

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schwarzeruhu 19.03.2019, 10:14
8. Locker bleiben

In sehr vielen Fachrichtungen waren in der Vergangenheit Seminare und Vorlesungen lächerlich überbelegt. Ich habe mal an einem Seminar teilgenommen mit 80 Menschen.
Insofern ist in den abnehmenden Studierendenzahlen vielleicht eher eine Rückkehr zu erträglichen Personalschlüsseln und höherer Qualität zu sehen.

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pragmatiker2017 19.03.2019, 10:19
9. fridericus1

Solche pauschalen Aussagen sprechen nicht gerade dafür sich differenziert mit Themen auseinander zu setzen. Wenn das mit der Differenzierung klappt, dann funktioniert es auch mit dem Studium....

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